Forum: Wirtschaft
Nachverdichtung: Die bald im Schatten wohnen
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Leila Hansen wird in ihrer Wohnung bald kaum noch Licht haben, weil ein Investor ein fünfstöckiges Haus in ihren Innenhof quetscht. Ihre Geschichte wirft die grundlegende Frage auf, wie wir künftig in Städten leben: Wie eng ist zu eng?

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Manitou-01@gmx.de 28.08.2018, 00:17
230.

Zitat von freudentanz
deshalb können sich auch weniger begüterte Menschen in den Innenstädten Wohnraum leisten. Nachverdichtung, höhere Gebäude ist die einzige Antwort. Es gibt keine Alternative.
Wenn man diese will, dann sollte analog der Sanierungsgebiete und Milieuschutzgebiete im Baurecht das "Verdichtungsgebiet" mit einem Interessenausgleich verankert werden. Dabei ist die Verschlechterung der bestehenden Wohnungen, aber auch die stärkere Nutzung allgemeiner Resourcen zu berücksichtigen. Dabei kann einerseits eine Herabstufung einer guten in eine mittlere bzw. einer mittleren in eine einfache Wohnlage bzw. andererseits Herabstufungen im Bereich der Merkmalsgruppen 4+5 des Mietspiegels durch das Wohnungsamt bzw. die Bauverwaltung der Stadt festzulegen, verbunden mit einem amtlichem Bescheid zur Mietsenkung.
Der Eigentümer kann dabei dem Investor der Neubauten (bzw. bei gefördertem Neubau gegenüber der Stadt) Schadenersatz für den Verlust der Miethöhe geltend machen. so gesehen wird dabei das Sanierungsgebiet umgedreht und die Abwertung durch Verdichtung kompensiert.

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ohjeee 28.08.2018, 09:17
231. 1

Zitat von Hank the voice
Ich hab mir das dort angeschaut. Parallel zur Stresemannstraße würde das Haus viel besser reinpassen. Leider hat der Bauherr recht. Eine Brachfläche von .....
Wo ist eine Brachfläche von 1km^2?
Das Beispiel hier meinen Sie ja wohl nicht.

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blödbacke 28.08.2018, 11:32
232. Diskussion?

Mir fällt auf, dass es immer weniger gesellschaftliche Diskussionen über Politik gibt. Auch wenn es immer mehr Talkshows zu geben scheint. Aber es gibt immer weniger Stammtische und immer weniger Bürgerinnen und Bürger, die aktiv in Parteien mitdiskutieren. Und solche Diskussionen lassen sich nicht durch soziale Medien und letztlich belanglose Zeitschriftenforen ersetzen. In Hamburg gibt es z.B. das ungeschriebene (?) Gesetz, dass Gebäude nicht höher als die Kirchturmspitzen sein dürfen. Ausnahmen bestätigen die Regel. Warum nicht mehr in die Höhe gebaut wird, verstehe ich nicht. Und außerdem verstehe ich nicht, warum Innenhöfe bebaut werden dürfen. Der von vier Seiten abgeschirmte Innenhof ist ein architektonisches Konstrukt hoher städtischer Lebensqualität und sollte erhalten werden. Nachverdichtung ist sinnvoll, um z.B. Baulücken entlang von Straßen zu schließen oder alte einstöckige Nachkriegsbauten zu ersetzen, die oftmals von mehrstöckigen Altbauten flankiert werden. Und letztlich brauchen wir eine Diskussion über Wirtschaftswachstum und wo es stattfinden soll. Warum muss Hamburg immer mehr wuchern ("wachsen" passt da nicht mehr), kann man statt dessen nicht z.B. Wilhelmshaven, Bremerhaven, Husum, Flensburg, Rendsburg, Kiel, Lübeck, Wismar und Schwerin wachsen und Hamburg stagnieren lassen?

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andreas.s 28.08.2018, 12:11
233. Was ist Heimat?

Ist es die Bundesrepublik, oder mein Bundesland? Ist es meine Region oder meine Heimatstadt? Oder vielleicht doch einfach meine Siedlung, mein Block, mein Hinterhof in dem ich jeden Grashalm kenne, mein Haus in dem ich die Nachbarn kenne, gesehen habe wie die Nachbarskinder geboren wurden, groß wurden und auszogen?

Welche Heimat will den jetzt geschützt werden?

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freudentanz 28.08.2018, 14:01
234. Nein , muss man nicht

Zitat von Manitou-01@gmx.de
Wenn man diese will, dann sollte analog der Sanierungsgebiete und Milieuschutzgebiete im Baurecht das "Verdichtungsgebiet" mit einem Interessenausgleich verankert werden. Dabei ist die Verschlechterung der bestehenden Wohnungen, aber auch die stärkere Nutzung allgemeiner Resourcen zu berücksichtigen. Dabei kann einerseits eine Herabstufung einer guten in eine mittlere bzw. einer mittleren in eine einfache Wohnlage bzw. andererseits Herabstufungen im Bereich der ......
Überspitzt ausgedrückt verlangen Sie eine Entschädigung dafür das ein neugebautes Hochhaus in 2Km Entfernung einen Schatten auf Ihren Pool am Spätnachmittag wirft.
Die Stadt ist ein öffentlicher Raum. In der Stadt können Sie nicht auf ihr privates Gewohnheitsrecht pochen. Das können Sie so gut wie nirgends. Panikbeiträge über Ghettoisierung sind nichts als Panikmache über gefühltes Unwohlsein.

Die Menschen ziehen in die Städte (vorzugsweise Zentrum) und diesen Fakt kann niemand bestreiten. Dass der Markt dies regeln soll will offenbar niemand.
Tatsächlich wundere ich mich darüber das es überhaupt noch private Investoren gibt die sich sowas antun.
Städtischer Raum ist im Besitz der Stadt und wenn man von der Stadt verlangt das günstiger Wohnraum geschaffen werden soll muss aufgestockt und nachverdichtet wird.

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lupenrein 28.08.2018, 16:25
235. Was hier noch nicht

erwähnt wurde.
Die Baulöwen, die insbesondere für 'Kapitalanleger'
für ihre teuren Eigentumswohnungen werden, erhalten
von den Städten und Kommunen hohe Subventionen aus
dem Städtebau- Förderung- Programm in nicht unerhebliche
Höhe. Ein Fall ist mir mit 600 000 Euro bekannt.
Das hat nicht nur ein Gchmäckle, sonden das stinkt schon
zum Himmel.

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