Forum: Wirtschaft
Neue Berechnungen: Superreichensteuer könnte dem Staat 18 Milliarden Euro einbringen
imago/blickwinkel

In den USA wird sie heiß diskutiert: Eine Steuer auf Vermögen von mehr als 50 Millionen Dollar. In Deutschland könnte sie laut DIW mehr einbringen als der Soli. Doch es gibt einen Haken.

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Cannonier 26.02.2019, 16:47
340. Herrlisch!

Zitat von firefox34
"Ende September steckten 2405 Milliarden Euro in Bankeinlagen oder wurden als Bargeld aufbewahrt." Nur auf das Bargeldvermögen ab 1 Mio Euro eine Vermögenssteuer von 10% erheben und Deutschland wäre wohl in spätestens 10 Jahren schuldenfrei. Das würde niemandem wirklich weh tun und allen helfen. Kein Kleinunternehmer und kein Häusle von Oma wäre dadurch betroffen. Es geht nur um Geld, das mehr oder weniger nutzlos rumliegt. Deutschland ist reich... nicht alle, aber wenige sind sehr reich. Diese wenigen müssen sich endlich adäquat an den allgemeinen Ausgaben beteiligen. Selbst die für ihren strammen Kommunismus bekannte Schweiz erhebt eine Vermögenssteuer. Sie müssen sogar ihr abbezahltes Haus als Geldwertenvorteil versteuern. Nur in Deutschland schreit jeder "Enteignung"! Machen sie mit ihrem Geld etwas sinnvolles. Geben sie es aus. Wofür auch immer, dann zahlen sie Mehrwertsteuer, tun was für die Wirtschaft im Lande und schaffen Arbeitsplätze. Geld auf einem Bankkonto ist kein Wert für die Gesellschaft.
Die Staatsverschuldung im Handumdrehen gelöst. Dass wir bzw. alle Staaten der Welt nicht viel früher diesen ausgesprochen genialen Einfall hatten.
Wenn Sie mal König sind dürfen Sie das gerne per Dekret verkünden und durch Ihre Ritter durchsetzen lassen.

Bevor Sie die Weltherrschaft jedoch an sich reissen, ein paar Sätze zum Nachdenken:

Die Vermögenssteuer in der Schweiz ist selbst ab Millionenvermögen auf 1-2% begrenzt.

Vorhandenes Vermögen ist in der Regel bereits schon einmal versteuert worden, auch grosse Vermögen durch andere Steuerarten.

Derzeit gibt's keine bzw. negative Zinsen für das von Ihnen begehrte Barvermögen. Nehmen wir die Inflationsrate hinzu wird der Depp der grosse Barvermögen hält ohnehin enteignet und bestraft.

Spareinlagen bzw. Kontoeinlagen stehen sehr wohl -bei einem funktionierenden Banken und Kreditsektor- der Gesellschaft zur Verfügung.

Vielleicht gibt's in Ihrer Gegend entsprechende Bildungsangebote, bezgl. Volkswirtschaft, Geldschöpfung etc.

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Freier.Buerger 26.02.2019, 16:47
341. Ich hau mich weg

Zitat von Knossos
Können Sie mir bitte erklären, warum Sie sich an Herrn P. aufhängen, während ich dessen Vermögensberater anführe? - .... Hört auf, in vorgeschustertem Korsett zu rotieren, Leute. Sapere aude!
"Überdies wüßte Staat als authentische Vertretung des Gemeinwohls nach Beendigung von Wasserkopf und Wucher eine Reihe von Dingen zu verwirklichen."
Das ist der schönste Satz...
Ansonsten wüsste ich Ihre "authentische Demokratie" als Sozialismus zu übersetzen und dieser müsste nachdem die Mittel der vormals Reichen verbraucht sind die arbeitereigenen Betriebe auf Verschleiß fahren. An investieren, zurückzahlen oder adäquates entgelten der Belegschaften wüsste niemand mehr zu denken...

