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Neuauflage der Praxisgebühr: Kassenärzte fordern Strafzahlung bei unnötigen Arztbesuc
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Was tun gegen überfüllte Wartezimmer und verstopfte Notfallambulanzen? Der Chef der Kassenärzte will Gebühren für Facharztbesuche einführen - und erntet mit dem Vorstoß heftige Kritik.

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Das Pferd 08.09.2019, 12:00
190.

Zitat von jla.owl
Sitze selbst mehrmals die Woche bei verschiedenen Ärzten, aber habe noch nie einen Patienten getroffen, der nicht ernsthaft erkrankt gewesen währe... Ironie Off... Ja, gibt es denn statistische Erhebungen über überflussige Arztbesuche (nicht jeder Besuch bei zweitem Facharzt ist überflüssig). Gibt es Erhebungen/Befragungen zu Gründen, gibt es Erhebungen zu verursachten Kosten? Na, dann mal her mit den Fakten, dann können wir auch mal reden. Vorher eben nicht.
es gibt sehr handfeste Vergleiche mit anderen Industrieländern. Man kommt oft trotz sehr unterschiedlicher Ärztedichten und Besuchsfrequenzen zu ähnlichen Werten in der Volksgesundheit.

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rudi_ralala 08.09.2019, 12:00
191.

Zitat von jla.owl
Sitze selbst mehrmals die Woche bei verschiedenen Ärzten, aber habe noch nie einen Patienten getroffen, der nicht ernsthaft erkrankt gewesen währe... Ironie Off... Ja, gibt es denn statistische Erhebungen über überflussige Arztbesuche (nicht jeder Besuch bei zweitem Facharzt ist überflüssig). Gibt es Erhebungen/Befragungen zu Gründen, gibt es Erhebungen zu verursachten Kosten? Na, dann mal her mit den Fakten, dann können wir auch mal reden. Vorher eben nicht.
Warum so kompliziert?
Es gibt Erhebungen, dass die Menschen in anderen Ländern nicht so oft den Arzt aufsuchen. Von allen europäischen Ländern liegt Deutschland an 4. Stelle mit 9,9 Arztbesuchen pro Jahr.
In Schweden gehen die Menschen pro Jahr nur 2,9 mal zum Arzt.
Dabei haben die Schweden (82,5 Jahre) noch eine höhere Lebenserwartung oder vielleicht gerade deshalb.
Deutschland 81, 1 Jahre.
Das müsste doch eigentlich jedem Gesundheitsminister zu denken geben, dass das System falsch und zu teuer ist in Deutschland.
Warum können wir Deutschen nicht von Ausländern lernen?
Z.B. von Dänemark bezüglich der Organisation von Krankenhäusern, von denen es in Deutschland viel zu viel gibt.
Peoblem ist, dass die Deutschen immer alles b.esser wissen

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karl-felix 08.09.2019, 12:06
192. Die

Zitat von runn
Diese Diskussion ist überfällig, nicht nur der Kosten wegen. Die Kosteneffizienz im Gesundheitswesen muss im Interesse der Kassen und Beitragszahler verbessert werden.
haben schlicht einen an der Waffel. Die bestellen einen wegen jedem Furz ein sogar zum Gesundschreiben . Jede Menge Leistungen werden 2-3 mal gemacht .
3 Stunden im Wartezimmer, 2 Min. bei Doc.
Kein Patient kann vor dem Arztbesuch entscheiden ob der Besuch unnötig war, es sei denn der Doc taugt nichts.
. Ein Irrtum kann schlicht tödlich sein und eine Zweitmeinung oft unverzichtbar. Für IGEL Leistungen ist dem Arzt keine Reklame zu teuer, da melden die sich " Ihrer Gesundheit zuliebe -. konsultieren Sie uns"- gegen Extrazahlung , Zähneputzen für 40 Euro .

Die wollen nur keine Kassenpatienten zweimal sehen wenn sie den Krankenschein erst mal haben , weil an denen nichts mehr zu verdienen ist wenn die einmal da waren . Geldbeutelschneiderei , sonst nichts.

Lieber 10mal zum Arzt als einmal eine verstopfte Halsschlagader oder einen Blutkrebs, einen Herzinfarkt übersehen, auch wenn das die Krankenkassen ärgert oder ist nur ein toter Patient ein guter Patient ?
Es gibt Irre, die diskutieren Krankenversicherung nur unter Kostengesichtspunkten . Das ist die erfolgreichste Wachstumsbranche Deutschlands. Über 10 Millionen Menschen
leben da zum Teil gar nicht schlecht von .
30.000 Euro für ein Auto auszugeben mit dem man Leute tot oder krankenhausreif fährt ist in Ordnung, 30 Euro für einen Arztbesuch
( für 2 Minuten Behandlung ein stolzer Preis ) ist nicht im Interesse der Krankenkasse ? Irre.

