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Neue Berechnungen: Superreichensteuer könnte dem Staat 18 Milliarden Euro einbringen
imago/blickwinkel

In den USA wird sie heiß diskutiert: Eine Steuer auf Vermögen von mehr als 50 Millionen Dollar. In Deutschland könnte sie laut DIW mehr einbringen als der Soli. Doch es gibt einen Haken.

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Last Ninja 26.02.2019, 13:56
280.

Zitat von RioTokio
18 Milliarden könnten wir den Superreichen abknöpfen. Also auch Geld, das die Superreichen dann hier nicht mehr investieren können. Viele werden einfach in die Schweiz übersiedeln und Ruhe ist. Die Superreichen sind übrigens die, die hier schon zu großen Teilen in die Steuerkassen einzahlen. Und 18 Milliarden sind sehr relativ. Die CDU SPD Koalition gibt ab diesem Jahr freiwillig 15 Milliarden pro Jahr mehr an die EU ab. Warum auch immer. Die Aufgabe unserer Grenzen und Einreise von Millionen, meist direkt in unsere Sozialsysteme, kostet so 40 Milliarden im Jahr, Tendenz steigend, denn wir bekommen ja rd. 160.000 Personen pro Jahr dazu, eine Großstadt, die zu bauen und zu alimentieren ist.
Und warum sollen die Superreichen wieder geschützt werden? Wenn man der normalen Bevölkerung 18 Mrd abknöpft fehlt dieses Geld auch im Wirtschaftskreislauf. Und das sogar stärker als einmalige Investitionen.

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adama. 26.02.2019, 13:57
281. Ein Vermögen: = Hundert ausgerüstet Arbeitplätze minus 2%?

Zitat von rosinenzuechterin
Ich glaube, Sie haben die Zusammenhänge in ihrer Dimension nicht ganz verstanden, wenn Sie glauben, Firmeninsolvenzen und Arbeitsplatzverluste entstünden dadurch, dass Haushalte mit über 40 Millionen Euro Vermögen (da ist 20 mal so viel wie andere in ihrem ganzen Leben bekommen!) nur noch 98% des Teils, der die 40 Millionen übersteigt, behalten dürfen. Vielleicht hilft der Vers von Berthold Brecht: "Reicher Mann und armer Mann standen da und sahn sich an. Und der Arme sagte bleich: Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich" beim Erkenntnisgewinn, auf wessen Kosten der Reichtum der Superreichen zustande gekommen ist. Ich will damit nicht sagen, es wäre illegitim oder gar illegal, mit einer guten Idee reich zu werden, aber es ist zwangsläufig IMMER das Geld der Ärmeren, das da eingesammelt wird und sich an wenigen Stellen zu Bergen auftürmt. Den allermeisten Superreichen ist dies übrigens bewusst und sie haben kein Problem damit, der Gesellschaft, die sie reich gemacht hat, etwas zurückzugeben. Einige nehmen eine solche Rückverteilung mangels staatlicher Aktivität sogar selbst in die Hand (Alfred Nobel, Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung, The Giving Pledge etc.) Den meisten dieser Superreichen ist auch bewusst, dass die gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen in den meisten anderen Ländern diesen Reichtum legal gar nicht ermöglicht hätten. Wegen einer Superreichensteuervon 2 bis 3 Prozent wird kaum ein Superreicher Deutschland verlassen.
Wenn es um große Vermögen geht, dann ist meist von Immobilien, Produktionsmitteln oder Aktien, die Rede, Wenn sie jedes Jahr 2 % einer Fabrik, eines Fließbandes abgeben müssen, dann machen sie den Betrieb definitiv kaputt. Damit sie ihre Produktionsmittel nicht verkaufen müssen, müssen sie also die Preise erhöhen. Die Preise bezahlen sie als Verbraucher und der Vermögende bleibt vermögend. Dann zufrieden? Bei Aktien könnte es sein, dass der Vermögende Aktien verkaufen muss, um vom Erlös Steuern zu bezahlen. Aber auch das würde in den Aktien eingepreist werden. Aktien würden dementsprechend niedriger bewertet werden. Generell sind Aktien aber nur ein "Scheinvermögen", da sie nur so lange etwas Wert sind, wie ein Unternehmen Gewinne erwirtschaftet. Aber auch bei Aktien gilt. Der Wert muss erst von Arbeitnehmern erwirtschaftet und von Kunden bezahlt werden. Wenn jemand ein Recht auf das Geld hat, dann doch die Arbeiter oder Kunden. Bestimmt nicht ein unbeteiligter Hartz4 Empfänger oder Neidhammel. Ansonsten können sie in Detroit das Vermögen von Milliardenkonzernen sehen. Riesige Grundstücke mit Ruinen von zerfallenden Fabriken. Vermögen mit einem Wert eines von Termiten befallenen oder verschimmelten Wohnhauses.

