Forum: Wirtschaft
Niedrige Preise: Milchbauern sollen mindestens 100 Millionen Euro Soforthilfe bekomme
DPA

Die Milchpreise sind drastisch gesunken, nun sollen die deutschen Milchbauern Soforthilfen von mindestens 100 Millionen Euro bekommen.

Seite 10 von 28
phantasierender... 30.05.2016, 16:28
90. Natürlich muss man den milchbauer ..

helfen, sonst kämmen ja welche auf die dumme Idee aufzuhören und das kann ja keiner wollen den schließlich will der Staat billige Lebensmittel ! Also liebe Bauern feste weiter produzieren/alles optimierte nochmals optimieren damit ja alles schön billig bleibt - dafür bekommt ihr dann auch noch 1500? pro Betrieb - herrlich :-)

Beitrag melden
wahrschau 30.05.2016, 16:28
91. Sanktionen gegen Russland haben eben Folgen!

Nämlich Gegensanktionen Russlands gegen deutsche und europäische Argrarprodukte wie Milch. Auch China kauft weniger Milch der EU. Bemerkenswert!

Nun kommt bei uns der große Katzenjammer und der Ruf nach Milchsubventionen. Wenn eine Neoliberale Kraftmeier-Politik meint, den Lauf der Welt bestimmen zu können, dann warne ich dringend vor den Konsequenzen! Europa katapultiert sich selber aus der internationalen Kooperation! Bei der Milch gehts jetzt weiter. Bei anderen Produkten sind die Folgen schon länger da. Der Mittelstand kann ein Lied davon singen.

Beitrag melden
walter_e._kurtz 30.05.2016, 16:28
92.

Zitat von themistokles
Und nun? Die Milchbauern bekommen rund 100 Millionen. Produzieren jetzt in Zukunft die Kühe deswegen weniger Milch? Wie genau soll denn jetzt das Problem der Überproduktin angegangen werden? Zur Erinnerung: Kühe kann man nicht das belieben aus- und anschalten. Gut, einmal aus. Das war´s dann aber.
Richtig erfaßt.
Um eine Lösung des Problems geht´s hier auch gar nicht.
An der Stelle möchte ich dann mal kur(t)z auf (meinen) Beitrag #64 verweisen....

Beitrag melden
bobrecht 30.05.2016, 16:29
93. Durch diese Hilfe wird das Problem nur verstärkt.

Die Überproduktion der Argo-Industrie ist auf eine falsche Politik zurückzuführen. Weiter Unterstützung oder gar Subventionen werden die Probleme dieser Industrie nur verstärken. Der Deutsche Markt will diese Produkte nicht, also hofft man auf Exportmöglichkeiten. Sind diese nicht gegeben, bleiben die Milchproduzenten, die Schweine- und die Hühnermäster auf Überproduktionen sitzen. Dann soll der Steuerzahler mittels Subventionen noch mal nachlegen und diese falsche Politik wird ad infinitum weitergeführt. Das ist absurd und ein Betrug am Steuerzahler. Ausserdem ist Quantität statt Qualität eine schlechter Ansatz. Deutschland braucht eine ganz andere Landwirtschftspolitik.

Beitrag melden
Metalhead 30.05.2016, 16:30
94. Ursachen bekämpfen

Man(n) sollte sich mal einen Fachartikel zur Milchleistung einer Milchkuh ansehen. Das was da in den letzten Jahren in den Ställen war Euterwettrüsten ohne Sinn und Verstand.

Ein besserer Ansatz wäre Weidehaltung zu fördern, Die Milchleistung herunterzufahren und auf geschmacklich tolle Milch zu setzen.

Zudem fände ich Schulmilch / Firmenmilchverträge wie es sie früher gab super.

Und das gesparte Geld in Bildung stecken, gefühlt ist jede(r) zweite mittlerweile Laktoseintolerant und meidet darum auch den täglichen Käse... ;)

Beitrag melden
larsmach 30.05.2016, 16:31
95. Meine Elektrofirma muss 50% Preisverfall hinnehmen!

...bekommt sie nun auch "Soforthilfe"?

