Forum: Wirtschaft
Negative Zinsen für neue Schulden: Investoren schenken Dänemark Geld

Italien dürfte neidisch nach Dänemark blicken: Investoren haben dem Nicht-Euro-Mitglied frisches Geld geliehen - und wollen nur einen Teil davon zurück. Selbst für das als sicherer Schuldner geltende Land war es die erste Anleiheauktion mit negativen Zinsen.

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weltsichtig 29.12.2011, 20:42
50. Reich?

Zitat von MarkusW77
wer mit 150000€/Jahr nicht "Reich" ist wird niemals "Reich" werden...
"Reich" ist definitiv was anderes. Mit 8000€ im Monat (abzüglich Sozialversicherung, privater Altersvorsorge, evt. Hypothek) hat man ja schon Schwierigkeiten seinen Porsche noch zu finanzieren. Und jemand, der sich nicht mal einen Porsche leisten kann, als reich zu bezeichnen, käme mir nicht in den Sinn...
;-)

Zitat von MarkusW77
Ich gönne jedem sein Geld- aber realistisch betrachtet ist es schwer zu verstehen, warum ein Mann im Unternehmen das 6-fache eines auch Vollzeit arbeitenden andern bekommt. Zumal die Kohle garantiert nicht glücklicher macht.
Nehmen wir mal an ein Vertriebler vermittelt durch sein Können und seine Connections einer Firma ein Geschäft im Wert von 150 Mio. Er bekommt nur 5% Provision, was ein gutes Geschäft für die Firma sein dürfte. Schwupps, hat er 7,5 Mio. verdient. Ist nicht schwer zu verstehen. Ist das gerecht? Ich habe keine Ahnung. Genau deshalb ist es sinnvoll, dass die Bezahlung vom Markt geregelt wird. Sämtliche Versuche so was planwirtschaftlich zu regeln führten nur dazu, dass dann der externe Arbeitsmarkt in Anspruch genommen wurde (aka "Republikflucht").

Und die Globalisierung hat nur noch stärker dazu geführt, dass sich in weiten Bereichen eben auch die Bezahlung von Arbeit an weltweiten Maßstäben zu orientieren beginnt.

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juharms 29.12.2011, 20:44
51.

Was wäre denn von höheren Steuer zu halten. Statt den Banken durch negative oder niedrige Zinsen zu schenken, könnte man mal die Kapitalertragsteuer auf 45 % erhöhen und dafür Kindergärten und Horte bauen. Das hätte einen Effekt.

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tromsø 29.12.2011, 20:46
52. unbedeutend, na und

Zitat von spieglingjoe
Die Krone ist doch nur deswegen stabil weil sie so unbedeutend ist. Und niemand wird glauben, daß bei nem Zusammenbruch von Euroland die Krone die Welt rettet ebensowenig wie das Pfund oder der sFr. Ist schon vom Volumn her nicht drin. Joe
Das ist den Bürgern dieser Länder, abgesehen denen Englands wahrscheinlich, absolut egal. Sie wollen einfach für ihre Arbeit anständig bezahlt werden. Der Däne, Schwede, Norweger, Schweizer weiss, dass er vom Wohlergehen Europas (nicht gleichzusetzten mit EU) abhängig ist. Er weiss, das, wenn der EURO implodiert, der Druck auf seine Heimwährung gewaltig ist, zehntausende Arbeitsplätze in Gefahr sind, aber deswegen den EURO wollen, ne Danke.

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ruthteibold-wagner 29.12.2011, 20:49
53. Negativzins wird kompensiert durch Vertrauen und erwartenbaren Devisenkursgewinn.

Zitat von ötsch
Erst mal Danke für die schnelle Antwort. Aber: Wenn ich das Geld - um meine vorherige Formulierung beizubehalten - unters Kopfkissen lege, bin ich ja nur von der Inflation abhängig, also wird mein Geld z.b. 2% weniger Wert sein in einem Jahr. Wenn ich aber das Geld in dänische Anleihen anlege habe ich die negative Verzinsung von -0,5% + 2% Inflation, also 2,5% weniger Geldwert? Oder wo liegt mein Fehler? Lg
Dänische Anleihen werden nicht in Euro, sondern in dänischen Kronen begeben.