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hefe21 26.02.2019, 16:52
342. Liegt einfach so rum, das faule Stück

Zitat von firefox34
Stimmt nicht. Über 40% sind Bar und Bankvermögen. Liegt einfach auf irgendwelchen Konten rum und tut nix. Kein Unternehmen, Aktien, ö.ä. Das Geld könnte man einfach wegnehmen und niemandem würde es deshalb auch nur einen Deut schlechter gehen. Mit dem Geld könnte man locker die Schulden der Bundesrepublik Deutschland begleichen und hätte noch mehrere 100 Mrd. über... Sie machen sich offensichtlich kein Bild davon, wie Reich die Superreichen wirklich sind.
"Liegt einfach auf irgendwelchen Konten rum und tut nix. "
Dann fragen Sie mal Ihre Bank, was sie mit dem/Ihrem Geld macht, das Sie faul rumliegend wähnen. Das ist bis auf einen Liquiditätspuffer "investiert", wie es so schön heisst. In Kredite, Anleihen, Fonds etc..
Und da die Staaten ja auch großteils nicht primär im Geldsystem, sondern sekundär beim geldschaffenden Privatsektor verschuldet sind, "nimmt" dieser ja zwangsläufig bei jeder Refinanzierung dieses "jemandem" weg. Entweder freiwillig über Anleiheanschlusskauf oder unfreiwillig über die Steuerleistung.
Absurd ist ohnehin schon der Gedanke, sich extemporiert an den Bar- u. Bankvermögensbesitzer schad- bzw. schuldlos zu halten.

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Olli Ökonom 26.02.2019, 16:56
343.

Zitat von charlybird
Sie sind eher der Investitionsromantiker, was glauben Sie, wo die meisten Investitionen vieler Vermögender stecken: in Start ups und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ? Ganz bestimmt nicht ! Schauen Sie sich einfach mal die Entwicklung der Vermögensverteilung der letzten 20, 30 Jahre an. 20 % der Bevölkerung besitzen mittlerweile ca. 75 % des Gesamtvermögens. Eine schlimme Entwicklung. Und auskömmliche Arbeit bringt dieses Verhältnis komischerweise für immer weniger Menschen.
Nur weil manch Leute zu blödsind ihr Geld sinnvoll zu investieren und dafür lieber 2 mal im Jahr nach Malle fliegen, haben sie kein Geld zu investieren. Da kann man nur sagen: selbst Schuld!
Jeder hat die Chance Vermögen zu erwirtschften. Manche haben Glück und werden in Vermögen geboren, manche haben aber auch Glück durch Lottospielen. So ist das Leben. Es müssen nicht alle gleich sein, es darf auch nicht das Ziel sein, alle gleich zu machen. Das wäre sogar schlimm wenn alle gleich wären.
Wichtig ist nur, dass alle die Chance haben und das Überleben gesichert ist. Für mehr ist der Staat nicht zuständig.

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rudi_ralala 26.02.2019, 16:56
344.

Zitat von LFritze
.... Die Betroffenen lagern dann einfach mehr Vermögen in Steueroasen aus. Einfach weil das Mass an Steuern voll ist. Diese Steuer könnte unter dem Strich ein Minusgeschäft werden wegen Kapitalabwanderung.....
Oh, oh, ohhh wie lang ist dieser Bart eigentlich schon. Der wächst und wächst seit Gründung der Bundesrepublik Deutschlands im Jahre 1949 und passt in die Kategorie, höhere Löhne treiben die Unternehmen ins Ausland, in Billiglohnländern.
Gerade die Schweizer zeigen doch mit ihren Superlöhnen, dass dem nicht so ist und der Export trotzdem floriert.
Sie zeigen aber auch die andere Seite des Steuerdumpings.
Selbst die nach unseren Maßstäben mit dem Füllhorn bedachten Renter können sich die teure Schweiz nicht mehr leisten und gehen ins Ausland. Vorzugsweise Frankreich, ca. 400.000. Man kann es auch an der nahezu bankrotten AHV ablesen, dass Steuerdumping auf Dauer nicht funktioniert.

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53er 26.02.2019, 16:57
345. Beachtlich!

Die Kommentatoren zu diesem Artikel scheinen in großer Mehrzahl über Vermögen von > 50 Mio zu verfügen. SPON hat wirklich ein auserlesenes Publikum! Kapital ist halt ein scheues Reh, wer hätte mit solchen Antworten zum Thema auch rechnen können?

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firefox34 26.02.2019, 16:57
346.

