Forum: Wirtschaft
Niedrigzinspolitik der EZB: Schleichende Enteignung der Sparer
REUTERS

Mit Anleihenkäufen und ultraniedrigen Zinsen will die Europäische Zentralbank den verschuldeten Staaten helfen. Für den Durchschnittsbürger ist diese Politik katastrophal, seine Ersparnisse werden von der Inflation aufgefressen. Eine ganze Generation muss um ihre Altersvorsorge bangen.

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acre 27.07.2012, 21:31
280. Ratingagenturen

Sehr geehrte Spiegel-Redakteure,

ein wesentlicher Beitrag wäre ein Bericht über die Studie von Prof. Manfred Gärtner von der Uni St. Gallen zu den Ratingagenturen gewesen, die an sich denken, aber nicht daran, was sie anrichten.

MfG

R. Keller

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paranoiker 27.07.2012, 21:31
281. Wer schläft auf der Parkbank ?

Zitat von kantundco
Die Inflationsrate für wirklich lebenswichtige Güter und Dienstleistungen ist wesentlich höher! Wann waren Sie das letzte Mal tanken? Wann haben Sie das letzte Mal einen Behördengang gemacht?
2 % Inflation sind vielleicht realistisch, wenn man auf der Parkbank schläft.
Bei der offiziellen Inflationsberechnung von EuroStat gibt es fast ein Dutzend "Stellschrauben". Wenn man alle in eine Richtung dreht und dann noch die "hedonische" Bewertung der Preise von Technik-Konsumgütern anwendet, holt man die Katze aus dem Sack, die man vorher reingetan hat, nämlich 2 %.
Allmählich bin ich nicht mal mehr sicher, ob nicht auch schlicht gefälscht wird.

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kantundco 27.07.2012, 21:34
282. Und wie viele EU-Staaten sind nicht im Euro?

Zitat von ernesto c
Ich habe noch nie C gewaehlt, aber die Kanzlerin hat Recht: wenn € scheitert, dann scheitert EU. Wenn € scheitert: dann hohe Zoelle fuer Exporte aus D, hohe Preise fuer Waren aus D, schlechte Nachfrage nach Made in Germany, Wenn EU scheitert, dann Grenzkontrollen von Flensburg nach Palermo, von Bordeaux nach Warschau.
Hatten wir vor dem Euro keinen Handel? Keine Reisefreiheit?
Der Euro ist nicht die EU, und die EU ist nicht Europa!

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Datenflut 27.07.2012, 21:35
283.

Zitat von sysop
Eine ganze Generation muss um ihre Altersvorsorge bangen.
Und u.A. aus diesem Grunde ist eine Kapitalmakrt-basierte Altersvorsorge Unsinn.

Wer nicht hören will, soll fühlen.

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Liberalitärer 27.07.2012, 21:35
284. Margin Call

Zitat von paul sartre
So urteilt die Fachwelt über den jüngsten Streich der EZB: "Citi: Bond-Käufe durch die EZB liefern lediglich eine Gelegenheit (für Anleihen-Investoren) zum Positionsabbau und lösen keines der Probleme des Euro." "Gross PIMCO: Draghi´s EZB wird wahrscheinlich Käufe von spanischen und italienischen Bonds fortsetzen, aber dies veschiebt nur Schulden von einer Tasche in die andere."
Sagen wir ein Teil der Fachwelt. Nett, dass die Citi so besorgt um das Wohl des Euro und ihrer Kunden ist. Tja, bald kommen die Margin Calls. Es grassiert nackte Angst.

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fritzyoski 27.07.2012, 21:36
285. Der kleine Bürger

Zitat von teredonavalis
Sie haben unsere traurige Realität richtig erkannt. Die Lage ist gefährlich. Der kleine Bürger kann dagegen nichts unternehmen.
Der kleine Bürger soll kraeftig bluten. Das kommt davon immer CDUCSUSPDGrueneFDP zu waehlen.
Das Bloeken der Schafe wenn sie geschoren werden ist Musik in meinen Ohren.
Erstaunlich ist wie widerstandslos die Entdemokratisierung voran schreitet. In der Schule wurde uns immer eingetrichtert wie die boesen Nazis an die Macht kamen und keiner was dagegen unternommen hat. Keiner verstand wie das in Deutschland passieren konnte. Jetzt kann man das erster Hand im eigenen Land beobachten. Der Michel ist feige, desinteressiert und traege. Solange kaltes Bier im Kuehlschrank ist, die Bundesliga laueft und Ballermann auf Malle auf dem Programm steht ruehrt sich da nichts.
Mein Tip an den "kleinen Bürger", bei der naechsten Wahl einfach mal was anderes ausser CDUCSUSPDGrueneFDP waehlen.

