Forum: Wirtschaft
Niedrige Inflation in den USA: Vom eigenen Erfolg überrollt
Brian Snyder/REUTERS

Die Vereinigten Staaten haben ein Problem: Der Arbeitsmarkt boomt, aber die Preise wollen einfach nicht steigen. Notenbanker rätseln, was zu tun ist. Denn die alten Mechanismen funktionieren nicht mehr.

Seite 6 von 10
StefanXX 16.07.2019, 17:07
50. Na Hauptsache Sie wissen Bescheid

Zitat von cvdheyden
Es ist typisch: Statt der Sache auf den Grund zu gehen, wird rumprobiert, obwohl hinlänglich bekannt ist, dass die Weltwirtschaft nicht mehr so funktioniert wie früher. Es gibt genügen Leute, die dringend geraten haben, das Ganze zu Reformieren. Sonst kommt der (schon in der Vergangenheit zu beobachtende) Mechanismus, erst eine Deflation gefolgt von einer Inflation (stark), die bestimmt Bereiche der Wirtschaft wanken lassen. Und das alles vor dem Hintergrund, dass die Notenbanken immer wieder naiver Weise glauben, sie hätten unendliche Feuerkraft! Ich vestehe nicht, warum der dummer Mensch aus der Vergangenheit nicht lernt, sondern wie der Ochse vorm Berg steht und die Mundwinkel sinken lässt.
Mit Verlaub, aber Ihr Beitrag ist ja an Überheblichkeit kaum zu überbieten. Die Verantwortlichen in den Notenbanken haben in aller Regel ihr Handwerk durchaus gelernt und kennen sich wesentlich besser in der Materie aus als Sie. Welche Expertise berechtigt Sie eigentlich, diesen Leuten alle Naivität zu unterstellen? Glauben Sie mir, niemand, wirklich niemand bei den Notenbanken glaubt er hätte "unendliche Feuerkraft". Und mal eben "das Ganze zu reformieren" weil die Weltwirtschaft halt jetzt irgendwie anders funktioniert, ist halt nicht so einfach. Selbst wenn man immer ganz genau wüsste was alles zu tun ist, was weder die Notenbanker noch Sie noch irgendjemand anderes weiß. Dazu sind die heutigen gegenseitigen Verflechtungen und Abhängigkeiten viel zu komplex.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ichbines2 16.07.2019, 17:15
51. wie in der Euro-Zone?

Ob es vergleichbar mit der Eurozone ist?
Uns wird jeden Monat vorgeschwindelt, es gäbe keine Inflation, was definitiv nicht stimmt. Die aus dieser Fehlangabe resultierende Schlussfolgerung ist, die Märkte immer mehr mit Geld zu fluten, Das Geld geht in Aktien etc. vgl. gerade momentan den Dow, der nur auf der bloßen Andeutung, es könne eine geringfügige Zinssenkung geben (viel Spielraum ist ja wirklich nicht) hochspringt.
Am Ende ist damit wenig erreicht.
Zum zweiten wurde schon mehrfach geschrieben, dass die Rate der Arbeitslosigkeit bzw. ein hoher Beschäftigungsgrad überhaupt nichts besagen, wenn die Menschen nicht genug verdienen, um auch Geld ausgeben zu können. Das ist doch in der Euro-Zone genauso!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cvdheyden 16.07.2019, 17:15
52. Umkehr

