Forum: Wirtschaft
Neues Aldi-Konzept: Billig, aber edel
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Die Marktmacht von Aldi bröckelt. Nun hübscht der Discounter sein Ramsch-Image auf, will hin zu ein bisschen Luxus. Doch der Strategieschwenk birgt eine große Gefahr.

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cave68 16.05.2016, 11:33
140.

Lebensmittel gute Qualität?Was meint man eigentlich damit?Egal ob Discounter oder Supermärkte:überall Hochglanzäpfel,riesengross...nur leider ohne Geschmack und ohne besonders viele gesundheitsrelevante Inhaltsstoffe.Wer kennt denn eigentlich noch die alten schmackhaften,gehaltvollen Sorten mit klitzekleinen Schönheitsfehlern?
Dasselbe gilt für Kirschen,Gemüse,etc.....nachgehofen mit Pestiziden und sonstiger Chemie....nicht nur wegen dem Aussehen,sondern weil der (spanische)Gemüsebauer so wenig Geld daran verdient,dass er so wenig Ausschuss wie möglich haben darf (Anbaufläche ist ja auch Kostenfaktor).
Aufback-Backwaren mit gentechnisch veränderten statt natürlichen Enzymen,damit sie auch ein Riesen-Volumen bekommen...ganz zu schweigen vom Ökologischen Fussabdruck,weil diese ja über Hunderte Kilometer angekarrt werden (tiefgekühlt natürlich) und immer wieder neu abgebacken werden (Ofen an-aus-an-aus...was das Energie kostet....).
es gibt noch mehr Beispiele...da ist ALDI mit Sicherheit nicht alleine dafür verantwortlich...keiner ist besser diesbezüglich...nur dass ALDI mit ihren Preissenkungskampagnen mit Sicherheit genau das Gegenteil davon bewirkt,dass sich etwas am Status Quo ändert.

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Aberlour A ' Bunadh 16.05.2016, 12:03
141. Auf den Preis achten

Zitat von holzmacher
... es soll Menschen geben, die absolut auf den Preis achten müssen. Kein Auto, Aldi-Süd 800m weg. Und (Strom abgezogen) ca. 350 Euro im Monat. Davon ab, in meiner Gegend hier gibt es genug Kunden. Also kein Villenviertel. MfG, Holzmacher
Da haben Sie natürlich recht. Von daher werden Billiglohnparadiese für Aldi und Lidl auch weiterhin einen festen Kundenstamm bescheren, weil es gar nicht anders geht. Als Student habe ich auch nur dort eingekauft. Es ging eben nicht anders. Die ewig gleichen Produkte hingen einem zwar irgendwann zum Halse raus, aber was soll man machen. Nachdem ich nicht mehr jeden Cent zweimal rumdrehen muss, hat sich mein Einkaufsverhalten spürbar geändert. Heute sehen mich die Discounter nur noch selten und nur wenn sie auf dem Weg liegen. Ich würde heute Lidl gegenüber Aldi präferieren, eben weil dort mehr Markenprodukte im Angebot sind und die Obsttheke einfach besser und vielfältiger ist. Ich war kürzlich mal wieder bei Aldi - natürlich weil es auf dem Weg lag - aber die Ästhetik des Palettentransfers und die durchwühlten Pappkartons, wie Samstag mittags bei IKEA, war nach langer Abstinenz wieder gewöhnungsbedürftig. Und die Obsttheke wieder die mittlere Katastrophe - zumindest bei Aldi-Nord - die sie schon immer war. Von daher nicht ganz ungewöhnlich das Aldi-Süd jetzt reagiert. Ein paar Euronen mehr im 'Portemonnaie verändern das Kaufverhalten. Das ist in der Konsumforschung ja nichts neues, auch wenn hier manche im Forum sogar ihr Werkzeug bei Aldi kaufen (müssen).

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OskarVernon 16.05.2016, 12:44
142.

