Forum: Wirtschaft
Nebenkosten von Immobilien: SPD will Umlage der Grundsteuer auf Mieten verbieten
DPA

Künftig sollen allein Vermieter die Grundsteuer bezahlen - wenn es nach dem Willen der SPD geht. Fraktionsvize Carsten Schneider fordert, dass Eigentümer die Abgabe nicht mehr auf die Mieten umlegen dürfen.

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MagittaW 05.03.2019, 13:04
320.

Zitat von der_anonyme_schreiber
Der Logikfehler liegt bei Ihnen: Der Gewinn wird über die Einkommenssteuer eh abgeschöpft.
Das Eine hat doch mit dem Anderen nichts zu tun!
Gewinn ist Gewinn, GRUNDsteuer ist Grundsteuer. Die wird unabhängig vom Gewinn gezahlt.
Natürlich darf der Staat Steuern von seinen Bürgern entsprechend der Leistungsfähigkeit und Nutzung erheben. Das tut er ja auch fast immer: die LKW Maut wird so berechnet. Oder die Einkommenssteuer.
Wenn der pauschal Abgaben erhebt, wie bei den Rundfunkgebühren bekommt er ein Legitimationsproblem.
Eine wertvolle Immobilie muss eine höhere Grundsteuer haben als eine billige. Sonst können sie ja auch die gleichen Mietpreise verlangen, macht ja auch niemand.
Angebot und Nachfrage, warum soll das Grundprinzip nicht bei potentiell reichen Immobilieneigentümern gelten?
Die können dann ja die Grundsteuer bei Einkommenssteuer geltend machen!

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ignazpietsch 05.03.2019, 13:04
321.

Zitat von totalausfall
Es herrscht ein völlig falsches Bild der Vermieter-Struktur!! Klarstellung 1: Der deusche Wohnungsmarkt IST NICHT in Händen großer Firmen, Fonds und Versicherungen! Auch wenn es immer die sind, die in den Medien auftauchen negativ. 80% der Wohnungsbestandes sind in Besitz von privaten Kleinvermietern (große Mehrheit) und Eigennutzern (Minderheit). Das ist Fakt! Klarstellung 2: Der private Kleinvermieter ist kein renditeorientierter Vermieter. Fakt! Der Kleinvermieter sind "du und ich", hier im Forum. Der ekelt keine Mieter raus, der macht keine Luxussanierung, der knöpft der Oma mit Altmietvertrag nicht die Rente ab. Der Kleinvermieter hats gern ruhig und beständig, mit Einnahmen knapp über Tilgung, so wie er es vor 15 20 Jahren mal ausgerechnet hat, und ein bisschen Taschengeld für die maue Rente später. Zwischen 0 und 3 % Rendite spielt sich das ganze ab. Kriminell(Ironie)! Könnte man ja hier aus offensichtlicher pädagogischer Notwendigkeit in einer Infobox mitliefern zu jedem Artikel über das Thema. Dadurch, dass es immer nur die Konzerne und Negativbeispiele in die Presse schaffen, ist wohl dieses Zerrbild entstanden. Die absolute Mehrheit der Vermieter sind ganz korrekte und faire Menschen, die sich ganz offensichtlich kein Luxusleben von "Miet-Idioten" finanzieren lassen. Sollte auch die SPD nicht vergessen. Aber klar, die will jetzt nachlegen nachdem es ein bisschen positives Feedback gab nach dem Linksruck.
So ein Blödsinn mit Verlaub. Auch die kleinen privaten Vermieter zocken genauso ab wie die großen Konzerne. Durfte 2014 in München und Umgebung nach Wohnung suchen. Bis zu 100 Termine in ca 8 Wochen! Egal ob Miet-Heuschrecken oder Ehepaar mit einer ETW für später für die Tochter. Meine empirische Erfahrung: Auch die ihrer Meinung nach so moralischen und integren Kleinvermieter schauen genauso auf maximalen Gewinn, schauen, was Mietkonzerne so nehmen und passen die Miete eins zu eins an! Ich weiß nicht, in welcher Traumwelt Sie leben! Knapp über Tilgung, ich lach mich tot. Knapp über dem, was maximal rauszuholen ist, trifft es wohl eher.

