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Neue Bauordnung in Wien: Fünf Euro pro Quadratmeter - so geht's
imago/viennaslide

Die Wiener Regierung geht drastisch gegen steigende Mieten vor. Eine neue Bauordnung macht Investoren strenge Vorgaben - und setzt für zwei Drittel aller neuen Wohnungen die Preise fest.

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Bondurant 26.11.2018, 12:11
140.

Zitat von bürostuhlpilot
Das ist falsch. Ihnen ist der Begriff des Mietpreisspiegels - der ist in engen Grenzen variabel - unbekannt? Selbstverständlich kann jeder Vermieter die Mieten - im Rahmen des örtlichen Mietpreisspiegels - moderat anpassen. Dagegen werden auch alte Menschen nichts einzuwenden haben.
Sie wissen aber schon, dass es die Obergrenze für Erhöhungen der aktuellen Miete von 15% in drei Jahren gibt, auch dann, wenn die Miete nach Erhöhung weit unter der zulässigen Grenzwerten des Mietspiegels bleibt? Genau das ist das Problem der sogenannten Altverträge, dass gutwillige private Vermieter eben gerade nicht in der Vergangenheit die vollen Spielräume des Mietspiegel für Erhöhungen ausgenutzt, sondern die Sache haben laufen lassen. Dann stehen da plötzlich Mietverträge im Gespräch, die 50 % und weniger des aktuellen Mietniveaus nach Mietspiegel betragen und die Sie eben gerade nicht auf das Niveau des Mietspiegels erhöhen können. Und alte Leute, die relativ große Wohnung zu diesen Konditionen bewohnen haben keinen wirtschaftlichen Anreiz, eine neue, kleinere Wohnung zu suchen. Ganz abgesehen davon, dass sie damit auch ihre vertraute Umgebung verlieren würden, was gerade im Alter nun ganz und gar nicht erfreulich ist.

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bürostuhlpilot 26.11.2018, 14:10
141.

Zitat von Bondurant
Sie wissen aber schon, dass es die Obergrenze für Erhöhungen der aktuellen Miete von 15% in drei Jahren gibt...
..aber sicher.

Zitat von
Genau das ist das Problem der sogenannten Altverträge, dass gutwillige private Vermieter eben gerade nicht in der Vergangenheit die vollen Spielräume des Mietspiegel für Erhöhungen ausgenutzt, sondern die Sache haben laufen lassen.
Das ist doch das Problem der Vermieter, wenn sie sich nicht sachkundig machen, abgesehen davon, daß es so manchen Vermieter gibt, der ein ganz probates Mittel anwendet, um langjährige Mieter "loszuwerden" - er vernachlässigt den Pflegezustand des Mietobjektes und wartet ab, bis eine Mietpartei nach der anderen auszieht. Dann steht die Immobilie leer und kann aufwendig saniert werden.

Zitat von
Dann stehen da plötzlich Mietverträge im Gespräch, die 50 % und weniger des aktuellen Mietniveaus nach Mietspiegel betragen und die Sie eben gerade nicht auf das Niveau des Mietspiegels erhöhen können.
Pech - für den Vermieter.

[quote}Und alte Leute, die relativ große Wohnung zu diesen Konditionen bewohnen haben keinen wirtschaftlichen Anreiz, eine neue, kleinere Wohnung zu suchen.[/quote]

Das ist Unsinn und blanke Theorie. Es geht nicht um den wirtschaftlichen Anreiz, sondern darum, daß eine große Wohnung viel Pflegeaufwand erfordert, der Menschen in fortgeschrittenem Alter schwerer fällt.

Zitat von
Ganz abgesehen davon, dass sie damit auch ihre vertraute Umgebung verlieren würden, was gerade im Alter nun ganz und gar nicht erfreulich ist.
Eine steigende Zahl zieht dann ohnehin in eine "Seniorenresidenz" innerhalb ihrer Gemeinde. Diese Einrichtungen haben wachsenden Zulauf, bieten nicht nur Zimmer, sondern inzwischen auch Wohnungen für zwei Personen.
Insbesondere genossenschaftliche Bauvereine (Teil des Themas) errichten eine zunehmende Zahl von relativ großzügigen, barrierefreien Wohnungen - die von vielen Senioren gerne genutzt werden.

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Bondurant 26.11.2018, 15:50
142.

