Forum: Wirtschaft
Niedrige Inflation in den USA: Vom eigenen Erfolg überrollt
Brian Snyder/REUTERS

Die Vereinigten Staaten haben ein Problem: Der Arbeitsmarkt boomt, aber die Preise wollen einfach nicht steigen. Notenbanker rätseln, was zu tun ist. Denn die alten Mechanismen funktionieren nicht mehr.

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mostly_harmless 16.07.2019, 21:25
80. Du liebe Güte ...

… seit Reagan zu Beginn der 80er Präsident wurde, steigen die Reallöhne in den USA kaum noch. JEDER zusätzlich verdiente Cent fließt seitdem in die Taschen der ober 10%, vor allem aber in die Taschen der oberen 1%


https://www.pewresearch.org/fact-tank/2018/08/07/for-most-us-workers-real-wages-have-barely-budged-for-decades/

Und da wundert man sich, dass man die Inflation nicht in die Gegend der angepeilten 2% bekommt? Wo diejenigen, in deren Taschen das Geld fließt, prozentual am wenigsten von diesem Geld wieder dem Wirtschaftskreislauf zuführen? Da sieht man mal wieder, welcher Lehre die Ökonomie am meisten ähnelt: Der Astrologie.

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mmengi 16.07.2019, 21:31
81. Massenproduktion

und Vollautomation senken die Kosten generell. Die Konkurrenz besorgt das ihrige. Kleinproduzenten werden erdrückt und dann kommt das, was alle fürchten: der tendenzielle Fall der Profitrate.
Führte in der Vergangenheit zu den großen Kriegen...
ob es diesmal intelligenter Lösungen geben wird?

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nobody_incognito 16.07.2019, 22:04
82.

Zitat von mazzeltov
... Löhne steigen nun halt mal nicht von alleine... deshalb ein ganz simpler Alternativvorschlag zur Zinssenkung: Lohnerhöhungen! Und das liegt sogar, abseits von allem "Tarifautonomie"-Blabla, in gewissem Umfang in staatlicher Hand und nennt sich: gesetzlicher Mindestlohn. Kommt ein Ökonom natürlich nie drauf, war mir schon klar.
Lohnerhöhung hilft ;-) auch nur wenn wenn sie nicht von Produktivitätssteigerung begleitet wird. Ist halt so, dass schon sehr vieles im Ausland produziert werden kann. Und da sind dann die Spielräume relativ klein. Gegen diese Deflation hilft tatsächlich nur noch die kommunistischen Weltrevolution. :-D

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123rumpel123 17.07.2019, 00:34
83. xxx

Zitat von Ökofred
Und das ist ja offensichtlich nicht der Fall, daher steigt die Inflation nicht genug. Und von daher hatte der Vorforist durchaus recht.
Im geschlossenen Kreislauf ja, aber wir kennen die Zahlen des Aussenbeitrags nicht.

Es ist alles möglich, eben auch, dass ein günstiger , nützlicher Aussenbeitrag über die Geldmenge finanziert wird. Sozusagen eine Importblase, die Arbeitskräftemarkt und Realgütermarkt im Einklang hält.

Zu wenig Daten um das Rätsel zu lösen.

Aber unter dem Strich haben die USA immer noch sehr viel Luft im Handels- und Zollstreit mit jedem auf diesem Planeten.

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Ökofred 17.07.2019, 09:34
84. Wahrscheinlich ja..

Zitat von 123rumpel123
Im geschlossenen Kreislauf ja, aber wir kennen die Zahlen des Aussenbeitrags nicht. Es ist alles möglich, eben auch, dass ein günstiger , nützlicher Aussenbeitrag über die Geldmenge finanziert wird. Sozusagen eine Importblase, die Arbeitskräftemarkt und Realgütermarkt im Einklang hält. Zu wenig Daten um das Rätsel zu lösen. Aber unter dem Strich haben die USA immer noch sehr viel Luft im Handels- und Zollstreit mit jedem auf diesem Planeten.
Das scheint wohl so zu sein, tot gesagte leben länger! Den Schaden, den Trumps Politik anrichtet wird man wohl erst im Nachhinein bewerten können. Die Veränderung unseres weltweiten Handels schein unumkehrbar zu sein.
https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-06/handelsstreit-usa-china-donald-trump-g20-gipfel
Naja, wir können es uns ja leisten, sonst werden bei jeder Politik der Einfluss auf das Leben "der Armen" diskutiert, nur dass die Änderung des Welthandels uns Alle Geld kostet interessiert irgendwie niemanden.

