Forum: Wirtschaft
Niedrige Zinsen: Im Bann des billigen Geldes

Tief, tiefer, am tiefsten: Seit 30 Jahren sinken die Realzinsen - und werden weiterhin niedrig bleiben. Die Notenbanken tragen daran kaum Schuld. Es stehen schlicht zu viele Ersparnisse zu wenigen Investitionen gegenüber.

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Torkemada 09.04.2014, 17:10
1.

Zitat von sysop
Tief, tiefer, am tiefsten: Seit 30 Jahren sinken die Realzinsen - und werden weiterhin niedrig bleiben. Die Notenbanken tragen daran kaum Schuld. Es stehen schlicht zu viele Ersparnisse zu wenigen Investitionen gegenüber.
Das sind zumeist keine "Ersparnisse", das ist das Geld, das die Zentralbanken drucken und zum quasi Nulltarif an die Banken weiterleiten, die damit noch vielmehr Geld schöpfen. Einfachmal betrachten wie die Bilanzsummen all dieser explodiert sind!

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vrdeutschland 09.04.2014, 17:16
2. Heißt was?

Nicht nur die Ersparnisse sind gestiegen, sondern auch im besonderen Maße die Schulden. Diese können aufgrund der Wirtschaft Deutschlands noch bedient werden (obwohl der Zins so niedrig ist, steigen sie unaufhörlich, das muß man sich mal geben). Wenn also die Wirtschaftsleistung und die Steuereinnahmen, die momentan so gigantomanisch wie nie sind, sinken, ja was passiert dann ? Wieder ein Gleichgewicht herstellen, indem man die Ersparnisse einsammelt... Und wer glaubt sich in Immobilien gerettet zu haben, wird auch schwer enttäuscht werden.Im Grunde genommen ist es das beste, alles für Frauen, Autos und Alkohol auszugeben und den Rest zu verprassen... ;-)

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neinsagen 09.04.2014, 17:19
3. warum nur?????????????

Investitionen bekommt der Mittelstand zu diesen Konditionen des niedrigen Zinssatzes von den Banken überhaupt nicht. Was nutzen uns die Super Tabellen der Kfw Fördermittel wenn die Banken diese den Mittelständler nicht geben. Es funktioniert halt nicht weil die Regierung sich um die Vergabe von Darlehen kümmert. Wenn die Presse darüber schreibt meinen diese die Konzerne,Grosskunden. Das wichtige Unterholz lassen die Banken und Regierungen verkümmern.

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Löschknecht 09.04.2014, 17:24
4. Richtige Beschreibung - Falsche Schlüsse

Sehr Richtig beschreibt der Autor die Situation mit "Es stehen schlicht zu viele Ersparnisse zu wenigen Investitionen gegenüber".
Die logische und heilsame Konsequenz wäre eine leichte Versteuerung von Vermögen und eine relativ starke Besteuerung von Erbschaften - gepaart mit einem staatlichen Investitionsprogramm (Schwerpunkte: Bildung, Innovationsförderung, Infrastruktur, Schuldenabbau und Förderung regenerativer Energieformen.
Das würde a) die Attraktivität des Sparens gegenüber des Investierens und Konsumierens mindern b) die Verhältnisse zwischen Gespartem und Investitionen in Ordnung bringen und c) Das inzwischen auf sehr wenige Köpfe verteilte Kapital in Bahnen umgelenken, die allen Mitgliedern der zukünftigen Generationen größere Chancen auf Erfolg und Lebensfreude geben.

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duke_van_hudde 09.04.2014, 17:27
5. Hmm

Autsch hier sind einige wichtige Sachen nicht angesprochen worden und dann kommt man teilweise auf andere Ergebnisse.

1.Alles Geld was entsteht entsteht bei der Kreditvergabe von Banken.Das heisst die Ausweitung der Geldmenge entsteht durch die Banken.
2.Die Geldmenge ist in den letzten Jahrzehnten massiv schneller gewachsen wie das Bip.Da aber alle Erträge auf diese Geldmenge durch das Bip gedeckt werdne müssen.Bedeutet das das der Anteil den sich das Kapital an dem BIP sichert immer mehr steigt.Da aber die Arbeiter dann irgendwann sich überhaupt nichts mehr leisten können fällt die Verzinsung um den Arbeitenden überhaupt noch Geld bereit stelen zu können.
3.Das bedeutet wenn man eine positive Realverzinsung haben will dann müste man die Geldmenge schwächer steigne lassen wie das Bip.
Genau dazu haben die Zentralbanken die Macht den sie könnten z.b. den Mindestreservesatz massiv erhöhen und schon können die Banken kaum neue Kredite vergeben.Das davor die Politik Angst hat ist klar aber es ist locker ohne Probleme möglich

Das wir uns einen künstlichen Boom aufgebaut haben über sehr viele Jahrzente indem wir die Geldmenge haben steigen lassen wie das Bip sollte jeden auch klar sein nur das ganze kann jetzt zu Ende sein.