Zitat von bürostuhlpilot
Das ist doch das Problem der Vermieter, wenn sie sich nicht sachkundig machen,
wessen Problem das ist (übrigens interessant, wenn Sie einem Vermieter einen Vorwurf daraus machen, dass er nicht die maximal mögliche Miete einstreicht), ist im Kontext dieser Diskussion gleichgültig. Es ging um Ihre These

Viele alte Menschen suchen - vor allem wenn die Kinder ausgezogen sind oder der Lebenspartner verstirbt, eine kleinere Wohnung und finden sie auch.

die nach meinem Dafürhalten unzutreffend ist. Aus den von mir näher dargelegten Gründen verhält es sich nämlich so, dass viele alte Mieter, die allein zurückbleiben, auch alte Mietverträge haben, die aufgrund ihrer günstigen Konditionen den Umzug in eine kleinere, neu vermietete Wohnung wirtschaftlich sinnlos machen, insbesondere, wenn man die Kosten des Umzugs bedenkt. Deshalb tritt der von Ihnen beschriebene Effekt auch nicht ein. Dies passiert erst dann, wenn aus gesundheitlichen Gründen der alte Mensch gezwungen ist in ein Pflegeheim etc. umzuziehen. Vorher wird seine Wohnung im Regelfall nicht frei.

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bürostuhlpilot 26.11.2018, 16:25
143.

Zitat von Bondurant
wessen Problem das ist (übrigens interessant, wenn Sie einem Vermieter einen Vorwurf daraus machen, dass er nicht die maximal mögliche Miete einstreicht),...
..höfliche Empfehlung: Sie sollten nicht versuchen, Ihren Mitdiskutanten das Wort in der Tastatur herumzudrehen oder etwas zu unterstellen - ich habe dem Vermieter keinen Vorhalt gemacht, sondern nur festgestellt, daß es manche solcher Vermieter gibt. Manche reizen den Mietpreisspiegel bis an die obere Grenze aus, manche eben nicht.

Miete dient ja in der Regel nicht der Gewinnerzielung/Spekulation, sondern um die jährlichen Instandhaltungskosten zu decken und eine kleine Rücklage für längerfristige Instandhaltungsinvestitionen zu schaffen, z.B. eine neue Heizungsanlage oder eine Dachsanierung.
Heizungsanlagen sind - so es keine Gesetzesnovellierungen gibt - in der Regel nach 15 - 20 Jahren austauschreif, Dächer - je nach Zustand und Bauart (Walm-/Satteldach/Flachdach) - 30 - 40 Jahren.

Zitat von
...ist im Kontext dieser Diskussion gleichgültig. Es ging um Ihre These Viele alte Menschen suchen - vor allem wenn die Kinder ausgezogen sind oder der Lebenspartner verstirbt, eine kleinere Wohnung und finden sie auch. die nach meinem Dafürhalten unzutreffend ist.
Das entspricht der Lebenswirklichkeit vieler höherbetagter Menschen/Ehepaare, nachdem die Kinder erwachsen geworden und ausgezogen sind.

Zitat von
Aus den von mir näher dargelegten Gründen verhält es sich nämlich so, dass viele alte Mieter, die allein zurückbleiben, auch alte Mietverträge haben, die aufgrund ihrer günstigen Konditionen den Umzug in eine kleinere, neu vermietete Wohnung wirtschaftlich sinnlos machen, insbesondere, wenn man die Kosten des Umzugs bedenkt.
Das können Sie noch so oft wiederholen, es entspricht nicht der allgemeinen Lebenswirklichkeit.

Es sei denn, diese Menschen haben eine ETW. Und selbst dann versuchen viele, diese zu verkaufen und sich "zu verkleinern" - wie der Volksmund sagt und schreibt.

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Bondurant 26.11.2018, 18:16
144.

Zitat von bürostuhlpilot
..höfliche Empfehlung: Sie sollten nicht versuchen, Ihren Mitdiskutanten das Wort in der Tastatur herumzudrehen oder etwas zu unterstellen - ich habe dem Vermieter keinen Vorhalt gemacht,
Ihre Worte

Das ist doch das Problem der Vermieter, wenn sie sich nicht sachkundig machen,...

Kein Vorhalt, wenn man jemandem erklärt, es fehle ihm an Sachkenntnis und er müsse die resultierenden Nachteile eben hinnehmen? na, wenn Sie meinen...

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schwäbischalemannisch 27.11.2018, 00:31
145. So. Die Spekulanten sind schuld?

