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Nachhaltige Mode: Es geht noch billiger als mit Billigklamotten
DPA

Nachhaltige Mode? Klingt irgendwie nach muffigem Öko-Laden. Kein Wunder, dass die Deutschen immer mehr Massenware kaufen und wegwerfen wie Pappbecher. Dabei geht es auch anders - ziemlich einfach und unfassbar günstig. Eine Anleitung.

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Katzazi 03.12.2015, 12:14
1.

Tauschen macht sicherlich Sinn. Das machen wir im Freundeskreis auch. Genauso wie es Spass macht, selbst Outfits zu kreieren. Aber das Problem mit den Labels ist ein reales. Wenn man nicht komplett ideologisch an die Sache herangeht, also die Labels als erstes Kriterium wählt, dann wird es schon schwierig das konkrete Aussehen, mit dem konkreten Bedürfnis weswegen man ein Kleidungsstück sucht, dem Preis und der Wahrscheinlichkeit dass das Kleidungsstück auch genutzt wird in Einklang zu bringen. Das sind alles Überlegungen, die ebenfalls eine Berechtigung beim Einkauf haben. Da muss wohl jedeR den eigenen Weg finden. Hier wäre es wirklich hilfreich, wenn sich einige größere Firmen und Label-Geber zusammen tun und ein gemeinsames Konzept entwickeln würden. (Was weiß ich eine Ampel für Wasser, eine für soziale Dinge, eine für Tiere, eine für Rohstoffe, eine für Recyclingfähigkeit, ...) -- Wobei ich auch dazu sagen möchte, dass ich manche der vorgeschlagenen Kriterien durchaus problematisch finde. Nach in Deutschland produzierten Produkten zu suchen, wird den Menschen, die in den problematischen Firmen arbeiten müssen, weil die Alternative garkeine Arbeit ist, sicherlich nicht helfen. Wohl eher im Gegenteil. Auch werden sehr viele Rinder und Schweine geschlachtet, da finde ich es deutlich sinnvoller und auch den Tieren gegenüber fairer, wenn ihr Körper wenigstens möglichst vollständig verarbeitet, also auch das Leder verwendet wird, anstatt eine Kunststoffalternative zu verwenden. Und in wie weit Wolle problematisch ist, verstehe ich auch nicht ganz. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung von den Haltungsbedingungen, aber heutige Schafe haben irgendwann Probleme, wenn sie nicht geschoren werden. Sie würden wahrscheinlich auch garnicht leben, wenn es die Schur nicht gäbe. Auch hier muss man sich fragen, ob die Alternativen wirklich besser sind und wenn ja, für wen. Denn jedes Material greift irgendwo ein und hinterlässt Spuren.

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juliaz 03.12.2015, 12:15
2. Muß nicht sein

Second-hand-Klamotten? Nein danke. Anderer Leute Läuse, Schweißflecken und Parfümreste brauche ich nicht auf der Haut. Es geht auch anders: geplant einkaufen, gute Qualität, und das zweimal im Jahr maximal. Niemand braucht 15 Hosen, 20 Hemden, 30 T-Shirts und zwei Dutzend Paar Schuhe. Je nach Beruf und dortigen Vorgaben zwei, drei vollständige Sets für die Arbeit, und ein paar Teile für die Freizeit. Wenn man die Sachen dann nicht mit Bleiche wäscht, pfleglich behandelt und vielleicht sogar mal einen Knopf selber wieder annäht, lebt man nachhaltiger als 90% der anderen.

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Kamillo 03.12.2015, 12:20
3.

Schuhe nicht mal 12 Monate getragen... Ist auch kein Wunder, vielfach halten die Schuhe garnicht so lange durch. Unter 100 Euro bekommt man heute teilweise nicht mal mehr echtes Leder.

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der-stratege 03.12.2015, 12:21
4. Tauschbörsen schön und gut, aber

dadurch würden wieder tausende Menschen aus den Textilfabriken in Indien, Pakistan und Bangladesh arbeitslos - ist halt alles ein Kreislauf.

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Rubyconacer 03.12.2015, 12:27
5. Gute Idee

Ich trage aber meine Sachen viele Jahre, allein schon, weil kaum ein Händler meine Größe (102/106) anbietet. Da dürfte Tauschen leider auch nicht funktionieren.

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celondir 03.12.2015, 12:31
6. So viel geld?

Also wenn ich mich nicht verrechnet hab, dann sind doch 74 mrd. durch etwa 83 mil. knapp 800 euro pro Jahr pro Person o.O

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Falcon030 03.12.2015, 12:38
7.

Der Denkfehler des Artikels liegt doch schon im ersten Satz: "jede Woche ein neues Kleidungsstück im Schrank". Warum denn? Wer diesem Konsumterror nicht hinterherhechelt, lebt doch schon automatisch nachhaltiger. Dann auch die zehn Stücke zum Tauschen kommen ja irgendwoher - und ich glaube nicht, dass der Kleiderschrank der Tauschfreunde leer ist, wenn sie die zehn Teile herausgenommen haben.
Also einfach deutlich weniger Klamotten kaufen, dafür gerne mit entsprechendem Label für den fairen Handel.
Ach ja, und bitte nicht immer solche Plattitüden verwenden wie "die Deutschen" - weder ich noch "die Deutschen" in meiner Umgebung verhalten sich so, wie es hier als Label allen übergestülpt werden soll.

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lalito 03.12.2015, 12:41
8. Warum so pingelig?

Zitat von juliaz
Second-hand-Klamotten? Nein danke. Anderer Leute Läuse, Schweißflecken und Parfümreste brauche ich nicht auf der Haut. Es geht auch anders: geplant einkaufen, gute Qualität, und das zweimal im Jahr maximal. Niemand braucht 15 Hosen, 20 Hemden, 30 T-Shirts und zwei Dutzend Paar Schuhe. Je nach Beruf und dortigen Vorgaben zwei, drei vollständige Sets für die Arbeit, und ein paar Teile für die Freizeit. Wenn man die Sachen dann nicht mit Bleiche wäscht, pfleglich behandelt und vielleicht sogar mal einen Knopf selber wieder annäht, lebt man nachhaltiger als 90% der anderen.
Mal abgesehen davon, dass ich den im Artikel beschriebenen Ansatz - auf Billigklamotten abgestellt - ganz interessant finde, gibt es allerdings seit vielen Jahren eine ähnliche Möglichkeit - gleicher Effekt - auf ebay.

Mit Designerklamotten fahre ich dort seit Jahren bei mehr als 75 Prozent aller Käufe bestens und eine Waschmaschine gibt's bei mir auch.

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anderermeinung 03.12.2015, 12:42
9. und die Frauen und Männer, die die Billigartikel produ-

zieren, produzieren künftig nichts mehr. Ihr kärglicher Lohn fällt aus. Dann können sie ja mit ihren Kindern nach Deutschland kommen. Die Talentiertesten können dann als selbstständige Änderungschneider/innen ihr Hartz IV ergänzen.
Die Welt ist schlecht. Aber es gibt ja zum Glück Weltverbesserer. (Wenn ich sicher sein könnte, dass die Hersteller von Markenklamotten "anständig" entlohnen würden, würde ich Markenkleidung kaufen. Aber 90 Euro statt 15 zahlen, damit die Näherin vielleicht statt 50 Cent 1 Euro verdient? Dieses Verhältnis ist mir zu ungünstig. Leider.

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