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Nahrungsmittelspekulationen: Deutsche Bank lädt zu Geheimkonferenz ein
DPA

Kritiker und Befürworter von Finanzderivaten auf Lebensmittel stehen sich unversöhnlich gegenüber. Jetzt hat Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen Spekulationsgegner und Finanzakteure zu einer nicht-öffentlichen Debatte eingeladen.

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Dramaturg 10.04.2014, 08:11
1. Sinn dieser Veranstaltung

...wird es sein, eine Argumentationskette für alle Beteiligten auszuarbeiten, um die Spekulationen durch die öffentliche Kritik nicht zu gefährden.
Aber fragen wir doch mal den Gauck - der hat doch vor kurzem erst die Banker gelobt ob ihrer Regulierungsbereitschaft.

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bausa 10.04.2014, 08:11
2. Spekulationen

egal welcher Art sollten gesetzlich verboten werden. Banken und Finanzinstitute sollten sich ausschließlich um Ihr Kerngeschäft kümmern. Kontenführung, Verwalten von Kundengeldern, Bereitstellung von Krediten. Banken haben der Gesellschaft zu dienen, nicht ihren Aktionären. Es ist doch geradezu pervers wenn auf Missernten spekuliert wird oder Rohstoffpreise künstlich hoch gehalten werden. Die Gier nach immer mehr muss einfach mal ein Ende haben.

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HerbertVonbun 10.04.2014, 08:28
3. Black Box

Das Heil der Märkte und der Börsen liegt verschlossen im Dunkel einer magischen Black Box und fürchtet das Licht der Erhellung der Welt. Drum wird sie weiter verschlossen gehalten, damit ja keiner merkt, welches Schindluder tagtäglich mit dieser Magie getrieben wird.

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Banause_1971 10.04.2014, 08:33
4. Wie

können Spekulationen denn den Rohstoffpreis hochtreiben? Wenn man etwas günstig einkauft, das Angebot verknappt, der Preis steigt, und es wird dann zum höheren Preis wieder verkauft,... Hallo? Das hat doch nichts mit Preistreiberei und Spekulation zu tun, oder? (Achtung, Satire) Und auf steigende Preise wettet man, wenn man genug Kohle hat um zum Zielzeitpunkt das Angebot selbst verknappen zu können. Mir ist unerklärlich, wozu man für solch simple Zusammenhänge noch Studien in Auftrag bringen muss. Aber Studien werden ja schon oft mit einem klaren Zielergebnis in Auftrag gegeben: "Finden sie Beweise dafür, dass es nicht so ist." Und dann findet man auch,.. legt es dem Wahlvolk vor, und wettet auf steigende Preise. :-D

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Promet 10.04.2014, 08:41
5. Damit noch wirkungsvoller

mit Lebensmitteln spekuliert werden kann, werfen wir den Armen der 3. Welt unsere Schlachtabfälle zum Fraß vor, das hat den Charme, dass die dort heimischen Produzenten nicht mehr wettbewerbsfähig sind. (siehe) phoenix Die Abhängigkeit von den Lebensmittelspekulanten steigt.

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celsius234 10.04.2014, 08:41
6. egal wer nun recht haben mag

aber eine derart einseitige verschwiegenheitsforderung ist entwder superarrogant oder abgehoben grottendämlich oder beides zusammen.

selbst lieschen Müller - entschuldige lieschen - versteht, das die gewinne der spekulation, ja deswegen macht die deuba das, schliesslich jemand bezahlen muss. wer denn sonst, wenn nicht letztendlich der geknebelte Verkäufer oder der ausgehungerte Käufer am anfang und ende der handelsketten.

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schreckgespenst 10.04.2014, 08:57
7.

Zitat von Banause_1971
können Spekulationen denn den Rohstoffpreis hochtreiben? Wenn man etwas günstig einkauft, das Angebot verknappt, der Preis steigt, und es wird dann zum höheren Preis wieder verkauft,...
Und was müsste bei Ihrem Beispiel dann passieren? Ein Gut wird verkauft, das Angebot fällt und der Kurs sinkt. Die Preiszusammenhänge werden leider immer sehr einfach dargestellt, so einfach ist es aber nicht.
Zumal die wenigsten Spekulanten tatsächlich 1.000 Tonnen Weizen kaufen und irgendwo zwischenlagern. Die Nahrungsmittel werden eben nicht physisch gehandelt, sondern über Derivate auf Termin gehandelt.

Bisher konnte keine Studie auch nur ansatzweise belegen, dass die Terminpreise die physischen Preise beeinflussen. Hinzu kommt, dass die wenigsten Staaten bzw. Großverbraucher die Waren an den Börsen kaufen.
Nahrungsmittel werden i.d.R. bilateral gehandelt, zu anderen PReisen, als sie am Markt erzielbar wären.

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rkinfo 10.04.2014, 08:57
8. Deregulierung der Agramärkte macht Hunger

In den 70er Jahren hatte die EU Butterberge und Schweinehälften bis die Kühlhäuser am Anschlag waren. Durch aufwendige Gegenmaßnahmen wurden die Produktionsmengen eingeschränkt - obwohl seit den 70er Jahren die Welt hungert !
Die EU-Landwirtschaft sollte nicht auf den damals schon deregulierten Weltmarkt liefern um Profite und Spekulationen nicht zu behindern.
Heute kosten z.B. in Äthiopien die Kartoffeln zur Erntezeit ca. 0,1 € je kg was Einlagerung unwirtschaftlich macht. Die EU könnte locker gelagerte Kartoffeln in Phasen ohne frische Afrika-Ente liefern - unerwünscht in deregulierten Agrarmärkten.
Da Agrarpreise der Landwirte im Jahresmix bei ca. $300 je to liegen reden wir für EU-Bürger über $200 je Jahr und Entwicklungsländer um $50-80 je Jahr - Peanuts. Allerdings überlagern die deregulierten Marktschwankungen und dadurch hochproblematische Lager- und Verteillogistik dies moderaten Preise. Auch der Verzicht von Biosprit als Puffer für Agrarmengenschwankung erschwert deutlich eine stabile und kostengünstige Nahrungsversorgung für die Welt.
Letztlich debattieren Deutsche Bank bis Oxfam weit am Problem vorbei ! Es müssten die EU-Bauern mit ihren Kollegen aus aller Welt die Mengenfrage besprechen und dann die Regierungen regulierte Märkte der 'ewigen Sättigung' errichten - wie die sättigende EU-Politik der letzten Jahrzehnte.
"Nahrung aus der EU - ein Stück Lebensfreude im ewigen Überfluß !"

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heinzjürgenneu 10.04.2014, 09:03
9. Diskussion mit minderer Kenntnis

Jeder der sich an der Diskussion hier beteiligt, sollte scih erst mal informieren. Es gibt Leute, die durch Spekulation Geld verdienen (oder verlieren).
Aber es gibt auch Marktteilnehmer die darauf angewiesen sind, dass Spekulanten ihre Markterwartung an der Börse ausleben, damit eigene Positionen gegen Preisverfall oder Preisanstieg abgesichert werden können. Z.B. Landwirte, Agrarhandel, Getreidemühlen, Ölmühlen, Genossenschaften, Exporteure usw. Also vor dem Draufhauen, bitte mal nachdenken.

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