Forum: Wirtschaft
Niedrige Inflation in den USA: Vom eigenen Erfolg überrollt
Brian Snyder/REUTERS

Die Vereinigten Staaten haben ein Problem: Der Arbeitsmarkt boomt, aber die Preise wollen einfach nicht steigen. Notenbanker rätseln, was zu tun ist. Denn die alten Mechanismen funktionieren nicht mehr.

Seite 7 von 10
thoms1957 16.07.2019, 17:38
60. Inflation hängt von der Kaufkraft der Massen ab

Millionärseunkommen steigen überproportional - kann man immer wieder lesen. Nur kauft der Millionär nicht unbedingt mehr als vorher, er hat ja schon alles auf hohem Niveau. Also wird er in Kapitalanlagen investieren. Die Masse hat nicht unbedingt mehr Geld, z. B. steigen die Mieten sehr stark. Und alle in der Oberschicht und die meisten Groko Politiker sind sich einig, steigende Löhne möglichst zu verhindern, wie derzeit unser Gesundheitsminister. Die SPD ist mit einem Mindestlohn unter 10 € einverstanden. Die Masse hat also nicht unbedingt mehr Geld zur Verfügung, deshalb steigen die Preise nur verhalten. Und das ist im neoliberalen Weltbild auch so gewollt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
muellerthomas 16.07.2019, 17:38
61.

Zitat von teijin
Da wurde doch immer gesagt, der amerikanische Verbraucher müsste für die laienhaften Fehler von Herrn Trump bezahlen. Höhere Preise für Autos, Elektronik und alles was sonst importiert wird. Daneben, wenn das Strohfeuer der Steuersenkung und natürlich auch die Segnungen der Obama-Ära vorbei sind, eine darbende Wirtschaft und steigende Arbeitslosigkeit. Und nun heißt es, die Preise steigen nicht schnell genug, obwohl die Wirtschaft boomt. Was hat Trump denn nun schon wieder falsch gemacht, das die bösen Prophezeiungen auf sich warten lassen?
Der Jobaufbau ist unter Trump deutlich schwächer als zuvor, obwohl er doppelt so viele neue Schulden macht. Ich finde, alleine das ist ne ganze Menge, was er falsch macht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
EconomistGI 16.07.2019, 17:41
62. Zunehmende Ungleichheit bei der Einkommensverteilung als Ursache

Da Wirtschafts- und damit Einkommenswachstum seit Jahrzehnten im Trend mit zunehmender Ungleichheit einhergeht, wird der (monetär von den Zentralbanken durchaus alimentierte) Aufwärtsdruck bei den Preisen immer mehr zu Vermögenswerten wie Immobilien und Wertpapieren verschoben, und weg von Gütern und Dienstleistungen. Inflation mißt aber nur Letzteres, und selbst die Mieten haben im Durchschnitt (ich rede hier nicht von Neuvertragsmieten!) nur wenig angezogen trotz der Immobilienpreishausse.
Mit anderen Worten: In dieser Situation könnten höhere Löhne für Niedrig- und Mittelverdiener durchaus die Inflation anheben, aber nicht zwangsläufig gleich weit über 2% hinaus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ökofred 16.07.2019, 17:42
63. wie definieren Sie Inflation?

Zitat von Ichbines2
Ob es vergleichbar mit der Eurozone ist? Uns wird jeden Monat vorgeschwindelt, es gäbe keine Inflation, was definitiv nicht stimmt. Die aus dieser Fehlangabe resultierende Schlussfolgerung ist, die Märkte immer mehr mit Geld zu fluten, Das Geld geht in Aktien etc. vgl. gerade momentan den Dow, der nur auf der bloßen Andeutung, es könne eine geringfügige Zinssenkung geben (viel Spielraum ist ja wirklich nicht) hochspringt. Am Ende ist damit wenig erreicht. Zum zweiten wurde schon mehrfach geschrieben, dass die Rate der Arbeitslosigkeit bzw. ein hoher Beschäftigungsgrad überhaupt nichts besagen, wenn die Menschen nicht genug verdienen, um auch Geld ausgeben zu können. Das ist doch in der Euro-Zone genauso!
Sie leben vlt gar nicht in Europa oder wo wird Ihnen das vorgeschwindelt? In der Türkei wahrscheinlich? In Europa ist die Inflation gemessen an den üblichen Zahlen zumindest gering.
In der Euro Zone steigen mittlerweile auch die Niedriglöhne wieder real, ob das in den USA auch so ist kann ich nicht sagen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kj.az 16.07.2019, 17:47
64. Nicht nur in L.A.

Zitat von Lurker99
kann ich dem nicht zustimmen. Wir haben massive inflation, allein die Kosten fuer Lebensmittel haben sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt, die renten sind astronomisch. Das einzige was gleich geblieben ist fuer viele Menschen ist das Gehalt. Die offiziellen Inflationsberechnungen funktionieren vielleicht in den Midwestern states, an der Kueste sind sie totally off.
Die Lebenshaltungskosten vor Ort sprechen tatsaechlich die Sprache des "Lurker99" - Beitrags, nicht nur in Kalifornien oder hier in Arizona.
Ich habe in 12 Jahren beruflich und privat alle 50 Staaten bereist und kann ein Liedchen davon singen.