Dank massenhafter Produktion bestimmter Leuchtmittel und fast zollfreien Imports aus China ist deren Einkaufspreis für den Handel (!) um mehr als die Hälfte gefallen. Die Endverbraucher merken davon nichts, sondern zahlen in Baumärkten und Supermärkten weiterhin die gleichen hohen Preise für jene Leuchtmittel. Das hat wohl etwas mit Marktbeherrschung zu tun, aber das deutsche Kartellamt scheint die Sache ja recht entspannt zu sehen (...kleiner Exkurs!).

Bekommt meine Elektrofirma jetzt auch Soforthilfe? Immerhin sind dort Menschen beschäftigt, deren Gehälter jetzt von den Ersparnissen und Einnahmen meiner Holding subventioniert werden - also faktisch von zwei Maschinenbaufirmen einer völlig anderen Branche. Am Ende muss ein Teil der Leuchtmittel direkt über Online-Handel mit viel Werbung verkauft werden, um die erforderlichen Deckungsbeiträge zu erwirtschaften - und dann bekommt man zu lesen, wie sehr doch die kleinen Einzelhändler in den Städten leiden von den "Billiganbietern" im Internet...
Ja, die Welt ist wie sie ist.

Schaffen wir doch das Prinzip "Angebot und Nachfrage" zur Preisbildung einfach ab! Verteilen wir die Einnahmen aus meinen Mehrwertsteuerzahlungen an Vater Staat an Firmen, deren Einnahmen gerade die Kosten nicht decken - aber bitte schön nur an solche mit einer Lobby!

Wenn man übrigens - wie einst ich selbst - nach Hilferufen der Milchbauern vor fast 10 Jahren hingegangen ist und bewusst teure Milch einer bayrischen "Nobel-"Molkerei gekauft hat, las man später im FOCUS, dass jene Molkerei den Milchbauern sogar noch weniger gezahlt hatte als die Discounter. Hätte ich deren Billigmilch gekauft, so hätten die Milchlieferanten also noch etwas mehr pro Liter verdient!

Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn zu viel von etwas da ist, dann werden Hersteller die Ware am Ende verschleudern (müssen) - und sich gezwungenermaßen um andere Produkte oder Innovationen bemühen müssen. Irgendwo lässt sich die Härte der Marktwirtschaft nicht mehr kompensieren - ansonsten hätten wir puren Sozialismus sowie die Gewissheit, dass auch im Sozialismus irgendwer die Überproduktion bezahlen muss.

Beitrag melden
Georg_Alexander 30.05.2016, 16:31
96. Nein

Zitat von 01099
Und jetzt heult er wieder auf, der Verbraucher, dass er das Geld, das er jahrelang beim Kauf von Billig-Milch gespart hat, nun an die zahlen muss, die er mit seinem Kaufverhalten in die Misere manövriert hat. Merke: wir leben in einer Marktwirtschaft und Produkte verkaufen sich nur, wenn es einen Abnehmer für sie gibt. Und solange der liebe Deutsche seine geliebte Milch für Centbeträge kauft, wird sie produziert werden. Es ist ganz simpel. Also die Krokodilstränen bitte stecken lassen.
so funktioniert kein Markt. Nicht der Endverbraucher, der schließlich an einem günstigen Preis interessiert ist, ist der Schuldige. Es wäre ja schön, wenn ich einen billigen Preis durch erhöhte NACHFRAGE 'erzwingen' könnte - so ein Qua..! Das Aussetzen der Markmechanismen durch Subvention ist das einzige Problem.

Beitrag melden
Pless1 30.05.2016, 16:32
97.

Zitat von jowitt
Welche "Sanktionen an einen großen Abnehmermarkt" meinen Sie denn? Es gibt seitens der EU keinerlei Sanktionen, die die Milch betreffen. Es gibt einzig Sanktionen gegen Russland. Die betreffen aber nur wenige Hochtechnologieprodukte und Rüstungsgüter. Auch war und ist Russland niemals ein großer Abnehmer von Milchprodukten gewesen, da Russland schon immer seine heimische Milchproduktion schützte. Welche Sanktionen meinen Sie also?
Doch, natürlich war Russland das. Nicht bei Frischmilch, aber z. B. bei Käse.