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polza_mancini 05.03.2019, 13:05
322. Hä?

Zitat von misterknowitall2
für den ehrlichen Kommentar, es geht also doch nur ums Kohle machen. Ein Missverständnis will ich aber dann doch ansprechen, weil sie da was falsch verstanden haben. Der Mieter zahlt die Grundsteuern nicht, damit er nutzen kann, was im Umfeld geboten wird, sondern das überhaupt was im Umfeld zu nutzen ist. Was für sie praktisch ist, da damit auch der Wert ihres Grundstücks steigt. Ist irgendwie merkwürdig, dass der Mieter neben der Wertsteigerung ihres Besitzes auch noch die dafür fälligen Steuern zahlt.
Aber das zahle ich als Bewohner MEINER Immobilie doch auch, zusätzlich! Sie wollen an der Wertsteigerung des Grundstücks beteiligt werden, weil Sie es mieten, das ist der Punkt. Würden Sie sich dann auch gerne an meinem Investment (Tilung/ Zinsen, Grunderwerbssteuer, Makler) beteiligen? Würden Sie dann auch gerne einen Ausgleich an mich zahlen, wenn das Grundstück durch eine kommunale Maßnahme weniger wert wird? Eben! Und "es geht nur ums Kohle machen"...? Warum sollte sich jemand auf Jahre zur Alterssicherung verschulden, wenn er damit kein Geld verdienen kann?? Weil die Mieter alle so nett sind und mir das einen Platz an der Himmelspforte vorne links sichert? Nehmen Sie einfach zur Kenntnis, dass zwischen Profi-Investoren, Heuschrecken und Miethaien ein marginaler Unterschied zum durchschnittlichen Einzel-Vermieter besteht.

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florafauna 05.03.2019, 13:06
323. Naja

Zitat von transatco
Irgendwann wird gar keiner mehr vermieten! Warum sollte man Vermieten, wenn man am Ende nicht einmal seine Kosten umlegen darf und zudem die Sorgen mit so manchem Mieter hat!?
Ich bin Mieter und Vermieter einen kleinen Eigentumswohnung zur Alterssicherung. Müsste ich die Grundsteuer selber tragen, kann ich die immerhin steuerlich von meinen Mieteinkünften abziehen. Da auf Mieteinnahmen neben Steuer noch KK-Beiträgen und Pflegekostenversicherungsbeiträge fällig werden, drückt das eine das andere.
Mein jetziger Mieter würde die Wohnung gerne kaufen, aber bitte schön, was soll ich mit dem Geld? Eine adäquate Wohnung kann ich dafür nicht kaufen und Zinsen gibt es nicht, also finde ich, dass die Rendite einigermaßen ist.
Ich halte viel von moderaten Mietpreisen. Wer ständig an der Preisschraube Miete dreht, braucht sich nicht wundern, wenn es zu häufigen Auszügen kommt.
So hats meine Vermieterin gemacht, schön Wohnung zu moderatem Mietpreis, dann nach 2 Jahren die Mieter stark erhöht. Daraufhin habe ich mich in aller Ruhe umgesehen und bin letztes Jahr umgezogen. Gleiche Wohnung nur 50 € billiger.

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muunoy 05.03.2019, 13:07
324. Sie liegen leider falsch

