Forum: Wirtschaft
Neue Agenda 2010: Ein Gespenst kehrt zurück
Kay Nietfeld/ dpa

Die Rezession droht - deshalb sollen die Menschen mal wieder flexibler werden und verzichten. Sagen Konzernbosse. Dabei hat genau so etwas zur akuten Krise von Konjunktur und Demokratien beigetragen.

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mr4eozo2.gst 23.08.2019, 14:33
120. Undifferenziertes halbwissen

Zitat von magam-13
. . . die Aktionäre und Investmentfonds die mit 7% Gewinn den Hals nicht voll genug kriegen! Während wir Kleinsparer NULL % Zinsen kriegen und der Staat sich an uns satt saniert! Glauben die Herren CEO's und Vorstände von BASF und Konsorten eigentlich wir sind alle saublöd und merken nicht was hier gespielt wird?
Kein Kleinsparer ist gezwungen sein Geld sinnlos auf dem Konto zu verwahren! Es gibt genug Onlinebroker bei denen man sehr günstig und sehr felxibel auch kleine Beträge in ETF's anlegen kann und so von den "bösen und habgierigen" Unternehmen profitiert. Dazu muss man kein Millionär geschweig denn ein Wirtschaftsprofessor sein. Sie könnten ja Ihre Zeit mit einer Internetrechrsche zu Onlinbrokern und attraktiven ETF's verbringen anstatt undiffernzierte Kommentare zu verfassen. Wer keine Lust dazu hat darf sich auch nicht über zu niedrige Zinsen beschwären. Nichts ist umsonst im Leben!

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r.voelckel 23.08.2019, 14:35
122. Polemik

Leider ist der Beitrag durch den ironischen Unterton ins Polemische abgedriftet. Die Agenda 2010 hat Deutschland wieder konkurrenzfähig gemacht. Das ist bei allem Wehklagen gesichert. Die Zeit der Massenarbeitslosigkeit ist vorbei durch die gestiegene Wettbewerbsfähig. Sogar Rentner haben jetzt die Möglichkeit hinzuzuverdienen. Natürlich können wir alles revidieren, aber ein überdurchschnittlicher Sozialstaat wird für das sensible Kapital abstoßend. Da hilft alles Zeter und Mordio nicht. Die Zukunft wird durch gesunde Unternehmen und nicht durch Sozialämter in menschenwürdiger Weise erst möglich

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pamhalpert 23.08.2019, 14:37
123. Die Agenda 2010...

hat nicht nur zur aktuellen Krise beigetragen, sie IST die aktuelle Krise, vor allem in Ostdeutschland. Auch hier wurden die Menschen mit einem wirtachaftlichen Umbruch allein gelassen. Mehr noch, sie wurden mit der Agenda 2010 von denen verraten und verkauft, von denen sie es am allerwenigsten erwartet hätten.

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53er 23.08.2019, 14:37
124. Ich glaube,

Zitat von thoms1957
Schröder, Gerhard: Wir werden von jedem Einzelnen mehr Eigenverantwortung fordern müssen. Fördern und Fordern. Durchführung: Fördern: Die oberen 5 Prozent wurden gefördert durch Steuersenkungen, keine Erbschaftssteuern, geringe Kapitalsteuern, die Erlaubnis zu befristeten Kettenverträge und Anstellung von Leiharbeitern, die man auch noch geringer bezahlen darf. Die Reichen danken bis heute. Der Rest darf solche Arbeit noch nicht einmal ablehnen, musste Rentenkürzungen hinnehmen, bis 67 arbeiten und sich nach einem Jahr Arbeitslosigkeit nach Hartz IV durchreichen lassen. Das war dann das einseitige und unsoziale Forden. Danke SPD. Aber ihr bekommt das jetzt zurück!!
das hat diese SPD bis heute nicht verstanden und sucht immer noch nach Möglichkeiten, die Agenda positiv darzustellen. Undank ist der Reichen Lohn, wenn man es mal von der Politikseite her betrachtet. Die SPD hat ihre Klientel erniedrigt und die Nutznießer der Erniedrigung setzen voll auf CDU/CSU/FDP. Wie hätte es auch anders kommen sollen und nun betteln sie auch schon wieder, die letzte Sozialsause war noch nicht ausreichend. Alles basehbar, aber nun steht die SPD da wie der begossene Pudel, egal was ihre Parteispitze macht, die Klientel schaut weg und wählt z.T. bereits AfD. In der SPD sind nur noch die verblieben, die vorher keinen Plan hatten und jetzt nur noch einen Flop nach dem anderen produzieren. Anstatt ehrlich und offen zu analysieren, warum die "alte" SPD sich mit Grauen abwendet, werden Themen hochgepuscht, die immer noch mehr Austritte und verlorene Wählerstimmen produzieren. TSG will nun wieder mal als letzte Rettung die Vermögenssteuer erhöhen. Das funktioniert nicht und wenn er nicht ganz doof ist, dann weiß er das auch. Dann frage ich mich aber: Soll hier das (noch) potentielle Wahlvolk für dumm verkauft werden? Wenn schon Steuer für Reiche, dann durch Besteuerung von leistungslosem Zugewinn wie Erbschaft ab einem gewissen Betrag und natürlich auch ererbtem Betriebsvermögen z.B. mit geringerem Steuersatz bei Erhalt der Arbeitsplätze. Außerdem sollten Luxusgüter ab einem bestimmten Betrag auch höher besteuert werden, entweder durch eine höhere Mehrwersteuer oder durch z.B. höhere Kfz-Steuern bei der Zulassung in Deutschland. Da gibt es zig Möglichkeiten es einfach subtiler zu machen als mit einer plumpen Vermögenssteuer. Und natürlich sollte der Soli auch ohne Ausnahme abgeschafft werden, gerecht sollte es schon zugehen lieber Olaf und zwar schon ab 2020 und nicht erst ein Jahr später, denn Soli kann dieser Taschenspielertrick dann ja nicht mehr heißen, der müßte (frei nach Adam Schäuble) 2020 bereits abgeschafft sein.

