Forum: Wirtschaft
Neue IG-Metall-Forderung: 28-Stunden-Woche - wertvoller als Geld
DPA

Zum ersten Mal seit Jahrzehnten droht in der Metallbranche echter Streit. Die IG Metall "spielt mit dem Feuer", drohen die Arbeitgeber. Denn die Gewerkschaft fordert etwas Wertvolleres als Geld: Freizeit.

Seite 19 von 21
Oberleerer 09.10.2017, 16:55
180.

Zitat von n.wemhoener
Die Arbeit wird unaufhaltsam weniger
Man kann den Verlust sinnvoller Arbeit hervorragend mit Excel-Tabellen kompensieren.

Aber im Ernst, Die Arbeit wird nicht weniger, sondern immer mehr wird von Maschinen gemacht. Die Maschinenstürmer sagten, die dampfbetriebenen Webstühle nehmen die Arbeit weg. Ein Handwerker würde das von seiner Bohrmaschine nicht behaupten.

Man kommt nicht umhin, die Arbeitszeit zu verkürzen. Ich persönlich würde das Rentenalter auf 50-55 herabsetzen. Zahlen müssen es die Maschinen, sprich die Unternehmenssteuern. Die Gewinne brechen ja derzeit auch alle Rekorde und das sind die eingesparten Löhne.

Beitrag melden
syracusa 09.10.2017, 16:56
181.

Zitat von chardon
Nichts zu begründen, haben sie Ihren Text nicht gelesen?
Sie haben mir vorgeworfen, unsolidarisch zu sein, weil ich nicht mehr arbeiten will, als ich für das Bestreiten meines Lebensunterhalts und meiner weiteren Bedürfnisse für notwendig halte. Da ich auf mein Einkommen Steuern und Sozialbeiträge bezahle, möchte ich schon gerne wissen, warum Sie mich dadurch für unsolidarisch halten. In meinem Beitrag habe ich keinen Anlass zu dieser Vermutung gegeben. Ebenso wenig übrigens zu Ihrer gegenstandslosen Vermutung, mich für reich zu halten. Ich lebe von meiner Arbeit, und nicht von Ererbtem.

Beitrag melden
skater73 09.10.2017, 17:04
182. Selbst Schuld

"Denn bereits jetzt haben die Unternehmen mehr als genug Arbeit, aber zusehends Schwierigkeiten, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden."

Da haben die Arbeitgeber selbst Schuld an der Lage. Jahrelang, nein, Jahrzehntelang schmissen sie bei erstbester Gelegenheit Mitarbeiter raus. Vertrauen: weg. Nun jammern sie, wie schlecht ausgebildet alle seien. Ja dann, verdammt nochmal, investiert einfach mal in Ausbildung und Bildung! Wer sich Jahrzehnte aus der solidarischen Finanzierung rausschleicht, wer jahrzehntelang Steuerminimierungskampagnen fährt, muss sich nicht wundern, wenn der Gemeinschaft dann Geld fehlt, um auszubilden. Und wenn die zuvor von ihnen rausgeworfenen Ex-Arbeiter ihren Kindern vermittelten, dass Leistung sich eben nur "für die da oben" lohnt, weil die fürs Rauswerfen auch noch Prämien und Boni hinten reingestopft bekamen, dass denen der Allerwerteste schier platzte (man möge die Ausdrucksweise verzeihen, sie beschreibt es aber am realitätsnahesten), dann ernten die Arbeitgeber jetzt die Früchte dieses Verhaltens.

Beitrag melden
skater73 09.10.2017, 17:07
183. Produktivität ist das Zauberwort

Zitat von echoanswer
die Arbeitnehmer im Osten dann noch länger für weniger Geld arbeiten. Toll.
Es tut mir leid, dass im Osten noch weniger gezahlt wird. Allerdings wird dort pro Arbeitnehmer auch weniger Wertschöpfung erreicht, aus der die Löhne und Gehälter gezahlt werden. Was passiert, wenn man nicht beides im Einklang hält, hat man schon einmal wirtschaftlich bis 1989 erlebt. Will man das wirklich zurück?

Beitrag melden
matthias-j 09.10.2017, 17:11
184. Die Arbeitgeber werden eine Kosten/Nutzenrechnung auftellen

und grosse Teile der Produktion nach Osteuropa auslagern. Dort haben sie gut ausgebildete Mitarebiter die derzeit ca. ein Viertel des in Deutschland üblichen Lohnes erhalten.

