Forum: Wirtschaft
Neue Agenda 2010: Ein Gespenst kehrt zurück
Kay Nietfeld/ dpa

Die Rezession droht - deshalb sollen die Menschen mal wieder flexibler werden und verzichten. Sagen Konzernbosse. Dabei hat genau so etwas zur akuten Krise von Konjunktur und Demokratien beigetragen.

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Deeds447 23.08.2019, 12:56
10. Timing ist wichtig

Zumindest könnte man behaupten, dass der Lehmancrash und das Hyporeal Estate/IKB Disaster (Jörg Asmussen), fiel in den im Namen angespielten Wirkungszeitraum. Sofern man denn der Agenda überhaupt eine exogene Wirkung zuschreiben möchte. Wesentlich wirkungsvoller dürften das ständige Aufweichen der Maastricht-Kriterien“(heute EU-Konvergenzkriterien) gewesen sein, was Deutschland vom kranken Mann Europas auf einmal zum stärksten Exportstaat gemacht hatte. Übrigens genau jene Kriterien, die Griechenland, Italien und auch Spanien ab 2010 immer wieder in die Knie gezwungen hatten und wo man sehr viel geringere Generösität walten ließ.

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klichti 23.08.2019, 12:57
11.

Arbeitnehmer haben keine Lobby. Deswegen werden wir in den kommenden Monaten sehr viele Artikel zu lesen bekommen, in denen in vollständiger Ignoranz dieses Aufsatzes genau die hier verworfenen "Lösungen" propagiert werden. Wenn es uns dann erst mal wieder an die Arbeitsplätze geht, werden wir zwangsweise beidrehen und unsere auch jetzt nicht so tollen Arbeitsplätze dem Mantra der Unternehmens-"Prosperenz" opfern und ein Zugeständnis nach dem anderen machen (müssen). Die haben schließlich den längeren Atem und vor allem die bessere Unterstützung aus der Politik. Früher hieß das hier in Deutschland mal "soziale Marktwirtschaft". Heute können wir das Adjektiv genausogut weglassen oder besser noch ein "a" davorsetzen.

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sirsmoje 23.08.2019, 13:00
12. Endlich mal Klartext

Ich kann mich dem Verfasser nur anschließen. Ein Beitrag der mir aus der Seele spricht.

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postmaterialist2011 23.08.2019, 13:00
13. Sehr guter Kommentar !

Die aufziehende Krise haben wir doch auch sehr stark dem "Genossen der Bosse" zu verdanken, der mit seiner Nähe zu VW und den anderen Automobilbossen die Abhängigkeit dieses Landes von der Fahrzeugproduktion noch weiter gesteigert hat. Heute ist jeder 8.(!) Arbeitsplatz in diesem Land direkt oder indirekt ( Zulieferer, Maschinenbau, Logistik etc.) vom Automobil abhängig. Die vielen Hunderte Milliarden € Gewinne seit 2008 wurden nunmal nicht in zukunftsfähige Technologien und Mobilitätskonzepte gesteckt, sondern an Aktionäre ausgeschüttet, an Strafe für den Dieselskandal bezahlt und zur Verfeinerung von Verbrennungsmotoren gesteckt. Die Mitarbeiter haben am wenigsten vom warmen Regen, der auch durch die Explosion des chinesischen Marktes ausgelöst wurde profitiert. Die aufziehende, fundamentale Strukturwandelkrise, die Hunderttausende Arbeitsplätze kosten wird ist hausgemacht und nicht von der DUH oder gar den Grünen verursacht. Schwaches Management durch die Bank ( auch Bayer, BASF, Thyssen und viele andere sind hier ganz vorne dabei) in vielen deutschen Unternehmen, die noch immer wirtschaften wie in den 1980ern und die sich noch immer aus dem gleichen alten Genpool des "Old Boys Network" rekrutieren mit all den alten, weissen Männern die die gleichen Unis und die gleichen Golfclubs besuchen und daher der heutigen Zeit überhaupt nicht gewachsen sind. Jetzt von den Mitarbeitern weitere Einschnitte zu verlangen ist geradezu ein Witz, wir brauchen höhere Löhne und Gehälter, mehr Mitarbeiterbeteiligung, einen starken Binnenmarkt und neue Infrastrukturprojekte von flächendeckendem G5 Internet, bis hin zu schnellen Zugstrecken, Ausbau des ÖPNV und weniger Geldverschwendung für Autobahnen, Parkplätze und Versiegelung der Natur. Geld sollte für alternative Energien, Medizintechnik, Umwelt- und Reyclingideen und Wissenschaft und Forschung fliessen. Es müsste einen Staatsfond für Start-Ups und Unternehmensgründer geben. Gute Ideen und clevere Menschen gibt es genug in diesem Land, gebt ihnen eine Chance dies zu beweisen.

