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Niedersächsischer Konzern: Meyer Werft steigt bei finnischem Schiffsbauer ein
DPA

"Mein Schiff 3", "Mein Schiff 4": Die neuen Luxusliner der Reederei TUI Cruises werden auf der STX-Werft im finnischen Turku gebaut. Dennoch drohte ihr eine Insolvenz. Jetzt übernimmt die niedersächsische Meyer Werft mehr als zwei Drittel des Geschäfts.

Hamberliner 04.08.2014, 16:33
1. good news

Zitat von sysop
"Mein Schiff 3", "Mein Schiff 4": Die neuen Luxusliner der Reederei TUI Cruises werden auf der STX-Werft im finnischen Turku gebaut. Dennoch drohte ihr eine Insolvenz. Jetzt übernimmt die niedersächsische Meyer Werft mehr als zwei Drittel des Geschäfts.
Ein Grund zu feiern. Wenigstens dieses Marktsegment droht nicht auch noch nach Korea abzuwandern. Ich war vor einigen Monaten auf der weltgrößten und als Konkurrent bedrohlichsten Werft in Korea, HHI in Ulsan, da waren Unmengen halbfertige Tanker, Bulker, Containerschiffe, LNG-Tanker und Halbtaucher zu sehen, aber Gott sei Dank keine Cruise Liner. Ich hab mir angehört "wir können hier sehr viel, wir bauen fast alles, nur mit Spezialschiffen haben wir leider noch so unsere Schwierigkeiten", und ich habe gedacht und für mich behalten "wieso leider?".

Nebenbei, bitte liebe SPIEGEL-Redakteure, seid so nett unser Fach nicht andauernd mit einem "s" zu verhunzen, das wir nicht gebrauchen und uns auch nicht von Laien anerziehen lassen werden, egal ob mit oder ohne Duden. Danke.

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Tevje 04.08.2014, 16:33
2. Na endlich!

Hat es der vereinigte Naturschutz doch geschafft, das ostfriesische Vorzeige-Familienunternehmen erfolgreich zu vertreiben. In der Boom-Region bestand ja schon seit langem Knappheit an qualifiziertem Personal, so dass es gut ist, dass sich die Finnen in Turku jetzt über einen neuen Arbeitgeber freuen dürfen. [/Ironie]

Die Emdener werden es den eifrigen xy-Schützern schon danken, bricht doch jetzt die Touristenwelle über sie herein und schwemmt leichtes Geld an Land.

Wieder ein Stück Hochtechnologie, das seinen Abschied von Deutschland vorbereitet.

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Gluehweintrinker 12.08.2014, 18:36
3. Erweiterung statt Abwanderung

Zitat von Tevje
Hat es der vereinigte Naturschutz doch geschafft, das ostfriesische Vorzeige-Familienunternehmen erfolgreich zu vertreiben. In der Boom-Region bestand ja schon seit langem Knappheit an qualifiziertem Personal, so dass es gut ist, dass sich die Finnen in Turku jetzt über einen neuen Arbeitgeber freuen dürfen. [/Ironie] Die Emdener werden es den eifrigen xy-Schützern schon danken, bricht doch jetzt die Touristenwelle über sie herein und schwemmt leichtes Geld an Land. Wieder ein Stück Hochtechnologie, das seinen Abschied von Deutschland vorbereitet.
Sie denken in zu kleinen Dimensionen. Es geht nicht um Abwanderung, es geht um das große Geschäft mit den größten Schiffen, für welche die Ems auch im aufgestautem Zustand einfach zu klein ist um solche Megapötte in die Nordsee zu manövrieren.

Die Meyer-Werft ist aufgrund des gerade zu beobachtenden Baubooms bei Kreuzfahrtschiffen bis 2019 ausgebucht. Besonders Norwegian Cruise Lines ist ein treuer Kunde und beauftragt die Meyer-Werft immer wieder mit ihren Neubauten. Escape, Bliss und nun stehen noch zwei weitere Schiffe der Breakaway-Plus-Klasse in den Auftragsbüchern. Mehr geht einfach nicht. Die Haupthalle wird verlängert (eine Straße verlegt), ein trickreiches Baukonzept mit temporärem Ausdocken von Teilsegmenten wurde entwickelt, um gleichzeitig an mehreren Schiffen arbeiten zu können. Dennoch platzt der Laden aus allen Nähten und stößt an seine Grenzen. Die Tatsache, dass STX trotz seiner klammen Finanzlage Aufträge abwickelt und mit seiner günstigen geographischen Lage auch in der Lage ist, noch viel größere Schiffe zu bauen als es bei Meyer möglich ist, zeigt den Bedarf an neuen Schiffen und vor allem noch mehr: Europa ist, was diesen hochkomplexen Spezialschiffbau angeht, längst noch nicht von Fernost geschlagen und wird es wohl auch bis weit in die 2020er Jahre nicht sein.

Tanker bauen kann "jeder", Frachter auch. Aber Kreuzfahrtschiffe sind hochomplexe Bauwerke, die tausende an exakt aufeinander abgestimmte Zulieferer benötigen, und diese findet man (zum Glück) eben nur in Europa. Oder wie mag man es erklären, dass die erfolgreichen US-Reedereien sämtlichst in Europa bauen lassen? Besonders das Desaster um die Aida Prima, welche von der Mitsubishi-Werft in Japan erst 6 Monate nach vertraglich vereinbartem Termin fertiggestellt werden kann, bedeutet einen kostenlosen Werbefeldzug für Schiffbau made in Germany. Sechs Monate Verzug sind für eine Reederei ein GAU erster Güte - kaum vorstellbar, dass in absehbarer Zeit noch ein anderer Reeder dort einen Auftrag platziert, und sei der Preis noch so verlockend.

Die Beteiligung von Meyer an STX ist nur ein logischer Schritt hin zur Zukunftssicherung, denn wenn der Trend wirklich zu Schiffen jenseits der 200.000 BRZ ginge, sähe das für Papenburg in der Tat nicht gut aus. Mit der Aktion hat sich das Unternehmen sozusagen buchstäblich "breiter" aufgestellt.

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