So kann aus einer 28 Stunden Woche ganz schnell eine 0 Stunden Woche werden. Die Mitarbeiter der deutschen Energiewirtschaft können ein Lied davon singen.

Beitrag melden
karljosef 09.10.2017, 17:13
185. Das erzählt die Regierung, das hört man aus der Wirtschaft

Zitat von hitman67
Wo das denn? Sicher nicht in Deutschland. Hier gibt es keinen Mangel an guten Jobs sondern einen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften.
Man spricht von Rente mit 70.

Und es gibt tatsächlich Leute, die das glauben!!

Wenn man über 45 ist, hat man kaum eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt!

Die Langzeitarbeitslosen, die älter als 57 sind und HartzIV bekommen, fliegen, völlig unabhängig von Berufsausbildung und -erfahrung aus der Arbeitslosenstatistik. (Stichwort: nicht vermittelbar)

Was ausschließlich fehlt, sind Fachkräfte, die für 1€ pro Stunde arbeiten, aber die Mieten in den Städten bezahlen sollen.

Zynisch lachende Grüße

Beitrag melden
duke_van_hudde 09.10.2017, 17:24
186. Die meistne haben den Text wohl nicht richtig gelesen

Man kann schon heute auf 28 Stunden verkürzen und verdient dann entsprechend weniger. Es geht dadrum das man nach 2 Jahren wieder auf 35 Stunden ehröhen kann und der Arbeitgeber schauen muss wie er mit den fehlenden 7 Stunden umgeht. Hier würde wohl am besten Zeitrarbeit sich anbieten und den Rest mit Arbeitverdichtung lösen.

Das es kein Lohnausgleich geben sollte ist natürlich klar, wenn gerade die unteren Schichten diesen Lohnausgleich doch bekommen sollen wird man diese eher nicht mehr mittels Tarif einstellen und dafür Zeitarbeiter nutzen.

Das eine solche Regelung für kleinere Betriebe sehr blöd ist sollten jeden klar sein. Den die können deutlich schlechter dadrauf reagieren, wenn eine wirklich wichtige Arbeitskraft auf 28 Stunden verkürzt. Den für 7 Stunden eine Fachkraft zu finden ist wieder ien Problem.

Bei grösserne Betrieben ist das ganze eher kein Problem, aber die sehen ein anderes.
Die Betriebe vemruten das recht viele ihrer Arbeitnehmer solche angebote warnehmen und das heisst das in der ganzen Branche deutlich weniger angebotene Arbeitsstunden gibt Das Angebot an Arbeitsstunden würde daher sinken und damit die Preise für Arbeitszeit steigen.
Vor allen wenn man auf 28 Stunden absenken kann und das mal 2 Jahre testet dann machen das vielleicht mehr und die sagen sich dann vielleicht dne Konsum deutlich zu senken, aber dafür mehr Freizeit ist ein guter Deal und bleiben bei 28 Stunden.

Wer das Glück hat in einen solchen Betrieb zu sein mit Tariflohn und nicht in den ganz unterne Lohngruppen sitzt, der kann aber locker in 10 -15 Jahren soviel zusammensparen und in aktien stekcen das er danach sicher mit 28 Stunden oder eher wneiger auskommt.

Beitrag melden
donatellab 09.10.2017, 17:39
187. Heute viel entspannter

Mein Mann und ich haben immer Vollzeit gearbeitet. Mittlerweile ist die Immobilie bezahlt, wir haben die halbe Welt bereist und nun arbeiten wir beide in Teilzeit. Keine Schulden, keine anderen Verpflichtungen. Irgendwann wurde uns die Höhe unserer Sozialabgaben klar und wir fragten uns, für wen wir noch so viel arbeiten. Nun dreht sich das Hamsterrad langsamer. Was für ein Luxus! Nein, wir sind nicht zu Bier trinkenden, fremdgehenden TV-Glotzern mutiert. Wir haben uns ein Segelboot gekauft, leben mit vielen Tieren, ich bereite gerade meine erste Bilderausstellung vor und das ist toll. In Vollzeit im Hamsterrad hätten wir vermutlich bis zur immer weiter weg rückenden Rente warten müssen. Unter diesen Bedingungen bleiben wir gerne auch bis 67 oder länger aktiv.

Beitrag melden
donald! 09.10.2017, 17:43
188. Wirklich ... ?

