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Neue Regierung : Mehr Draghi für Deutschland
DPA

Investmentbanker haben einen Vorteil: Sie verstehen, wie schrecklich die eigene Zunft wirken kann. Insofern könnte der neue Goldman-Sachs-Mann im Finanzministerium durchaus helfen, künftige Krisen zu vermeiden.

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alex77lubu 23.03.2018, 13:10
1. Ach herrje

Herr Fricke hat wohl von ganz oben den Auftrag bekommen, uns jetzt die Stationierung von Lobbyisten direkt im Ministerium als tolles Ding zu verkaufen. Andere Blätter tönen ähnlich. Ein Schelm oder gar Tor oder noch schlimmer: Verschwörungstheoretiker! Wer Böses dabei denkt. Langsam wird es echt peinlich für wie dumm wir uns verkaufen lassen..

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GutenTagZusammen 23.03.2018, 13:12
2. Leider falsch - Problem von Griechenland war....

... das dort kaum Steuern gezahlt und auch nicht eingetrieben wurden. In Deutschland hingegen schon. Das ist ein Problem aller südeuropäischen Länder. Warum fordert der Autor nicht erst mal, dass alle Griechen ihre Steuerschulden bezahlen?

Es wäre erstmal zu fordern, das kein Mitglied der Euro´-Zone mehr Schulden machen darf. Denn auch wenn der Autor die Staaten am liebsten alles auf Pump zahlen würde. Die Wirklichkeit ist: Nur die Schulden warne Auslöser aller Finanz-Krisen. Und Schulden heißt: Sich ein schönes Leben auf Kosten künftiger Generation machen. Nichts andere.

Und nein, warum sollen denn deutsche Sparer für griechische ihre Ersparnisse opfern? Das Signal ist doch nur, dass die Staaten und Banken mehr Risiko eingehen können statt mal seriös zu wirtschaften. Auch tut der Autor leide immer so, als ob es den südeuropäern so schlecht ginge. Tatsache ist jedoch, dass dort fast jeder ein eigenes Haus hat. Und in Deutschland? Wenn der Autor Transfers fordert, müsst auch ein Programm aufgelegt werden, dass Deutsche genau soviel Eigentum bekommen. Dazu müssten auch mal z. B. das Renteneintrittsalter angeglichen werden, die Rentenhöhe (im Verhältnis) usw. Wenn es auch arme Griechen geben mag - die Rentenhöhen dort sind teilweise so hoch, wie sie kein Deutscher erreicht. Schon gar nicht über den gleichen Zeitraum.

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Darwins Affe 23.03.2018, 13:22
3. Mitgegangen, mit…

Wie der Artikel indirekt bestätigt, ist der Euro noch lange nicht aus dem Schneider. Mitgegangen, mitgefangen. Deutschland wird wohl oder übel in den sauren Apfel von Macrons Transferunion beissen müssen.

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SenYek 23.03.2018, 13:24
4. Sehr einseitige Sicht der Dinge

Irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass Herr Fricke den Mangel an guten Argumenten immer gerne durch eine Extraportion Zynismus verschleiert. Fakten-interessierten Lesern empfehle ich die Seite https://think-beyondtheobvious.com/ . Gewiss, sie ist einseitig und neoliberal (also ... "böse"), aber in den meisten Fällen wird hier mit Fakten und Zahlen argumentiert - vielleicht ein Vorbild für Herrn Fricke.

Die (von Herrn Fricke gerne totgeschwiegenen) Fakten sind ja nun einmal: 1.) Die Südländer haben wesentlich mehr Geld konsumiert als sie eingenommen haben - daraus ergibt sich eine Überschuldung, die sie nicht mehr tragen können. Trotz vielfacher Ausführungen von Herrn Fricke kann ich nicht erkennen, dass "Deutschland daran schuld ist". 2.) Wir können SOFORT auf die "deutsche Unart" verzichten, den anderen Ländern ihr Finanzgebaren vorzuschreiben. Im Gegenzug kümmern diese sich dann selbst um ihre Steuern und ihre Finanzen und allen ist gedient. Aber das passt ihnen irgendwie auch nicht. Geschenke a la Target und Rettungsschirm müssen schon sein. Aber bitte *bedingungslose* Geschenke. 3.) Die Bankenunion ist nur ein Transfermechanismus. Den (nicht-südländischen) "Experten", der das anders sieht, möchte ich gerne mal kennenlernen. Fakt ist: Die Südbanken haben endlose Zombiekredite in ihrem Portfolio. Sobald die deutschen Banken "verhaftet" sind, werden sie reihenweise kippen - und die nordeuropäischen Banken werden für die kranken Systeme in Südeuropa blechen müssen. Und zwar nicht zu knapp.

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muellerthomas 23.03.2018, 13:45
5.

