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Nachverdichtung: Die bald im Schatten wohnen
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Leila Hansen wird in ihrer Wohnung bald kaum noch Licht haben, weil ein Investor ein fünfstöckiges Haus in ihren Innenhof quetscht. Ihre Geschichte wirft die grundlegende Frage auf, wie wir künftig in Städten leben: Wie eng ist zu eng?

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a.weishaupt 25.08.2018, 14:41
10. Irgendwas ist ja immer

Wie dicht es geht, sieht man auf Bildern von vor dem Krieg - da gab es v.a. dichten Gründerzeitbau flächendeckend von Bahrenfeld bis Rothenburgsort. Wenn ich mir die Mietpreise der Schanze ansehe, kommt sowas auch heute noch gut an. Früher wurden allerdings auch die unteren Etagen besonders hoch gebaut; durch die großen, stehenden Fenster kam mehr Licht herein. Dagegen war meine wandsbeker 50er-Jahre-Wohnung im Erdgeschoss stockdunkel, obwohl in den 50ern die Abstände zwischen den Bauten speziell geplant wurden für ausreichenden Lichteinfall: man hatte damals nicht mit der heutigen Baumschutzsatzung gerechnet, und so ein Baum kann in 60 Jahren ziemlich groß werden. Letztlich muss man sagen, dass das Konzept der aufgelockerten Stadt gescheitert ist. Verdichtung bringt endlich wieder mehr Urbanität.

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mwroer 25.08.2018, 14:41
11.

Zitat von eunegin
ja, Wohnungen werden gebraucht, Platz gibt es auch noch, etwas dichter geht auch in Berlin( wo ich wohne). Aber: das Beispiel hier ist mal wieder ein Extrem. Warum sooo dicht, warum drei Wohnriegel hineinquetschen (da möchte ich auch nicht drin wohnen...). Ist ja wie im Knast. Ein Riegel mit mehr Abstand ginge doch auch. Kompromisse gehen aber halt nicht, wenn es um die Geldgier geht.
Posten Sie doch bitte kurz die Zahlen, ich habe jetzt nirgendwo gefunden wie teuer das ganze wird und wann es sich amortisiert hat. Danke.

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bodoso.hps 25.08.2018, 14:42
12. Zille,Hinterhaus

Aus dem Hinterhaus schauen Menschen raus,bleich und ungekämmt,mit und ohne Hemd.Sind wir in der gesellschaftlichen Entwicklung schon wieder 100 Jahre zurück gegangen?Das damalige Ergebnis kennen wir ja.

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trader_07 25.08.2018, 14:44
13.

Tja, da jammern und heulen alle rum, weil es in der Stadt nicht genügend Wohnraum gibt. Dann kommt jemand und macht was dagegen und schon ist es wieder nicht recht.

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Champagnerschorle 25.08.2018, 14:46
14. spannend

Zitat von <yyy>
Die Messehallen ziehen riesige Mengen an LKW durch die Wohngebiete, nur um der Industrie eine Heimat mitten in der Stadt zu bieten. Absurd! Reißt die kompletten Messehallen ab und baut ordentlich bezahlbaren (= für Ottonormalverdiener) Wohnraum!!!
Wenn ich Ihren Ottonormalverdiener mit dem Durchnschnittsbruttogehalt in HH gleichsetzen darf, dann wären wir bei rd. € 4.100.- Monatsbrutto. Ich bin mir nur nicht so sicher, ob Sie und andere dies als "Ottonormal" auch zu akzeptieren bereit sind.
(In HH stehe halt auch gern mal € 7.000.- und mehr Brutto auf dem Gehaltszettel - sonst ließen sich logischerweise die hohen Preise nicht durchholen).

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Sibylle1969 25.08.2018, 14:46
15.

