Forum: Wirtschaft
Neues Gesetz geplant: Was muss ich zahlen, wenn meine Mutter in ein Pflegeheim kommt?
DPA

Rente und Pflegeversicherung reichen oft nicht für die Kosten eines Heimplatzes - dann werden die Kinder zur Kasse gebeten. Die Regierung will das ändern. Wer entlastet wird und wer weiter zahlen muss: der Überblick.

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MichaelundNilma 14.08.2019, 20:35
20. Seniorenplätze auf der Fahndungsliste

Was brauchen wir. Zwei Dinge – mehr Pflegeplätze, heißt mehr Pflegeheime. Die Wartezeiten auf einen Pflegeplatz können sehr lang sein, das heißt u.U. Jahre und für die pflegenden Angehörigen mehr als belastend, wenn der oder die zu Pflegende dement ist oder vollkommen hilflos. Hier kommen pflegende Angehörige an ihre Grenze oder darüber hinaus. Es muß immer jemand zu Hause sein. Der finanzielle Ausgleich ist mit dürftig wahrscheinlich noch zu hoch bewertet. In einer solchen Situation hilft nur ein Heimplatz, den es aber oft nicht gibt. Auch die Einstufung des Pflegegrades ist immer noch subjektiv. Zeitaufwand für z.B. Einkaufen, Arzttermine, administrativen Aufwand eca. werden nicht mitgerechnet. Pflege zu Hause ist ein 16 Std Job und mehr. In BW wurde die Heimbauordnung geändert. Folge den Heimbewohnern steht mehr Platz zu. D.h. die Heimplätze, welche vergeben werden konnten, sanken drastisch. Aus Doppelzimmern wurden Einzelzimmer. Mehr Pflegeheime waren aber nicht entstanden. Kommen wir zu den Kosten eines Heimplatzes. Die im SPIEGEL genannten Kosten dürften nicht mehr stimmen. Ein Beispiel Caritas 2019: Vollstationäre Pflege, Pflegegrad 3 Kosten 4.053,16 € pro Person und Monat. Die gesetzliche Kasse zahlt 1262,00€. Verbleiben 2.791,16 für die pflegenden Angehörigen. Zusätzlich sind noch Ausbildung, Verpflegung, Unterkunft und Investitionskosten zu tragen. Macht zusätzlich 133,22€. Es handelt sich hier nicht um ein Luxusheim, sondern ein ganz normales Seniorenheim. Selbst gut betuchte Angehörige können das nicht stemmen. Sind es 2 Elternteile oder gar 4 (die Eltern eines Ehepaars) zeigt, das die Pflegekassen und ihre Leistung dringend auf den Prüfstand gehören. Eltern mit Haus müßten Selbiges ohnehin erst verkaufen, bevor der Staat einspringt. Damit ist das eventuelle Immobilienerbe in Gefahr. Schließlich ist es nicht Aufgabe des Steuerzahlers die Pflegelücke zu schließen. Verschärft wird das Ganze durch einen eklatanten Mangel an Pflegekräften, als Ergebnis einer Politik der Ausbeutung und Geldgier auf deren Kosten.

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Steve111 14.08.2019, 20:37
21. Mitunter zum schmunzeln...

Meine Schwiegermutter ist 94, hat nie Vermögen gehabt, ist seit 2013 im Heim, und seit Jahren bettlägerig.Sie ist schwerhörig, und hat auf einem Auge noch etwas Sehkraft, vielleicht 20%.Zuweilen erkennt sie einen noch.Spätestens alle drei Jahre müssen nicht nur wir den Finanzstriptease machen, der bis ins letzte Detail geht, nein, auch Schwiegermutter bekommt alle 3 Jahre einen frischen Fragebogen : Neuer Job ? Vermögen ? Auto ? Aktien ? Immobilien ? Immobilien im Ausland ? Lottogewinn ? .... Deutschland

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storny 14.08.2019, 20:38
22. zu wenige Informationen für dieses komplexe Thema

Mein Lebensgefährte musste auch für die Heimkosten seines Vaters zahlen, obwohl die Eltern seit Jahren geschieden waren und er kaum Kontakt zu seinem Vater hatte. Die Berechnungen des Sozialamtes sind teilweise sehr abenteuerlich (bloße Word-Datei) und wenig nachvollziehbar. Nach dem Einschalten eines Anwaltes (wozu ich nur jedem raten kann), waren die Forderungen plötzlich vom Tisch. ...und ja, auch mein Einkommen (trotz unverheiratet) wurde hinzugerechnet. ...und ja, wenn bei Geschwistern nur einer als zahlungsunfähig ermittelt wird, zahlt dieser alles, so war es auch bei meinem Partner...jedes Kind wird einzeln betrachtet...
Insgesamt kam uns das Verfahren sehr undurchsichtig vor und man kann nur begrüßen, wenn es hier zu sinnvollen Änderungen käme.

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Mehrleser 14.08.2019, 20:41
23. Journalistische Lücke

In der Berichterstattung von SPON, aber auch zum Beispiel WDR hat bislang kein Journalist erklären können oder wollen, wie die künftige Regelung genau aussehen soll. "Unterhalb 100.000 € entlastet" - schön, aber darüber hinaus bleibt es geheimnisvoll. Kein Beispiel für Qualitätsjournalismus - aber gleichzeitig macht SPON eine Meinungsumfrage, wie albern. Oder traut man den Lesern in Zeiten von Twitter nicht mehr zu, solche Fakten zu verstehen?