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lautlos 26.02.2019, 13:59
282. Fakten

Bleiben wir bei den Fakten. Der Sozialstaat kostet mittlerweile 1000 Milliarden pro Jahr. Jedes Jahr kommt eine Größenordnung dazu. Das mit der Reichenbesteuerung ist nur ein Trick, eine Nebelkerze. Wenn die Reichen abgehauen sind oder die auch nicht mehr hergeben, dann sind eh wieder die kleinen Leute dran........

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Allezy 26.02.2019, 13:59
283. Endlich hat mal jemand

die Pros und Contras sachlich und relativ umfassend gegenuebergestellt.
Wenn man diese abwaegt muesste man zu dem Schluss kommen, dass das hollaendische Modell der fixen jaehrlichen Vermoegensbesteuerung eines fiktiven Ertrages (1.2%p.a.=30%auf4%Ertrag) bei Wegfall der KEST/AbgtgSt das bessere fuer alle Seiten ist.
Wenn's mal nicht so laeuft haben alle Unternehmer auch noch ein paar Notgroschen auf der Seite.
Das gleiche gilt fuer die Erbschaftsbesteuerung der Unternehmer- Unternehmensanteile sollten hiervon ab einer gewissen Wertgrenze nicht mehr de facto ausgenommen werden.

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markx01 26.02.2019, 14:00
284.

Da das meiste Geld ohnehin nur elektroisch als Schuld oder Forderungsanspruch existiert und zudem die Realwirtschaft (Herstellung, Konsum) um ein Vielfaches überschreitet, könnte man laut Milchmädchen von diesen Ansprüchen auch 100% Steuern nehmen oder schlicht den Knopf drücken. Dann wäre nur das weg, was im Grunde nie da war oder da sein sollte, eventuell noch nicht mal erwirtschaftet oder zurückgefordert werden kann. Was weiß ich. Manchmal kommt ein das ganze System irgendwie verrückt vor. Da werden irgendwelche Finanzproukte aus dem Nichts geschaffen, mit einer eher unkalkulierbaren Renditeerwartung versehen, um sie als modernen Ablasshandel für die Renten der Industriestaaten um den Globus zu schicken. Komische Zeiten.

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karljosef 26.02.2019, 14:02
285. 18 Mrd...

Damit wäre zumindest die Hälfte der CumCum- und CumEx-Verluste aufgefangen?

Und es beträfe in beiden Fällen die gleichen Betroffenen?

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Freier.Buerger 26.02.2019, 14:02
286. Vertrauen

Zitat von postmaterialist2011
Ich zahle den Spitzensteuersatz, würde auch nicht mit der Wimper zucken, wenn ich 3 bis 5 % mehr Steuern zahlen müsste und diese Erträge in Bildung, Wissenschaft, Infrastruktur, alternative Energien und dergleichen investiert würden. Was ich nicht verstehe ist, wie hier die Mehrheit gegen eine Superreichensteuer massiv Stimmung macht, obwohl man selbst gar nicht betroffen ist, oftmals wahrscheinlich nur wie der Durchschnittsdeutsche zwischen 2 und 19 % Steuern zahlt und daher nicht unbedingt zu den Leistungsträgern zählt. Nein ihr seid NICHT gemeint, eher die Erben grosser (leistungsloser) Vermögen, die in diesem Land jährlich mächtiger und einflussreicher werden obwohl sie absolut NICHTS zu ihrem Reichtum beigetragen haben. Liegt es an der Bildung in Deutschland, dass man nach unten tritt und nach oben kuscht ? Man gönnt den Allerärmsten nicht den Dreck unter den Fingernägeln, man hat aber Sympathie für Finanzinvestoren und Jongleure, die unsere Mieten und Immobilienpreise immer teurer machen und die kaum etwas zu unserm Gemeinwohl beitragen ? Irgendwas läuft schief in diesem Land !
Es spricht einiges gegen eine Superreichensteuer.
In erster Linie ist es das Vertrauen. Die 2..3% in den Händen der Familien Klatten/Quandt, Schwarz ... sind über deren Firmen wahrscheinlich viel mehr fürs Gemeinwohl tätig als in den Händen der v.d.Leyens, Seehofers, Scholz...