Oder der Markt. Dabei ist der Markt immer nur die Messstation. Nämlich dafür wie gut der Gesetzgeber die Leitplanken gesetzt hat. Es steht ja im Artikel, dass die Quote von 70 auf unter 30% gefallen ist. Da wurde offenbar was versäumt, was man nun mit brachialer Gewalt nachholen will. Solche dirigistischen Eingriffe durch den Staat machen es meistens nicht besser. Besser wäre es man setzt vernünftige Regeln und achtet auf deren Einhaltung. Aber es stimmt schon. Die Verzerrung bei den Zinsen führt dazu, dass Investoren andere vermeintlich sichere Anlagen suchen. Immobilien, insbesondere in stabilen Märkten wie Österreich oder Deutschland, sind da dann erste Wahl. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Die Nachfrage steigt durch den Zuzug, daher müsste das Angebot auch steigen. Durch zuviel Auflagen und Bürokratie wird das aber erfolgreich ausgebremst. Staatsversagen. Um das zu kaschieren werden Investoren zu Buhmännern gemacht und das einfache Volk glaubt es auch.

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Lamboing 27.11.2018, 17:30
146. Wien oh Wien , nur Du allein...

wenn ich mir hier so manche Kommentare durchlese kommt mir das Grausen: €5,./m2 Obergrenze für Neubauten. Klar doch, macht es doch alle so. Das Ergebnis werden entweder Neubauten aus Wellpappe ohne Sanitäranschluss oder gar keine sein. Also keine, wenn nicht jeder m2 von der Kommune/ vom Staat mit mind. €1000,- bis 1500,- bezuschusst werden wird. Schon mal den Baukostenindex gelesen oder verstanden oder wenigstens davon gehört? Aber klar, die reichen Immobilienspekulantenbaubonzenpfeffersäcke ziehen ja immer Neubauten für max €100,-/m2 hoch und vermieten die dann für €20,-kalt/monatl. an die armen Schlucker. Denen gehört es jetzt mal richtig gezeigt!!!

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biesi61 28.11.2018, 10:23
147. Sehr vernünftig,

den Anteil kommunaler, genossenschaftlicher und anderer gemeinnützig errichteter Wohnungen kräftig zu erhöhen. Das mäßigt die Profitgier der privaten Bauherrn und bremst die Grundstückspreise. 5 €/m² Nettokaltmiete sind ohne größere Verrenkungen erreichbar, wenn man nicht wie in Deutschland von vorn herein >25% Profit kalkuliert (und nach Realisierung durch ungehemmtes Auspressen von Lieferanten und Subunternehmern oft genug sogar noch sehr viel mehr einstreicht). Dieser "Markt" ist inzwischen eine unverschämte Abzockmaschine zu Lasten der Mieter.

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yougee 28.11.2018, 15:16
148.

Es ist aber allen hier schon klar, dass das Investierte Geld nicht "weg" ist, wodurch man es sich über Mieten auf biegen und brechen zurückholen muss? Im Gegensatz zu Maschinen, welche nach Abschreibung nichts mehr Wert sind, und so die Investition tatsächlich abgeschrieben ist, sind Gebäude durchaus noch allerhand Wert. Sofern keine Müllverbrennungsanlage nebenan errichtet wurde, sogar mindestens die Investitionssumme.
Will heißen: Der Geldwert wurde im Gebäude präserviert. D.h. alles was nach Abzug von Nebenkosten und Sanierungskosten in der Zukunft von der Miete übrig bleibt ist ein Reingewinn. Das wurde wohl mittlerweile erfolgreich verdrängt.
Das Problem ist der Bau auf Pump. Gelddrucken wie einer der Kommentatoren trefflich beschrieben hat. Denn das Geld hierfür kommt nahezu aus dem Nichts. Es wurde nicht erwirtschaftet, sondern muss noch erwirtschaftet werden, und zwar statt durch den Bauherren durch die Mieter.
Das ist wie, wenn man Forderungen an Schuldner hat, diese Abschreibt und so Steuern spart, und dann noch diese Forderungen weiterverscherbelt, die von der nächsten Firma weiterhin durchgesetzt werden. Klassisches Gelddruckszenario.
Günstiger Wohnraum ist möglich, z.B. wenn eine Firma durch Produktion von irgendwas Geld erwirtschaftet und dieses dann in Gebäude umwandelt. Allein die Wertsteigerungen geben eine de facto Rendite heraus (so wie früher) Plus ein winzig kleines extra auf dem Mietpreis.
Wenn Sanierungen gemacht werden müssen, sollte das eigentlich schon abgegolten sein; oder, falls unvorhergesehenes daherkommt, meinetwegen etwas höhere Miete, ABER eben nicht auf Dauer!
Doch im reinen Kapitalismus, wo alles (wirklich alles) maximalen Gewinn bringen muss, ist das nicht vermittelbar.

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franciszek_wisniewska 28.11.2018, 16:33
149. Gewerbeansiedlungen sollte Wohnbau auslösen

Würde man den Gemeinden auferlegen auch für Wohnraum zu schaffen wenn es mehr Jobs gibts, würde sich as Problem lösen.
Je Job-Stunde ein Euro Job-Gewerbesteuer

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