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Neue Allianzen in der Euro-Krise: Endlich zählen Ideen statt Ideologie
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Die ideologischen Fronten in der Euro-Krise brechen auf. In der Debatte über Merkels Europapolitik verbünden sich plötzlich Kommunisten mit Konservativen, Gewerkschafter mit Industriellen. Das ist ein Gewinn.

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Fackus 07.07.2012, 07:36
140. Augenmass !! ??

Zitat von sysop
Die ideologischen Fronten in der Euro-Krise brechen auf. In der Debatte über Merkels Europapolitik verbünden sich plötzlich Kommunisten mit Konservativen, Gewerkschafter mit Industriellen. Das ist ein Gewinn.
Da liest man im Artikel:
"Doch die Gipfelbeschlüsse sind viel zu vage, als dass sich daraus eine konkrete Bedrohung ableiten ließe."

Da schiesst einem doch spontan ein Vergleich in die Gedanken (ohne diesen Fall hier diskutieren zu wollen): Wir hatten 2011 auch nur eine "vage Bedrohung" durch einen Tsunami in Japan (eigentlich gar keine). Die hektischen Folgereaktionen sind bekannt.

Und hier? Wie muss eine Bedrohung beim Thema Euro eigentlich aussehen, um nicht "vage" zu sein.

Die Regierung sollte ihr Sicherheitsdenken auch auf die Eurofrage übertragen und nicht nur bei vager sonder sogar akuter Bedrohung die Notbremse ziehen.
Wenn KKWs runter, dann aber auch den Euro.

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Steve Holmes 07.07.2012, 07:37
141.

Zitat von Gerd Weghorn
Na ja: "Kommunisten" gibt es nicht, ...
Zum Schaden dieser Welt hat es sie gegeben und sie haben früher einen Großteil Europas beherrscht. Leider gibt es sie aber auch heute noch und Sahra Wagenknecht ist eine der bekanntesten Vertreterinnen.

Zitat von Gerd Weghorn
Was auch den „Kommunisten“ mangelt, das ist die Kampfkompetenz, die nötig sein wird, um dem spekulativen Finanzkapital - das ist die Kapitalfraktion, in der es den Profiteuren einzig darum geht, mit dem Kaufen und Verkaufen von Zahlen wirkliches Geld in die eigenen Taschen zu schaufeln - ein- für allemal das schmutzige Geldwerk zu legen.
Anders als die Kommunisten betrachten wir Demokraten es als legitim dass Menschen Handel treiben und daraus Profit erwirtschaften.

Zitat von Gerd Weghorn
Diese Losung heißt: "Kampf dem leistungslosen Einkommen", in Deutschland und weltweit!
Eine Abschaffung von Hartz IV würde sich gesellschaftspolitisch sicher nicht durchsetzen lassen.

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Protuberanzen 07.07.2012, 07:39
142. vergeigt es nicht weiter

Zitat von sysop
Die ideologischen Fronten in der Euro-Krise brechen auf. In der Debatte über Merkels Europapolitik verbünden sich plötzlich Kommunisten mit Konservativen, Gewerkschafter mit Industriellen. Das ist ein Gewinn.
sicher kann aus der EU mal was werden, wenn die Einsicht an Boden
gewinnt, dass ein gesunder Umgang mit Geld von der Garantie der
Basisbedürfnisse ihrer Mitglieder abhängt.

Für demokratisches Erwirtschaften sind Finanzspekulationen pures Gift,
ein Ausspielen von sozialen Energien, durch Gratisgewinnsüchtige.
Noch ist die EU-Idee, gem. ihren Ergebnissen ein aufgesetztes Konstrukt. Die Suche nach Ideen wird im Sand verlaufen, solange die Ursachen
des Misswirtschaftens nicht gemeinsam aufgearbeitet werden.

verarmende Wackelstaaten im "verkohlten" Europa dank Finanzsystem.

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Steve Holmes 07.07.2012, 07:45
143.

Zitat von rebel4life
Cameron und die Britten haben ja so recht. Nein zum Euro, nein zur Europäischen Union, dafür eine Rückbesinnung auf die Grundidee des gemeinsamen Binnenmarktes, welchen die Europäische Gemeinschaft (Verträge von Rom) verkörperte.
Ich gebe ihnen (und den Briten) vollkommen Recht. Freier Handel innerhalb Europas und auch darüber hinaus ist erstrebenswert. Ansonsten sollten die Länder und Regionen ihre eigenen Gesetze machen und für ihr eigenes Handeln verantwortlich sein.

