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Nebenkosten von Immobilien: SPD will Umlage der Grundsteuer auf Mieten verbieten
DPA

Künftig sollen allein Vermieter die Grundsteuer bezahlen - wenn es nach dem Willen der SPD geht. Fraktionsvize Carsten Schneider fordert, dass Eigentümer die Abgabe nicht mehr auf die Mieten umlegen dürfen.

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nlgeom 05.03.2019, 12:39
300. Den Vermietern ein Bärendienst

Ich kann den Ansatz der SPD nicht nachvollziehen. Alle Mietkosten müssen doch sowieso von den Mietern beglichen werden, ob das nun in der Kaltmiete, oder versteckt in der Warmmiete passiert ist doch egal. Eigentlich ist es transparent in der Nebenkostenabrechnung sogar besser. So gesehen wäre es sogar geschickter das Hausgeld auch aus der Warmmiete in die Kaltmiete zu überführen.

So hätten Mieter zum einen die Transparenz wie sehr sich um das Haus gekümmert wird und wie hoch der Umsatz des Vermieters ist.

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emil7685 05.03.2019, 12:40
301.

Zitat von misterknowitall2
das ihre Steuer ist! Es geht dabei um ihren Besitz und um den Wert ihres Grundstückes, der sich zu 100% aus der Lage ableitet. Und das diese Lage gut ist, haben sie dem Steuerzahler zu verdanken. Sie haben dafür nichts geleistet. Unglaublich, mit welcher Selbstverständlichkeit sie davon ausgehen, dass alle "Unkosten" auf den Mieter umzulegen sind. Dass sind ihre Kosten! Behalten Sie diese.
Selbstredend lege ich SÄMTLICHE Kosten die mir durch die Vermietung meines Objekts entstehen auf die Mieter um.Was soll ich denn sonst machen? Soll ich Ihrer Meinung nach etwa Geld dafür bezahlen,dass ich der Gesellschaft Wohnraum zur Verfügung stelle?
Aber egal.Ich und viele andere private Vermieter werden sowieso bald ihre Objekte an die nächstbeste Heuschrecke verkaufen so lange die Preise so absurd hoch sind.Dann können sich die Mieter,durch teuere Anwälte vertreten,mit deren Rechtsabteilungen auseinandersetzen anstatt mit mir beim Bier in der Eckkneipe.

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misterknowitall2 05.03.2019, 12:40
302. Danke

Zitat von polza_mancini
...ein bißchen zuviel Schaum dran. Ich habe einen Sache erworben, für die ich laufende Kosten habe, allen voran meine Kredit- und Zinszahlungen. Dass die Grundsteuer keine Betriebssteuern im eigentlichen Sinne sind, ist mir wumpe, denn sie fallen gleichwohl regelmäßig an. Jetzt vermiete ich diese Sache und vereinbare mit dem Mieter, dass er dann gefälligst auch alle laufenden Kosten tragen soll, so what? Ihr "Kompromiss" ist doch super, denn ich zahle an MEINEM Wohnort in der Tat für alles, was im Umfeld geboten wird - warum sollte ich das für den Mieter an SEINEM Wohnort tun? Und ich persönlich habe die Miete seit Jahren nicht erhöht, deswegen trifft mich der Vorwurf des Miet-Hais nicht so hart; gleiches dürfte für die Mehrzahl der Einzel-Vermieter gelten. Sie wollen eine Änderung der Wohnungspolitik? Gehen Sie entsprechend wählen und hoffen Sie! Mache ich auch...
für den ehrlichen Kommentar, es geht also doch nur ums Kohle machen.

Ein Missverständnis will ich aber dann doch ansprechen, weil sie da was falsch verstanden haben. Der Mieter zahlt die Grundsteuern nicht, damit er nutzen kann, was im Umfeld geboten wird, sondern das überhaupt was im Umfeld zu nutzen ist. Was für sie praktisch ist, da damit auch der Wert ihres Grundstücks steigt. Ist irgendwie merkwürdig, dass der Mieter neben der Wertsteigerung ihres Besitzes auch noch die dafür fälligen Steuern zahlt.

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charly05061945 05.03.2019, 12:40
303. Konsequenz

Als Konsequenz dazu müsste dann ja bei selbstgenutztem Wohnungseigentum die Grundsteuer B entfallen - alles andere wäre ja sonst eine Ungleichbehandlung und verfassungsrechtlich bedenklich.

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july1969 05.03.2019, 12:41
304. @269 Askari

Die Umsatzsteuer wird alleine vom Handel getragen? Da scheinen Sie aber nicht einmal im Ansatz zu wissen bzw. zu verstehen, wie die Umsatzsteuer und die einzelnen Phasen der Besteuerung funktionieren. Korrekt ist, der Rechnungssteller führt, sofern sie anfällt, die Umsatzsteuer an das Finanzamt ab. Von dem was er abführt darf er allerdings das abziehen, was ihm durch andere Unternehmen als Vorsteuer in Rechnung gestellt wurde. Eine tatsächliche Belastung ist die Umsatzsteuer immer nur für den letzten in der Kette. Im weit überwiegenden Fall, für den privaten Endverbraucher.