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neoleo99 23.08.2019, 14:38
125. Richtig

Die neoliberale Wirtschaftspolitik hat z.B. auch in GB dazu geführt, dass die niedrigen Einkommen bluten mussten, während man den Vermögenden ein Bonbon nach dem anderen zukommen liess (siehe Aktienhausse). Diese 'Sparpolitik' machte auch den Brexit wahrscheinlicher. Austeritätspolitik, wie sie die Agenda 2010 verkörpert, hat mithin zum Erstarken der Populisten , der AfD geführt, und die SPD dauerhaft beschädigt. Und die Agenda 2010 wurde zu Zeiten der weltweiten Krise eingeführt. Ich glaube nicht, dass eine europäische Niedriglohnagenda plötzlich zum Konjunkturaufschwung in den USA führen würde. Die Konjunktur in den USA schert sich wenig um wirtschaftspolitische Massnahmen bei den unteren Lohnklassen in Deutschland. Das war schon bei der Agenda 2010 der Fall, und deswegen war sie meines Erachtens, völlig überzogen.

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bunterepublik 23.08.2019, 14:40
126. Abgehängt

Wer bereits in Singapur, Shanghai, Seoul oder sonstwo in Asien war, erkennt sofort, dass Deutschland bereits sowas von abgehängt ist.

Dass kleinste Reförmchen wie die Agenda 2010 bis heute derart nachwirken, dass die dummen Menschen meinen, durch ein solches Reförmchen entrechtet und versklavt worden zu sein, lässt in den Gemütszustand der deutschen "Normal"bevölkerung tief blicken (und ganz und gar nichts Positives für die Zukunft erahnen).

Reiner Wein muss eingeschenkt werden: Nur steter Wandel, Anpassung an die Welt und die Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit wird dazu führen, dass die Renten auch künftig bezahlt werden können, dass das Gesundheitssystem am Laufen bleibt und dass der Lebensstandard insgesamt so hoch bleibt, dass wir zur "ersten" Welt gehören. Gestriges Denken, Besitzstandswahren und sich Breitmachen im gemachten Nest führt letztlich zum Wohlstandsverlust für alle, zu einem schleichenden Abstieg.

Hoffentlich wachen die Menschen endlich auf und lassen sich nicht weiter durch die Anti-Agenda2010-Propaganda weiter verdummen. Wir benötigen seit längerem dringend Reformen, die Kassen waren und sind voll, der Arbeitsmarkt war robust, so dass man die notwendigen Reformen hätte angehen können....leider wurden diese Chancen mal wieder verhunzt, was uns allen noch sehr sehr teuer zu stehen kommen wird.

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kayato_kasaki 23.08.2019, 14:41
127.

Zitat von mr4eozo2.gst
..... Nichts desto trotz ist der Grundgedanke eines flexiblen Arbeitsmarktes im Zusammenspiel eines effizienten Sozialstaates um Arbeitsplätze zu erhalten richtig! Was wäre die Alternative?
Was wäre besser? Welche Frage.
Der grenzenlose flexible Arbeitsmarkt durch nichts behindert, z.B. schwachsinniger Gesetze oder nervige Gewerkschafter.
Jemand ruft dich morgens an, ich brauche heute jemand für drei Stunden, haste Zeit, bekommst auch 5,00 Euro, natürlich nicht pro Stunde. Alte Kapitalistenweisheit, die besten Geschäfte kann man in Ländern machen, in denen es keine Arbeitsschutzgesetze gibt und eine korrupte Clique das Land führt.