Zitat von Bananenschale
In der Luftfahrt gibt es das Phänomen der Ruderumkehr. Sowas ähnlich scheint es z.Z. in Bezug auf Zinsen und Inflation zu geben. Würde die Zentralbank die Zinsen vom jetzigen Niveau schrittweise über eine bestimmte Schwelle hinweg anheben, würde die Inflation anspringen. Dann allerdings müßt sie die Zinsen deutlich anheben, um diese Ingflation zu dämpfen. Doch welche Schwelle? Welche Schrittweite? In welchem Zeitraum? Die USA haben es vergleichsweise einfach. Für die EZB in Europ ist die Frage nach einem vernünftigen Maß hoffnungslos wg. der unterschiedlichen Struktur der Volkswirtschaften. Wie immer die EZB entschiede, die Politik müßte flankieren, weil es irgendwo Verwerfungen gäbe. Nicht umgekehrt! Ein Prolbemlein, mit dem i.Ü. Fr. UvdL konfrontiert werden dürfte. Und dann ist da der Effekt einer quasi kriegsbedingten Inflation aufgrund des Klimwandels. Was passiert, wenn es beim Klimawandel-bedingten Zurückgehen der Produktion zu einem Geldüberhang kommt? Wir haben die ganze Zeit eine Inflation. Doch wo findet sie statt? An den Finanzmärkten. Die Explosion der Mieten in vielen Ländern ist ein Indikator dafür. Steigende Indizes ( USA, nicht Dtl. ) auch. Und bei Artikeln des täglichen Bedarfs. Ich hätte überhaupt kein Problem damit, wenn Inflation ausfiele. Bloß stimmt die These nicht, daß sie ausfällt. Tatsächlich steigen nämlich in Dtl. die Preise für Güter des alltäglichen Bedarfs unentwegt. Lebensmittel werden im Vergleich zu einem SUV immer teuerer ( Brot-SUV-Indikator ). Daß diese Inflation nicht gesehen wird, belegt die These, daß das meiste Geld im gehobenen Segment der Waren und Dienstleistungen gebunden ist.
Das ist ein guter Punkt. Ergänzen möchte ich hier, das wir durchaus das Preis-Leistungs-Verhältnis diskutieren müssen (wie bei Computern). Auch hier kann eine (versteckte) Deflation stattfinden. Bezüglich Flug sehe ich das ähnlich. (Sie sprachen es ja an :-) )
Und genau aus dieser Gemengelage heraus müsste intelligent überlegt werden, was Politiker ja bekanntlich nicht können. Ich werde mal in die Richtung recherchieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dragondeal 16.07.2019, 17:21
53. Geht man noch einen Schritt zurück,

ist man wieder beim Grundprinzip, dass sich der Preis nach Angebot und Nachfrage richtet. Es ist also trotz all des Geldes im Umlauf schlicht das Angebot zu groß oder, gerade in einer Gesellschaft mit Hire and Fire Mentalität ohne großartige soziale Absicherung möglich, die Nachfrage zu gering, weil man Rücklagen schaffen möchte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
53er 16.07.2019, 17:22
54. Gebranntes Kind scheut das Feuer,

ein amerikanischer Verbraucher, der einmal durch die von Gier verursachte Bankenkrise gehen musste, wird sich nicht so schnell wieder zur Verschwendung hinreißen lassen. Vielleicht liegt ja dort die Lösung, warum alte "Mechanismen" nicht mehr funktionieren. In den USA wie auch in Europa. Anstatt in Wirtschaft und Wohlhabende zu investieren, wäre eher angesagt, das Geld an die Breite Masse zu verteilen, nur die bringen den Konsum. Und nur wer sich (Lebens)sicher fühlt, der konsumiert und investiert auch, in diesem Punkt lernt kein Politiker dazu. Wer jetzt wieder Geld verdient, wird es -aus Erfahrung- erst einmal auf die hohe Kante legen um für die nächste Sausse der Reichen wenigstens etwas gerüstet zu sein. Es sieht noch lange nicht danach aus, als würde man dem Normalverbraucher ein halbwegs planbares Leben ermöglichen wollen, in den USA und auch in Europa. Leider droht man weiterhin mit der Vernichtung seines geringfügigen Sparvermögens, in der wagen Hoffnung auf diese Weise wenigstens ein bisschen Inflation zu erzeugen. Dies führt aber geradewegs in die nächste Geldorgie, denn die Gierigen haben keineswegs dazugelernt. Vielleicht wird diesmal eine Lektion genügen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
123rumpel123 16.07.2019, 17:25
55. xxx

Zitat von Freier.Buerger
Stellen wir uns vor, wir hätten nicht nur für 60 Milliarden pro Monat Staatsanleihen gekauft, sondern weitere 10 Milliarden - pro Monat, die machen das Kraut nicht fett - in die Sozialkassen und Infrastrukturprojekte gesteckt. Der Brennerbasistunnel soll rund 10 Milliarden kosten. Für 2 Billionen könnten wir die Alpen durchlöchern wie einen Schweizer Käse, wir könnten auch ein Transrapidnetz durch Europa bleuen von Lissabon bis Istanbul und Palermo bis Helsinki. die Sozialkassen werden derart gestützt, dass allen mit Gesundheit und Pflege Beschäftigten 20..30...% verdienen... Das erhöht die Inflation m.e. sofort. Wir müssen neu denken.
Der Autor hat vergessen einige Basics mit zu erwähnen.

