Forum: Wirtschaft
Niedriger Euro: Deutschland schafft neuen Export-Rekord
DPA

Der schwache Euro-Kurs verbilligt Deutschlands Ausfuhren in Ausland - das katapultiert die Exporte in neue Rekordhöhen. Im vergangenen Jahr waren sie mit mehr als 1,1 Billionen Euro so hoch wie nie zuvor.

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pom_muc 09.02.2015, 12:32
80.

Zitat von fritzyoski
Es waere erstrebenswet einen ausgeglichenen Exporthandel zu haben. Dauz muessten die Loehne in Deutschland steigen oder eine neue DM (nachdem der Euro Geschichte ist) stark aufwerten wodurch Importe billiger wuerden.
Natürlich könnten auch die griechischen Löhne wieder auf das Niveau von 2000 gesenkt werden um in Relation zur deutschen Produktivität zu stehen.

Warum soll D agieren?

Es waren die Griechen die sich zwischen 2000-2010 die Löhne verdoppelt haben. Natürlich durch ausländische Kredite finanziert und nicht weil man doppelt so produktiv wurde.

Bei ausgeglichenem Haushalt steigen die Löhne auf ein nicht durch externe Kredite verzerrtes Niveau. In Griechenland ist der Bauer inzwischen so teuer dass es billiger ist Gemüse aus Holland zu kaufen und es nach Griechenland zu transportieren.

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opaschowski 09.02.2015, 12:33
81.

Das ist ja wieder ein herrlich unkritischer Artikel. Ein Außenhandelsüberschuss ist ein Außenhandelsdefizit anderer Länder. Gerade in Bezug auf Europa besteht Deutschlands "Wettbewerbsvorteil" in der jahrelang betriebenen Lohnzurückhaltung (mit einhergehender niedriger Binnennachfrage), während das europäische Ausland sich bei Deutschland verschulden musste, um sich die Importe leisten zu können. Und dann kann Deutschland den verschuldeten Ländern ein Spardiktat aufdrücken...

Von seriösem Journalismus kann man erwarten, dass derartige Zusammenhänge für die Leser hergestellt werden. Stattdessen entsteht hier der Eindruck, dass wir in Deutschland schon alles richtig machen und richtig gemacht haben.

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schlabbedibapp 09.02.2015, 12:35
82. Das betrifft nur Exporte in Euro-Staaten

Zitat von MarkusH.
ein anderer Bericht meinte, dass Exporte für die anderen Ländern wie Schuldscheine wären? welchen Sinn macht das also, viel zu Exportieren, wenn die anderen es garnicht bezahlen?
Hier bezahlt die Bundesbank den Lieferanten und erwirbt eine Forderung gegen die EZB. Diese wiederum hat dann eine Forderung gegen z.B. die griechische Nationalbank, an die der griechische Käufer gezahlt hat. Wenn Griechenland pleite geht...na ja! Alles wird gut;-)

Diese sog. Target II-Salden lagen schon mal bei 700 Milliarden Euro. Prof. Sinn sagt, die sind weg, wen der Euro fällt!

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otelago 09.02.2015, 12:35
83. 1000 Aspekte....

Zitat von kado18
Mit dem Export in die Euro-EU schneiden wir uns ins eigene Fleisch, der wird immer öfters nur mit "Schuldscheinen" und nicht mit erarbeiteten Gegenwerten "bezahlt".
Ja diese Art Export hat teilweise den Charakter von durch die Notenbank mitfinanzierten Geschäften.

Hätten die Griechen Geld, würden sie Produkte kaufen. Sie sind leider pleite. Also druckt man ihnen Geld, mit dem sie Produkte kaufen. Dann veranstalte man politische Wirren, die niemand durchblicken kann.

So?

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pom_muc 09.02.2015, 12:37
84.

Zitat von HighFrequency
Ja, einem Schweizer fällt die Problematik auf. Dem bekloppten deutschen Volk in großen Teilen aber nicht (kann man auch im Forum traurigerweise immer wieder lesen). Die Deutschen haben ihren Niedriglohnstatus wahrlich verdient...
Es gibt ein paar Deutsche die mangels Bildungsniveau im "Niedriglohnstatus" stecken.

