Forum: Wirtschaft
Niedrige Inflation in den USA: Vom eigenen Erfolg überrollt
Brian Snyder/REUTERS

Die Vereinigten Staaten haben ein Problem: Der Arbeitsmarkt boomt, aber die Preise wollen einfach nicht steigen. Notenbanker rätseln, was zu tun ist. Denn die alten Mechanismen funktionieren nicht mehr.

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das_schaaf 20.07.2019, 22:47
90. Die Inflation wird nur anders für uns sichtbar.

Ich mag es kaum sagen, und die üblichen Verdächtigen werden sich darauf stürzen und möchte Ahnungslosigkeit bezichtigen. Aber leider ist es ganz einfach: die Inflation ist vorhanden, die steigenden Preise verstecken sich allerdings in der verbrauchten Umwelt weltweit. Billige Massenwaren und Elektronik aus Südostasien. Ohne angemessene Bepreisung der Energie.
Grenzenlose Mobilität in Deutschland, Europa, und weltweit. Ohne dass es sich monetär ausdrückt. Spät. Zu spät...
.... werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.

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Peter Meyer01 20.07.2019, 22:55
91. Nicht schwer, oder?

Vertue ich mich total?
Erstens sollte man all die kleinen Manipulationen zurück drehen, mit der die Inflation immer künstlich ein bisschen verkleinert wurde. Das hat sich halt aufgebaut.
Zweitens kommt das so wunderbar geschaffene und rausgeschaufelte Geld - wie in der Theorie oben dargelegt - ja eben als KREDITE bei den potentiellen Käufern an. Es ist aber leider inzwischen so, dass die meisten im Grunde verarmt sind und nicht weiter kreditwürdig. Und wären sie es noch, haben inzwischen selbst bei den Amerikanern die meisten begriffen, dass sie nicht auf Kredit Geld ausgeben können als gäbe es kein Morgen.
Sie wollen Inflation, aber können die Gehälter und Löhne nicht höher diktieren? Nichts einfacher als das: Schenken Sie jedem Bürger 20000 EUR als Zentralbankscheck. Problem gelöst, die Inflation sollte morgen in die Höhe schnellen. Und wenn nicht, kommt hier der nächste Scheck.
Entweder bin ich der größte Vollidiot aller Zeiten, oder genialer als die Notenbanker. Angesichts der Sachen, die man so in und seit der großen Rezession gesehen hat, ist die zweite Möglichkeit jedenfalls nicht sehr unwahrscheinlich.

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Hartmut Schorrig 20.07.2019, 23:43
92.

Zitat von larsmach
Eine Geldschwemme, wie wir sie als "Löschmittel" der Schuldenkrise von 2008 erleben, hat die Preise von Spekulations- und Anlagegütern drastisch erhöht - hier ist gewaltige Inflation. Aktien vieler US-Unternehmen sind heute absurd teuer (selbst Newcomer mit völlig ungeschützten Produktideen wie vegetarischen Bratlingen werden auf Anhieb mit Milliarden bewertet!). Immobilienpreise übersteigen jedes normale Maß (nicht Wohnungen sind knapp, sondern BEZAHLBARE Wohnungen sind es - Mieter können nur Mieten zahlen, die sich an der REALWIRTSCHAFT orientieren, da sie dort ihre Einkommen auf Grundlage von Produktivität und Wertschöpfung erzielen!). Die Realwirtschaft wächst in Industriestaaten mit winzigen Raten; die Nachkriegsmärkte wachsenden Nachfragen sind heute stark übersättigte Angebotsmärkte. Nur wenige Produkt-/Dienstleistungsinnovationen stiften wirklich nachhaltigen Nutzen, schaffen Mehrwert und sorgen so für Wirtschaftswachstum (Beispiel: CO2 neutrale Technologien). Auch Konsumentenprodukte und Autos werden in diesem Umfeld schon lange nicht mehr so sehr beworben wie die zugrunde liegenden Abstotter-Finanzierungen und Mietschuld-Angebote (neudeutsch: "Leasing"). Hier wird Nachfrage durch Schuldenmachen erzeugt - schöne Grüße aus 2008! Daher kann eine mit Liquidität ersäufte Volkswirtschaft keine echte (eigene) Wachstumsdynamik mit Inflation bieten!
Dieser Beitrag trifft den Kern! Die Niedrigzinspolitik schafft nicht etwa Wirtschaftswachstum wie die Ökonomen althergebracht glauben, sondern sie füttert seit Jahren nur die Spekulanten. Für mich als absoluter Nichtökonom ist das so was von klar, weil oft beobachtet (Ich bin Techniker). Warum wissen das unsere Ökonomen nicht ????
Wirtschaftswachstum wird von Nachfrage generiert, und die kommt nur von entsprechenden Löhnen der breiten Masse, also der einfachen Leute! - Wie auch in anderen Beiträgen lesbar.

