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Negative Zinsen für neue Schulden: Investoren schenken Dänemark Geld

Italien dürfte neidisch nach Dänemark blicken: Investoren haben dem Nicht-Euro-Mitglied frisches Geld geliehen - und wollen nur einen Teil davon zurück. Selbst für das als sicherer Schuldner geltende Land war es die erste Anleiheauktion mit negativen Zinsen.

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duk2500 29.12.2011, 21:55
70. Belastungen

Zitat von amidelis
Mit so einer Politik wäre auch die D-Mark untergegangen.
Nein, weil die Schuldenpolitik des Club Med nicht die DEM sondern nur die Drachme, Lira und Escudo belastet hätten. Diese Währungen hätten abgewertet und damit die Wettbewerbsfähigkeiten der Industrien dieser Länder (na gut, außer Griechenland, das ist eh' hoffnungslos) wieder hergestellt.

Die DEM wäre nur untergegangen, wenn auch die deutsche Finanzpolitik genauso unsolide gewesen wäre. War sie aber nicht, unter keiner der letzten Regierungen, trotz der gigantischen Belastungen durch die Wiedervereinigung.

Leider, leider nimmt uns die EU die Werkzeuge für eine solide nationale Finanzpolitik immer mehr aus der Hand; die Eurobonds sind da nur ein weiterer aber kleiner Schritt.

Ganz erstaunlich übrigens, welchen Unfrieden und Konflikt diese doofe Kunstwährung in die Gemeinschaft bringt. Dabei sagte doch Kohl seinerzeit, seine Einführung wäre eine Frage von Krieg oder Frieden. Naja, vielleicht hat er's ja auch ganz anders gemeint...

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altmannn 29.12.2011, 21:55
71. Die 6- fach Verdiener

Zitat von rahelsu
vielleicht, weil man die Verantwortung trägt und auch seinen Kopf für den Mist, den die Belegschaft verzapft, hinhalten muss? Weil man den Druck, der von oben kommt, filtern muss? Weil man am Ende für die eigene Abteilung geradestehen muss? Arbeiten Sie erstmal in einer Führungsposition, dann sprechen wir uns nochmal...
verdienen es vielleicht sogar. Aber was ist mit den 50 fach verdienenden Flachschippen, die eine Millionenabfindung bekomme, wen sie endlich das Unternehmen an die Wand gefahren haben?

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altmannn 29.12.2011, 21:59
72. Steuergeschenke

Zitat von bmehrens
hat denn Nokia nach 2 J. sein nagelneues Werk in Rumänien dichtgemacht? Lohnstückkosten und Qualität sind ausschlaggebend.
und EU-Förderung bitte nicht vergessen.

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altmannn 29.12.2011, 22:01
73. So was

Zitat von marcaurel1957
Das sehe ich völlig anders, ich habe ein wesentlichen Betrag in italienischen staatsanleihen, weil in keinen Zweifel an der Stabilität des Landes habe und sicher von der Rückzahlung der Papiere ausgehe. Somit habe ich eine angemessene Rendite zu einem akzeptablen Risiko. Dies ist das wichtigste Kriterium für Medien anlageentscheidungen
habe ich von Argentinien auch mal gedacht. War dann beinahe ein Totalverlust.

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marcaurel1957 29.12.2011, 22:02
74.

Zitat von altmannn
die alte Leier, dass D vom Euro profitiert. ES STIMMT NICHT! Unbestritten gibt es Menschen, die davon profitieren. Das gilt aber leider nur für einige wenige. Der dumme Rest legt drauf.

Das was sie mangels besseren Wissens als "alte leier" bezeichnen, die Tatsache, daß wir als exportorientiertes Land am meisten vom Euro profitieren ist so offensichtlich, dass es mich immer wieder wundert, daß es eine verbohrte Minderheit gibt, die dies nicht begreift.

Die deutsche Wirtschaft spart allein bis zu 30 Mrd an Kurssicherungen, wir fakturieren über 85% unserer Exporte in Heimatwährung, wir sind vor Währungsspekulationen weitgehend geschützt. Diese Vorteile
Sind doch offensichtlich.

Hinzu kommt die Möglichkeit vom nordkap bis Faro mit der gleichenwahrung zu Zahlen, keine umtauschhallen mehr, keine Gebühren mehr

Praktisch jeder Deutsche, es sein denn er lebt als einsiedler auf der Alm profitiert vom Euro

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objectiveview 29.12.2011, 22:07
75.

Zitat von altmannn
verdienen es vielleicht sogar. Aber was ist mit den 50 fach verdienenden Flachschippen, die eine Millionenabfindung bekomme, wen sie endlich das Unternehmen an die Wand gefahren haben?
Die Leute, auf die ihre beschreibung zutrifft kann man an einer Hand abzählen. Dementsprechend sind sie nicht relevant bzw bestätigen nur die Regel. Und die Regel ist dass Leute in Führungspositionen hart für ihr Geld arbeiten.

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marcaurel1957 29.12.2011, 22:14
76.

