Forum: Wirtschaft
Neue Bauordnung in Wien: Fünf Euro pro Quadratmeter - so geht's
imago/viennaslide

Die Wiener Regierung geht drastisch gegen steigende Mieten vor. Eine neue Bauordnung macht Investoren strenge Vorgaben - und setzt für zwei Drittel aller neuen Wohnungen die Preise fest.

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Silversurfer2000 22.11.2018, 11:19
20. Gute Idee!

Das hat ja auch in der DDR hervorragend geklappt!

Ich glaube, wir sollten dieses Erfolgsmodell auch auf andere Waren übertragen und wie in Kuba ein Ministerium für Preisfestsetzung einrichten.

So bin ich z. B. der Meinung, dass mein Erdbeeryoghurt nicht mehr als 50 Cents kosten sollte.

Dann zeigen wir es diesen Neoliberalen, die allen Ernstes glauben, dass eine Senkung der Nachfragepreise (5 Euro je Quadratmeter) zu einer Verringerung des Angebotes (Anzahl gebauter Wohnungen) führen wird!

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stefanbodensee 22.11.2018, 11:19
21. Sehr schön ...

das gefällt mir, weiter so wien. Wenn München oder Berlin ähnlich vorgehen würden, würde längerfristig sicherlich Ähnliches entstehen, für mich der einzig richtige Ansatz. Daß die Investoren jetzt jaulen bzw. die Schwarzen sich kritisch äußern, war nicht anders zu erwarten. Bayern z.B. hatte früher mal einen viel höheren Stand an eigenen Immobilien ( GBW ) - und hat diesen größtenteils verscherbelt - das rächt sich nun. Ein gewisser Herr Söder war damals federführend bei dieser Aktion, was daraus wurde, wissen wir mittlerweile ( Stichwort 'Vonovia / Deutsche Annington oder Patrizia ). Daher - Wien rockt, Klasse! Und auf AirBnB kann ich gerne verzichten, für mich gehört dieses 'Unternehmen' komplett abgeschafft....

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rorro 22.11.2018, 11:21
22. Nee, so geht's nicht

Die attraktiven Metropolen der Welt sind in einer Zwickmühle - denn faktisch können sie nur etwas gegen steigende Mieten tun, wenn sie den Zuzug verringern helfen durch Steigerung der Attraktivität des Umlandes.

Wien wird es erleben, daß der private Neubau einbricht - die Rendite ist zu gering. Dann werden die Mieten der Altbestände steigen. Wird das dann irgendwann zu stark gedeckelt, werden die Investitionen in Sanierung und Renovierung deutlich sinken, manche werden verkaufen. Der Wohnstandard bleibt teuer und wird nicht besser.

Attraktivität zieht immer Geld an und ist teuer. Nicht nur bei Immobilien.

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hansschulze 22.11.2018, 11:22
23. Ökonomische Grundbildung

"Grund und Boden sind ein besonderes Gut, das nicht vermehrbar ist. Wir Politiker müssen also etwas tun, um leistbares Wohnen langfristig zu sichern", sagt der Wiener Grünen-Politiker Christoph Chorherr.

Gerade wenn es sich um ein Gut handelt, was nicht beliebig vermehrbar ist, sollte doch dafür gesorgt werden, dass ein jeder sparsam damit umgeht, oder? Ich persönlich glaube ja, dass jemand bei 5 Euro Miete/m² eine deutlich größere Wohnung mietet, als bei 10 Euro/m². Folge dieser Preisbegrenzung ist dann also, dass die alleinstehende Oma in der 4 Zimmer Wohnung (die sie 1962 zusammen mit Mann und 3 Kindern bezogen hat) bis zu Ihrem ableben 2033 bleibt und die junge Familie mit zwei kleinen Kindern leider trotz gutem Verdienst und hohem Bedürfnis KEINE Wohnung findet.

Es regt mich auf, dass Sozialromantiker ständig Dinge gut meinen, aber das Ergebnis dann gesamtgesellschaftlich so dermaßen unter dem tatsächlich Möglichen zurück bleibt.

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sarapo29 22.11.2018, 11:25
24. Die Regierung allein könnte es Richten

Selbstverständlich ging das alles auch in Deutschland- Allein: Es fehlt der politische Wille. Oder wohl noch etwas näher an der Wahrheit: Die CDU/ CSU vertreten halt ausschliesslich die Interessen der Wohnungseigentümer. Die SPD wiederum ist viel zu schwach etwas dagen zu setzen... Aber so wollte es ja der Wähler: "Für ein Land in dem wir gut und gerne Leben..." Als Mieteigentümer beispielsweise und in dem der Mietwucher bei vielen zum Wohlstand weniger beiträgt.. Schön immer weiter von unten nach oben umverteilen.