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charlybird 26.02.2019, 14:02
287. Manchmal versteht man die Welt einfach nicht mehr.

Warum können die neokonökomisierten Neidargumentler einfach nicht sagen, prima, es trifft hier nicht die Falschen, sie merken die Abgabe nicht einmal und dem Staat hilft es.
Viele die derart vermögend sind, nehmen in ihren Firmen ja auch gerne staatliche Förderungen entgegen, die ihr Vermögen wachsen lassen, auch die Dienste vieler fleißiger Hände, die immer noch teilweise lächerlich entlohnt werden und mit ihren Abgaben schmerzhafter zum Wohlstand beitragen, als die Reichen.
Die Herrschaften aus dem oberen Einkommensbereich, mögen ja rund 50 % der EK Steuer erbringen, aber dieses Segment macht eh nur ca. 28-30 % des Steuereinnahmen aus.
So what ?
Ran an die Erbschafts- und Vermögenssteuer und an die ganz hohen Einkommen, ehe Brücken, Straßen und Schulen ganz auseinanderfallen, Privatisierungswahn endgültig dieses Land lahmlegt und der Geldadel weiter seine schon sehr bedenkliche Macht ausbaut.

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jallajalla 26.02.2019, 14:02
288.

Zitat von heissSPOrN
"Das liegt an einer deutschen Besonderheit. Die Superreichen finden sich vor allem unter den Eigentümerfamilien großer Unternehmen des Mittelstands. Ihr Vermögen steckt meist in der Firma..." Soso, das ganze Vermögen steckt also in der Firma... da muss man aber über einen sehr langen Zeitraum viel zusammengerafft haben, dass man überhaupt solche Firmen aufbauen konnte. Es ist nicht einzusehen, dass Infrastruktur, mit deren aus Steuermitteln finanzierter Hilfe diese gigantischen Vermögen einst aufgebaut wurden, vor die Hunde geht, während sich genau diese Klientel fiskalisch einen schlanken Fuss macht.
"da muss man aber über einen sehr langen Zeitraum viel zusammengerafft haben, dass man überhaupt solche Firmen aufbauen konnte." Das geht manchmal binnen weniger Jahre, siehe Google, Amazon und Co. Aber sie haben Recht, die staatlich verwaltete Infrastruktur geht vor die Hunde weil der Staat zu viel für Konsum und zu wenig für Substanzerhalt ausgibt. Infrastruktur muss genau wie Produktionsmittel alle 10 bis 20 Jahre komplett erneuert und aus den Erträgen refinanziert werden. Das funktioniert in der Marktwirtschaft meistens ganz gut, beim Staat leider überhaupt nicht. Was passiert, wenn der Staat auch über die Produktionsmittel herrscht, wissen wir doch alle: nach 20 Jahren ist die Wirtschaft ein Schrotthaufen. Das war und ist doch an vielen Orten der Welt zu besichtigen.

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misterknowitall2 26.02.2019, 14:07
289. Ja und Nein.

Zitat von lo135
Wer mit seinem Betrieb gut bezahlte Arbeitsplätze in Deutschland und Europa schafft (und das tun viele im kleineren wie größeren Mittelstand), der leistet bereits einen wesentlichen Beitrag zur Gerechtigkeit und zum Wohlstand im Land. Eine noch höhere Besteuerung in Form einer "Superreichensteuer" ist da einfach sozial ungerecht. Ganz davon abgesehen führt sie natürlich zum Arbeitsplatzverlust, zur Abwanderung von Firmen und möglicherweise auch zu Firmeninsolvenzen. Letzteres nicht in der jetzt gut laufenden Konjunktur, aber sehr wohl in der nächsten tieferen Rezession. Insofern sind solche Vorschläge völliger Wahnsinn, gerade für Deutschland mit seiner Mittelstandsstruktur.
Sie haben Recht damit, dass Unternehmer einen wesentlichen Teil zum Wohlstand beitragen.

Warum sie deswegen ihr privates Vermögen nicht entsprechend versteuern sollen, verstehe ich allerdings nicht. Die Konzentration von Vermögen ist eines der großen Probleme unserer Gesellschaft. Es ist nicht sozial ungerecht hier für einen Ausgleich durch Steuern zu sorgen. Und selbst die "Superreichen" sehen das so.

Quatsch ist auch diese Abwanderungsdrohung. Die Firmen verdienen doch hier ihr Geld. Wäre doch schön blöd abzuwandern, besonders vom deutschen Mittelstand. Und außerdem hat das Unternehmen ja nichts mit der Besteuerung von Superreichen zu tun.

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