Forum: Wirtschaft
Neuausrichtung: Siemens verspricht Görlitz ein Wasserstoff-Zentrum
dapd

Die Ankündigung von Siemens, ein Werk im sächsischen Görlitz zu schließen, sorgte vor zwei Jahren für Proteste. Der Konzern versprach, den Standort zu erhalten - und plant nun ein Wasserstoff-Kompetenzzentrum.

andrehe 15.07.2019, 20:48
1. Schon wieder Patente?

Forschung, die mit Klimaschutz zu tun hat, muss staatlich sein, damit die Entwicklungen schnell von jedem Unternehmen ohne Patentprobleme genutzt werden kann und Monopole vermieden werden. Ich bin für das Zentrum, aber der Staat sollte es finanzieren. Dafür kann die hoffentlich sehr bald kommende uniforme und ausnahmslose CO2-Steuer dienen.

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Teile1977 15.07.2019, 20:58
2. Staatlich

Andrehe, wenn sich der Staat um etwas kümmert, geht es in aller Regel schlechter als wenn ein Unternehmen sich darum kümmert. Siehe BER.
Eine staatliche Firma bekommt Personal von oben diktiert, vorrangig wer sich ein Pöstchen verdient hat, und nicht wer am meisten Kann. Daher sind staatliche Firmen teure und lahme Saurier, die oft nix auf die Reihe bringen.

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JürgenWissenwasser 15.07.2019, 21:17
3. Ich mach' eine Rechnung auf

Der Artikel handelt zwar nicht von BEV oder Brennstoffzelle; die Tatsache, daß zufälligerweise jetzt eine Angekündigung kommt, ist aber mehr als bedenklich.

Nissan Leaf (2010), Ford Focus Electric (2011), Renault ZOE (2012), BMW i3 (2013), Hyundai Ioniq (2016), Kia Niro (2016), Tesla M3 (2017), Hyundai Kona (2017) uvm: Seit mittlerweile fast 10 Jahren sind E-Fahrzeuge am Markt und - welch ein Zufall - wird das Thema H2 wieder aufs Tapet geholt - wieviele Milliarden sind eigentlich schon in den letzten 30 Jahren versenkt worden? Offenbar muß man den aktuellen FFF-Hype nutzen um technisch unbedarften Leuten jetzt den Wasserstoff hineinzudrücken, egal ob es eine sinnvolle Technik für den Alltag ist oder nicht.

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gracioso1000 15.07.2019, 22:35
4. Batterieautos werden sich nicht durchsetzen

im Schwerlastverkehr. D.h. Wasserstoff ist hier die einzig CO2 neutrale Alternative.Es wird also zwangsläufig
Infrastruktur benötigt. Und wenn die da ist will keiner mehr Batteriefahrzeuge mit geringer Reichweite ,lange Ladezeiten und worüber niemand spricht im Winter mit enormen Energieverlusten. Das wird nämlich nie mit eingerechnet . Deswegen will auch niemand teure Batteriefahrzeuge mit denen man nicht weit kommt,lange lädt, und die Batterie ohne Aufladen im Winter nach 1-2 Tagen schon leer ist. Und um nur zur Arbeit zwischen 50-150 km zu fahren kaufe ich kein e-Auto alds Zweitwagen über 12000,- Euro

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success4us 15.07.2019, 22:46
5. Görlitz

Man sollte beachten
a) das in wenigen Wochen in Görlitz Landtags-Wahlen sind und die Politik hier etwas gegen die AfD Vormacht tun will
b) das Zentrum wird aber nur wenige neue MA beschäftigen, und sicher keine von der heutigen Fertigung im Werk
c) das Siemens Werk in Görlitz wird wohl zum 1.10.2020 mit der gesamten Energie-Einheit von Siemens ausgelagert in eine neue externe Einheit und wird dann den Namen Siemens nicht mehr führen. Alle Probleme mit der Politik in Berlin sind dann gelöst

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flyte 15.07.2019, 23:04
6.