Den die Politik steht jetzt vor einen Problem und zwar wenn es keine Inflation gibt dann ist bei Null Prozent schluss.Den negative Zinsen um eine negative Realverzinsung aufrecht zu erhalten sind nicht so einfach durchzusetzen solange es Bargeld gibt.Die Leute könnten einfahc ihr Geld in Bargeld tauschen und unter dem Kopfkissen aufbewahren.Das ist dann sogar das schlimmste was man Banken antuen könnte.
Das heisst der Staat müsse Bargeld verbieten sonst ist das Spiel nicht weiter aufrecht zu erhalten.Das andere Spiel würde gehen wenn man eine Infaltion erzeugne könnte dann könnte man bei 5 % Inflation 2 % Zinsen zahlen und hätte seine 3 Prozent negative Realverzinsung.Nur hier gilt shcon sei ewig der spruch

Wer mit deR Infaltion flirtet wird von ihr geheiratet.

Bleibt eigentlich nur das Verbot von Bargeld und das ist auch das was ich erwarte.

Den das endlich die Geldmenge sich langsamer Entwickeln muss wie das Bip um wieder vernüftige Realzinsen zu bekommen traue ich unserer Elite nicht zu.Zu viele würde sehr viel verlieren wenn wir auf dne natürlichen Weg zurückkehren würden.

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muellerthomas 09.04.2014, 17:28
6.

Zitat von vrdeutschland
Nicht nur die Ersparnisse sind gestiegen, sondern auch im besonderen Maße die Schulden.
Logisch, anders geht es ja auch nicht, da die Guthaben des Einen die Schulden eines Anderen sind.


Zitat von
Diese können aufgrund der Wirtschaft Deutschlands noch bedient werden (obwohl der Zins so niedrig ist, steigen sie unaufhörlich, das muß man sich mal geben).
Die Zinsbelastung im Staatshaushalt ist im Verhältnis zum BIP oder den Steuereinnahmen deutlich niedriger als in den 90er Jahren und die Staatsschuldenquote ist 2013 gefallen und wird wohl auch 2014 fallen.



Zitat von
Wenn also die Wirtschaftsleistung und die Steuereinnahmen, die momentan so gigantomanisch wie nie sind,
Das reale BIP war Ende 2013 ganze 3% höher als vor der Krise und die Steuereinnahmen liegen im Verhältnis zum BIP auch nicht ungewöhnlich hoch (die Steuerquote ist seit 40 Jahren recht stabil).

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oidahund 09.04.2014, 17:29
7.

Ich kann dem Autor nicht zustimmen. Ein Preis bildet sich aufgrund Angebot und Nachfrage. Der Zins ist der Preis für die zur Verfügung Stellung vin Kapital. Und genau hier setzt der Gedankenfehler an. Das Angebot wird nicht durch Sparer allein gebildet, sondern die Notenbanken werfen riesige Mengen Geld auf den Markt. Es werden Staatsanleihen zB zu Mickerzinsen gekauft oder es wird kurzfristiges Geld für minimale Zinskosten zu geteilt. Dies wurde zum Teil auch in der Hoffnung gemacht, dass dieses Geld in die reale Wirtschaft weitergereicht wird um Investitionen anzukurbeln und damit Arbeitsplätze zu schaffen. Dies ist nur im geringen Umfang geschehen. Stattdessen wird das Geld an den Börsen eingesetzt um große Gewinne zu erzielen. Deswegen hat sich auch eine liquditätsgetriebene Blase gebildet. Große Mengen an privaten Spargeld ist in den Immobilienmarkt geflossen. Man sehe sich nur die Immobilienpreissteigerungen an.

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herrwestphal 09.04.2014, 17:30
8. warum ...

so kompliziert? Wir sind satt! Alles was wir uns auch LEISTEN können besitzen wir bereits.
Wofür also noch groß investieren. Oder besser gesagt worin?
Für Staaten gilt da sicherlich in Infrastruktur oder/und Bildung!
... für private Anleger aber stellt sich die Frage welcher Markt ist noch nicht gesättigt?! Innovationen? Mal ernsthaft was fällt einem da noch ein. Antigravitaionsantrieb? Wo kann man bei seinen Investitionen dazu noch eine anständige Rendite erwarten?

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Alltolatenow 09.04.2014, 17:34
9. Das Ende ist nah !

Vielleicht merken die sich stolz als Kapitalisten fühlende Kleinsparer endlich mal, dass sie seit langem kräftig verar...... werden. Spätestens mit der kürzlichen IWF-Aussage von der zu niedrigen Inflation überall müssten die Herrschaften doch aufgewacht sein. Nix da! Stattdessen zetern sie über Putin und seinen Neokommunismus. Prima, jetzt haben sie wieder einen Feind, über den sich trefflich herziehen lässt. Zur gleichen Zeit, wie ihnen das Fell über die Ohren gezogen wird. Kapitalismus in der Globalisierung: nicht die einzige Lösung sondern das Einläuten vom Ende!

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