Der dänischen Krone wird mehr vertraut als dem Euro.

Es wird damit gerechnet, dass die dänische Krone bei Fälligkeit im Kursverhältnis zum Euro mehr wert sein wird als heute.

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rahelsu 29.12.2011, 20:53
54.

Zitat von MarkusW77
Ich gönne jedem sein Geld- aber realistisch betrachtet ist es schwer zu verstehen, warum ein Mann im Unternehmen das 6-fache eines auch Vollzeit arbeitenden andern bekommt. Zumal die Kohle garantiert nicht glücklicher macht.
vielleicht, weil man die Verantwortung trägt und auch seinen Kopf für den Mist, den die Belegschaft verzapft, hinhalten muss? Weil man den Druck, der von oben kommt, filtern muss? Weil man am Ende für die eigene Abteilung geradestehen muss?

Arbeiten Sie erstmal in einer Führungsposition, dann sprechen wir uns nochmal...

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c++ 29.12.2011, 20:53
55. .

Zitat von amidelis
Das ist so ein unglaublicher Unsinn - kein Land in Europa hat so von dem Euro profitiert wie Deutschland! Der ganzen EU geht es besser wegen dem Euro!! ALLEN! Dem Schafzüchter in Schottland genauso wie dem Autobauer in Stuttgart und dem Bauunternehmen in Spanien!
Ein "Land" kann nicht profitieren. In Deutschland hat das Kapital profitiert, die Reallöhne und Realrenten haben sich seit Einführung des Euro nirgendwo so negativ entwickelt wie in Deutschland, Arbeitnehmer und Rentner sind ärmer geworden.

Der Bauunternehmer in Spanien ist übrigens inzwischen pleite und in Schottland hat der Schafzüchter noch nie einen Euro gesehen.

Zitat von amidelis
Wir haben keine Wirtschaftskrise die auf den Euro zurückzuführen ist, sondern eine Vertrauenskrise in die politische und wirtschaftliche Führung von Europa. Eine Währung ist nur so gut wie die Leute, die sie vertreiben.
Theoretisch kann eine Einheitswährung funktionieren, der Euro, so wie er gemacht wurde, kann aus systemischen Gründen nicht funktionieren. Unfähige Politiker gab es früher auch schon, so einfach ist das nicht zu erklären

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HeisseLuft 29.12.2011, 20:55
56. Ohhh,

eine vernünftige Antwort! Bei dem Post hatte ich ja eher mit einem großen Aufheulen gerechnet... ;-)


Also meinerseits eine vernünftige Antwort, hoffe ich:

Zitat von c++
Die Höhe der Löhne als alleinigen Maßstab für die Höhe der Arbeitskosten zu nehmen ist sehr oberflächlich. Es man muss die Lohnstückkosten sehen und die Qualität der Arbeitsleistung.
Äh, ja, sehe ich genauso - ich hatte nur darauf hingewiesen, dass unsere Arbeitskosten nicht so besonders niedrig sind. Das bezog sich auf diesen Satz "Ach so, geht ja leider NICHT, da wir Europa als Export-Markt zum Verramschen von verbilligten deutschen Produkten dank deutscher Niedriglöhne NOCH benötigen."
aus http://forum.spiegel.de/f22/negative...ml#post9365523


Zitat von c++
Tatsächlich sind die Reallöhne und -Gehälter in Deutschland deutlich zu niedrig, sonst hätten wir nicht so hohe Exportüberschüsse und der Wohlstand in Deutschland wäre der Leistung der Arbeitnehmer angemessen. Lohndumping in Deutschland ist mittlerweile so fortgeschritten, dass sich kaum Fachkräfte in der EU finden, um in Deutschland zu arbeiten.
Hm. Reallöhne im Sinne von Nettolohn, also das was für den potentiell zuwandernden Facharbeiter "hinten rauskommt" ist das eine - das andere sind eben die Arbeitskosten. Es gibt hierzulande eine ganze Menge Kosten, die auf der Arbeit liegen. Beim Bruttolohn ist man ja nicht zu Ende, die Arbeitgeberanteile die der Arbeitgeber an die Sozialversicherung zahlen muss, kommen ja auch hinzu.

Dass die Nettolöhne eher zu niedrig sind, dem kann ich zustimmen.