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Deify 05.03.2019, 12:42
305. Und was ist mit Leuten,

die ihre kleine, vor Jahren mühsam erworbene Eigentumswohnung selbst bewohnen? Ich habe das seinerzeit unter anderem deshalb gemacht, um von Vermietern unabhängig zu sein und mit meiner kleinen Rente die laufenden Kosten bezahlen zu können. Es kommen immer wieder noch neue dazu wie Sonderumlagen, Straßenausbaugebühren, Fahrstuhl- und Dachsanierung etc. Das Ganze kann nur unfair enden und natürlich mit Mehreinnahmen für den Staat. Die Mär, dass ALLE Eigentümer Reiche sein, ist scheinbar nicht auszurotten. Meine kleine Wohnung ist meine Altersvorsorge....

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KlausP22 05.03.2019, 12:43
306.

Zitat von Bulle Geiger
ich wohne selber als Mieter in einem Objekt, in dem ich die Grundsteuer auch selber bezahle - was mich ärgert. Gleichzeitig bin ich aber auch Vermieter - und lege die Grundsteuer nicht auf meine Mieter um. Und - oh Wunder - ich mache trotzdem meinen Schnitt.
Sie haben also bei der Vermietung ihrer Immobilie die Kaltmiete gleich so festgelegt, dass sie damit auch dann genug Gewinn machen, wenn sie die Grundsteuer nicht in die Nebenkosten packen. Prima. Gut gemacht. .... Ihr Vermieter hingegen hatte seine Kaltmiete halt so festgelegt, dass darin kein Anteil für die Grundsteuer enthalten ist, sondern er diese über die Nebenkosten einnimmt. Für ihn praktischer, da er bei Änderungen an der Steuer die Kaltmiete nicht ändern muss. ..... Sie hingegen machen bei einer Erhöhung der Grundsteuer entweder weniger Gewinn (Bravo), oder müssten dann halt die Kaltmiete anpassen, falls zB der Gewinn dann nicht mehr ausreicht zur Abzahlung eines Kredites.

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Epaminaidos 05.03.2019, 12:44
307. Das ist doch super für Vermieter!

Beim aktuellen Anbietermarkt wird die Grundsteuer natürlich direkt auf die Kaltmiete aufgeschlagen, so dass weiterhin der Mieter die Grundsteuer zahlt.
Aber für den Vermieter sind die Grundsteuer jetzt Kosten. Er kann sie also von der Steuer absetzen. Am Ende bleibt mehr Gewinn.

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totalausfall 05.03.2019, 12:44
308. Es herrscht ein falsches Bild!

Es herrscht ein völlig falsches Bild der Vermieter-Struktur!!
Klarstellung 1:

Der deusche Wohnungsmarkt IST NICHT in Händen großer Firmen, Fonds und Versicherungen!
Auch wenn es immer die sind, die in den Medien auftauchen negativ.

80% der Wohnungsbestandes sind in Besitz von privaten Kleinvermietern (große Mehrheit) und Eigennutzern (Minderheit). Das ist Fakt!

Klarstellung 2:

Der private Kleinvermieter ist kein renditeorientierter Vermieter. Fakt!
Der Kleinvermieter sind "du und ich", hier im Forum. Der ekelt keine Mieter raus, der macht keine Luxussanierung, der knöpft der Oma mit Altmietvertrag nicht die Rente ab.
Der Kleinvermieter hats gern ruhig und beständig, mit Einnahmen knapp über Tilgung, so wie er es vor 15 20 Jahren mal ausgerechnet hat, und ein bisschen Taschengeld für die maue Rente später.
Zwischen 0 und 3 % Rendite spielt sich das ganze ab. Kriminell(Ironie)!

Könnte man ja hier aus offensichtlicher pädagogischer Notwendigkeit in einer Infobox mitliefern zu jedem Artikel über das Thema.

Dadurch, dass es immer nur die Konzerne und Negativbeispiele in die Presse schaffen, ist wohl dieses Zerrbild entstanden.
Die absolute Mehrheit der Vermieter sind ganz korrekte und faire Menschen, die sich ganz offensichtlich kein Luxusleben von "Miet-Idioten" finanzieren lassen.

Sollte auch die SPD nicht vergessen. Aber klar, die will jetzt nachlegen nachdem es ein bisschen positives Feedback gab nach dem Linksruck.

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der_anonyme_schreiber 05.03.2019, 12:44
309.

Zitat von Leonia Bavariensis
Das Zauberwort heißt AfA. Bei mir bleiben dann rein rechnerisch kaum noch Einnahmen übrig, obwohl ich diese natürlich habe. Aber die Absetzung reduziert die Einkommensteuer aus den Wohnungen auf fast Null.
Ach und Sie denken, die AfA ist ein Steuergeschenk?
Das Gegenteil ist der Fall: Die AfA verteilt die Baukosten, die auf einmal angefallen sind, über einen Abschreibungszeitraum. Und, je nach Bausubstanz, sind diese 50 Jahre auch die Lebenszeit des Gebäudes. Auch hier: Wie bei jedem Unternehmen kann man seine Kosten gegen die Einnahmen rechnen.
Das ist kein "Steuervorteil".
Insbesondere da ein fünfzigstel der Baukosten von z.B. 1970 in 2020 ein Bruchteil des Wertes sind. ( Sie haben mal 100.000DM für ein Gebäude gezahlt , sie können nun i.d.R. 2000DM / Jahr linear absetzen, 50 Jahre lang, nun sind 2000DM im Jahr 1970 logischerweise kaufkraftbereinigt in 2020... nichts mehr)

Der Grundwert, bevor wieder irgendein Unwissender kommt, wird hier übrigens rausgerechnet. Es geht rein um die Gebäude-Kosten.

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