Eine wirklich extrem verdichtete Stadt ist Paris. Hier leben lt. Wikipedia knapp 21.000 Menschen pro qm. Hamburg ist im Vergleich dazu relativ dünnbesiedelt. Fakt ist, dass in Grossstädten mehr Wohnraum benötigt wird bei gleichzeitiger Knappheit an Baugrund in den Stadtteilen, in denen die meisten Menschen leben wollen. Baut man nur noch am Stadtrand oder Umland, fördert das die Zersiedelung der Landschaft, es wird mehr Verkehr induziert und es braucht auch neue Infrastruktur ( Supermärkte...). Es ist daher hochgradig sinnvoll nachzuverdichten. Ich besitze eine Eigentumswohnung in einer Wohnananlage mit 23 Wohneinheiten in einem zentrumsnahen, begehrten Stadtteil von Frankfurt. Grundstücksgröße ist über 1200 qm, die Grundfläche des Hauses aber nur rund 180 qm. Es gibt nur eine recht kleine Grünfläche, für die das Wort Garten übertrieben ist. Den Rest des Grundstücks nehmen rund 15 Garagen, der Garagenhof sowie die Zufahrt zu den Garagen ein. Würde man die Garagen wegmachen, könnte man locker ein bis zwei Mehrfamilienhäuser dort errichten mit 10-20 Wohnungen. Wird natürlich nicht passieren, weil die Eigentümergemeinschaft sicher nicht einstimmig für eine solche Änderung stimmen würde. Hier im Stadtteil gibt es etliche vergleichbare Häuser, bei denen eine solche Nachverdichtung möglich wäre.
Ich finde es schade, dass in Nimby-Manier soviele Leute notwendige Bauprojekte verhindern, die geeignet sind, die Wohnungsnot zu lindern.

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TomRohwer 25.08.2018, 14:47
16.

Zitat von
Ihre Geschichte wirft die grundlegende Frage auf, wie wir künftig in Städten leben
Die Antwort ist ganz einfach:

Wenn wir schon da sind, sollen die anderen gefälligst wegbleiben, und irgendwo anders wohnen.

Wenn wir noch nicht da sind, sollen die anderen gefälligst zusammenrücken und uns mit dort wohnen lassen.

Sind wir dann dort hin gezogen, und es kommen Leute, die auch dort wohnen wollen, sollen die gefälligst wegbleiben und irgendwo wanders wohnen...

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rainerspielberg 25.08.2018, 14:49
17. Unser Problem

Wir wollen einen Misstand beseitigen- hier zu wenig Wohnungen- aber es darf sich dabei für die,die das Problem nicht haben, nichts, aber auch gar nichts ändern, keine Besitzstände dürfen angetastet werden. ( Warum viel Wohnungen wenn dafür sogar meine Harley umgeparkt werden muss) Nur Politik ist eben gerade Prioritäten tu setzten. Und das hart arbeitende Menschen Wohnraum haben, ist eben wichtiger wie der schöne riesige Innenhof.

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view3000 25.08.2018, 14:49
18.

Man erkennt Ähnlichkeiten zu den Überlandtrassen. Jeder möchte Ökostrom aber keiner will die Stromtrassen oder Windkraftanlagen in Sichtweite haben. Mit den Flüchtlingswohnheimen verhält es sich genauso. Jeder möchte in der Stadt wohnen, mit sauberer Luft, Sonnenschein und Grünanlagen aber wenn man an die Problemlösung der Wohnungsnot im eigenen Umfeld geht, dann wird rebelliert. Das St.-Florians-Prinzip greift um sich. Die Briten nennen das übrigens "not in my backyard", was hier gut passen würde.

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Hank the voice 25.08.2018, 14:51
19. Längs passt das Haus viel besser in den Hinterhof

Ich hab mir das dort angeschaut. Parallel zur Stresemannstraße würde das Haus viel besser reinpassen. Leider hat der Bauherr recht. Eine Brachfläche von fast 1 Quadrat Kilometer muss bebaut werden, wenn man es ernst meint mit mehr Wohnraum in der Stadt. Oft war die Stadt dort vor dem Krieg auch dicht besiedelt..... Es gibt in Hamburg für den Normalverdiener leider kaum eine Wohnung mit Garten und Blick auf die Elbe oder Alster.

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