Zitat von materialist
Von 100 Euro brutto bleiben vielleicht 50 Euro übrig von einer Stunde Freizeit bleibt eine Stunde Freizeit zum am Häuschen basteln,Segeln,Schwimmen,Pilze suchen,Waldlaufen,Holz hacken,Lesen,Freunde besuchen ,Bierchen trinken usw.allemal überlegenswert.
Freizeit oder freie Zeit ist wertvoller als Geld. Das sagt sich so leicht ….

Freizeit ist ein hohes Gut. Zweifellos. Für Freizeitaktivitäten benötigt der Mensch aber grundsätzlich mehr oder weniger finanzielle Mittel. Das wird bei aller Liebe zur individuellen Tagesgestaltung leider verkannt.

Es sei denn, Sie gehen nackt in den Wald, um Pilze zu sammeln, waschen sich anschließend in einem Bach und verzehren die Pilze roh (extrem, aber keine Kosten für Kleidung, Schmutzentfernung, Wasser, Energie).

Es kommt nunmal auf die Ansprüche an. Und diese werden begrenzt bzw. bestimmt durch die individuelle finanzielle Situation. Basteln am Häuschen und Segeln dürften sich als (kostspieligere)Freizeitaktivitäten in der Lebenswirklichkeit der meisten Arbeitnehmer nicht wiederfinden und gehören meist in eine andere Liga.

Sofern denn erworbener Besitz nicht nur abbezahlt sondern auch unterhaltbar ist – oder Miete bezahlbar ist – und auf die eigenen Freizeitbedürfnisse und die der Familie eingegangen werden kann (Sport, Kultur, Reisen, Hobbys) und nichts dazwischen kommt, kann eine Arbeitszeitflexibilisierung natürlich eine gute Sache sein.

Viele Voraussetzungen müssen stimmen und was, wenn nicht … ? Wer kann eine Flexibilisierung nutzen ?

Verglichen mit anderen Branchen scheint die IG-Metall hier überheblich, konstruiert sie doch eine Art Luxusproblem. Letztlich agiert sie angesichts des in der Metallindustrie zu erwartenden Mangels an qualifizierten Arbeitskräften verantwortungslos.

Beitrag melden
Bürger Icks 09.10.2017, 17:54
189. Umdenken in Deutschland?

In dem Land, in dem die Bürger zum Teil krank werden, sich nutzlos und ungebraucht fühlen, nichts mit sich und ihrer freien Zeit anzufangen wissen, wenn sie nicht arbeiten gehen dürfen. Wenn ihnen niemand 8 oder 10 Stunden pro Tag sagt, was zu tun ist.

In dem Land, in dem pro Kopf mehr Kaffee als alles andere getrunken wird, damit der Roboter auch wie geschmiert läuft. Roboter die froh sind wenn sie das Haus Richtung Arbeit verlassen dürfen, weg von Frau(oder Mann) und Kindern sind.

In dem Land, in dem die Menschen so auf Arbeit konditioniert sind, das ihnen zum Teil vor Feiertagen und Wochenenden graut. In diesem Land soll jetzt also jemand festgestellt haben das jeden Sekunde des eigenen Lebens unbezahlbar ist?

Das die Lebenszeit eines Menschen begrenzt ist. Lebenszeit die man anderen zur Verfügung stellt, damit diese anderen noch reicher werden, während man nach 40 oder 50 Jahren schuften höchstens als Mittelsändler, wenn nicht gar als Armutsrentner endet, mit kaputten Knochen und einem zerrissen Nervenkostüm.

Am Besten fällt man hier eh am letzten Arbeitsag vor der Rente auf Arbeit tot um, dann hat der Mohr seine Schuldigkeit getan und seine verdiente Rente muss nicht mehr ausgezahlt werden.

Kleines Beispiel für den Wert der Lebenszeit:
Fragen sie mal jemanden der noch ein paar Stunden zu leben hat, dem es aber so nicht schlecht geht, für wieviel sie ihm ein Stunde seines restlichen Lebens abkaufen könnten.
Vielleicht für den Mindestlohn? Kommt man wohl nicht mit hin...
Warum sollte also eine Stunde des Lebens eines Menschen jahrzehntelang vorher weniger wert sein, auf der Arbeit?

Jede Sekunde in der man sein eigener Herr ist, tun und lassen kann was und wann man es will, mit wem man es will, ohne das einem jemand vorschreibt was zu tun ist, dass ist Leben!

Beitrag melden
Seite 19 von 21
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!