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QuaxAir 22.11.2018, 11:26
25. Richtig so!

Es gibt wohl doch intelligente und einfache Lösungen für bezahlbaren Wohnraum. Ganz im Gegensatz zur nutzlosen deutschen sog. "Mietpreisbremse", die alles macht nur die Mieten nicht begrenzt.
Und es hat noch einen positiven Nebeneffekt: Dadurch dass es auch einen Anteil an teureren Wohnungen gibt, vermischt sich auch das Klientel dabei. Kein "Stand" ist mehr nur unter sich, sondern es gibt eine schöne Durchmischung von reicheren und sozial schwächeren.
Klasse Sache!

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heidebock 22.11.2018, 11:26
26. ...wenn auch radikal

.... wird wenigstens etwas in Wien getan. Sicher kann man das auch kritisch betrachten, denn es ist durchaus nachvollziehbar, dass u. U. langfristig weniger Wohnungen entstehen, aber das könnte die Wiener Verwaltung sicherlich im Laufe der zeit "feinjustieren". Besser man macht soetwas, als eine wirkungslose Mietpreisbremse.
Utopisch ist sicherlich z. Zt. eine europäische Lösung, so oder ähnlich in allen Ballungsräumen zu verfahren, so dass sich für die "Heuschrecken" die eine Geldanlage in Betongeld in Europa suchen, die Lage deutlich erschwert.
Um konträr in etwa zu Lindners Worten zu sagen, "Besser man entscheidet etwas ein klein wenig falsch, als gar nicht!"

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erlachma 22.11.2018, 11:29
27.

Zitat von kayakclc
5€/m2 und dann noch ein Neubau? Wer soll das denn bauen? Sollen die Bauunternehmer dann die 5€ einfach weiterreichen, d.h die Bauarbeiter drüfen dann nur noch den Mindestlohn verdienen, weil es die Politik so will? Unrealistische Vorgaben wird am Ende durch Pfusch am Bau komensiert, oder eben es findet sich kein dummer. Was für vorstellungen! Alle sollen möglichst hohe Löhne bekommen, aber die Mieten, die das auf 30-40 Jahre finanzieren sollen, sollen niedrig sein. Sowas können sich nur Politiker ausdenken, die nicht verstehen, wie es in der Baubranche zugeht. Viel Spass. Gut dass ich da nicht einziehen muss.
Das Problem ist doch nicht, dass man nicht Häuser bauen könnte, die für 5€/m2 rentabel vermietbar sind, das ist nämlich kein Problem, sonst gäbe es im bayrischen Wald oder in der Uckermark nämlich gar keinen Wohnneubau.
Sondern, dass die Bodenpreise dramatisch gestiegen sind, und die Investoren (oder die Vor-Investoren) die Grundstücke äußerst günstig gekauft haben, und diese nun dramatisch im Preis gestiegen sind, nicht zuletzt durch die Ausweisung als Bauland.

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schwarzweißinfarbe 22.11.2018, 11:30
28.

Zitat von baal0815
Es wäre großartig, wenn das durchkommt und Schule macht. Es soll nicht darum gehen, Hauseigentümer oder Vermieter zu enteignen. Schließlich tragen sie ja auch Risiken und haben Kosten. Aber Wohnraum im großen Stil als reines Spekulationsobjekt zu sehen ist im wahrsten Sinne des Wortes asozial.
Nö, enteignet wird niemand. Es werden die restlichen 1/3 nur einfach mehr belastet! Also die Normalverdiener!
Anstatt 8€/m² für jeden, gibt es jetzt 5€/m² für einige Privilegierte und 14€/m² für die Anderen.
Oder anstatt 10€/m², gibt es 5€/m² für einige Privilegierte und 20€/m² für die Normalverdiener.

Herzlichen Glückwunsch, das sie so eine unsoziale Politik auch noch "großartig" finden, sagt vieles über Sie aus.

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thorstenwege 22.11.2018, 11:30
29. Investition muss sich lohnen

Ich glaube kaum dass es Bauunternehmer gibt die sich für 5 euro der Quadratmeter die Mühe machen zu bauen. Investitionen und das unternehmerische Risiko muss sich lohnen. Wenn die öffentliche Hand, also in dem Fall die Stadt, sich als Bauherr für soziale Wohnungen betätigt, muss halt der Steuerzahler aufkommen für diese Art der Quersubventionierung. Irgendjemand zahlt immer die Zeche. Umsonst geht die Sonne auf.

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