Sie sind offensichtlich kein Vermieter. Sie liegen nämlich ziemlich falsch. Es gibt in der Tat Kommunen, wo die Grundsteuerhebesätze noch erträglich sind. Ich finanziere eine Wohnung in so einer Kommune. Die haben zwar auch ordentlich erhöht. Der Staat ist ja generell der Haupttreiber bei der Verteuerung des Wohnens. Bei einer anderen Wohnung, die ich im gierigen Frankfurt finanziere macht die Grundsteuer im Jahr aber schon sehr viele aus. Da ich dort unterhalb der Vergleichsmiete vermiete, würde ich die Kaltmiete halt mit ordentlichem Sicherheitspuffer erhöhen. Bei dem anderen Objekt in der nicht so gierigen Kommune würde ich es erst einmal bei der aktuellen Kaltmiete belassen. Dies auch, weil ich dort gerade eine Anschlussfinanzierung vorgenommen habe und jetzt weniger Zinsen zahle. Das freut auch den Mieter, da ich die Kaltmiete noch nie erhöht habe. Die Warmmiete steigt selbstverständlich dennoch jedes Jahr.
Der Vorschlag der SPD ist aber aus 2 anderen Gründen so gefährlich: Der Maaßlosigkeit und Gier kommunaler Politiker wären keine Grenzen mehr gesetzt. Die Grundsteuerhebesätze würden nach Belieben steigen, da man ja nur die pösen Eigentümer belastet. Die Stadt Offenbach hat z. B. gerade den Grundsteuerhebesatz auf 999 Punkte erhöht, was zu Protest von Mietern führt. Diejenigen, die dann in Zukunft gegen die unermessliche Gier der Kommunen zu leiden haben, können häufig gar nicht vor Ort protestieren, weil sie woanders damit beschäftigt sind, Steuern zu erwirtschaften. Wenn dagegen der Vermieter diese Zusatzkosten über die Kaltmiete auf den Mieter umlegt, so haben wir einen Konflikt zwischen Mieter und Vermieter. Das ist ja generell die Strategie der Sozis: Erst das Wohnen drastisch verteuern und dann dafür sorgen, dass andere sich deswegen die Köpfe einschlagen. Wer da noch SPD wählt, hat definitiv kein soziales Gewissen und lebt vermutlich vom Geld der Steuerzahler.
Das zweite Problem besteht darin, dass die Grundsteuer immer damit begründet wird, dass die Kommunen damit die Infrastruktur für die Einwohner der Kommune finanziert. O. k., das ist auch heute schon gelogen. Aber dann ist es offiziell gelogen. Einen Sinn hätte die Grundsteuer nicht mehr, wenn jemand sie zahlen muss, der gar nicht in der Kommune wohnt. Insofern hat der Vorschlag der Sozis sogar was Positives. Vielleicht könnte man dann diese Steuer über das BVerfG endlich komplett und ersatzlos abschaffen.
Die Vermögensbesteuerung von Immobilieneigentümern, die hier von einigen Foristen gefordert wird, gibt es schon. Das geschieht jedoch über die Grunderwerbssteuer. Selbstverständlich wird auch die bei der Kalkulation der Kaltmiete berücksichtigt. Da sie aber nur bei jedem Eigentümerwechsel anfällt, ist der Effekt auf die Miete nicht ganz so schlimm. Wenn ich jedoch die Grundsteuer meines zweiten Objektes auf die Miete umschlage, so entspricht dies einer Erhöhung von fast 100,-EUR pro Monat. Das ist schon eine ganze Menge. Und wie gesagt, es bleibt nicht dabei, weil die Kommunen dann so richtig zu langen werden.

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wi_hartmann@t-online.de 05.03.2019, 13:09
325. Mietnebenkosten

Wieder ein Antrag für die Galerie.
Wenn die Grundsteuern nicht mehr über die Nebenkosten abgerechnet werden dürfen, wird die Miete entsprechend angepasst.
Die Miete richtet sich nach Angebot und Nachfrage, kein Bauherr
wird sein Geld im Wohnungsbau investieren, wenn die Ertrags-
chancen gleich Null sind, oder ins Minus gehen.
Auch kommunale Wohnungsbaugesellschaften verfahren nach
dem Prinzip Kostendeckung plus.

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schnubbeldu 05.03.2019, 13:09
326. Klar bezahle ...

Zitat von misterknowitall2
dass sie Grundsteuer zahlen, weil sie irgendwo wohnen. Das ist Gott sei Dank noch nicht mit Steuer belegt. Nein, sie bezahlen Grundsteuer für den Besitz und Wert eines Grundstücks samt Immobilie. Der Wert hängt dabei direkt von der Umgebung ab, in die sie sicher kaum investiert haben. Nein, da hat der Steuerzahler alles schön gemacht. Sie sollten als Vermieter eigentlich wissen, was sie da umlegen. DA DENKEN sie mal drüber nach, bevor sie hier die Leute für Blöd verkaufen.
... ich auch Grundsteuer für "dort" wo ich wohne. Egal ob ich nun Eigentümer oder Mieter dieser bewohnten Räumlichkeiten bin. Als Eigentümer bezahle ich die Grundsteuer MEINER bewohnten Wohnung und als Mieter bekomme ich die Grundsteuer vom Vermieter über die Nebenkostenabrechnung in Rechnung gestellt. Im Umkehrschluss bedeutet dies, JEDER, egal ob man Eigentümer oder Mieter ist, muss die Grundsteuer bezahlen.