Zitat von c++
Wir benötigen den Euro natürlich auch nicht, wir haben ohne Euro besser gelebt, zumindest als Arbeitnehmer. Nach Deutschland kamen Gastarbeiter, als wir die DM hatten, Euros in Deutschland verdienen steht nicht sonderlich hoch im Kurs
Hm, die haben schon vorher aufgehört herzukommen. Und ich habe ohne Euro keineswegs besser gelebt. Unter Druck sind die Löhne hierzulande schon vorher geraten - als der Welthandel liberalisiert wurde, Stichwort Globalisierung. Mit dem Euro hat das eigentlich nicht so viel zu tun.
Im Gegenteil: hätten wir jetzt eine eigene Währung wie etwa den Schweizer Franken, dann könnte zwar unser Staat jetzt wirklich noch viel billiger Schulden machen (ich mag gar nicht daran denken, die müssen dann ja in vielleicht doch ungünstigeren Zeiten wieder abgelöst werden ...), aber: auf die Löhne würde das zusätzlichen Druck ausüben.[/QUOTE]

Zitat von c++
Dänemark und vor allem Schweden leben hervorragend ohne Euro und die große Mehrheit der Bürger lehnt den Euro ab, aus gutem Grund. Auch Deutschland würde es ohne Euro natürlich besser gehen als heute.
Bin ich nicht sicher. Aber es wäre sicher weniger spannend, und die derzeitige Spannung brauche ich auch nicht.

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tromsø 29.12.2011, 20:55
57. Dänemark = Nettoempfänger

Zitat von rahelsu
Die DKK geht auch mit dem Euro unter, weil der aktuelle Wechselkurs nicht die Wirtschaftskraft reflektiert. Sie sind zwar Mitglied der EU aber nicht des Euroraumes, dasselbe trifft auf GB zu. Momentan streichen diese Länder von der EU mehr ein als sie einbezahlen. Bei D sieht das schon wieder ganz anders aus, denn da ist es umgekehrt und wird durch die Garantien fuer die Schuldenstaaten noch potenziert. Sieht man sich aber die Wirtschaftsleistung an, würde ich mein Geld lieber in Bundesanleihen anlegen, denn dabei stehen noch tatsächliche Sachleistungen dahinter, wenn man vom Bruttosozialprodukt und der ansässigen Wirtschaft ausgeht.
Ob GB, S, oder DK: alle Länder sind wie Deutschland Nettozahler.
Was sie mit ihrem Geld machen, sie ihnen überlassen, wobei noch anzufügen ist, dass sowohl DK wie S auch wie D eine auf den einzelnen Bürger herabgebrochen leistungsfähige Industrie verfügen.

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Weißlicht 29.12.2011, 21:03
58.

Es wird damit gerechnet, dass die dänische Krone bei Fälligkeit im Kursverhältnis zum Euro mehr wert sein wird als heute. Ja, möglich. Und viele institutionelle Anleger haben die Pflicht, einen Teil des Kapital extrem sicher anzulegen. Siehe z.B. Basel-Vereinbarungen. Doch wer ist heute noch "extrem sicher" und braucht große Mengen Geld, die man z.B. gerade von unsichereren Schuldnern abzieht oder eben, z.B. als Rentenversicherungsprämie, neu hereinbekommen hat. Wenn die Ratingagenturen bestimmten Schuldnern das AAA wegnehmen, muss der Fond (etc.) sein Geld aus der Anlage herausnehmen und in eine andere AAA stecken. Doch wer von denen nimmt das Geld? Und so 310 Millionen Euro, das ist garnichts.

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bmehrens 29.12.2011, 21:06
59. Warum..

Zitat von HeisseLuft
Niedriglöhne? Die deutschen Arbeitskosten gehören zu den höheren in der EU, sehr deutlich über dem Durchschnitt der EU-Länder. Zu denen ja nicht nur die skandinavischen Länder, sondern auch Rumänien und Bulgarien gehören. Wenn wir wirklich so billig wären, würden wir den Euro weniger dringend benötigen, so herum.
hat denn Nokia nach 2 J. sein nagelneues Werk in Rumänien dichtgemacht?
Lohnstückkosten und Qualität sind ausschlaggebend.

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