Wer mir von 3.7% Arbeitslosigkeit spricht, glaubt zwar an offizielle Verlautbarungen, hat aber z.B. den Mittelwesten nur aus dem Flugzeug gesehen. Armut, Arbeitslosigkeit, prekaere Lebensverhaeltnisse von in Europa nicht glaubhaften Ausmassen. Wer nicht in einem Government- oder HighTech (vor allem Ruestung) Job sitzt, der braucht in der Regel mindestens zwei, manchmal drei Arbeitsstellen um sich durchzuwursteln ( to make ends meet).
Fuer die Masse dieser Mindestlohnabhaengigen ist sogar manchmal der Walmart zu teuer, sie kaufen ihre Lebensmittel bei DollarTree oder 99cent store.
So haben auch die ganz Grossen der Branche (Walmart, Kroger, Safeway....) die in den letzten Jahren durchgefuehrten Preiserhoehungen klammheimlich wieder zurueckgenommen. Angebot und Nachfrage, sagen die "Experten" dazu.

Wobei allerdings die Schraube in den Bereichen Energie, Kommunaldienste, Wasser und Abwasser staendig angezogen werden, mal da 5%, dort mal 15% - unterm Strich bleibt vom Einkommen immer weniger.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
horst-viersen 16.07.2019, 17:58
65. Der Vogel ist tot - er schläft nicht

Er Vogel ist tot. Die Volkswirtschaft ist gesättigt. In solchen Fällen tritt Deflation ein. Die Japaner können seit 15 Jahren Lied von Deflation singen. Dort schiebt man die mangelnde Nachfrage auf die Alterung der Gesellschaft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ökofred 16.07.2019, 17:59
66. genau..

Zitat von 123rumpel123
Der Autor hat vergessen einige Basics mit zu erwähnen. Inflation und Produktivität müssen im Einklang sein, sonst geht der Schuss nach hinten los.
Und das ist ja offensichtlich nicht der Fall, daher steigt die Inflation nicht genug. Und von daher hatte der Vorforist durchaus recht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ökofred 16.07.2019, 18:02
67. Aha

Zitat von teijin
Da wurde doch immer gesagt, der amerikanische Verbraucher müsste für die laienhaften Fehler von Herrn Trump bezahlen. Höhere Preise für Autos, Elektronik und alles was sonst importiert wird. Daneben, wenn das Strohfeuer der Steuersenkung und natürlich auch die Segnungen der Obama-Ära vorbei sind, eine darbende Wirtschaft und steigende Arbeitslosigkeit. Und nun heißt es, die Preise steigen nicht schnell genug, obwohl die Wirtschaft boomt. Was hat Trump denn nun schon wieder falsch gemacht, das die bösen Prophezeiungen auf sich warten lassen?
Ja, dieses ständige Schlechtreden ist auch nicht hilfreich. Andererseits ist der Zustand der amerikanischen Wirtschaft keinesfalls Trumps "Wirtschaftspolitik" geschuldet, vielmehr geht es ihr trotz der dieser Politik gut. Die Wirtschaft ist einfach robust genug jeden Schwachsinn zu überstehen. Hoffen wir es bleibt dabei, den Zusammenbruch wollen wir uns nicht wünschen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
teijin 16.07.2019, 18:08
68. Aber es ist doch eben so, dass

Zitat von muellerthomas
Der Jobaufbau ist unter Trump deutlich schwächer als zuvor, obwohl er doppelt so viele neue Schulden macht. Ich finde, alleine das ist ne ganze Menge, was er falsch macht.
die Schulden nicht zu einer Geldentwertung führen. Sonst hätte die Notenbank doch die gewünschten 2% Inflation. Wen stören also die Schulden?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
archi47 16.07.2019, 18:08
69. zurück zu einer volkswirtschaftlichen Wertrechnung,

die den Namen wirklich verdient. Bislang ein Herumdoktoren mit Herantasten an die Realität, mehr nicht.

Global gesehen haben wir betriebswirtschaftlich, also interne, lokale, regionale Marktregeln zugunsten des Billigsten Angebotes mit unmittelbaren Gewinnentnahmen. Die Kosten für nicht unmittelbar preiswirksames werden dabei nur folgerichtig der Allgemeinheit, bzw. der Umwelt, bzw. der nächsten Generation überlassen. Nicht mal eine ordentliche Altersversorgung für die angängigen Marktteilnehmer bekommt das System hin.
Der "Billigste" im Augenblick des Handels macht das Rennen, egal ob der Preis wertrichtig ist.
Die systemimanente Abwärtsspirale an den Produktionsfaktoren Arbeit, Umwelt, Ressourcen, Outsource-Dumping, Versorgungsdefiziten und Verstoß gegen die Kreislaufwirtschaft geht fröhlich weiter.

Wir sind schon ziemlich weit am Ende dieser Fahnenstange hinsichtlich dem Wirksamwerden einzelner Grenzkosten angekommen.
Wäre nicht weiter schlimm, wenn nebenan die nächste jungfäuliche Erde wäre. Ist leider nicht so.

Was hilft ein Milliarden-Dollar-Vermögen denjenigen Individuen der letzten Generation, die diese Grenzkosten schußendlich bezahlen müssten:
Produktionsmittel "Arbeit" im Eimer, Produktionsmittel "Ressource" im Eimer, Produktionsmittel "Logistik" im Eimer, Produktionsmittel Umwelt im Eimer, usw.
Diese würden dann mit dem Wert unendlich oder nahe dran einzupreisen sein.
Werden sie natürlich nicht, weil zum Zeitpunkt dieser volkswirtschaftliche Währungsbilanz das System nebst uns schon im Eimer ist.
Vieles an der Diskussion hier ist, wie Fingernagelreinigen, obwohl die Hand auf die Kreissäge zuläuft...

Verstehe nicht, warum menschliche Vernunft nicht in der Lage ist menschliche Gier zu überwinden ...
Verdient es diese Spezie wirklich nicht besser???

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 7 von 10