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Emil Peisker 17.07.2019, 10:42
85. Failed Charakter...

Zitat von tommuc1978
Wo sind denn jetzt die deutschen Trumpfeinde, der Arbeitsmarkt in den USA boomt durch Trumps Politik, dass kann doch unmöglich sein.... Vielleicht ist er doch nicht so schlecht wie uns Spiegel und Co glauben machen wollen. Ein französischer Freund hat mir letztens dazu gesagt: „ihr deutschen seid seltsame Menschen, ihr liebt Macron den sein eigenes Volk hasst und ihr hasst Trump, den sein sein eigenes Volk liebt.“ Da ist viel wahres dran.
Sie gehören zu den Leuten, die glauben, dass Trump die wirtschaftliche Erholung ausgelöst hat.
Ein Schmarrn.
Die Wirtschaft hat nach der Krise durch Obama eine neue Aufholjagd begonnen. Trump hat diese Entwicklung nur geerbt.

Trump hat nichts, nullkommanichts zu irgendwas positivem beigetragen. Zur Zeit bemüht er sich mit wöchentlich wechselnden Tweets den Welthandel zu killen.
Alle anderen Dummheiten, siehe sein Aufforderung an demokratische Abgeordnete, in die Heimatländer ihren Vorfahren zurückzukehren, kommen da noch dazu.

Er ist ein Dampfplauderer, der von fast keiner Sache fundierte Kenntnisse hat. Passend zu seinen Fans, die ebenfalls die Welt mit einer nationalistischen, rassistischen Machobrille sehen.

Trump würde ich nocht nicht mal die Leitung eines Fußballvereins überlassen. Failed Charakter.

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teijin 17.07.2019, 14:08
86. Ihre Aussage steht im Widerspruch

Zitat von spon-facebook-10000413196
..... Einer durchschnittlichen Lohnsteigerung von 3,1% stand eine Inflation von 2,5% gegenüber.
zum Inhalt des Artikels. Sie sprechen von 2,5% Inflation, im Artikel wird aber beschrieben, dass die Inflation bei nur 1,5 % liegt und auch in den letzten Jahren die 2% Marke nicht übertroffen hat. Haben sie da aktuellere Daten? Dann sollte der Spiegel das korrigieren.

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Bananenschale 17.07.2019, 19:06
87. Deflation vs. Inflation

Zitat von cvdheyden
Das ist ein guter Punkt. Ergänzen möchte ich hier, das wir durchaus das Preis-Leistungs-Verhältnis diskutieren müssen (wie bei Computern). Auch hier kann eine (versteckte) Deflation stattfinden. Bezüglich Flug sehe ich das ähnlich. (Sie sprachen es ja an :-) ) Und genau aus dieser Gemengelage heraus müsste intelligent überlegt werden, was Politiker ja bekanntlich nicht können. Ich werde mal in die Richtung recherchieren.
Sie sprechen von einer Deflation. Ich sprach von Inflation. Paradox. Der Preisverfall bei den Computern ist bedingt durch technologischen Wandel und Globalisierung. Beides geht Hand in Hand.

Schaut man sich die Gesamt-Kosten an, so sind günstige Preise für Elektronik gebunden an die Notwendigkeit, jeden Wandel mitzumachen. Ein Handy muß alle zwei Jahre neu gekauft werden, weil Updates fehlen, Dienste nicht mehr unterstützt werden usw, obwohl das Gerät voll funktionfähig ist. Was ist mit diesen Kosten? Der Druck hat für eine einzelne Person zugenommen, weil ständig neu kalkuliert und entschieden werden muß. Dabei sind Annahmen über zukünftig Preis-Relationen unerläßlich. Dieser Zwang impliziert das Auftreten von Fehlentscheidungen, die eine ungünstigere Kostenstrukur bedeuten. Dem kann man nicht entfliehen.

Frage: Haben wir wirklich eine Deflation oder eine Art Verlagerung von Inflation? Stimmen überhaupt die volkswirtschaftlichen Modelle von Inflation und Deflation noch?

