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"Neue Kultur des Aktiensparens": Merz plädiert für private Vorsorgepflicht
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Müssen die Deutschen künftig selbst mit Aktien und anderen Kapitalanlagen fürs Alter vorsorgen? CDU-Politiker Friedrich Merz fordert, eine solche Pflicht zu prüfen - damit "Zustimmung zu Demokratie und Marktwirtschaft wieder steigen".

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jim_rewop 11.06.2019, 14:32
100.

Zitat von In_Frankreich_lebend
... egal, was man von Herrn Merz halten mag, die Aussage, dass Leute privat für ihre Rente vorsorgen sollten, ist erstmal korrekt, und zwar aus verschiedenen Gründen: 1) die Leute setzen sich proaktiv und bewusst mit ihrer Rente auseinander und erkennen, dass ihnen Vorsorge/Sparen heute in der Rente ein angenehmeres Leben ermöglicht. 2) es ist in der Tat so, dass Aktien sich, in der richtigen Mischung und mittel- bis langfristig, stets positiv entwickelt haben. Damit können sich "einfache Angestellte" am zunehmenden Gewinn/Wohlstand der Unternehmen beteiligen. Das ist ein Anfang, das Problem der größer werdenden Schere zwischen Arm und Reich zu adressieren. 3) die einfachen Finanzprodukte kann jeder selbst verstehen und ohne große Aufwände Anlagen darin tätigen -- dazu bedarf es keiner aufwändiger Beratung oder Finanzunternehmen, die (natürlich) einen Teil der Anlage für den eigenen Gewinn vereinnahmen möchten. 4) man ist für seinen Lebensstandard im Alter nicht mehr von der staatlichen Rente abhängig. Aufgrund der offensichtlichen Demographie-Entwicklungen wird es immer schwieriger, das Rentenniveau zu halten/garantieren. Wenn dann noch der politische Wille fehlt, 1) das Renteneintrittsalter zu erhöhen und 2) durch Bildung und gezielte Einwanderung die arbeitende und beitragszahlende Bevölkerung zu erhöhen, dann wird das Rentenniveau nicht zu halten sein. Was all das natürlich erfordert, sind mündige Bürger, die für ihr Leben Verantwortung übernehmen, nicht immer nur nach der "Allgemeinheit" schreien und diszipliniert genug sind, jeden Monat die notwendigen 100 Euro zur Seite zu legen. Mir persönlich wäre eine rein private Vorsorge am liebsten - mit den gesparten Rentenbeiträgen könnte ich mir ein gutes Polster für den Ruhestand aufbauen. Da vielen aber diese Disziplin fehlt und diese dann im Alter wieder "von der Allgemeinheit" getragen werden müssten, wird eine Abschaffung der gesetzlichen Vorsorge nicht sinnvoll sein.
Das ist Unsinn.
Rürup, Riester, Direktversicherungen, Entgeldumwandlungssysteme, usw. haben sich aktuell, mehr als eindeutig, als Renditeflop erwiesen. Die kosten sind viel zu hoch, es wurde in laufende Verträge eingegriffen und einiges mehr.

Auch die pauschale Aussage, dass Aktien sich, in der richtigen Mischung und mittel- bis langfristig, stets positiv entwickelt haben stimmt so nicht - jeder weiß angeblich um die richtige Mischung, nur im Ergebnis gibt es Gewinner und Verlierer, insbesondere auf Seiten von Privatanleger.

Und mit ihren monatlichen 100 Euro...naja
Beispiel: 40 Arbeitsjahre x 12 Monate x 100 Euro = 48.000 Euro
Selbst wenn ich die durchschnittliche jährliche (Aktien-)Rendite von 2,81 Prozent ansetze, ergibt das keine signifikante zusätzliche Altersabsicherung.

