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Neubauförderung: Billiger Wohnraum? So wird das nichts
DPA

Die Bundesregierung hat allerlei Versuche gestartet, die Mieten zu begrenzen - mit geringem Erfolg. Im schlimmsten Fall könnten die Grundstückspreise sogar steigen.

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otto_iii 26.04.2016, 18:26
1. 523

Die erfolgversprechendste Lösung wäre, die gesetzlich vorgeschriebenen Mindeststandards auf den Stand von vor 15 Jahren zurückzusetzen. Die damals gebauten Wohnungen sind ja durchaus menschenwürdig und sicher.

Was in der Zwischenzeit an Zusatzauflagen insbesondere in den Bereichen Wärmedämmung, Barrierefreiheit, Brandschutz und Schallschutz hinzukam ist vom Aufwand-Nutzen-Verhältnis her unangemessen, jedenfalls dann, wenn die Schaffung preisgünstigen Wohnraums das primäre Ziel ist.

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monolithos 26.04.2016, 18:30
2. Angebot und Nachfrage

Das gibt es doch gar nicht. Da veranlasst die Bundesregierung schon, dass man nur mit der besten Feinstaubplakette in die Städte fahren darf, sorgt durch Unterlassen dafür, dass die Luft dort trotzdem schlecht ist, hat erfolgreich das Parkplatzangebot bekämpft, den Lärm jedoch nicht - und trotzdem wollen so viele Menschen in Städten wohnen, dass Vermieter und Investoren jeden Preis nehmen können. Dabei kann man da nur zu Fuß einkaufen und braucht eine Stunde bis zur nächsten Autobahn. Man kennt die Nachbarn kaum und Tiere nur aus dem Fernsehen (abgesehen von Wohnungshunden). Wer zum Geier will seine Kinder in einer Großstadt aufwachsen lassen?

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schwerpunkt 26.04.2016, 18:31
3.

Ich rufe sonst nicht nach der regierung, aber hier ist wirklich eine Dringlichkeit vorhanden.
Speziell hier im Raum München ist die Lage fast absurd. Die Menschen finden sicher leichter einen job als in manch anderen gegenden Deutschlands, verdienen aber nur selten mehr als in anderen Gegenden.

Dafür darf man in und um München für eine durchschnittliche zwei-Zimmer-Wohnung ca. 1.500 Euro hinlegen - kalt - nix besonders, Durchschnitt.
Kann sich jeder mit seinem Netto-gehalt selbst überlegen, wie weit er damit kommt. Vor allem wenn er einziger Verdiener einer dreiköpfigen Familie ist.

Als Schmankerl on top: dieses "um München" kann man mittlerweile sehr weit fassen. Augsburg gehört dazu, wo es viele pendler nach München gibt. Dort zeihen die Mieten ebenfalls an.
Auch in anderen gemeinden im Umkreis von über 100km um München (alles südlich von München bis hinter Rosenheim) und nördlich bis Ingolstadt/Regensburg wird kaum günstiger, selbst wenn man wirklich schwer auf dem Land wohnt.

Aber ich nehme an, dass das in anderen Großstädten vergleichbar ist.

Und nun haben wir seit letztes Jahr 1 Mio weitere menschen im land, welche auch alle früher oder später wohnen möchten. Wenn die Regierung hier sozialen Sprengstoff vermeiden will (dass Nicht-Top-Verdiener - als unter 3.000 Netto-Gehalt- sich in Konkurrenz mit den Flüchtlingen sehen), dann darf sie wirklich schnell handeln und zunächst mal Hindernisse für den Wohnungsbau abbauen und dann Anreize schaffen, damit günstiger, aber auf jeden Fall viel Wohnraum geschaffen wird. Zumal sowas ja auch Vorlauf hat. Selbst wenn HEUTE die richtigen entscheidungen getroffen werden sollten, macht sich dies frühestens in zwei Jahren bemerkbar.

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supergrobi123 26.04.2016, 18:40
4. Pfft

Ein Land, das angeblich Immobilien günstiger machen will, während zeitgleich in vielen Bundesländern die Grunderwerbssteuer erhöht wird, ist hochgradig unglaubwürdig.

