Forum: Wirtschaft
Naturschutz-Aktion in Hannover: So leer wäre ein Supermarkt ohne Bienen
Carolin Wahnbaeck

Was passiert, wenn es keine Bienen mehr gibt? Ein Supermarkt in Hannover will das zeigen, räumt 60 Prozent seiner Produkte über Nacht aus den Regalen - und öffnet morgens ohne Vorwarnung seine Türen.

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spon_3055608 16.05.2018, 12:56
110. Hauptsache die Kasse stimmt oder?

Zitat von Goldwin
Dann soltlen sie beim Fahren evtl. auch mal die Augen öffnen. Deutschland hat eine Fläche von etwa 360.000 km². Hiervon sind etwa 1/3 Ackerlächen. Sprich: 2/3 der Flächen ist KEIN Acker (Wald, Siedlung etc). Und die Ackerflächen sind in Deutschland auch alles andere als Schachbrettförmig. Also entweder wissen Sie es nicht besser oder sie wollen lediglich billig provozieren. Dann ist Deutschland auch kein Exportweltmeister was landwirtschaftliche Produkte angeht. Deutschland ist NETTOIMPORTEUR von landwirtschaftlichen Produkten. Seltsamerweise wird das von der Naturschutzlobby nie erwähnt. Wenn wir hier in Deutschland Flächen extensivieren, dann steigt unser Importbedarf (bei gleicher Verbrauchsgewohnheit) Evtl. sollten sie sich bezüglich Landwirtschaft udn Ernaährung in Deutschland mal grundlegend informieren statt die Boulevard-Schlagzeilen nachzuplappern
Das stimmt alles nur zum Teil. Rein wertmäßig ist nach den Tabellen des BML Deutschland ein Netto-Importeur (2016 liegen endgültige Zahlen vor; 81,604 Mrd Import und 70,074 Export) allerdings sind die Tabellen unvollständig und liefern ein verzerrtes Bild.
Das deutliche Übergewicht der Importe von Futtermittel wie Soja Mais ect oder anderen Erzeugnisse der Tropenlandwirtschaft wie Palmöl taucht in diesen Tabellen eigenartigerweise gar nicht auf, da diese Produkte offensichtlich nicht als Landwirtschaftliche Produkte gelten???
Als Ergebnis dieser Gewichtsverlagerung exportiert Deutschland hauptsächlich Fleisch und Milchprodukte:
Die Hinterlassenschaften dieses Netto-Importbooms -wie Sie ja selbst behaupten,- landet dann in Form von Gülle und Jauche und Mist auf den deutschen Wiesen, im einheimischen Bach und Fluss und letztlich auch Trinkwasser,- siehe Nitrat- und Phosphatbelastung von andern Dingen die auch dort landen, wie Antibiotika-Rückständen ganz zu schweigen.
Mir leuchtet auch nicht ein wieso der Importbedarf steigen soll, wenn die Kuh wieder Gras zu fressen kriegt, anstelle von Import-Soya und Importmais, den sich manche Leute in den Erzeugerländern nebenbei gesagt kaum noch als Grundnahrungsmittel leisten können.

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Pete_235_F 16.05.2018, 13:02
111. Falsche Informationen zu Bienen im Artikel

Zitate Artikel: „Lauch, Kartoffeln, Sahne, Frischkäse und Hackfleisch. Denn einige Gemüsesorten wie Brokkoli, Blumenkohl, Tomaten, Paprika oder auch Lauch sind unabhängig von den Bienen. Und in den Kühlregalen steht weiterhin Milch, Sahne und Käse sowie Fleisch“
„Wein und Hopfen bestäuben sich selbst.“

Als Gärtner kann ich das nicht bestätigen. Die Blüten von Brokkoli, Blumenkohl, Tomaten, Paprika, Lauch und Wein werden sehr wohl häufig von Honigbeinen und/oder Wildbienen bestäubt.
Tomaten und Paprika im Gewächshaus tragen ohne Bestäubung durch Bienen / Hummeln oder per Pinsel keine Früchte. Wenn man an blühenden Weinreben vorbeiläuft, summen dort unzählige Bienen und zum Teil auch Wespen, welche die Blüten bestäuben.
Bei den Nicht-Frucht-Gemüsen gäbe es ohne Insektenbestäubung kein neues Saatgut für die Aussaat in den nächsten Jahren.
Selbst Kartoffelblüten werden von Bienen bestäubt, Kartoffelsamen werden für die Züchtung neuer Kartoffel-Sorten verwendet.