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Bananenschale 17.07.2019, 19:11
88. Grauen

Zitat von kj.az
Die Lebenshaltungskosten vor Ort sprechen tatsaechlich die Sprache des "Lurker99" - Beitrags, nicht nur in Kalifornien oder hier in Arizona. Ich habe in 12 Jahren beruflich und privat alle 50 Staaten bereist und kann ein Liedchen davon singen. Wer mir von 3.7% Arbeitslosigkeit spricht, glaubt zwar an offizielle Verlautbarungen, hat aber z.B. den Mittelwesten nur aus dem Flugzeug gesehen. Armut, Arbeitslosigkeit, prekaere Lebensverhaeltnisse von in Europa nicht glaubhaften Ausmassen. Wer nicht in einem Government- oder HighTech (vor allem Ruestung) Job sitzt, der braucht in der Regel mindestens zwei, manchmal drei Arbeitsstellen um sich durchzuwursteln ( to make ends meet). Fuer die Masse dieser Mindestlohnabhaengigen ist sogar manchmal der Walmart zu teuer, sie kaufen ihre Lebensmittel bei DollarTree oder 99cent store. So haben auch die ganz Grossen der Branche (Walmart, Kroger, Safeway....) die in den letzten Jahren durchgefuehrten Preiserhoehungen klammheimlich wieder zurueckgenommen. Angebot und Nachfrage, sagen die "Experten" dazu. Wobei allerdings die Schraube in den Bereichen Energie, Kommunaldienste, Wasser und Abwasser staendig angezogen werden, mal da 5%, dort mal 15% - unterm Strich bleibt vom Einkommen immer weniger.
Das ist absehbare Grauen der Dienstleistungsgesellschaft, von der unter Reagan in den 1980ern geschwärmt wurde. Der Markt regelt durchaus alles. Aber nicht notwendigerweise zufiredenstellend.

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Bananenschale 17.07.2019, 19:16
89. Paviane

Zitat von archi47
die den Namen wirklich verdient. Bislang ein Herumdoktoren mit Herantasten an die Realität, mehr nicht. Global gesehen haben wir betriebswirtschaftlich, also interne, lokale, regionale Marktregeln zugunsten des Billigsten Angebotes mit unmittelbaren Gewinnentnahmen. Die Kosten für nicht unmittelbar preiswirksames werden dabei nur folgerichtig der Allgemeinheit, bzw. der Umwelt, bzw. der nächsten Generation überlassen. Nicht mal eine ordentliche Altersversorgung für die angängigen Marktteilnehmer bekommt das System hin. Der "Billigste" im Augenblick des Handels macht das Rennen, egal ob der Preis wertrichtig ist. Die systemimanente Abwärtsspirale an den Produktionsfaktoren Arbeit, Umwelt, Ressourcen, Outsource-Dumping, Versorgungsdefiziten und Verstoß gegen die Kreislaufwirtschaft geht fröhlich weiter. Wir sind schon ziemlich weit am Ende dieser Fahnenstange hinsichtlich dem Wirksamwerden einzelner Grenzkosten angekommen. Wäre nicht weiter schlimm, wenn nebenan die nächste jungfäuliche Erde wäre. Ist leider nicht so. Was hilft ein Milliarden-Dollar-Vermögen denjenigen Individuen der letzten Generation, die diese Grenzkosten schußendlich bezahlen müssten: Produktionsmittel "Arbeit" im Eimer, Produktionsmittel "Ressource" im Eimer, Produktionsmittel "Logistik" im Eimer, Produktionsmittel Umwelt im Eimer, usw. Diese würden dann mit dem Wert unendlich oder nahe dran einzupreisen sein. Werden sie natürlich nicht, weil zum Zeitpunkt dieser volkswirtschaftliche Währungsbilanz das System nebst uns schon im Eimer ist. Vieles an der Diskussion hier ist, wie Fingernagelreinigen, obwohl die Hand auf die Kreissäge zuläuft... Verstehe nicht, warum menschliche Vernunft nicht in der Lage ist menschliche Gier zu überwinden ... Verdient es diese Spezie wirklich nicht besser???
Um Menschen zu verstehen sollte man Paviane beobachten. Liebenswerte und trotzdem zu fürchtende Geschöpfe.

Nein, unsere Spezies verdient es nicht besser, weil sie eben nicht vernunftbegabt ist.

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