Inflation und Produktivität müssen im Einklang sein, sonst geht der Schuss nach hinten los.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cvdheyden 16.07.2019, 17:26
56. Relativ einfach zu erklären

Zitat von StefanXX
Mit Verlaub, aber Ihr Beitrag ist ja an Überheblichkeit kaum zu überbieten. Die Verantwortlichen in den Notenbanken haben in aller Regel ihr Handwerk durchaus gelernt und kennen sich wesentlich besser in der Materie aus als Sie. Welche Expertise berechtigt Sie eigentlich, diesen Leuten alle Naivität zu unterstellen? Glauben Sie mir, niemand, wirklich niemand bei den Notenbanken glaubt er hätte "unendliche Feuerkraft". Und mal eben "das Ganze zu reformieren" weil die Weltwirtschaft halt jetzt irgendwie anders funktioniert, ist halt nicht so einfach. Selbst wenn man immer ganz genau wüsste was alles zu tun ist, was weder die Notenbanker noch Sie noch irgendjemand anderes weiß. Dazu sind die heutigen gegenseitigen Verflechtungen und Abhängigkeiten viel zu komplex.
Bezüglich Notenbanken hat es das schon in der Vergangenheit gegeben. Also das sollte hinlänglich bekannt sein.
Was den Rest betrifft, gebe ich Ihnen durchaus Rech in den Fakten, denn es ist sehr komplex. Wir haben allerdings nicht mehr 1923. Deswegen müssen hier neue Konzepte ran. Die Notenbanken tun aber immer noch als ob sie unendlich Geld drucken können. Das funktioniert eben nicht mehr (und hat in der Vergangenheit auch nicht funktioniert). Ferner haben sich die Bedingungen geändert: Für Deutschland ist der Euro viel zu billig (Deutschland muss sich nicht mehr bewegen), für z.B Spanien ist der Euro zu teuer (z.B. für Europa). Weltweit stimmt das Verhältnis der Währungen zu Produktivität schon lange nicht mehr. Was machen wir damit?
Wenn schon die Amis intern Probleme haben, nur auf ihr Land bezogen, die Dinge richtig zu deuten, wie sieht es dann mit der Welt aus?
Und was mich hier massiv bewegt, ist eben die Tatsache, das nichts geändert wird (im Sinne von Reformen), sondern nach alten Regeln einfach weiter gemacht wird, bis der Karren eben an der Wand hängt. Und deswegen nehme ich mir hier mal die Überheblichkeit heraus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
teijin 16.07.2019, 17:26
57. Ich verstehe das Ganze nicht.

Da wurde doch immer gesagt, der amerikanische Verbraucher müsste für die laienhaften Fehler von Herrn Trump bezahlen. Höhere Preise für Autos, Elektronik und alles was sonst importiert wird. Daneben, wenn das Strohfeuer der Steuersenkung und natürlich auch die Segnungen der Obama-Ära vorbei sind, eine darbende Wirtschaft und steigende Arbeitslosigkeit. Und nun heißt es, die Preise steigen nicht schnell genug, obwohl die Wirtschaft boomt. Was hat Trump denn nun schon wieder falsch gemacht, das die bösen Prophezeiungen auf sich warten lassen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
muellerthomas 16.07.2019, 17:37
58.

Zitat von cvdheyden
für z.B Spanien ist der Euro zu teuer
Spanien gehört seit Jahren zu den wachstumsstärksten Ländern Europas, erwirtschaftet Leistungsbilanzüberschüsse und die Arbeitslosenquote (ja, immer noch zu hoch) ist von der Spitze um fast zehn Prozentpunkte gefallen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ökofred 16.07.2019, 17:38
59. wirklich?

Zitat von Over_the_Fence
Von deutschen Experten lernen heißt siegen lernen. Ich schlage den USA die Einführung einer CO2-Steuer vor. Die wird die Preise steigen lassen, und den Konsum dämpfen. Auch in Europa versucht man seit geraumer Zeit mit mässigem Erfolg die Inflation steigen zu lassen, aber mit dieser Steuer könnte das klappen. In Deutschland muss man es auf jeden Fall in den nächsten 5 Jahren hinbekommen, damit man die Rentenansprüche der Baby-Boomer weginflationieren kann. Ansonsten hat die Staatskasse in echtes Problem.
Es gibt in Europa mehrere Länder mit Co2 Steuer (FR, GB, Schweden, CH), die alle ebenfalls keine nennenswerte Inflation haben. Übrigens sind auch die Rentenkasse und die Staatskasse ziemlich entkoppelt, warum sollte die Staatkasse ein Problem durch Renten kriegen und das mit Inflation lösen?
Sind das einfach Stichworte aus dem "Populismus 101 Kurs" oder was wollen Sie uns sagen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 6 von 10