Um tierische Produkte wie Fleisch, Milch, Sahne und Käse zu erzeugen, braucht man Futterpflanzen, von denen die meisten wie z. B. Bohnen, Erbsen, Wicken, Soja, Lupine, Luzerne usw. von Bienen oder anderen Insekten bestäubt werden. Gräser wie Getreide werden vom Wind bestäubt, aber bei einer Ernährung, die nur aus Gräsern bestünde, würden die meisten Nutztiere Vitamin- und/oder Mineralstoffmangel bekommen.

Zitat Artikel: „Tatsächlich gilt die Biene nach Rindern und Schweinen als das drittwichtigste Nutztier des Menschen.“
Die Honigbiene ist das wichtigste Nutztier, nicht das drittwichtigste. Ohne Rinder und Schweine könnte man ohne große Problem leben (mehrere Milliarden Menschen essen kein Rind- u./o. Schweinefleisch). Aber ohne Honigbienen und Wildbienen gäbe es jedoch so schlimme Ernteausfälle, dass es selbst in Industrieländern zu Hunger kommen würde.

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markuss 16.05.2018, 14:16
112. Wie viel Honig aus Deutschland bietet Penny überhaupt an,

bzw. wenn man allen Honig aus EU und nicht EU Ländern aus den Regalen nehmen würde, wäre das Regal dann auch noch voll? Wie häufig verkaufen Penny und andere Lebensmitteleinzelhändler bitte Produkte unter Wert? Da wird Milch der Liter für 0,50 € verramscht, aber der Energydrink für 5,00€ der Liter macht den Verlust für den Händler wieder weg. Nicht aber für den Landwirt! Wenn man alle Frühkartoffeln aus Ägypten, Israel, Tunesien und Marokko aus den Penny Regalen nimmt, wieviele Kartoffeln aus Deutschland bleiben übrig? Warum werden Superfoods wie Chiasamen derart beworben, die heimischen Leinsamen aber nicht? Die sollten für die Fläche, die sie mit ihren Märkten und Parkplätzen versiegeln doch bitte Ausgleichsfläche mit Blühmischungen anlegen, anstatt hier scheinheilig und verlogen auf den PR Zug Bienensterben aufzuspringen.

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regelaltersrentner 16.05.2018, 15:22
113.

Zitat von spon_3055608
Das stimmt alles nur zum Teil. Rein wertmäßig ist nach den Tabellen des BML Deutschland ein Netto-Importeur (2016 liegen endgültige Zahlen vor; 81,604 Mrd Import und 70,074 Export) allerdings sind die Tabellen unvollständig und liefern ein verzerrtes Bild. Das deutliche Übergewicht der Importe von Futtermittel wie Soja Mais ect oder anderen Erzeugnisse der Tropenlandwirtschaft wie Palmöl taucht in diesen Tabellen eigenartigerweise gar nicht auf, da diese Produkte offensichtlich nicht als Landwirtschaftliche Produkte gelten??? Als Ergebnis dieser Gewichtsverlagerung exportiert Deutschland hauptsächlich Fleisch und Milchprodukte: Die Hinterlassenschaften dieses Netto-Importbooms -wie Sie ja selbst behaupten,- landet dann in Form von Gülle und Jauche und Mist auf den deutschen Wiesen, im einheimischen Bach und Fluss und letztlich auch Trinkwasser,- siehe Nitrat- und Phosphatbelastung von andern Dingen die auch dort landen, wie Antibiotika-Rückständen ganz zu schweigen. Mir leuchtet auch nicht ein wieso der Importbedarf steigen soll, wenn die Kuh wieder Gras zu fressen kriegt, anstelle von Import-Soya und Importmais, den sich manche Leute in den Erzeugerländern nebenbei gesagt kaum noch als Grundnahrungsmittel leisten können.
Richtig, die Kasse muss stimmen, nicht nur bei ihnen, auch beim Bauern. Weil diese Kasse nicht stimmt, geben Jährlich 2 % der Bauern auf.

1970 gab es noch 837.746 Milchkuhhalter
2016 = 69.174 Milchkuhhalter.

1950 gab es 5.734.115 Milchkühe
2016 = 4.217.700 Milchkühe

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regelaltersrentner 16.05.2018, 15:34
114.