Das Eintrittsgeld beim Doktor hatten wir unter rot-grün schon einmal, überflüssig wie ein Kropf. Reine Menschenschinderei.

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kayakclc 08.09.2019, 12:06
193. Unnötig und Kostenintensiv

Zitat von eunegin
Schwierig, denn was genau ist nötig und unnötig? Wenn sich bei einem "unnötigen" Besuch doch herausstellt, dass man eine Krankheit hat?
Daraus spricht, das die Verantwortung für das eigen Leben immer an andere abgegeben werden soll: Vollkasko von der Wiege bis in den Tod.
Unnötig sind teure Diagonoseverfahren, wenn sie nicht zur Heilung dienen. Manche alterbedingte Krankheitsursachen sind nur aufwendig zu diagonsizieren, bzw Diagosen richtigen sogar noch Schaden an. Nur: Patienten sind entsetzt wenn ihnen das ein Arzt sagt, vermuten ein Fehldiagnose und rennen zum nächsten Arzt, der ihre Wehwechen "ernst" zu nehmen scheint und mit viel Brimborium Aktivität heuchelt.
Oft hilt regelmässiger Sport, lange Spaziergänge oder ein Fitnessstudio mehr bei Rückenschmerzen als ein Op oder eine Spitze. Das erfordert aber eigene Aktivität und eigenverantwortung, die die Patienten gerne abgeben wollen. Wer dann 50 oder 70 ist, muss eben mit Gelenkschmerzen leben, besondern wenn man dann eine zu hohen BMI hat. Auch da könnte man was selbst tun: weniger essen, mehr Bewegungung....
Und die immer währende Leier mit den "armen Leuten" die sich die Gesundheitskosten nicht leisten können, nutzt sich auch ab. In Ländern mit Selbstbeteiligung sind dafür oft die Prämien niedrieger als in der BRD. Das an Gebühren gesparte Geld geht dann in die Selbstkosten, oder eben nicht, wenn man einen unnötigen Arztbesuch (Schnupfen) nicht macht. Wer das gesparte Geld für Konsum ausgibt, selbst Schuld. Jeder mündige Bürger hat ein Mindestmaß an Eigenverantwortung zu tragen, sonst sollte er sich unter Betreuung stellen lassen.
Das Schweizer System wird immer wieder zitiert: da zahlt man eine Kopfpauschale die vom Alter und Wohnort, aber eben nicht (!) vom Einkommen abhängig ist - schließlich wird das Krankheitsrisikogleichmässig auf alle Bürger verteilt - in eine Zwangsbasisversicherung, die z.T von den Kantonen noch bezuschußt werden. Dafür gibt es eben nur die Basisleistungen. Wer mehr will, bezahlt Zusatzprämien. Die Schweizer haben die zweithöchste Lebenserwartung in den OECD Staatenb und gehen dafür nur 4 (!) mal pro Jahr zum Arzt. Die Kranken Deutschen gehen mit ihrem GKV System 18 (!) mal pro Jahr zum Arzt im Mittel. Die NZZ schreibt "Das Schweizer Gesundheitssystem setzt also auf Eigenverantwortung und auf relativ wenig Solidarität der Gesunden mit den Patienten." Das ist aber in der BRD nicht vermittelbar. Das Schweizer System hat auch einen offensichtlichen Nachteil: die Schweizer bezahlen 5% ihres Haushaltseinkommens für Gesundheit, während es in Deutschland im Mittel nur unter 2% sind, auch ein Folge der Ungleichverteilung der Kosten auf wenige, die volle Prämen zahlen, während viele nichts oder sehr wenig in die GVK einzahlen.

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muunoy 08.09.2019, 12:07
194. Warum nicht wie bei der PKV?

Bereits Forist Muttimörkel schlägt eine Beitragsrückerstattung der Kasse für diejenigen vor, welche die Versicherung in einem Jahr nicht in Anspruch genommen haben. Eine weitere Maßnahme zur Kostendisziplinierung ist bei der PKV und vielen anderen privaten Versicherungen auch Usus, nämlich der Selbstbehalt. Gesundheitskosten bis 900,- EUR im Jahr zahle auch ich aus der eigenen Tasche. Warum ist so etwas nicht allen zuzumuten? Alleine aus Gründen der Solidarität sollte jeder Versicherte, egal ob PKV oder GKV, einen ordentlichen Selbstbehalt aus eigener Tasche zahlen. Missbrauch gäbe es dann wohl nicht mehr. Für 900,-EUR kann man nämlich schon verdammt oft zum Arzt rennen. Man macht es dann aber auch nur, wenn es wirklich notwendig ist.