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elektrofachkraft 11.06.2019, 14:32
101. Gegenvorschlag

Wie wäre es denn, wenn die BRD einen staatlichen Pensionsfonds nach dem Vorbild Norwegens einrichtet mit dem Ziel, die Grundversorgung seiner Bürger zu sichern? Kapitalmarktorientierte Vorsorge gerne, aber bitte nicht mit privater Verpflichtung. Es wäre eine Perversion der sog. "sozialen Marktwirtschaft", wenn private Vermögensverwalter per Gesetz einen Fuß in die Tür jedes Arbeitnehmerhaushalts bekämen. Andersrum wird ein Schuh draus: Die Bundesrepublik kauft sich in die Konzerne ein, vertritt die wirtschaftlichen Interessen ihrer Bevölkerung und nimmt Kontrollfunktionen in den Aktionärsversammlungen wahr. Im selben Zuge kann man dann die Riester-Rente abschaffen, mithilfe derer Steuergelder an private Banken und Rentenversicherungen umverteilt werden, während Kleinsparer wenig davon haben.

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ver-sus 11.06.2019, 14:34
102. Hat die CDU uns noch nicht genug bestohlen?

Es ist ungeheuerlich. Da ruft ein Finanzlobbyist dazu auf, eine "Zwangsanleihe" für "notleidende" Finanzgangster zu zeichnen. Leitender Mitarbeiter der Firma Blackrock, die maßgeblich am Cum-Ex-Betrug beteiligt war. Und das über Jahre. Ohne dass der damalige Finanzminister Schäuble etwas dagegen unternommen hat. Und genau dieser Schäuble protegiert Merz. Glaubt da noch jemand an Zufall? Ach ja - fragt mal die Menschen der unteren Einkommensgruppen - nicht nur Rentner, auch viele Erwerbstätige, die von ihrer Arbeit nicht leben können -, wie sie diese "Zwangsanleihe" bezahlen sollen. Und das alles um die Finanzgangster weiterhin zu pampern.

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quizzz 11.06.2019, 14:35
103. Meine Rede!!!!

Zitat von andialpha
In den USA gibt es den sogenannten 401k plan. Man zahlt steuerfrei pro Jahr bis zu 24500 dollar ein und kann aus einem sortiment von aktienfonds und festverzinslichen anlagen selbst auswaehlen. Die anlagen sind gebuehrenfrei. Ab dem 65. lebensjahr kann man sich dann pro monat eine beliebige summe auszahlen mit einem fixen steuersatz von 20%. Funktioniert einwandfrei. Wenn man 60 ist verlagert man seine investments in festverzinsliche anlgen um von aktienmarktschwankungen and crashes unabhaengig zu sein. Man ist vollstaendig eigentuemer der anlagen im 401k plan, d.h. man vererbt das geld wenn was uebrig ist, man kann es sich voll auszahlen lassen um den enkeln ein haus zu kaufen . Ich bin normalverdiener, 50, habe erst seit dem 34. lebensjahr im schnitt $20 000/jahr eingezahlt und habe mittlerweile $850 000 in meinem 401k plan auf drei banken/institutionen verteilt. Das ist zusaetzlich zur normalen Rente in USA und zur Rente in Deutschland (zahle da freiwillig ein). Deutschland sollte auch so einen 401k plan einfuehren.
Absolut! Es reicht ja, wenn man Aktiensparen steuerfrei stellen würde und erst in der Auszahlphase besteuern würde. Aber nein, in Deutschland herrscht mal wieder die ganz große Angst und man einigt sich nur auf Produkte, die letztendlich nur die Finanzindustrie reicher machen.

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Fakten_Hinterfrager 11.06.2019, 14:36
104. Mehr Akzeptanz durch Pflicht?

Eine bizarre Idee: Durch eine Verpflichtung zur Investition in Aktionfonds soll die Akzeptanz in die Marktwirtschaft und Demokratie steigen? Ich hatte immer gedacht, dass Demokratie bedeutet, dass ich frei wählen kann. Und Marktwirtschaft bedeutet, dass ich eben nicht gezwungen werde, mein Geld für etwas bestimmtes auszugeben. Klar, wenn es gut läuft und es hohe Dividenden gibt, dann kann die Akzeptanz durchaus steigen, aber das müsste ja über Jahre konstant bleiben - bei nur geringen Auswirkungen im Falle einer Krise. Diese Akzeptanz müsste aber bereits am Anfang vorhanden sein, sonst kaufen die Leute ja nicht - es sei denn sie werden dazu gezwungen. Und dadurch verlieren sie wieder an Akzeptanz.
Übrigens: Ich selbst investiere in Aktien, möchte aber keinesfalls, dass mich jemand dazu zwingt, das regelmäßig zu tun.