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general_0815 14.08.2019, 20:48
24. Pflegegeld

Warum wird nicht einfach das Pflegegeld erhöht?
Als Betroffener, der für die Mutter (gerne) aufkommt, habe ich in den letzten 3 Jahren regelmäßige Erhöhungen vom Pflegeheim bekommen. Die Leistungen der Pflegekasse stagnieren bei 1775,-Euro. Die Schere geht immer weiter auseinander, meine Zuzahlungen steigen.

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Aleksandrs Krievs 14.08.2019, 20:50
25. Kostenübernahme bei kinderlosen Pflegebedürftigen

... ich denke, es geht in die richtige Richtung.

Allerdings frage ich mich, wer zahlt bei kinderlosen Pflegebedürftigen, die sich das Pflegeheim nicht leisten können? Die Sozialhilfe, also die Gemeinschaft, also auch die Kinder der Pflegebedürftigen (die bisher und/oder in Zukunft für ihre Eltern zahlen müssen)? Zahlen Kinderlose höhere Pflegeversicherungsbeiträge?

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randall_77 14.08.2019, 20:53
26.

Zitat von rainerwäscher
Lieber randall_77, verständlicherweise regen Sie sich auf. Ich kann Ihnen jedoch sagen, dass wir alle, die pflegebedürftige Eltern haben, solche Erfahrungen machen. Es ist nicht nur eine Katastrophe, es ist ein Desaster. Wenn Ihre Eltern pflegebedürftig werden, sind Sie am A.... Ihr Leben ist vorbei und über kurz oder lang hoffen Sie aus blanker Verzweiflung, dass die Erlösung kommt.
Desaster, ja.
Aber so schwarz, dass das Leben im Eimer ist und man nur noch aus blanker Verzweiflung auf die Erlösung wartet, sehe ich das nicht.

Wenn ein Elternteil pflegebedürftig ist, dann kann man das nicht ändern und muss damit umgehen. Das ist bei mir auch nicht das Thema.

Die Situation mit einem pflegebedürftigen Elternteil ist schon schwierig genug. Man benötigt Unterstützung und Hilfe von Leuten, die vom Fach sind und im Pflegeumfeld arbeiten. Ohne geht es nicht.
Aber wenn man dort immer wieder auf die geballte Ahnungslosigkeit, Inkompetenz und den Bürokratie-Irrsinn trifft, macht mich das nur noch fassungslos.

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sponleser22 14.08.2019, 20:58
27.

#11 upalatus:" ...und die entsprechenden Pensionen für Gauland, Weidel, Höcke und weiterer Gesellschaftsweiterbringer. "
Es hat ja nicht lange gedauert, bis sich ein Troll gefunden hat, der das Thema in Richtung AFD zerrt.
Wenn es nicht so beschämend wäre, müsste man eigentlich drüber lachen.

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dietmarklevenstein 14.08.2019, 21:03
28. Weit verbreiteter Irrtum....

Zitat von nativebiker
Kinder haben mit den Pflegekosten der Eltern nichts zu tun, dafür gibt es die Pflegeversicherung, genauso wie bei Arbeitslosigkeit und Altersrenten(armut) die entsprechenden staatlichen Versicherungen gemäß dem Generationenvertrag eintreten.
Die Pflegeversicherung ist eben KEINE "Vollkaskoversicherung", die gewährt lediglich Zuschüsse zu den Pflegekosten.

Wobei sich der Eigenanteil der Kinder (dank Schonvermögens) doch stark in Grenzen hält.

Bei einem Gutverdiener mit 2.500 Euro netto sind vom Kind maximal 350,00 Euro zuzuzahlen - wem das für die eigene Frau Mutter zu viel ist - dem dürfte nicht mehr zu helfen sein.

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Speckbulle! 14.08.2019, 21:06
29. So wird genau gerechnet

Zitat von BassErstaunt
Lieber Spiegel: Keine Angst vor der Wahrheit! Überall geistern die 100.000 EUR durch die Presse aber kein Journalist kann oder will die Konsequenz beschreiben. Bedeutet das nun einen Selbstbehalt von 100.000 pro Jahr oder zahlt man künftig mit 99.999 EUR gar nichts aber mit 100.000 schlagartig faktisch 2.000€ pro Monat? Würde ich den Politikern zutrauen. Leider stellt kein Journalist solche Fragen. Auch hier im Beitrag wird diese wichtige Frage umschifft. Ohne Übergang beschenkt die SPD faktisch die Bürger mit Einkommen zwischen 12x1800=21.600 EUR und 99.999 EUR zunehmend. Erscheint mir absurd. Warum nicht den Selbstbehalt erhöhen oder nur einen geringeren Teil des übersteigenden Einkommens verlangen. Das würde einen langsamen Übergang ergeben.
Die 100000€ sind der Bruttoverdienst des Kindes und nur des Kindes. Der Verdienst der Partner bleibt komplett außen vor.
Auch Vermögen wird nicht mehr dazugezählt. Wohl aber Mieteinnahmen, Kapitaleinkünfte des Kindes oberhalb des Sparerfreibetrags etc. Also quasi das einkommensteuerliche Gesamtbrutto des Steuerbescheides ob dabei sogar noch die Werbungskosten abgezogen werden können weiss ich aber nicht genau.
Sollte man die 100000€ überschreiten kommt man in das alte Berechungschema mit den Freibeträgen.

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