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Neue Strategie in Deutschland: Uber knickt ein
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Uber gibt sich geschlagen: In Deutschland kippt der Konzern seine Strategie, Taxifahrten durch Privatleute zu vermitteln - und will nun Mitfahrdienste mit Profi-Chauffeuren anbieten. Von Kristina Gnirke und Christoph Stockburger

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zensurgegner2016 21.07.2016, 11:20
10.

Zitat von sail118
Wieder einmal ist eine gute, in vielen Ländern funktionierende und für den Kunden positive Idee(insbesondere finanziell) an unserer typisch deutschen Mischung aus Technikfeindlichkeit, Ignoranz, unbegründetem Festhalten an überkommenen Strukturen, Innovationsfeindlichkeit, Zunftwesen und Bürokratie gescheitert.
Es ist schon erstaunlich, welch Horizont die Bürger haben, wenns um den eigenen Vorteil geht

Da wird das "billige" Uber bejubelt, aber total vergessen, dass man das eigene fürstliche Gehalt ja nur deswegen bezahlt bekommt, da die Kundschaft genug verdient, und deswegen die Aufträge reinkommen.

Sind aber dann alle prekär (Uber) beschäftigt, fällt plötzlich das üppige Gehalt kleiner aus, und das ehemals billige Uber ist plötzlich wieder teuer

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acct23 21.07.2016, 11:26
11.

Zitat von mr.andersson
Mindestlöhne passen nicht in diese Welt? Dann haben sie zum einen von der Welt noch nicht viel gesehen, denn das ist üblich insbesondere am Standort USA gibt es das schon viel länger(...)
Wie passt es dann in ihr Bild, dass Uber von dort stammt und dort genutzt wird, trotz Mindestlöhne?

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acct23 21.07.2016, 11:32
12.

Zitat von Crom
Wenn das für Sie relevant ist, muss das nicht für andere gelten. Daher sollte jeder frei entscheiden, welches Angebot er annimmt.
Eben. So leid es mir tut, aber es ist immer so gewesen, dass neue Innovationen Berufsstände bedroht haben, oder diese abgelöst haben.
Jeder sollte die Entscheidung haben. Mir ist bewusst, dass Taxifahrer nicht viel verdienen. Gleichzeitig sehe ich nicht ein, dass ich für die 10 minütige Fahrt vom Bahnhof zu meinem Haus über 15 EUR berappen soll.

Ich war selbst in einer Branche, die durch das Internet viel an Kundschaft verloren hat. Das war traurig und schwierig, aber muss dann der Staat einschreiten und mit Subventionen oder Gesetzen neue Trends erschweren?

Warum geht es den Taxifahrern schlecht? Der Bedarf ist doch anscheinend da. Warum fahren wir nicht mehr mit dem Taxi? Warum stehen an Priovinzbahnhöfen stundenlang die Fahrer, ohne dass es genug Kunden gibt?
Gibt es ggf. zu viele? Ist es ggf. zu teuer? Vielleicht ist es dann Zeit, dass diese Branche schrumpft, denn wenn der Punkt gekommen ist, so weh es tut, sollte man das akzeptieren, weil krampfhaftes Festhalten dran, oder endlose Subventionen (wie bei Landwirtschaft in Zeiten der Globalisierung) nichts tut als Geld verbrennen.

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mr.andersson 21.07.2016, 11:37
13.

Zitat von acct23
Wie passt es dann in ihr Bild, dass Uber von dort stammt und dort genutzt wird, trotz Mindestlöhne?
Wieso in "mein Bild"? Mindeslöhne sind gesetzlicher Standard in den USA und Deutschland und ich widersprach dem Vorposter auf dem ich mich bezog, dass angeblich "Mindestlöhne nicht in diese Welt passen".

Sie sollten also sein Weltbild hinterfragen, nicht meins.
Und das die Uberfahrer in den USA grundsätzlich den Mindestlohn bekommen, wäre mir neu. Der Witz an dem System ist doch gerade "nicht gewerbliche Gelegenheitsfahrer" zu nehmen, um jeden Arbeitnehmerschutz auszuhebeln.

Oder sind die Uberfahrer in den USA bei Uber angestellt und haben eine Mindestlohngarantie und ich hab das verpasst?

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mr.andersson 21.07.2016, 11:58
14.

Zitat von acct23
[...] Das war traurig und schwierig, aber muss dann der Staat einschreiten und mit Subventionen oder Gesetzen neue Trends erschweren? [...]
Der Staat ist nicht eingeschritten, diese Regeln galten hier schon lange vorher und Uber dachte sich darüber hinwegsetzen zu können.

Scheinselbstständigkeit wurde nicht abgeschafft, damit reguläre Berufe durch "nichtgewerbliche Privatdienstleister" abgesetzt werden.
Hätte Uber eine günstigere Taxi Alternative mit regulär bezahlten Mitarbeitern, wäre ich dafür.
Dienstleistungen durch Privatpersonen ausführen zu lassen um sämtliche Schutzvorschriften zu unterlaufen, ist nicht innovativ.

Innovativ ist am Ende dann wieder der Fahrservice mit selbstlenkenden Autos, sobald die Technik das hergibt. Ob da Uber, Tesla oder sonstwer das Rennen macht, wird sich zeigen. Die Ausbeutung ohne Versicherungsschutz für den Fahrgast ist so oder so nur eine Zwischenphase.

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_derhenne 21.07.2016, 12:36
15.