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three-horses 11.06.2019, 14:36
105. Bis zum letzten Atemzug.

Zitat von hannesmann
Ein Vorposter hat es schon angesprochen. Mit einer Aufstockung der VWL die dann verpflichtender Bestandteil des Gehaltes sind kann man das Problem leicht lösen. Das aufgebaute Vermögen muss dann pfändungsfrei sein und erst mit Renteneintritt zur Verfügung stehen.
Das funktioniert schon bei der Betriebsrente nicht. Die Rücklagen sind seit 1980 steuerpflichtig, die BR auch. Somit eine Doppel Besteuerung. Alles schön unter "Geldwerte Vorteil". Nun auch die Rente. Ich bin schon gespannt, wie ich als Alzheimer Kandidat mit dem Finanzamt mal kommunizieren kann.

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syracusa 11.06.2019, 14:39
106. Bildungsnotstand

Könnte bitte jemand so gut sein und dem Herrn Merz erklären, was Demokratie und Marktwirtschaft bedeuten?

Einzig eine steuerfinanzierte Grundrente (anders als die Nahlesrente für wirklich alle) ist unter den Rahmenbedingungen von Digitalisierung, Globalisierung udn Demographie mit den Grundwerten der Demokratie vereinbar. Und die würde auch die Freiheitsräume aller Bürger stark erweitern.

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CHANGE-WECHSEL 11.06.2019, 14:40
107.

Zitat von equigen
Klar, dass er möchte dass es staatliche Programme gibt die Altienanlagen fördern. Die einzigen die bei der Riester und Eichelrente was gewinnen sind die Versicherungskonzerne. Das wird hier nicht anders. Hört auf unser funktionierendes Rentensystem zu zerstören! Und sorgt dafür das Kapitalerträge anständig versteuert werden. Dann beteiligen sich auch die Leute die mit Aktien spekulieren dran.
Genau so ist es.
Deshalb wundert es mich, dass er das Wort "Demokratie" in den Mund nimmt.
Ich frage mich, ob er der erste Lobbyist wäre, der einen Bundesministerposten inne hätte.
Die CDU, ist ein Wirtschaftsunternehmen.

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hausfeen 11.06.2019, 14:44
108. Genauer: Und nicht asoziale Marktwirtschaft!

Zitat von derhey
zur Demokratie und Marktwirtschaft? Der Herr hat etwas vergessen - es heißt eigentlich soziale Marktwirtschaft und nicht kapitalistische Marktwirtschaft.
DIe soziale Marktwirtschaft wurde installiert, um die Auswüchse des Kapitalismus zu mindern. Damit sollte vorallem die kommunistische Revolution verhindert werden. Die Verstaatlichung.

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Escher 11.06.2019, 14:48
109. Lasst Euch nichts einreden

Liebe Deutsche,
lasst Euch nichts einreden. Stärkt Eure gesetzliche Versicherung, denn am Ende kann sich jeder nur bei Vater Staat mit seinem Kreuz am Wahltag beschweren. Macht das mal bei Eurer Bank oder Versicherung.
Das man sich nicht auf Aktien verlassen kann, insbesondere wenn man wenig "Spielgeld" hat, muss man nicht erklären. Auch unsere Schweizer Pensionskassen leiden unter der Situation "am Markt" und jeder 7. Franken versickert dazu im Verwaltungsapparat.
https://www.nzz.ch/finanzen/die-zweite-saeule-wird-ausgehoehlt-ld.1452461
https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/die-rentenschmelze/story/25723260
Finger weg von Merz, Deutsche kämpft, ein Helvetier

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