Leute die nicht begreifen dass es in D unterschiedliche Produktivitäts- und Lohnniveaus gibt.

Ein B-Wler könnte ohne EU-Abgaben und innerdeutsche Transferabgaben in einem souveräner Staat B-W wie die Schweiz jederzeit mit dieser mithalten.

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otelago 09.02.2015, 12:39
85. Korrekt

Zitat von Over_the_Fence
Die Überschüsse Deutschlands wurden massgeblich mit den EU-Ländern, die nicht zur Eurozone gehören, sowie Drittländern erzielt. Bei letzteren waren dies ca. 160 Milliarden Euro. Dorthin hätten Südeuropäer doch auch exportieren gekonnt, oder? Passiert aber eben nicht, wenn man keine interessanten-, oder zu teure Produkte hat. Diese Länder haben mit dem Euro schlichtweg eine zu starke Währung. Und noch zum Thema Drittländer: Zum Überschuss insgesamt hat sicher auch der verfallende Ölpreis beigetragen. Deutsche Maschinenbauer und Automobilhersteller können aber nicht einfach mal ihre Preise senken, damit das aussenwirtschaftliche Gleichgewicht gewahrt bleibt, nur weil Rohstoffpreise sinken. Auch hier liegt das Problem auf der Seite, die den Rohstoff anbietet, und offenbar keine alternativen Güter besitzt, um die Schwankungen auszugleichen.
Somit zeigt sich daß letztlich der EURO bei allem Hin- und Her die Position Deutschlands auf den Weltmärkten stärkt.

Mit einer Währung wie der DMark, für die man dann ständig alleine verantwortlich wäre, hätte man doch ständig globalen Trouble.

So wie die Schweizer, denen ihr Franken an die Decke geht, was insgesamt für die Schweiz so in der Form schwierig ist.

Allerdings ist es Zeit, Rohstoff- und Ölgeschäfte direkt mit Euro abzurechnen und den Dollar zu vergrämen.

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klaus meucht 09.02.2015, 12:41
86. Was ist Erfolg?

Zitat von KingTut
.... Deutschland setzt seinen wirtschaftlichen Erfolgskurs unvermindert fort, allen gegenteiligen Behauptungen zum Trotz. Auch die verhängten Sanktionen konnten bis jetzt den Aufwärtstrend nicht stoppen.
Was heisst hier Erfolg? Das Ausland verschuldet sich jedes Jahr stärker an uns - und ob diese ihre Schulden wirklich zurückzahlen können bzw. werden bezweifle ich.

Gleichzeitig werden bei uns die Arbeitnehmer vom technologischen Fortschritt abgekoppelt, denn die Reallöhne stagnieren.

Ich befürchte im Endeffekt wird es darauf hinauslaufen dass wir dem Ausland jeden Tag Waren verschenken. Ich bezweifle stark dass sobald die geburtenstarke Jahrgänge in Rente gehen, das Ausland fähig ist diese Schulden zurückzuzahlen.

Gerade die Entwicklungsländer werden das hoffentlich entstehende Wachstum dazu verwenden müssen, um die eigenen sozialen Probleme zu lösen, als den Deutschen die Rente zu finanzieren.

Ich habe auf dem Gymnasium (lang war es her) noch in den Grundlagen Volkswirtschaft das magische Viereck gelernt. Und eines dieser Ziele war ein ausgeglichene Handelsbilanz anzustreben (d.h. Export und Import sollten sich die Waage halten)

Warum ist das Ziel einer ausgeglichenen Handelsbilanz plötzlich kein Ziel mehr? Warum glaubt man dass ein Volk dann erfolgreich ist, wenn es seinen Bürgern schlecht geht?

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pom_muc 09.02.2015, 12:47
87.