Zitat von Pete_235_F
Wenn man an blühenden Weinreben vorbeiläuft, summen dort unzählige Bienen und zum Teil auch Wespen, welche die Blüten bestäuben.
Weinreben braucht keine Bienen und Insekten zu Bestäubung.
Dass sie von Bienen angeflogen werden ist richtig.

Im Versuchsweingut Domaine de Mythopia (Arbaz, CH) ist das Aufstellen von Bienenvölker im Weinberg bereits integraler Bestandteil eines Forschungsprojekts zur Erhöhung der Biodiversität im Bio-Weinanbau.
Ziel des hier vorgestellten Projekts ist es zu überprüfen, ob Honigbienen einen zusätzlichen Beitrag zur Regulation der an Wein schädlichen Herbivorenpopulation (insbesondere Schmetterlingsraupen) leisten. Erkenntnisse hat man noch nicht gewonnen.

Anders ist es beim Met, dem Honigwein, zu dessen Herstellung braucht man die Bienen bzw. den Honig.

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markuss 16.05.2018, 16:41
115. Den Landeigentümern ist es egal, was mit der Natur passiert.

Zitat von wuxu
Jetzt wird schon 40 Jahre lang darum geschrieben, dass die Landwirtschaft sich bessern muss. Im Gegensatz dazu ist es die letzten Jahre besonders schlimm geworden. Den Landeigentümern ist es egal, was mit der Natur passiert. Die schauen in ihrer Mehrheit nur auf das Geld. Ob ihre Felder flächendeckend mit Gift bespritzt werden oder mit Gülle verdorben, die hat das nie interessiert und die wird es nie interessieren. Ich meine, dass sie keine Subventionen mehr bekommen sollten, wenn sie gegen das Wohl der gesamten Bevölkerung arbeiten bzw. mit Überproduktion uns schaden. Schweineexport nach China oder sonst wohin muss in den heutigen Dimensionen nicht sein. Der Export müsste radikal verteuert werden.
Ich würde ja behaupten, dass Familien in der Landwirtschaft eher größer sind als die Durchschnittsfamilie in Deutschland, es gibt in dieser Berufsgruppe also viele Kinder, die dann in Mitten der vergifteten und vergülten Flächen groß werden müssen. Sie bemerken den Widerspruch zu Ihrer Aussage? Ist es vielleicht nicht eher so, dass der Landwirt, wie jeder andere Unternehmer in Deutschland auch, den Gesetzen unserer ach so sozialen Marktwirschaft unterworfen ist? Wir sehen die Ergebnisse ja eben nicht nur im Bereich der durchrationalisierten Pflege unserer Alten und Kranken. Oder meinen Sie, diese Gesetze wurden für Landwirte ausgehebelt? Gerade wenn das Oligopol der 5 großen Lebensmitteleinzelhändler Produkte zum Ramschpreis veräußert und der deutsche Konsument für den Liter Milch nur noch 0,50€ übrig hat und fleißig nachfrägt, für den Liter Energy Zuckerplörre aber umgerechnet 5,00€ zu zahlen bereit ist? Warum verwerten Sie das Schwein nicht besser und essen nicht nur die Filetstücke, sondern auch Schweinebeinchen-, -öhrchen oder -gehirn? Dann müsste nicht so viel Fleisch exportiert werden. Aber ich gebe zu es ist sehr einfach, mit dem Finger immer auf andere zu zeigen, um sich von der eigenen verantwortung zu drücken. Wäre ich König von Deutschland stünde über jedem Ausgang eines Supermarktes: "Der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit!"

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Goldwin 17.05.2018, 09:00
116.