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scheera 26.04.2016, 18:42
5.

da kannste mak wieder sehen ,wie dumm die ganze Politikerbande ist.3tsdE pro qm....wie teuer soll dann die Kaltmiete sein???? 60qm bei minE 180.000 Invest und 4%REndite(daslockt keinen Hochsteuerzahler zur Invest.)D.h. Kaltmiete mtl. 600E,welcher Insasse einer 2ZImmerwohnung Singel...kann das mit 800 bis 900 mtl. leisten????Niemand.Es ist also völliger Blödsinn,da noch genug Altsubstanz da ist,wo es sich rechnen lässt und die Kaltmieten bei 4E liegen und weniger .Ich erziele i.d.Provinz eine Rendite bei 7.7% vor Steuern,das ist gut und meine Mieter sind bei ca. 5E kalt gut bedient und zufrieden.Da ich Rentner bin,bleibt auch nach Steuern ertragbar etwas übrig(Rente netto530...Das Risiko Ausfall würde mich sehr schwer treffen und da helfen die Politiker auch nicht..

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BlackSky003 26.04.2016, 18:45
6. Sie Preise könnten steigen?

Das tun sie bei uns schon lange. Seitdem das bauen so billig geworden ist, sind die Grundstückspreise in die Höhe geschossen. Aber auch die Mietpreise für Häuser (Neubauten bis max 10 Jahre alt) sind in 15km Stadtnähe (Stadt mit 60k Einwohner) explodiert. Jeder versucht derzeit das Maximum an Gewinn rauszuholen und die Leute machen mit, weil bauen ja "so billig" wie nie ist. Das stimmt aber nur noch für die Zinsen.

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JosefBerchtold 26.04.2016, 18:48
7. Luxus-Hochbau

Es gibt genügend Nachfrage nach Luxus-Hochbau. Diesen Aspekt bitte nicht vergessen. In USA funktioniert das sehr gut. Jedes Markt-Segment sollte genutzt werden, das Angebot zu erhöhen. Nur mehr Angebot löst das Problem.
Dass Spießbürger Luxus-Hochbau nicht wollen, ist sattsam bekannt. Besser wir überholen diese Ewig-Gestrigen durch neues Denken.

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koves 26.04.2016, 18:49
8. Wer gleich verdichtet baut, braucht auch nicht nachzuverdichten

Ich komme aus einer ländlichen Region, der es wirtschaftlich sehr gut geht und in der es annähernd Vollbeschäftigung gibt. Hier im Landkreis Vechta ist die Nachfrage nach günstigen Wohnraum so hoch, dass die Kommunen mit der Ausweisung von Baugebieten nicht mehr nachkommen. Das Problem ist, wie auch in allen Ballungsräumen, vor allem der sog. 'Speckgürtel', dass viel zu viele Einfamilienhäuser gebaut werden! Bekanntlich ist die Ausnutzung von Bauland bei dieser Siedlungsform die schlechteste überhaupt und hat hier wie in den angrenzenden Landkreisen zu einem starken Anstieg der Grundtückspreise geführt. Ein negativer nebeneffekt ist die rasante Zunahme des Autoverkehrs, da sich bei dieser Zersiedelung Verkehrsströme schlecht leiten lassen - jeder Haushalt hat eben mindestens ein Auto, zwei ist hier schon die Regel.
Hier müssen die Länder mit ihren Bauverordnungen ansetzen und in die bauende Unvernunft der Menschen eingreifen: Kostne für Bauland würde weniger stark steigen und - natürlich werden auch die Bauherren von heute irgendwann alt und können kein Auto mehr fahren...

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awoth 26.04.2016, 18:49
9. Leider verhält es sich genauso

mit vielen anderen, von unserer Regierung als 'hoch innovativ' eingeschätzten Projekten (=Schnellschüssen).
Das kommt davon, wenn man die Bildung ganz hinten anstellt. Die Unbildung und stümperhafte Problemlösungsstrategie erreich dann irgendwann auch die Gruppe der 'Entscheider/innen'.

Weiter so, Deutschland!

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