Zitat von hup
Sozialromantik für Landwirte war gestern, das ist bereits seit Jahrzehnten eine Industrie, Kleinbetriebe haben es halt schwerer - immer und überall. Also: Vermarktungsnische finden (Regional, Bio, Hofladen, Direktvertrieb)
Wenn die gefühlte Romantik Leute motiviert, im Hofladen oder auf dem Wochenmarkt lokal/regional und bio einzukaufen, find ich das hervorragend - und nix, was man denen kaputtreden sollte ;-)

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Buchbetreuerin 16.05.2016, 16:25
143. Das Problem mit

Seit Jahrzehnten hat der Handel die Deutschen zu "Schnäppchenjägern" erzogen, die gnadenlos dem preisgünstigsten Produkt hinterherjagen. In dieser Hinsicht lachen die Schweizer und Österreicher bereits über uns. (In Österreich sind Lebensmittel deutlich teurer, weil Discount-Denke nicht ankommt beim Kunden.) Auf der einen Seite hat man den Konsumenten damit einen Gefallen getan, indem man die Preise im Lebensmittelhandel in den Keller gesenkt hat - wir haben in Deutschland die niedrigsten Lebensmittelpreise in Europa. Aldi fing an, Lidl, Norma und die anderen mussten hinterherziehen, um nicht Marktanteile zu verlieren. Doch irgendwann ist die "Billig-Karte" ausgereizt, und nun müssen die Discounter den Super-Spagat hinkriegen, indem sie "edle" Ladenausstattung bei "niedrigsten" Preisen hinkriegen. Viel Spaß dabei!
Mich juckt das nicht, da ich seit über 30 Jahren zufriedener Aldi-Kunde bin. Ich habe - auch durch mehrfachen Qualitätsvergleich mit Produkten aus anderen Läden - immer wieder festgestellt: Aldi ist preiswert, und die Qualität der Ware einwandfrei, ja z.T. besser als bei der Konkurrenz. Was mich angeht, so brauche ich jetzt nicht das "Super-Shopping-Erlebnis" für einen simplen Lebensmittelkauf. Für mich müssen weder Aldi noch die anderen ihre Läden auf "edel" trimmen - im Gegenteil. Es darf alles so bleiben, wie es ist. Ich finde es gut, dass ich bei Aldi quasi als Blinde durchrennen kann, weil ich seit zig Jahren verlässlich weiß, in welcher Gondel ich welche Waren finde. Da kann ich mir die Sucherei wie in großen Läden (real z.B.) sparen - dort laufe ich mir die Hacken wund, werde von der Auswahl erschlagen und brauche für jeden Einkauf mind. die doppelte Zeit.

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mr-mucki 16.05.2016, 16:29
144. Die Qualitaet bei Aldi

Also zunächst sollte Aldi Nord mal die Obst und Gemüse Qualität steigern. Lidl und Edeka liegen hier klar vorne.

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bristolbay 16.05.2016, 16:34
145. Ironie sollten man kennzeichnen

Zitat von mona_k.
Bevor Sie hier Nonsens von sich geben sollten Sie Ihr Smartphone befragen. Das hilft ungemein! Günther Schwarz war ein Theologe. Wüsste nicht was er mit Lidl zutun hatte. Übrigens war mein Artikel eher ironisch gemeint. Sie glauben doch nicht allen Ernstes dass es den 1% der Elite um Centbeträge geht. So wie Sie schreiben tippe ich auf frustrierten ex-DDRer, der sich die Zeiten zurückwünscht wo es nichts im Laden zu kaufen gab und man sich noch über Bananen freute.
Mein Beitrag hat einen Fehler, der Besitzer, sehr intelligent schon seit mehr als 25 Jahren über Stiftungen steuersparend handelnd, heißt nicht Günther sondern Dieter Schwarz und kommt aus Neckarsulm. Sorry.

Da muss ich auch kein Smartphone befragen, habe keins, wozu.

Auf meine Positionen gehen Sie nicht ein. Mir geht es nicht um die 1% der Elite, ich habe nur geschrieben, dass die Veränderungen in einer Forbs-Liste sehr viel mit Ihrem kleinen Telefon zu tun haben.
Ihrem Beitrag entnehme ich den bekannten Neidfaktor, warum schieben Sie alles auf eine DDR-Vergangenheit und HO-Läden zurück.
Völlig falsch, Rheinländer, 68er mit Realitätsnähe und ohne Soziologie-Semester.

Sie sollten die ganze Geschichte mal von der wirtschaftlichen Seite und dem Antrieb unseres Systems, der Gewinnmaximierung, das allen Unternehmen zu eigen sein sollte, betrachten.