Zitat von ruthteibold-wagner
Das ist Ihre ganz persönliche Entscheidung, die ich respektiere. Sie kennen das Risiko. Sie sind es bewusst eingegangen. Doch ich bitte Sie, keine empörte Jammer-Posts zu verfassen, wenn bekannt wird, dass Italien einen Liquiditätsengpass hat. Wissen Sie, in welcher Höhe italienische Anleihen in 2012 fällig werden? Soll ich es ihnen verraten? Es sind, und jetzt halten Sie sich bitte fest: 450 Mrd. Euro!!!!!! In einem einzigen Jahr müssen sie Schulden in dieser Höhe ZURÜCKZAHLEN, weil sie FÄLLIG werden. Wissen Sie, wie hoch die Steuereinnahmen des italienischen Staates in etwa sind? Ich verrate Ihnen auch das, weil ich es gut mit Ihnen meine: etwa 400 Mrd. Euro. Noch Fragen, Kienzle? Irgendetwas werden Sie sich bei Ihrer Anlageentscheidung für italienische Anleihen schon gedacht haben.... Wenn es mir auch ein völliges Rätsel ist, was dies sein könnte.

Die Angst vor großen Zahlen macht das leben zuweilen schwer...

Italien muß altschulden refinanzieren, nicht zurückzahlen, dies ist ein mehr oder minder normaler Prozess, der gegenwärtig nur aufgebauscht wird

Diese Refinanzierung wird schon aus dem Grund problemlos über die Bühne gehen, da das Land viel stärker aus inländischen Quellen schöpfen kann als andere Länder. Was Glauben sie werden die Menschen machen, deren Anleihen zurückgezahlt werden? Richtig, sie werden diese Anleihen erneut kaufen!

De Gründe für meine anlageentscheidungen habe ich schon genannt, Italien ist ein seriöser Schuldner, der gute Zinsen zählt und nur ein geringes Risiko darstellt.

Übrigens sehe ich auch in griechischen kurzläufern kein großes Risiko, portugiesisches Anleihen sind ebenfalls kein schlechtes Investment, zumindest gilt dies bei kurz-bis mittelfristigen Papieren

Ih versichere ihnen, ich würde auch im Verlustfall nicht jammern, weil ich meine Entscheidungen selbstbestimmt und guter Information getroffen habe

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b.traven1955 29.12.2011, 22:25
77. Wechselkurse

Zitat von ötsch
Erst mal Danke für die schnelle Antwort. Aber: Wenn ich das Geld - um meine vorherige Formulierung beizubehalten - unters Kopfkissen lege, bin ich ja nur von der Inflation abhängig, also wird mein Geld z.b. 2% weniger Wert sein in einem Jahr. Wenn ich aber das Geld in dänische Anleihen anlege habe ich die negative Verzinsung von -0,5% + 2% Inflation, also 2,5% weniger Geldwert? Oder wo liegt mein Fehler? Lg
Der Anleger spekulert auf eine Veränderung der Wechselkurse. Bleibt der Euro weiterhin so unter Druck wird der Wert der Krone zum Euro steigen, auf diesem Wege macht der Anleger trotzdes Negativzins ein (fettes) Plus.

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Volker Zorn 29.12.2011, 22:31
78. Ganz einfach Teil 2

Zitat von ötsch
Erst mal Danke für die schnelle Antwort. Aber: Wenn ich das Geld - um meine vorherige Formulierung beizubehalten - unters Kopfkissen lege, bin ich ja nur von der Inflation abhängig, also wird mein Geld z.b. 2% weniger Wert sein in einem Jahr. Wenn ich aber das Geld in dänische Anleihen anlege habe ich die negative Verzinsung von -0,5% + 2% Inflation, also 2,5% weniger Geldwert? Oder wo liegt mein Fehler? Lg
Das rechnet sich natürlich nur, wenn die Inflation des Euro deutlich höher ausfällt als die der dänischen Krone. Also z.B.
- Euro behalten und 10% durch Inflation verlieren
- Kronen-Anleihen kaufen und nur 2,5% verlieren (in Kronen, Inflation + neg. Zins)

Alles nicht so prickelnd. Deswegen halte ich das für ein Alarmsignal, wenn offensichtlich Anleger so pessimistisch sind, daß sie nur noch Verluste begrenzen wollen, statt Gewinne einzufahren.

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pinkwoolf 29.12.2011, 22:48
79.

Zitat von Klaus Helfrich
Ob denjenigen, die Dänemark so positiv sehen, auch der dortige Spitzensteuersatz von 63 % gefällt?
Eindeutig ja.

Der Staatshaushalt ist unter anderem dazu da, die Wirtschaftsfähigkeit des Landes im Gleichgewicht zu halten. Das erfordert Geld.
Wovon Sie reden, ist der Spitzensteuersatz, der nur wenige Menschen betrifft, und auch diese nur dort, wo es keinem normalen Menschen weh tun würde.

Knausern Sie an diesem Ende soviel Sie wollen.

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