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jjkoeln 21.07.2019, 00:24
93. Wenn die Löhne nicht steigen

Wenn der Druck auf die Arbeitnehmer durch diverse Maßnahmen dafür sorgt, dass die Löhne nicht steigen, hat man verschiedene Effekte:
Sogenannten Fachkräftemangel - da es aus marktwirtschaftlicher Sicht keinen Magel geben kann, ist der Preis für die angebotene Arbeit zu niedrig
Die Phillips-Kurve ist nicht gültig
Die Inflation steigt nicht, da die Löhne nicht steigen.
Der Schlüssel in einen Kapitalismus jenseits der niedrigen Zinsen ist Lohnerhöhung.
Aber das ist zu einfach als dass Ökonomen das wahrhaben könnten.

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icebergs111 21.07.2019, 07:58
94. Grau ist alle Theorie...

Vielleicht wird auch zuviel interpretiert, statt ehrlich die Realität wahrzunehmen. Die Realität schlägt die "runden" Theorien in einem Markt, der noch nie so extrem war, und an dem reguliert wurde auf Teufel komm raus.

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maverick277 21.07.2019, 16:13
95. Selbstverständlich gibt es eine massive Inflation

...man braucht nur mal zu schauen, wie die Preise für Immobilien und Aktien nach oben geschossen
sind. Eine ähnliche Entwicklung haben wir ja auch hierzulande.
Aber wenn die "Spezialisten" nur auf die Preise für Güter des täglichen Bedarfs gucken, dann sehen sie
natürlich nicht allzu viel.

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christian_will 21.07.2019, 20:03
96. Primitive sowie neoliberale Vermessenheit & Ignoranz

Der Artikel zeigt eindringlich, wie daneben die neoliberale Theorie liegt. Aber vor allem zeigt er auch, die Ignoranz gegenüber so vielen Faktoren, nur um mehr Profit zu machen ... mehr nicht. Diese Ignoranz und Fixiertheit ist aber unsere schwache Natur und unser Eerbe.
Es wird einer Theorie gehuldigt, dem neoliberalismus, die nur aus einem opportunistischen Erfolg des Finanzwesens, aufgebaut auf korrupter Politik und Wirtschaft, besteht und seit einem Jahrhundert konsequent die Wahrheit leugnet.
Und zwar das die Entwickelungen auf dem Markt noch von ganz vielen anderen Faktoren abhängen als die primitive neoliberale Theorie aufbringt.
Die Zwanghaftigkeit mit der dies behautet wird, ist genau so wie die Zwanghaftigkeit blind zu sein gegenüber der Wahrheit, die ihnen schon seit langem von der interdisziplinären Wissenschaft gepredigt wird.
Aber es muss ja erst die Welt untergehen bevor sie ihre Ignoranz abstellen.

Massenproduktion von Billigware, Ausbeutung der Arbeitskraft und unfaire Verteilung und Nutzung der Bodenschätze, Ausreizung der Gewinnspannen, permanente Anhebung des Lebenstandards, enorm ineffiziente Bildung, vernünftige Verhaltensweisen (recyclen, upcyclen, Konsumminimierung ...), Arbeitsplatzvernichtung durch Operationalisierung .... nur um paar der Hauptfaktoren zu nennen.
All das sind Faktoren die permanent unterschätzt werden und IGNORIERT werden!
Nicht nur das, es wird eine Überhöhung der Wirtschaft kultiviert die falsche Wahrnehmungen und Verhaltensweisen schafft.
Profit auf Ausbeutung - Profit mit reaktionären Modellen die unser System zerstören - anstatt es richtig zu kultivieren.

So zu kultivieren,
das zwar alle Leute genug Kaufkraft haben, aber das eben nicht alle Ressourcen dabei geplündert werden.
Der neoliberale weg ist nicht nur primitiv, er ist auch gefährlich neurotisch geworden!!!

Er muss ich seiner Vergangenheit bewusst werden, seine Erbes der imperialistisch kolonialistischen sowie unwissenschaftlichen und primtiven Zeit und endlich verstehen, dass Wirtschaft etwas ist, das aus Vertrauen und Fähigkeit wächst.
Genau so wie das Leben. Genau das brauchen wir, keine blinde Produktionssteigerung ohne drauf zu achten, was wir produzieren und wie wir es produzieren und für wen wir es produzieren ...

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