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jjcamera 08.09.2019, 12:21
195. Solidargemeinschaft

Zitat von susie.soho
gehen Patienten zumeist nicht zum Arzt; sie gehen weitestgehend nur in seine Praxis, um Verordnungen/Rezepte abzuholen. Das belastet den Arzt nicht bzw. kaum! Es ist ein Ammenmärchen, wenn behauptet wird, die meisten Facharztpraxen seien überfüllt. Ich kenne hier in München keine einzige, die überfüllt ist. Da stimmt einfach das Zeitmanagement. Wer Angst hat, seiner Rückerstattung verlustig zu gehen und deshalb bei heftigen Beschwerden nicht zum Arzt geht (z.B. bei Bronchitis, die dann zu einer Lungenentzündng werden kann), kann schwersten Schaden nehmen. Und in den Notfallambulanzen der Krankenhäuser werden längst 10 Euro pro Person erhoben, zu Recht, wie ich meine!
Bei "heftigen" Beschwerden geht man zum Arzt, egal ob mit oder ohne Rückerstattung.
Die Idee von "Muttimörkel" ist doch die, Arztbesuche bei geringen Beschwerden zu verhindern, nicht weil es den Arzt "belastet", sondern die Allgemeinheit mit überflüssigen Behandlungsgebühren.

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pebcak 08.09.2019, 12:25
196. Qualitätsprüfung Ärzte

Vielleicht sollte man mal die Qualität der Ärzte überprüfen. Ich hatte bisher 2 wirklich krasse Fehldiagnosen. Eine über 30 Jahre, die andere über 10 Jahre. Die richtige Diagnose der einen kam als es zu spät war und bis heute, 6 Jahre später, kämpfe ich mit Folgekrankheiten und werde noch immer fehlbehandelt, weil Ärzte von bestimmten Problemen wie Umwandlungsstörung scheinbar noch nie etwas gehört haben. Stattdessen wird mit der Medikamentierung rumexperimentiert, was immer wieder schwerwiegende Folgen hat. Wenn ich fehlbehandelnde Ärzte auch verklagen kann, bezahl ich auch gerne die Praxisgebühr, ansich müßte aber ein fehlbehandelnder Arzt die Folgekosten tragen. Dann haben wir aber vermutlich die gleiche Situation wie bei den Hebammen.

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Einhorn 08.09.2019, 12:32
197.

Zitat von gegen Hass
Max Stein (heute, 09:03 Uhr) meint, dass ein Überweisungszwang das Problem löst. Das ist falsch und entspricht einem zu positiven Bild vom Menschen als gutes und vernünftiges Wesen. [...] Heute kann und wird er vom Patienten so leichtfertig ausgewechselt, dass er sich medizinische Überlegungen und viel Ethik nur leisten kann, wenn er davon ausgehen kann, dass der Patient seine Anordnungen aufgrund seiner unsachlichen Vorurteile für richtig ansieht. [...] Außerdem ist die Hackordnung im Gesundheitswesen anders gewebt als die Öffentlichkeit meint. Einem Arzt geht es nur dann wirtschaftlich gut, wenn er möglichst viele Patienten durch sein Wohlverhalten langfristig an sich bindet. Ob er fachlich qualifiziert ist, spielt nur eine vergleisweise geringe Rolle, da die meisten Patienten - was ja das ganze Problem der Überinanspruchnahme des Gesundheitssystems verursacht - nicht so krank sind, dass sie zum Arzt gehen müssen. [...] Insofern haben wir das Gesundheitssystem, und die Ärzte, die wir als Wähler und fehlerhafte Menschen verdient haben.
Wenn ich das jetzt zusammenfasse, geht der "vernüftige" Patient immer zum gleichen Arzt, auch wenn dieser ihm nicht hilft? Weil diesem nur dann wirtschaftlich gut geht? Eine Logik, die nur von Ärzten stammen kann.

Und ja, auch ich gehe zum Arzt ohne ihn zu brauchen - Wann immer ich meinen Infekt nicht im Kollegenkreis verteilen möchte. Damit bin ich mit 45 Millionen anderer Erwerbstätiger in Deutschland sicher in guter Gesellschaft. Wo genau kann ich hier ein anderes System wählen?

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amuyok 08.09.2019, 12:49
198. Typisch Gassen!

Zitat von *Querdenker*
Als nächstes kommt dann wahrscheinlich, dass Menschen, die einen Arzt aufsuchen, gleich an der Rezeption eine Strafzahlung leisten, weil sie überhaupt einen Arzt aufgesucht haben. Vielleicht sollte sich Herr Gassen mal selbst zu einem Psychater begeben. Wie mir mein Therapeut sagte: "Bei jedem Menschen gibt es etwas zu therapieren." Herr Gassen scheint unter wahnhafter Habgier zu leiden.
...... und als Übernächstes, wird man bei einem mutmasslich unnötigen Arztbesuch gleich in der Praxis abgespritzt.

... bei diesem Typ möchte ich wirklich gerne einmal die Hirnströme ableiten ...

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michaelelm 08.09.2019, 12:51
199. Patientenmitbestimmung / Mitverantwortung

Viele Probleme ließen sich lösen, indem jeder Patient seine Rechnungen zunächst selbst prüft und bezahlt und dann ganz oder teilweise rückerstattet bekommt.

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