Zitat von JürgenWissenwasser
Der Artikel handelt zwar nicht von BEV oder Brennstoffzelle; die Tatsache, daß zufälligerweise jetzt eine Angekündigung kommt, ist aber mehr als bedenklich. Nissan Leaf (2010), Ford Focus Electric (2011), Renault ZOE (2012), BMW i3 (2013), Hyundai Ioniq (2016), Kia Niro (2016), Tesla M3 (2017), Hyundai Kona (2017) uvm: Seit mittlerweile fast 10 Jahren sind E-Fahrzeuge am Markt und - welch ein Zufall - wird das Thema H2 wieder aufs Tapet geholt - wieviele Milliarden sind eigentlich schon in den letzten 30 Jahren versenkt worden? Offenbar muß man den aktuellen FFF-Hype nutzen um technisch unbedarften Leuten jetzt den Wasserstoff hineinzudrücken, egal ob es eine sinnvolle Technik für den Alltag ist oder nicht.
Diese Ankündigung ist nur eine von sehr vielen Ankündigungen weltweit, insofern auch weder bedenklich noch eine neue Entwicklung. Richtig ist, dass das Momentum für Wasserstoff in den letzten Monaten massiv gestiegen ist.
Wasserstoff hat erstmal auch nichts mit dem Verkehr zu tun – dass ist nur ein Bereich von vielen, in dem der Energieträger zum Einsatz kommen wird. Sehr interessant ist etwa der Einsatz von grünem Wasserstoff bei der Stahlerzeugung, weil hier riesige Mengen an CO2 eingespart werden könnten.
Aber um beim Thema Verkehr zu bleiben: In China, dem Land, in dem es die meisten batterieelektrischen Fahrzeuge gibt, hat man schon klar erkannt, dass man mit Batterien nicht mehr allzu weit kommen wird. Wie sollen Lkw, Baumaschinen, Schiffe und eines Tages Flugzeuge angetrieben werden? Wie sollen Pkw für lange Reichweiten angetrieben werden?
Die Energiedichte in Batterien reicht nicht, selbst bei einer Verdoppelung der Kapazität. Mal abgesehen davon fehlen die Rohstoffe. Selbst der oberste Batteriejünger Elon Musk hat schon vor Monaten vor einer Knappheit von Batterierohstoffen gewarnt. Schon jetzt? muss man fragen, wo die weltweiten Zulassungszahlen von Batteriefahrzeugen allenfalls homöopathische Größen erreicht haben. Wie soll das bei Millionen von Batteriefahrzeugen funktionieren? Es wird nicht funktionieren. Und wenn wir ohnehin große Mengen Wasserstoff erzeugen werden (was wir so oder so müssen), dann wird dieser auch für den Verkehr ausreichend vorhanden sein.

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airfresh 15.07.2019, 23:52
7. Sehr löblich

Schön, dass mal an einem günstigen Standort investiert, wo diverse ungenutzte Potentiale schlummern (unter Gesichtspunkten der aktuell viel diskutierten "gleichwertigen Lebensbedingungen" auf jeden Fall angebracht).

Und auch schön, dass es um Wasserstoff geht, der mit Sicherheit in der ein oder anderen Industrie noch eine große Rolle spielen wird. Liebe Foristen: es gibt nicht nur die Auto-Industrie, Strom-Großverbraucher (Stahl, Chemie, Stromversorger, Baustoffe, Energieversorger, Bahn etc.) benötigen in Zukunft solide Power-to-X bzw. X-to-Power-Konzepte! Ohne Kohle, Atom, am liebsten auch noch ohne russisches Gas - wie soll das gehen? Nur mit Giga-Batterie-Blöcken? Gebt dem Thema eine Chance - für Konzerne wie Linde, BASF, Bosch oder Siemens wird es überlebenswichtig, hier technologisch mitzuhalten. Sonst können die sich irgendwann nur noch mit Joint-Ventures retten (schlecht für die Gewinne) oder müssen OEM-Ware aus meist Nicht-EU-Ländern beschaffen (im Zuge der aktuellen Welthandels-Risiken zu risikoreich).

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frankfurtbeat 16.07.2019, 00:05
8. es ...

es scheint als winken da üppige Subventionen da ich mir ein soziales Engagement nicht denken kann. Bereits vor Jahren strich man in Erlangen Subventionen - Geld der Steuerzahler - ein um Brennstoffzelle und Co. zu "erforschen". Damals habe ich mich auif einen job beworben - es ging lediglich darum Lobbyismus in Berlin und Brüssel zu betreiben um an die vollen Töpfe zu kommen. Diesen job konnte ich aus Gewissensgründen nicht annehmen. Jetzt, 14 Jahre später werden meinem Gefühl weitere Subventionen eingestrichen ... toller Konzern!

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Eronica 16.07.2019, 00:07
9. Teile 1977

Mindestens genausoschief geht es auch bei den Privaten Unternehmen, die sich dann staatlich Subventionen abholen. Private fördern die Auslese was mit den ausgespuckten Menschen passiert dafür haben sie selbst keine Lösungsart die die Menschenwürde schützt.

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