Zitat von wolly21
(Wie lange noch) kann das gut gehen? Wir sind WETTBEWERBSFÄHIGER als der Rest der Welt? Warum? Weil wir ein Millionenheer von Arbeitnehmern haben, die von ihrem Lohn allein nicht leben können (Aufstocker). Weil es unzählige "Arbeitgeber" gibt, die nach allen Möglichkeiten suchen, diesen Zustand zu erhalten, indem sie mit allen Mitteln die Zahlung des Mindestlohnes zu vermeiden. Und die so durch staatliche Lohnsubvention erzielten Gewinne werden nicht versteuert, sondern mit Hilfe der HSBC oder Luxembourg in Steuerparadiesen gebunkert. Quo usque tandem....
Wir haben in D ungefähr 350.000 Vollzeitbeschäftigte die aufgestockt werden müssen.

Das sind übrigens offizielle Zahlen unserer SPD-Arbeitsministerin..

Die Masse der Aufstocker sind Teilzeitarbeitende und auch ein Teil der fast 2 Millionen Alleinerziehenden mit Kindern. Natürlich auch die kinderreichen "traditionellen" Familien mit nur einem Einkommen.

Bei 10% Bevölkerung ohne Schulabschluss eigentlich erstaunlich niedrige Zahlen.

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botellus_maximus 09.02.2015, 12:49
88. Gehälter und Gewinnausschüttung

Zitat von diorder
das ist angesichts der inzwischen über wiegenden nichtdeutschen Eigentümer etwa der Daxunternehmen die Frage. Wie hoch sind anteilig die ausbezahlten Löhne und Gehälter im Vergleich zu den Gewinnausschüttungen an die ( Aktien- und sonstige ) Besitzer der Firmen ?Wieviel Steuern zahlen sie in Deutschland ?
Hier einige Zahlen für 2013:
Volkswagen:
Löhne, Gehälter Sozialabgaben an Mitarbeiter: 32 Mrd. EUR
Dividende für Aktionäre/ Unternehmer: 1,9 Mrd EUR
Steuern für den Staat: 3,9 Mrd. EUR
ThyssenKrupp:
Löhne, Gehälter Sozialabgaben an Mitarbeiter: 8.500 Mio. EUR
Dividende für Aktionäre/ Unternehmer: 62 Mio. EUR
Steuern für den Staat: 233 Mio. EUR
Bayer:
Löhne, Gehälter Sozialabgaben an Mitarbeiter: 9.400 Mio. EUR
Dividende für Aktionäre/ Unternehmer: 1.700 Mio. EUR
Steuern für den Staat: 1.900 Mio. EUR
Henkel:
Löhne, Gehälter Sozialabgaben an Mitarbeiter: 2.600 Mio. EUR
Dividende für Aktionäre/ Unternehmer: 530 Mio. EUR
Steuern für den Staat: 550 Mio. EUR
Fazit: Die Mitarbeiter erhalten den Löwenanteil der Wertschöpfung, etwa das 5 bis 15fache dessen, was der Unternehmer erhält. Wenn es mal schlecht läuft, wie bei ThyssenKrupp in 2013, bekommen die Mitarbeiter auch schon mal mehr als das Hundertfache der ausgezahlten Dividende. Den zweitgrößten Anteil erhält der Staat aus unmittelbaren Steuern.

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nixkapital 09.02.2015, 12:51
89. Helau...

Zitat von Walter987
Deutschlands Exportrekord geht zu Lasten der Länder im Süden Europas, die in der gleichen Währung Euro gefangen sind und von Deutschlands wirtschaftlicher Stärke erdrückt werden. Der Euro spaltet Europa und er zerstört das friedliche Zusammenleben der europäischen Völker.
Na, sie alter "Grieche", damit machen Sie sich hier aber keine Freunde. Sie sollen gefälligst jubeln, wenn der deutsche Export mal wieder durch die Decke knallt. Offensichtlich meint man, uns mit derartigen Jubelmeldungen bei Laune halten zu können. Da wird wirtschaftliche Gesundheit simuliert, auch wenn die Gesellschaft auseinander driftet. Die Kehrseite hat niemanden zu interessieren. Was soll's? Heute wird gefeiert, der Kater kommt erst morgen...

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