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jogola 23.08.2019, 13:00
14. Soziale Markwirtschaft

Im Prinzip regiert der Markt. Wenn aber Krisen und Rezessionen drohen, verhalten sich die Arbeitnehmer sozial und schnüren den Gürtel enger.

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watcher57 23.08.2019, 13:05
15. Politik ist nicht dazu da, um den Konzernen Gewinne zu sichern

Das sagt mal dem ganzen Lobbyistenschwarm, der um unsere Volksvertreter kreist...!

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cruiserxl 23.08.2019, 13:05
16. tja die Wirtschaft...

...geht es ihr gut soll der Staat sich raushalten und man stopft sich die Taschen voll - geht es ihr schlecht soll der Staat helfen und man greift in die Taschen der Beschäftigten und des Staates - wiederlich was da immer angeht. Ich bin deshalb auch aus meinen "Lobby"verband ausgetreten. Ein Unternehmer.

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dn.creaserv 23.08.2019, 13:06
17. Zum

Kotzen, diese Unverschämtheit, nach mehr Flexibilität zu flennen. Aber lasst uns alle BASF-Aktien kaufen. Eine reicht. Und bei der nächsten Aktionärsversammlung zeigen wir dem Fuzzi mal, wo er sich seine Flexibilität hinstecken kann.

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Deeds447 23.08.2019, 13:07
18. so ist es vielleicht- vielleicht aber auch nicht ;)

Zitat von dasdauertaber
Mehr Investitionen anstatt sparen - auf diese Weise sichert sich Italien seit Jahren seinen Spitzenplatz in der Arbeitslosenrate. Deutschland kann stolz auf seine Agenda 2010 sein. Historisch hohe Beschäftigung bei niedriger Arbeitslosigkeit.
In diesem Sinne: Etwas sparen geht immer, nur was es bringt, sei dahingestellt. Denn ein gefülltes Staatssäckel macht noch keine Konjunktur u.a. bei BASF. Dafür benötigt es Geld, das ausgegeben werden muss, was man wohl nicht hat, sonst täte man ja nicht sparen bzw. nach den Staats-Sparen rufen, wenn's grad im eigenen Unternehmen nicht so rund läuft. Was das in Zeiten niedrigster Zinsen an Effiziens aufzuwarten hat, werden uns die Eliteökonomen der schwachen DAX30-Unternehmen in einer Sonderausgabe bestimmt auch bald erklären. Ray Dalio gibt Dr. Martin Brudermüller noch ein wenig Zeit, bist die Nettoshortpositionen im Bundesanzeiger wieder aufblitzen, Agenda hin oder her, im Ausland hat man es auf unseren Exportüberschuss abgesehen, nicht auf (un-)sanierte Sozialkassen oder eine kleingemachte Bundeswehr. Volkswirtschaftlich spielt der deutsche Binnenmarkt eine untergeordnete Rolle. Der deutsche Export weckt allerdings Begehrlichkeiten, dass weiß nun auch der Letzte seit POTUS uns täglich darüber "informiert".

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whugo 23.08.2019, 13:07
19. Ach, Herr Fricke,

irgendwie bewundere ich ja auch, wie selbstgewiss und unverwechselbar Sie stramm links auf der politischen Wippe stehen. Aber eigentlich schreiben Sie in jedem Ihrer Stücke das Gleiche, es gibt nur Nuancen in der Headline. Suuuper Idee, jetzt nochmal den ollen Schröder vorzukramen und ihm genau das Gegenteil von dem vorzuwerfen, was in der Realität passiert ist. Aber was schert einen Sozialismus-Träumer schon die Realität?!

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