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Niedergang der Modemarke Escada: Weiblich, neureich - und von gestern
Slaven Vlasic / Getty Images

Escada stand einst für weltgewandte Mode, Supermodels und Hollywoodstars trugen den Münchner Chic. Doch die glanzvollen Zeiten sind passé, die Modemarke steht zum Verkauf - wieder einmal. Wie konnte es so weit kommen?

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PRAN1974 22.09.2019, 08:39
1.

Ich bin im typischen Alter der Escada-Kundinnen und kann mit Rita Ora tatsächlich nichts anfangen. Das allein ist natürlich kein Kaufkriterium. In Deutschland ist Escada allgemein nicht mehr sehr präsent, meine ich, jedenfalls außerhalb Münchens.
Mit 80er oder 90er Mode liegt man doch aktuell gar nicht so daneben. Alles andere wie Schulterpolster und neureicher Schick ist natürlich eine berechtigte Kritik. Könnte ich mir Luxusmode leisten, würde ich vor allem auf hochwertigste Materialien und perfekten Schnitt achten. Mit pompösem Erscheinungsbild macht man sich in vielen Situationen lächerlich, aber die Topmanagerin will vermutlich auch nicht aussehen wie in H&M gekleidet. Das hinzukriegen fällt offensichtlich vielen Marken schwer. Boss scheint da vor allem im Herrenbereich einiges richtig zu machen.

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Tom77 22.09.2019, 09:18
2. Keiner will reich aussehen?

Also, ich halte es für ein Gerücht, dass diejenigen, die sich teure Mode von exklusiven Labels kaufen NICHT reich aussehen wollen! Vielleicht nicht plump und auf dem ersten Blick, aber sehr wohl bei all denen, die sich in der Szene der Reichen und Schönen tummeln. Sonst würden die Superreichen zu ihren tollen Parties ja in Primark-Klamotten feiern. Das Prinzip all dieser extravaganten Spitzen-Modelabels ist doch gerade, dass sie den Hauch von Reichtum, Exklusivität und Erfolg ausstrahlen wollen. Wer mit einem 10.000 € Kleid rumläuft, tut dies nicht, weil der Stoff so schön weich ist oder das Muster und die Farben den eigenen Teint perfekt in Szene setzen. Es geht darum, zu zeigen, dass man erfolgreich ist und sich solch ein Kleid leisten kann.

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SusiWombat 22.09.2019, 09:42
3.

Es steht doch alles im Artikel: seit Jahren geht es ums Geschäft, möglichst global, um Aktionäre, die reich werden wollen.

Mode ist doch aber immer Zeitgeist und Emotion, das kann man doch nicht weglassen. Und Pelz - ich kann meine Assoziationen zu Pelz hier gar nicht aufzählen, aber alle sind negativ. Egal ob teurer Nerz oder das Marderfell am H&M Fähnchen. Und eigentlich müssten viele aus meiner Generation so ticken.

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at.engel 22.09.2019, 09:46
4.

"Neureichtum verbindet man heute mit Geschmacklosigkeit."
Das ist ja eigentlich nichts neues, was aber nichts daran ändert, dass selten so eine geschmacklose Epoche wie unsere gab: Von amerikanischer Innenarchitektur angefangen, über das auf den chinesischen Markt abgestimmte Autodesign bis hin zur unglaublichen Stilsicherheit russischer Neureicher, frei nach dem Motto, mehr ist im Zweifelsfall immer besser! Es reicht auch, sich mal die Skyline von London anzusehen: Da wird geklotzt UND gekleckert... Selten konnten sich die Neureichen so austoben wie heute.
Vielleicht liegt es doch eher daran, dass Escada irgendwo in den 80ern stecken geblieben ist... etwas bieder wirkt. Und nichts ist tötlicher als ständig wechselnde Chefs...

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Peletua 22.09.2019, 09:57
5. Abendlich

Mit dem Namen Escada verband sich für Viele schon in den Achtzigern und Neunzigern 'neureich', 'geschmacklos' und 'aufgedonnert‘. Immer der berühmte Tick zuviel, der zumindest nach europäischem Geschmack wirkliche Eleganz zerstört. Das Richtige für den US-Markt, der sich an Serien wie 'Denver' und 'Dallas' und an neureichen Stil-Ikonen wie Ivana Trump orientierte.

Heute triumphiert in vielen Ländern außerhalb Europas die Opulenz arabischer Glamour-Stoffe für die Abendmode. Es könnte sein, dass es sich für Escada lohnen würde, hier mal einen Blick zu riskieren - und die Überlegung, sich künftig mehr auf Abendmode zu konzentrieren.

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napoleonwilson 22.09.2019, 10:36
6. Escada

Escada war in den 80ern und 90ern das bessere Chanel. Fr. Ley hat sich davon inspirieren lassen. Die Mode war schick und im Gegensatz zu Chanel auch halbwegs bezahlbar. Und junge Rita Oro Fans sollen sich die Mode auch nicht leisten können. Sonst ist nichts mehr mit der. Exklusivität. Super Beispiel Tom Ford. Extrem erfolgreich.Alles extrem teuer. Aber es gibt genug Menschen die es sich leisten können und wollen. Mit Fr, Ley starb die Seele von Escada. Vielleicht findet sich ein Tom Ford für Escada.

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krautrockfreak 22.09.2019, 12:04
7. Neue Labels kommem, alte verschwinden...na und? Der ganze Modezirkus

ist ein Symbol für die auf die Spitze getriebene Perversion der Welt der Reichen, es geht schon lange nicht mehr um die Kleidung an sich, als viel mehr um das Zeigen, was man hat bzw. andere eben nicht haben (können).

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Zucchi_Magico 22.09.2019, 12:40
8. Wenn zu viel wird...

Es sind in letzter Zeit auch ganz andere Modemarken, wie Escada, pleite gegangen. Der Grund ist doch ganz einfach: übersättigter Markt. Es gab eine Zeit, wo ständig neue Modemarken entstanden sind. Die ist vorbei. Jetzt geht's nach unten. Nicht zuletzt, weil auf der einen Seite die Armut zunimmt und die Leute deswegen H&M statt Escada kaufen und auf der anderen so viel Geld im Überfluss liegt, dass dessen Besitzer halt mal irgendwann die Schränke voll haben und sich selbst fragen, ob sie nochmal ein neues Kleid brauchen. Und tun sie das doch, haben sie bereits enorme Auswahl: Dior, Boss, Gucci, Chanel... Was weiß ich noch was sonst. Zuviel ist einfach zu viel.

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der Pöter 22.09.2019, 12:44
9. Dieser Modehype

ist eh Schwachsinn. Teuer bezahlen für Klamotten, die solche Leute in 6 Monaten nicht mehr anziehen, weil es ja schon wieder eine neue Kollektion gibt. Und wer will schon gern in ollen Kleidern rumlaufen, was sollen denn die Freundinnen oder der gemeine Pöbel denken.

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