Zitat von gastkommentar
Der deutsche Staat sollte mal lernen zu wirtschaften, wie es andere Staaten, z Bsp Singapur, erfolgreich, schuldenfrei und ohne hohe Steuern tun. Auch sollte SPON mal Einsparpotenzial bei den staatlichen Ausgaben aufzeigen, statt der ewigen Leier von der Reichensteuer. Politiker können getrost auf preiswerte Linienflüge umsteigen und ihre Meetings per Skype abhalten. Steigen die Kosten für öffentliche Milliardenprojekte (BER, Stuttgart etc.) sollten Politiker auch mit ihrem Privatvermögen dafür haften. Eine Halbierung der Pensionen und Diäten ist bei dem, was die politische Klasse in Berlin liefert, das Mindeste, genauso wie die Abwicklung des Bundespräsidentenamts. Glückwünsche an Despoten kann auch ein Student per Nebenjob übermitteln. Dazu bedarf es keines Amtes und keines Präsidenten.
Ausgerechnet Singapur? Eine Einparteiendemokratie? Außerdem ist Singapur eine Stadt, kein wirklicher Staat. Da könnten sie auch Monaco oder Liechtenstein als Vorbild zitieren.
Und wenn Politiker mit ihrem Privatvermögen haften, damit ließe sich dann BER oder Stuttgart 21 bauen? Und all die anderen Vorschläge bringen in Summe 18 Mrd? Oder nur das Gehalt des Bundespräsidenten? Man fragt sich manchmal wirklich wie einige die Grundschule geschafft haben. Aber gut, bei der Bildung liegt ja auch vieles im Argen.

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n.wemhoener 26.02.2019, 16:58
347.

Zitat von litholas
Gegen Reichtum in den Händen weniger ist prinzipiell nicht einzuwänden - es kommt darauf an, was sie damit machen. Wenn sie damit den Fortschritt betreiben, dann ist es doch gut. Da haben alle was davon. Grosse Projekte kann man nur realisieren, wenn man über grosse Mittel verfügt - und der Staat hält sich da ja leider extrem zurück und beschränkt sich darauf, den Konsum zu verwalten. Deswegen wird in Deutschland mit 40 Millionen Personen im arbeitsfähigen Alter kaum ein Projekt realisiert, dass nicht schon ein paar hundert Leute schaffen würden. Schlecht ist, wenn Reichtum für übertriebenen Konsum missbraucht wird.
Noch schlechter ist es, dass immer mehr Geld der Reichen in das Finanz-Casino wandert, zum Zweck der Spekulation auf Kosten anderer. Geld, das für die Realwirtschaft nicht zur Verfügung steht.

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firefox34 26.02.2019, 17:07
348.

Zitat von Cannonier
Die Staatsverschuldung im Handumdrehen gelöst. Dass wir bzw. alle Staaten der Welt nicht viel früher diesen ausgesprochen genialen Einfall hatten. Wenn Sie mal König sind dürfen Sie das gerne per Dekret verkünden und durch Ihre Ritter durchsetzen lassen. Bevor Sie die Weltherrschaft jedoch an sich reissen, ein paar Sätze zum Nachdenken: Die Vermögenssteuer in der Schweiz ist selbst ab Millionenvermögen auf 1-2% begrenzt. Vorhandenes Vermögen ist in der Regel bereits schon einmal versteuert worden, auch grosse Vermögen durch andere Steuerarten. Derzeit gibt's keine bzw. negative Zinsen für das von Ihnen begehrte Barvermögen. Nehmen wir die Inflationsrate hinzu wird der Depp der grosse Barvermögen hält ohnehin enteignet und bestraft. Spareinlagen bzw. Kontoeinlagen stehen sehr wohl -bei einem funktionierenden Banken und Kreditsektor- der Gesellschaft zur Verfügung. Vielleicht gibt's in Ihrer Gegend entsprechende Bildungsangebote, bezgl. Volkswirtschaft, Geldschöpfung etc.
Jedes "Vermögen" und fast jedes im Umlauf befindliche Geld ist schon mal versteuert worden. Auch ihr Gehalt. Es wird trotzdem nochmals besteuert und darüber hinaus auch noch indirekt besteuert. Das Vermögen nur deshalb nicht besteuert werden, weil es versteuertes Geld ist, ist ein eine billiges Argument.

Geschäftsbanken dürfen ein Mehrfaches ihrer Einlagen als Kredite vergeben. Sie müssen lediglich eine Mindestreserve bei der Zentralbank deponieren. Im Euroraum ist das aktuell nur 1 % der ausgehändigten Kreditsumme. Man nimmt damit als genau 1% der Geldsumme aus dem Kreditmarkt.
Aber glauben sie ruhig weiter an die Märchen der Reichenlobby.

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stefangr 26.02.2019, 17:08
349. richtig so!

Auch im New Deal gab es eine tolle Steuererhöhung für Reiche von 80%, herrlich. Diese Leute, deren Vermögen zum größtenteils ohne Hände Arbeit in den Schoß gefallen ist. Wenn man solche Leute sieht wie Winterkorn oder andere, dann kann man nur eine solche Steuer bald umsetzen. Aber das wird nicht kommen, die von Reichen gesteuerte Presse wird eine andere Sau durchs Dorf jagen oder ihre Spenden an die Unionschristen abschicken und das Ding ist gestorben.

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