Und dass die Importverbote der Russen für Agrargüter nichts anderes sind als eine 1:1 Retourkutsche für die Sanktionen gegen Russland kann nun wirklich niemand ernsthaft bestreiten. So geht Handelskrieg. Man schießt zurück - nicht mit Raketen sondern eben mit anderen Sanktionen.

Trotzdem muss man wohl sagen, dass diese Sanktionspolitik zwar ein wichtiger Anlass für den Preisverfall waren und dessen Geschwindigkeit maßgeblich beeinflusst haben. Dieser Anlass ist aber eben nicht der eigentliche Grund. Gefallen wären die Preise auch ohne diese Sanktionen. Wohl langsamer, wohl später als aktuell. Aber vom Grundsatz her wären sie eben auch so gefallen. Russland ist ein Schwellenland. Genau wie die anderen BRIC-Staaten erlebte es bis zur Wirtschafts- und Finanzkriese einen starken Aufschwung und die Ausbildung von Wohlstand, einer Mittelschicht. Diese gibt ihre Mittel dann erst einmal für gutes (westliches) Essen aus - das muss dann erst einmal importiert werden. So haben diese Schwellenländer, Russland, aber noch mehr China, Brasilien und Indien, die Weltagrarmärkte leergekauft. Die Bauern sahen sich dabei als Gewinner und kurzzeitig waren sie es auch. Diese Entwicklung war aber nicht nachhaltig und konnte es auch nicht sein. Denn entweder kommt es in solchen Schwellenländern zu einem abkühlen der wirtschaftlichen Entwicklung. Dann fällt der Wohlstand der neuen Mittelschicht sehr schnell in sich zusammen, die neuen Märkte sind wieder tot (so kam es ja auch). Oder aber der Boom geht tatsächlich weiter. Dann werden diese Länder aber schnell eigene Kapazitäten aufbauen anstatt billig Getreide (RUS) oder Soja (BRA) in die EU zu exportieren und als teure, veredelte Lebensmittel zu reimportieren. Und dort wird man im Zweifel wesentlich kostengünstiger produzieren können als bei uns mit unseren hohen Löhnen, strikten Bauvorschriften und hohen Umwelt- und Tierschutzstandards.

Beitrag melden
behemoth1 30.05.2016, 16:32
98. Marktwirtschaft

Man sagt doch immer, "Die Marktwirtschaft wird es schon richten".
Und warum hält man sich dann nicht daran?
Die Ursachen sind vielfältig, sie liegen allerdings auch mit an der Embargopolitik der EU gegenüber von Russland, denn auch dort ist nun der Absatzmarkt abgebrochen und der Bauer zahlt die Kosten für die Politik beider Seiten.
Ein Soforthilfeprogramm, ist doch nur ein weiteres Geld vernichten, denn solange man nicht an die Ursachen herangeht, wird es doch nichts ändern.

Beitrag melden
Harald Schmitt 30.05.2016, 16:33
99. Wo bleibt da die Marktwirtschaft

erst Milchquote abschaffen und produzieren ohne Ende und wenn das Zeug niemenad mehr will dann rufen sie nach staatlicher Unterstützung.
Das passt nicht!!! Dann sollen die sich doch in ihrem VErband abstimmen wie viel sie produzieren müssen und zu welchen Bedingungen.
Man kann doch nicht am Bedarf vorbei wirtschaften und dann für die absehbare Fehlplahnung noch auf Unterstützung hoffen. Dann stellen die sich nächstes jahr noch mehr Kühe in den Stall, der Staat bezahlt ja dafür.
Warum vermarkten die das Zeug nicht selber und gründen Molkerei Genbossenschaften. Man weiß ja nie wo das Zeug herkommt und für Produkte aus der REgion zahlt man eventuell bereitwillig etwas mehr als für das Zeug aus Irland oder Frankreich.

Beitrag melden
Seite 10 von 28
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!