Setzen Sie sich mal in einer ruhigen Minute hin und lesen Sie nur mal etwas über Umschlagshäufigkeiten und Logistikketten und ziehen Sie die Anzahl der Verkaufsstellen von Aldi in Ihre Überlegungen ein, dann erkennen Sie etwas vom System Aldi. Erschrecken Sie aber nicht über die dort umgesetzten Mengen. Eins werden Sie aber erkennen, alleine über diese Parameter kann ein Markenartikler nicht ohne diese Händler arbeiten, sie garantieren die Auslastung von Werken und einen erträglichen Preis für den Markenartikel. Ohne diese Menge wäre der wesentlich teurer, aber ohne besseren Qualitätsanspruch.

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hgri 16.05.2016, 16:56
146. Beitrag drei

sagt es: Die Deutschen sind insbesondere bei Lebensmitteln nicht qualitätsbewusst. Es ist zudem kein Geheimnis, dass gute Lebensmittel kein Privileg der Reichen sind. Es gibt zunehmend regionale Anbieter und Erzeuger, die den Zwischenhandel umgehen. Wer allerdings jeden Tag gutes Fleisch oder/und Fisch essen will muss rechnen. Auch qualitativ hochwertige Milchprodukte haben ihren Preis. Aber es geht nicht um Verzicht, sondern um Maßhalten. Damit kann sich jeder Normalverdiener gute Qualität bei Lebensmitteln leisten.

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Seraphan 16.05.2016, 17:18
147.

Ich nutze mal einen Werbespruch aus vergangenen Zeiten - "Achte auf Aldi". Ich bin mit Aldi aufgewachsen und gehe dort regelmäßig einkaufen. Noch jünger, ging ich in vielen Fällen hin, weil es geschmacklich sensationelle Lebensmittel anbot, die andere nicht anboten. Heute machen wir unseren Grundeinkauf dort, und die Dinge, die dort nicht zu bekommen, woanders leckerer sind, oder am Tag der Zubereitung frisch sein müssen, kaufen wir woanders.

Wie sich die Kette durch Veränderungen verbessert hat, ist bemerkenswert. Es ist nur konsequent, einen nächsten Schritt zu machen. Es liegt sicherlich auch an den individuellen Standorten, aber ich gehe auch am liebsten bei Aldi einkaufen. Dort ist alles klar strukturiert, die Leute sind freundlich. Edeka dagegen ist für mich absolut verlogen. Wir lieben Lebensmittel heißt es. Dafür schließen sie die Fleischtheke offiziell 2 Stunden vor Geschäftsschluss, und beginnen eine Stunde vor diesem, die Theke auszuräumen. Wehe dem, der es wagt, dann noch nach Fleisch zu fragen, das bereits weggeräumt wurde. Dass man dann die SB-Kühlschränke nicht wenigstens für die verbleibenden 2 Stunden ausstattet, bestätigt den Eindruck, dass sie zumindest nicht den Kunden lieben. Da ist mir die ehrliche Einfachheit bei Aldi lieber.

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cosifantutte 16.05.2016, 17:32
148. Was ich bei Aldi und ähnlichen vermisse

sind die Frischetheken. Bei Edeka gibt es je eine Superfleisch-,Superwurst-,Superkäse-,Superfischtheke. Auch das Obst ist ansprechend dekoriert und sieht frisch und angenehm aus. Feinkost bis zum Abwinken gibt es auch bei Edeka, von allen Kaffesorten, Nudelsorten, Reissorten etc. gar nicht zu reden.
Kurzum, habe noch nie bei Aldi gekauft und verstehe auch Leute nicht, die da kaufen.

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gustavsche 16.05.2016, 19:32
149.

Rotiert Karl Albrecht nun im Grabe? Ich denke nicht. Der Sparfuchs hat sich die Rotationsvorrichtung gespart. Wäre zu teuer gewesen. :-)

Wichtig ist mir: Ich muss nicht zu viel bezahlen und ich kann auf ein verlässliches Angebot zählen. Verlässlich meine ich, dass ich sicher sein kann, dass die Ware da ist, wenn ich zum Laden aufbreche.

Ein Gegenbeispiel ist Netto (Netto rot). Ob es Rettich oder Kohlrabi gibt, ist dem Zufall überlassen. Genauso auch Champignons. Und besonders unmöglich: Passierte Tomaten. Obwohl im Tetrapak und lange haltbar, war das jedes Mal eine Lotterie, wenn ich passierte Tomaten benötigte. Dann lieber Angebot verkleinern und zuverlässig werden. Alkoholika sind komischerweise immer in großer Auswahl und Menge vorhanden.

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