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Maria-Galeria 07.07.2012, 07:46
144. Banken helfen Banken

Transaktionssteuer, wieso hat man die noch nicht eingeführt?
Mit der Transaktionssteuer könnte man einen Geldtopf befüllen, der ausschließlich
für Wackelkandidaten im Bankengeschäft
zur Verfügung steht. Das Geld der Leute
ist sicher, keine Inflationsangst und die Risikolust der Banken und sonstigen Anleger wird durch die Transaktionssteuer
abgesichert. So wird dem Tieger der Zahn gezogen, was aus dem Topf nicht entnommen wurde am Ende des Jahres
geht als Boni an den Staat der am besten gewirtschaftet hat, man kann aber auch das Los entscheiden lassen, so wird auch der Casinomentalität ein bischen entgegen gekommen.

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Halcroves 07.07.2012, 07:47
145. und dennoch

war da jemand so clever und verlangte beim "Auslagern dieser Schrottpapiere" oder auch Börsenschiebung, eine Haftung seitens der Mutter Bank Hypovereinsbank von 5 Jahren. Der Witz ist dann aber der, dass unser ehemaliger Finanzminister und wahrscheinlich zukünftiger Kanzlerkandidat der SPD, Herr Peer Steinbrück redegewandt wie immer einen Tag nach Ablauf dieser Frist im Bundestag die notwendige Rettung bekannt gab. Länger konnten die Herren auch nicht warten, denn die bescheidenen 5 oder gar 6 stelligen Lohnfortzahlungen gerieten ins stocken. Was glaubt denn ein verlauster Schichtarbeiter, Handwerker, Krankenschwester, Kraftfahrer etc. eigentlich was so eine Tankfüllung einer 20 Meter Jacht kostet, bei den Spritpreisen. Man darf doch nicht stehlen.
Die Börsenschiebung ist gesetzlich zulässig und dennoch nichts anderes als ein Taschendiebstahl. Nur der Taschendiebstahl wird bestraft. Aber in beiden Fällen werden Unvorsichtige beraubt von dem, der zupackt. Die Spekulation in Getreide etc. , wobei die Erzeuger alles verlieren, ohne etwas tun zu können, um diese Spekulation zu verhindern, ist gesetzlich zulässig. Das Stehlen eines Sackes Getreide aus dem Lager des Spekulanten dagegen ist schwerer Diebstahl und wird hart bestraft. Beide Handlungen die Spekulation wie auch das Stehlen sind sowohl in der Absicht als auch im Effekt auf die Betroffenen gleich. Das eine gilt vor dem Gesetz als einwandfreies und gesetzlich geschütztes Geschäft, das andere jedoch als Raub. Diese Ungerechtigkeit oder genauer gesagt, diese Unvollkommenheit in den Gesetzen sehen wir ein, verstehen wir und besprechen diese, aber niemand ist daran interessiert diese zu ändern. Warum wohl ?

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wilkau-haßlau 07.07.2012, 07:48
146. Ideologie, Erpressbarkeit...

Zitat von antmanhh
...wenn man die Banken scheitern ließe...nämlich dass der deutsche Exportüberschuss und Millionen Jobs nur durch die Schulden wertmäßig noch getragen werden. So dieser Kompensationsmechanismus nicht mehr da ist, würde die Sonnenseite der Deutschen zusammenbrechen. Heißt im Klartext - die Marktwirtschaft scheitert an ihrer eigenen Logik. Das will aber niemand wahrhaben.
1.) bei Frau Wagenknecht haben wir das Vergnügen, ihren Selbstfindungsprozessen beiwohnen zu dürfen, der sie von Stalin und Walter Ulbricht zu Ludwig Erhardt und Walter Eucken führt, und, mit zunehmenden Lebensalter, bei Jesus Christus enden wird. Die Ideologie der Kommunisten heißt "Opportunismus". Das kann für den Zuschauer durchaus unterhaltsam und lehrreich sein, eine Antwort auf die Krise ist es freilich nicht.
2.) Frau Merkel ist erpressbar. Mir ist nicht klar, womit Monti Frau Merkel erpresst hat. Es war stets von Erpressung die Rede, aber nicht von der Art der Erpressung. Ich nehme an, Monti sagte Frau Merkel, reich mir die Milliarden rüber, dann halte ich deine Exportwirtschaft am Laufen. Frau Merkels Ideologie heißt "sozial ist, was Arbeit schafft". Wenn ich mein politisches Handeln daran festmache, ist es leicht, den anderen zu beeindrucken, der muss nur mal an die neuralgische Stelle tippen, und unsere "Hauptsache-Arbeit"-Kanzlerin" fällt um.
3.) Die Allianz der Arteitgeber mit den Gewerkschaften kennen wir schon aus den Zeiten der Wiedervereinigung. Im Resultat hatten wir eine deindustrialisierte Zone Ostdeutschland und die beginnende Spaltung der Gesellschaft in privilegierte Arbeitsplatzbesitzer, Kapital-Profiteure und in "spätrömischer Dekadenz" "sich suhlende" Taugenichtse.
Vielen Sparern ist nicht klar, dass Frau Merkel um den Erhalt von deren Spareinlagen kämpft. Zur Erhaltung des Status Quo ist es aber erforderlich, dass die Wirtschaft weiter exportieren kann, und sei es um den Preis, dass der Steuerzahler die Kosten übernimmt, wenn der Schuldner nicht zahlen kann.
4.) Bankenrettung und Vergemeinschaftung der Schulden ist im Interesse der beiden oberen Drittel der Gesellschaft, jenen Schichten, aus denen Frau Merkel ihre Wähler rekrutiert. Insofern macht Frau Merkel zwangsläufig Politik gegen das untere (und größer werdende) Drittel der Gesellschaft, aber keine Politik für das Land.
5.) Als Hauptursache für die Krise sehe ich den Umgang mit dem Begriff "Arbeit" (schaffende Arbeit, nützliche Arbeit, schädliche Arbeit, belohnenswerte Arbeit, notwendige und überflüssige Arbeit, Arbeit im Kontext mit Wirtschaftswachstum und der Ausbeutung natürlicher Ressourchen, der Preis der Arbeit). Die einzige Partei, welche sich einer notwendigen und grundsätzlichen Diskussion hierüber öffnet, sind die Piraten.