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mutenroshi 23.08.2019, 14:42
128. Faules Pack

Wenn eine Wirtschaftsflaute droht, ergibt es wenig Sinn, die Arbeitnehmer quasi per Gesetz dazu aufzufordern, fleissiger zu sein und nun Bedingungen in Kauf zu nehmen, die für sie vorher nicht hinnehmbar waren. Und es dann "Fördern und Fordern" zu nennen, in Wirklichkeit aber nur Fordern zu meinen. Das Fördern besteht dann in Wirklichkeit in sinnlosen Bewerbungstrainings für Arbeitslose. Als ob die Arbeitslosigkeit daran gelegen hätte, dass sie ein solches Schreiben nicht zu verfassen in der Lage waren. Mit einem solchen Vorgehen wird angedeutet, dass der wirtschaftliche Misserfolg in einem Land vorwiegend das Resultat der Zimperlichkeit und unzureichenden Bereitschaft zu Anstrengungen der Arbeitnehmer ist. Das stimmt aber nicht. Deutschland hatte bisher, nach der Wende, Glück, als exportorientierte Nation international auf riesige Absatzmärkte im Ausland zurückgreifen zu können, während zeitgleich die Kosten der Wende finanziert werden mussten. Etwa zeitgleich mit der Erreichen eines Punktes, an dem sich diesbezüglich eine insgesamt positive Wirtschaftslage entwickelte, kam die Agenda 2010, die eben deutlich mehr auf "Fordern" setzte. Der wirtschaftliche Erfolg in Deutschland wird deshalb von einigen auf dieses "Fordern" und nicht die Weltwirtschaft attribuiert. Letztere entwickelt sich bekanntermassen eher schlecht in den letzten Jahren. Wohl eher nicht deshalb, weil man die Arbeitnehmer weltweit in letzter Zeit zu wenig gefordert hätte. Davon kann man sich in einer asiatischen Fabrik seiner Wahl überzeugen.
"Fordern" heisst auch, dass man eher dazu geneigt ist, Sozialleistungen und Löhne zu senken. Klar gibt es Tarifverträge. Es gibt aber auch Tricks, um sie auszuhebeln. Unter dem Strich bedeutet das, dass die Menschen dadurch noch weniger Geld zum Ausgeben haben.
Und jetzt kommt's: a) Wenn die Menschen kein Geld ausgeben können, kauft keiner etwas. Dann verkauft auch keiner etwas. Dann gibt es keinen Umsatz. Dann wird es schwer, Löhne zu bezahlen. Daraus folgt a) .
Als "Wirtschaftsexperten" werden im Allgemeinen Personen betrachtet, die die Arbeitgeberseite vertreten. Dass die aber ein Eigeninteresse daran haben, den Arbeitnehmern möglichst wenig zu zahlen und auf möglichst wenige Regelungen achten zu müssen, ist, wenn auch nicht verwerflich, dennoch selbstverständlich. Den Rat von Betriebswirten zu Fragen der Volkswirtschaft in den Vordergrund zu stellen, heisst, den Bock zum Gärtner zu machen.
Will sagen: Mehr Sparen und mehr Fordern hilft nicht. Im Gegenteil. Auch wenn es oft behauptet wird.

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macromicro 23.08.2019, 14:43
129. flexibel?

Wenn Arbeitnehmer durch jahrelangen Stress ausgebeutet und als Folge krank werden, (es heißt ja der Arbeitnehmer ist eigenverantwortlich), interessiert dies den Arbeitgeber nicht. Die Kosten bedingt durch Krankheit und evtl. Erwerbsminderung trägt der Arbeitnehmer. Würde die Politik in den eigenen Reihen ihrer Beamten so etwas auch vorschlagen? Diese kosten dem Steuerzahler ein Vermögen für einen Anteil an minderwertiger Arbeit Vielleicht sollten die Politiker einmal darüber nachdenken, wie ihre Beamten in der freien Wirtschaft fachlich behandelt würden und erst dann über evtl. Kürzungen für Arbeitnehmer nachdenken. Es ist wiederholt diese Hypernervosität der Wirtschaft, die, wie in dem Artikel sehr gut geschrieben, selber auf nichts verzichten möchte und dafür die Arbeitnehmer bestrafen. Diese Arbeitnehmer sind letztendlich immer diejenigen, die zum Erfolg eines Unternehmens beitragen, nicht die Manager.

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