Zitat von spon_3055608
Das stimmt alles nur zum Teil. Rein wertmäßig ist nach den Tabellen des BML Deutschland ein Netto-Importeur (2016 liegen endgültige Zahlen vor; 81,604 Mrd Import und 70,074 Export) allerdings sind die Tabellen unvollständig und liefern ein verzerrtes Bild. Das deutliche Übergewicht der Importe von Futtermittel wie Soja Mais ect oder anderen Erzeugnisse der Tropenlandwirtschaft wie Palmöl taucht in diesen Tabellen eigenartigerweise gar nicht auf, da diese Produkte offensichtlich nicht als Landwirtschaftliche Produkte gelten??? Als Ergebnis dieser Gewichtsverlagerung exportiert Deutschland hauptsächlich Fleisch und Milchprodukte: Die Hinterlassenschaften dieses Netto-Importbooms -wie Sie ja selbst behaupten,- landet dann in Form von Gülle und Jauche und Mist auf den deutschen Wiesen, im einheimischen Bach und Fluss und letztlich auch Trinkwasser,- siehe Nitrat- und Phosphatbelastung von andern Dingen die auch dort landen, wie Antibiotika-Rückständen ganz zu schweigen. Mir leuchtet auch nicht ein wieso der Importbedarf steigen soll, wenn die Kuh wieder Gras zu fressen kriegt, anstelle von Import-Soya und Importmais, den sich manche Leute in den Erzeugerländern nebenbei gesagt kaum noch als Grundnahrungsmittel leisten können.
Was sie beschreiben sind die reinen Produkte die importiert bzw. exportiert werden. Diese Rechnung spiegelt überhaupt nicht wieder, was wir tatsächlich ann Fläche benötigen (da das pro Produkt völlig unterschiedlich ist)
Das Thünen-Institut hat vor Jahren unsere verbrauchten, importierten und exportierten Agrarprodukte auf Getreideeinheiten berechnet um den absoluten Flächenbedarf für unseren Bedarf zu ermitteln. Dabei kam heraus, dass wir rund 2.000.000 Hektar Importbedarf (netto) haben.

Zitat:
Mir leuchtet auch nicht ein wieso der Importbedarf steigen soll, wenn die Kuh wieder Gras zu fressen kriegt, anstelle von Import-Soya und Importmais, den sich manche Leute in den Erzeugerländern nebenbei gesagt kaum noch als Grundnahrungsmittel leisten können.

Nun, wie bereits oben beschrieben brauchen wir in Deutschland bei unverändertem Verbrauch eine bestimmte landwirtschaftliche Nutzfläche X. Wenn ich nun hier bei uns die Flcähen extensiver (oder gar nicht mehr) bewirtschafte steigt der Importbedarf, da weniger produziert wird.

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tiefenrausch1968 22.05.2018, 11:51
117.

Zitat von Goldwin
Dann soltlen sie beim Fahren evtl. auch mal die Augen öffnen. Deutschland hat eine Fläche von etwa 360.000 km². Hiervon sind etwa 1/3 Ackerlächen. Sprich: 2/3 der Flächen ist KEIN Acker (Wald, Siedlung etc). Und die Ackerflächen sind in Deutschland auch alles andere als Schachbrettförmig. Also entweder wissen Sie es nicht besser oder sie wollen lediglich billig provozieren. Dann ist Deutschland auch kein Exportweltmeister was landwirtschaftliche Produkte angeht. Deutschland ist NETTOIMPORTEUR von landwirtschaftlichen Produkten. Seltsamerweise wird das von der Naturschutzlobby nie erwähnt. Wenn wir hier in Deutschland Flächen extensivieren, dann steigt unser Importbedarf (bei gleicher Verbrauchsgewohnheit) Evtl. sollten sie sich bezüglich Landwirtschaft udn Ernaährung in Deutschland mal grundlegend informieren statt die Boulevard-Schlagzeilen nachzuplappern
Jeder vierte Euro von Landwirten in Deutschland wird durch Export verdient. Unsere Wälder werden im Übrigen ebenfalls genutzt bis zum "Geht nicht mehr". Oder denken Sie etwa, Sie laufen durch einen Naturwald beim sonntäglichen Spaziergang durch die Fichtensteppe?
Über die Versiegelung durch die Gewerbegebietscontainer plus zusätzlich benötigtem Straßenbau habe ich auch im Ausgangspost geschrieben. Gegen Import von Agrarprodukten ist in einem der bevölkerungsreichsten Länder der Erde wohl kaum was zu sagen, oder? Dabei sind natürlich pestizidfreie Anbaumethoden vorzuziehen.

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Goldwin 11.07.2018, 09:19
118. Über was wird berichtet?

Ich frage mich über was SPON berichtet. Eine solche Marketingaktionen bei der man alks DIscounter mit moralischen Zeigefinger schön auf die anderen zeigen kann ist eine Meldung wert.
Dass heute bei EDEKA Hähnchenschenkel für 15 Cent/100 g angeboten werden bleibt dagegen unerwähnt. Vielleicht sollte man sich journalistisch auch mal diesen Dingen annehmen statt immer nur Berichte über die "bösen Bauern" zu bringen...

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