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Steve Holmes 07.07.2012, 07:58
147.

Zitat von denkdochmalmit
Damit kann Griechenland nicht gemeint sein: Seltene Erden und Unmengen Gas...
Danke für den Link. Der Artikel ist witzig. Das angeblich so reiche Griechenland wird von den bösen USA und Israel um seinen potentiellen Reichtum betrogen.

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Schwede2 07.07.2012, 08:17
148. Ich dachte, die Ideologie wäre tot!

Zitat von MPeter
Man kann das ganze drehen und wenden wie man will, es kommt immer auf's Selbe raus: die Vermögenden müssen endlich zur Kasse gebeten werden, damit für den Rest auch noch genug zum vernünftig Leben übrig bleibt.
Das ist wieder mal klassenkämpferische Terminologie, die, wieder mal, einer nicht lassen kann.

In Wirklichkeit haben alle über ihre Verhältnisse gelebt. Politiker wurden nur gewählt, wenn sie Geschenke verteilt haben. Und abgestraft, wenn sie auch nur versucht haben, diese Geschenke wieder einzusammeln. Solange Staaten mehr ausgeben, als sie einnehmen, wird jedes System scheitern.

Seit der Lehman-Pleite ist doch nicht die Bohne passiert. Nicht ein Cent Schulden wurde in Europa zurückbezahlt. Statt dessen haben wir über 600 Milliarden Euro zusätzliche Schulden seither angehäuft. Das konnte und kann nicht gutgehen. Auch Schattenhaushalte sind Schulden. Das, lieber Freund kann man wenden, wie man will. Alle, restlos alle, werden den Gürtel deutlich enger Schnallen müssen. Ich jedenfalls bin gespannt, wann uns Merkel und Schäuble diese Wahrheit verkünden.

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notty 07.07.2012, 08:21
149.

Zitat von sysop
Die ideologischen Fronten in der Euro-Krise brechen auf. In der Debatte über Merkels Europapolitik verbünden sich plötzlich Kommunisten mit Konservativen, Gewerkschafter mit Industriellen. Das ist ein Gewinn.
Fuer WEN ist das ein Gewinn?
Bis jetzt haben die Entscheidungen zum Euro jegliches demokratische Mass vermissen lassen. Bei den Politikern, die sich jetzt "verbuenden", muss man sich unwillkuerlich fragen "Gegen wen?"
Im Zweifelsfall wohl wieder gegen die Buerger, die laut Umfragen die Nase gestrichen voll haben...weil sie alles zahlen sollen. Dass Gewerkschafter mit Industriellen kungeln ist nicht neu, ggf. haben auch sie ihren Preis.
Blickt man zurueck, was alles im Namen des Souveraens verabschiedet wurde, dann kann es nur eine Antwort geben..."Voll gegen den Willen des Volkes"...
Ob Euro-Stuetze, Hilfsgeldtransfers, Beitritt zweifelhafter Staaten, Korruption im System, Subventionsbetrug ohne merkbare Folgen, "bemerkenswerte Urteile" des EUGH....dies alles geschieht eben NICHT zum Wohle der Buerger....

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