In der Tat. Wo kämen wir hin, wenn hauptberufliche Fahrer Steuern zahlen müssten, Krankenkassenbeiträge (kann ja das Amt machen!) oder gar noch ihre Eignung nachweisen?! Am Ende behauptet noch jemand keck und steif, die sollen von 10 Stunden Arbeit am Tag noch leben können...

Die Diskussion ist müßig. Natürlich gibt es in Deutschland eine Regulierungswut, das will keiner abstreiten. Aber wo wäre die Gesellschaft ohne ein Mindestmaß an Anforderungen für Beruf und Gewerbe? Wer will in einem Haus wohnen, dessen Statik ein Kellner berechnet hat? Wozu braucht der schon ein Studium, nen Schein oder Steuern zahlen... Hauptsache billig!

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seetaucher 21.07.2016, 16:48
16. Uber hat mit Innovation aber auch so gar nichts zu tun

Zitat von acct23
Eben. So leid es mir tut, aber es ist immer so gewesen, dass neue Innovationen Berufsstände bedroht haben, oder diese abgelöst haben. Jeder sollte die Entscheidung haben. Mir ist bewusst, dass Taxifahrer nicht viel verdienen. Gleichzeitig sehe ich nicht ein, dass ich für die 10 minütige Fahrt vom Bahnhof zu .....
Wenn Sie für eine 10 min Fahrt keinen Preis bezahlen wollen, der die Kosten des Fahrers deckt und mit dem der Fahrer auch noch was verdienen kann, dann sollten Sie einfach zu Fuß gehen.

Uber hat mit "durch das Internet viel an Kundschaft verloren" nichts zu tun, da Uber nichts bietet, was es vorher nicht auch schon gab. Uber hat mit "Internet" und mit "Innovation" nichts zu tun.
Das Geschäftsmodell von Uber funktioniert einfach dadurch, dass Schwarzarbeit vermitttelt und dafür auch noch eine Provision erhoben wird.

Und weil Sie ja der Meinung sind, jeder solle für sich selbst entscheiden, welches Angebot er annimmt: Dann aber auch mit allen Konsequenzen! Sämtliche Leistungen, die im Fall vom Fahrer Verursachten Unfalls von der Versicherung des Taxifahrers übernommen würde, zahlen Sie aus eigener Tasche. Ihre KV springt bei Verletzungen nicht ein, Ihr Arbeitgeber muss Ihnen keinen Lohn fortzahlen und Krankengeld gibt es auch nicht. Außerdem reichen Sie die Uber-Rechnung ein und der Staat erhebt darauf Steuern und Sozialabgaben, die dann von Ihnen eingezogen werden.
Aber halt, dann wäre Uber ja gar kein tolles billiges Angebot mehr und gar keine sinnvolle Alternative...

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ohnebenutzername 22.07.2016, 16:13
17. Es wundert nicht

das ein Fahrermangel herrscht, da es sich nicht rechnet für UBER zu fahren. Der Fahrer braucht nämlich nicht nur einen P-Schein und eine Konzession. Er benötigt - das ergibt sich aus der Natur der Sache - ein neuwertiges Fahrzeug der Mittel- oder Oberklasse. Mit den Preisen, die bei UBER zu erzielen sind, wird der Fahrer sich gleich beim Jobcenter anmelden können, dann kann die Allgemeinheit UBER noch querfinanzieren. Innovativ ist das sicher, aber ob das wirklich gewollt ist, ist etwas anderes. Uber beteiligt sich an den Kosten natürlich nicht. Die sitzen in den Niederlanden und zahlen hier keinen Cent Steuern und dort nur wenig.

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senfdazu154 22.07.2016, 18:08
18. wieder nur lüge

schwer Fahrer zu finden, natürlich ist das schwer. wer fährt denn schon für stundenlöhne unter Mindestlohn und noch dazu illegal?? niemand!!!!

leider kommen noch viel zu wenig Machenschaften ans licht...

es ist echt eine frechheiut, dass sowas noch bestand hat..

wie einer hier schon schreibt, uber macht alles aus Amsterdam aus...hier werden keine steuern gezahlt

und die Fahrer bzw dann Unternehmer bleiben auf allem sitzen, sollen sich neue autos kaufen - am besten Limousinen und dann für 50€ auszahlbetrag aus der city münchen zum flughfaen faren. der unternemer zahlt dann noch steuern auf den Gesamtbetrag (meist 85-90€) steuern auf die provision da uber ja in Holland ist...da kann sich jeder denken was übrig bleibt...dann muss noch sprit etc abgezogen werden...

verschleiss rechnet ja nie jemand mitz ein


sagt uber ja auch- die gefahrernen kilometer sind unintzeressant...

echt traurig, dass man hier in Deutschland nicht konkreter gegen vorgeht

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comeback0815 22.07.2016, 18:25
19.

Zitat von Crom
Wenn das für Sie relevant ist, muss das nicht für andere gelten. Daher sollte jeder frei entscheiden, welches Angebot er annimmt.
Es ist eben relevant. Wenn der Uber-Fahrer verunglückt, ein Forist schrieb es bereits, zahlt die Allgemeinheit. Würde der Verunglückte - ganz im (pseudo)liberalen Sinne, nicht wahr? - einfach sitzen gelassen und müsste zusehen, wo er bleibt, DANN wäre die Entscheidung frei zu nennen. Denn er müsste das potenzielle Risiko eben genauso selbst tragen, wie den Gewinn, den er aus der verbilligten Fahrt erhält. Das ist aber, wie so oft, die Kehrseite der Medaille, die die neoliberalen nonchalant unter den Tisch fallen lassen. Kennt man ja.

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