Zitat von SenYek
Die Südländer haben wesentlich mehr Geld konsumiert als sie eingenommen haben - daraus ergibt sich eine Überschuldung, die sie nicht mehr tragen können. Trotz vielfacher Ausführungen von Herrn Fricke kann ich nicht erkennen, dass "Deutschland daran schuld ist".
Das wurde doch hier zig-mal diskutiert: Hätte Deutschland eine eigene Währung, hätte die einfach aufgewertet und es hätte nie diese exorbitanten Leistungsbilanzüberschüsse gegeben. Innerhalb des Euro aber hat Duetschland über stagnierende Lohnstückkosten unfair Vorteile (für die Unternehmen, nicht die Beschäftigten) erschlichen. Hätten sich alle wie Deutschland verhalten, hätte die Eurozone komplett seit 2002 stagniert. So aber konnte Deutschland Wachstum auf Kosten der anderen Länder generieren.

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senioriii 23.03.2018, 13:47
6. Lohnniveau

Ein Faktor wird immer wieder übebersehen: das ist die Lohnentwicklung. Die Südländer waren es gewohnt, dass zu hohe Lohnerhöhungen durch die Wechselkurse und Inflation korrigiert wurden. Niemand hat ihnen gesagt, dass das mit dem Euro nicht mehr funktioniert. Daher ist das Lohnniveau in den Ländern mit vormals hoher Inflation zu hoch gegenüber den Ländern wie Deutschland. Diese Länder wurden in vielen Bereichen nicht mehr wettbewerbsfähig. Ihre Regierungen haben dann versucht durch viele neue Schulden das Wohlstandsniveau zu halten, was dann zur Überschuldung führte. Die einzige richtige Theraphie ist daher Sparen und Lohndisziplin.

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prometheusxl 23.03.2018, 13:50
7. Das System GS...

... sollte ein verantwortlicher Fach-Journalist verstanden haben, Herr Fricke.
Hier geht es nicht um den Sachverstand, sondern darum, dass GS seine Abgesandten in Schlüsselpositionen zu platzieren imstande ist. Weltweit. Und dass ein Finanzminister das nicht erkennen kann, scheint mir abwegig. Also bleibt der alte Verdacht genährt, das der Zugriff des neuen und alten Geldadels auf die Systeme und Schaltzentralen eben keine Verschwörungstheorie ist, sondern ein immer wieder durch solche Verflechtungen und Entscheidungen sichtbar werdender Fakt. Dragi an der Spitze der EZB und Top-Leute aus der Bank auf vielen entscheidenden Posten in und bei den Regierungen.
Ich halte das nicht für ein Thema, das im Salon zum Smalltalk und für die Zurschaustellung gespielter Weltläufigkeit taugt, sondern angesichts der Entwicklungen und der Verselbständigung des Finanzsektors, mit allen negativen Folgen, mit dem Mikroskop bis in die feinsten Verästellungen hinein untersucht gehört. Fachleute gibt es viele. Warum sind nur so viele ausgerechnet von Goldman-Sachs unter denjenigen, die das Finanzgeschehen der Länder und der EU steuern? Dieser Frage sollten Die bevorzugt einmal gründlich nachgehen. Das würde einen Sinn ergeben. Jedenfalls dann, wenn es daran ein Interesse auch in Hause der Anteilseigner des Publikationsorgans gibt...

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53er 23.03.2018, 13:51
8. Die Krux an solchen "Experten"

ist nicht, dass sie wissen wie globalisierte Finanzmärkte funktionieren, sondern dass sie eine kranke Ideologie fast schon mit der Muttermilch eingesogen haben. Da kommt man mit den besten Argumenten nicht mehr bei, diese "Lebensweisheit" ist in Stein gemeiselt. Von daher ist es auch eher sinnlos, zu glauben, dass so einer den deutschen Staat vor Schaden durch seinesgleichen bewahren kann, der glaubt das tatsächlich, was ihm eingetrichtert wurde. Und was der bei der SPD zu suchen hat, ist fraglich. Aber es erklärt ein Stück weit, warum die SPD nur noch ein Abklatsch ihrer selbst ist.

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Poco Loco 23.03.2018, 13:52
9. Mit Kukies....

....hat man mal wieder den Bock zum Gärtner gemacht. Ausgerechnet einer aus der "Goldman-Sachs-Sekte" soll sich jetzt um die Bankenregulierung kümmern, absurder geht es nicht. Diese Bank ist inzwischen einflußreicher als Scientology. Der Scholz hat es allerdings auch faustdick hinter den Ohren, hat man schon bei der Abwicklung der HSH Nordbank feststellen können, auch da wurden die tatsächl. Verluste mit Bilanzfälschungen und Betrug verschleiert, erinnert uns alle wieder daran, was wir von solchen Bankstern zu halten haben.

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