Und WIE wollen Sie denn als Mieter die kommunale Infrastruktur bezahlt haben, wenn Sie fordern dass die Grundsteuer ausschließlich der Vermieter bezahlt? Dies können Sie mir gerne erklären, weil als "Steuerzahler" bezahlen Sie ausschließlich nur ihre Einkommenssteuer, als Vermieter bezahle ich auch Einkommenssteuer sowohl auf meinen Verdienst als auch auf die Mieteinnahmen meiner vermieteten Wohnungen.

Merken Sie eigentlich, dass Sie sich mit Ihrer Denkweise im Kreis bewegen? Wie ein anderer Forist schon geschrieben hatte, "Bürgersteuer" wäre der bessere Begriff. Die Kommunen haben halt vor Jahrzehnten die Umlage der kommunale Kosten auf die Grundstückfläche und deren Bebauung als "Maßzahl" festgelegt. Und hier ist doch der Punkt, der durch das Bundesverfassungsgericht irgendwann wieder ins Lot gebracht werden sollte, weil es nicht mehr "zeitgemäß" ist.

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meinung2013 05.03.2019, 13:12
327. ein weitere Schritt hin zu Konzernen

und weg von privaten Vermietern.
"Wohnungsmarkt
Private Vermieter erhöhen seltener die Miete
Veröffentlicht am 15.06.2016" https://www.welt.de/finanzen/immobilien/article156249253/Private-Vermieter-erhoehen-seltener-die-Miete.html
wer das will ?!
Immerhin ist der deutsche Immobilienmarkt ein Eldorado für ausländische Investoren, die Rendite mit Immobilien in Deutschland ist hoch.

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jujo 05.03.2019, 13:15
328. ....

Zitat von andneu
Die Grundsteuer ist eine Steuer auf Eigentum also zahlt sie der Eigentümer. Sollte eigentlich selbstverständlich sein.
Das ist falsch!
Die Grundsteuer zahlt der Besitzer der Immobilie, der Mieter.
Der Eigentümer zahlt wenn er gleichzeitig Besitzer der Immobilie ist, darin wohnt
Merken Sie den kleinen aber feinen Unterschied zwischen Besitz und Eigentum?

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florafauna 05.03.2019, 13:17
329. Das sehe ich anders

Zitat von Lagrange
warum zu Hölle soll der Vermieter die Grundsteuer tragen? Der Mieter wohnt doch drin. Wir haben eh schon ein sehr krasses Mietrecht, dass einseitig die Mieter bevorzugt. Eigentlich spiele ich gerade mit dem Gedanken mir als Altersvorsorge eine Wohnung zum Vermieten zu kaufen - aber um so mehr ich mich mit dem Thema beschäftige, um so weniger lohnt das Ganze. Naja ist in Deutschland halt leider einfach so
Es gibt Nachteile für Vermieter und für Mieter. Meine Ex-Vermieterin hat mir bei Kautionsrückgabe einfach keine Zinsen gezahlt. Soll ich jetzt klagen? Wegen 20 €?
Die Freundin meines Sohnes (beide Studenten) hat ihre Kaution einfach überhaupt nicht wiederbekommen. Sie sind zur Rechtsberatung gegangen und erfahren, dass erfahrungsgemäß kein 100 % Recht zu erwarten ist: heißt: Haben Sie ein Urteil mit 80 % Recht, tragen sie halt auch die Anwaltskosten, Gerichtskosten zu einem Fünftel, was die Kaution dann aufgefressen hätte.
Die Wohnungsnot machen sich manche Vermieter auf dreiste Art zu Nutzen, z.B. hat ein neuer Meter in unserer Anlage, der frisch aus Kroatien kam, für ein Zimmer mit geteilter Küche und Dusche, 600 € im Monat bezahlt. Das nenne ich Wucher und die Not bringt Menschen dazu, darauf einzugehen.

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