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warndtbewohner 27.07.2012, 21:37
286. Na und

Zitat von DerFrankenberger
Die Deutschen leisten sich den Luxus einer Regierung und einer Opposition, die die Interessen von Finanzmärkten und Zechprellern über die ihres eigenen Volkes stellt. 2013 gibt es definitiv kein Kreuz bei CDU/CSU, FDP, SPD und Grünen.
sie sind dumm, statt die Linken zu wählen die gegen das alles ist und war ist nichtwählen eine Bestätigung der Regierung...

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kr-invest 27.07.2012, 21:38
287.

Zitat von Liberalitärer
Seine Preisinformationsfunktion im Sinne von Hajeks hat er eingebüßt, seine Werterhaltungsfunktion büßt er ein. Zeit sich dieser Realität zu stellen und das beste daraus zu machen und Draghi machen zu lassen und einen Zinskorridor zu bauen und diesen im Außenverhältnis zu verteidigen. Die in Deutschland so verehrte Bundesbank hat es bei Soros einmal verbockt, nicht ihr einziger Fehler. Zeit sich hinter Draghi zu stellen.
Ja, aber warum sagt das keiner, weiss doch vermutlich fast jeder der Handelnden, auch der Seehofer. Den Konstruktionsfehler muss man auch durch Information beseitigen. Deutschland ist nunmal ein Teil von Europa und das ist auch besser so. Denn ehrlich gesagt, war es davor vor allem K(r)ampf, so die Eroberungsversuche....

Die Werterhaltung misst sich denke ich am ehesten im Aussenwert zum Dollar und zu anderen Währungen und am Ölpreis, denn die Konkurrenz liegt längst ausserhalb des Währungsraumes. Innerhalb sollte man optimieren und gemeinsam planen. Der Aussenwert profitiert offensichtlich von Draghis Äusserungen, also kann die Politik so falsch nicht sein, der Euro wird sonst eh wieder zu hart. Aber wir deutschen kämpfen in den Köpfen noch immer gegen die Franzosen, obwohl wir längst im gleichen Boot sitzen, das ohne unser Gezapple, Geeifersüchtle ("der Grieche da drüben hat aber noch ein schönes Ferienhaus") und Gejammere auch recht gut unterwegs wäre, selbst wenn man Griechenland im Moment etwas mitschleppt. Ehrlich gesagt wäre mir langsam lieber, wir Deutschen würden wirklich die Macht an Brüssel abgeben und uns "Europäer" nennen.

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Tolotos 27.07.2012, 21:41
288. Nicht zu viel Staat, sondern viel zu wenig Eigenverantwortung beim Führungspersonal!

Zitat von mmtwg
Sorry, aber das ist Unsinn!

Die Ursache ist, dass wir uns inzwischen in eine völlig dekadente Gesellschaftsform entwickelt haben. Allerdings nicht im Sinn von Westerwelle, der alle Probleme auf ein paar faule Arbeitslos und Schwerarbeiter abgewälzt hat, sondern aufgrund der völlig schwachsinnigen Tatsache, dass sich bei uns inzwischen systemisch diejenigen am wenigsten für ihr Handeln verantworten müssen, die den größten Schaden anrichten können. Formal mögen wir vielleicht noch demokratisch sein, aber in der Praxis hat sich längst ein Wasserkopf etabliert, der skrupellos zu seinem Vorteil die Gesellschaft schädigt, - und jegliche Verantwortung für die Folgen seines Handelns nach unten abwälzen kann.

° Ein prekärer Arbeitnehmer wird bereites für Bagatellen hart zur Rechenschaft gezogen.
° Deren Arbeitgeber dürfen ihre Angestellten straffrei organisiert betrügen, und werden höchstens bestraft, wenn sie wirtschaftlich höher gestellte betrügen.
° Ganz oben wird dieses Prinzip konsequent bis an die Grenze geführt, und die sogenannten Eliten müssen sich für dienstliche Vergehen persönlich gar nicht mehr verantworten, und können gelegentlich dafür sogar noch eine Belohnung einklagen.

Ich will ja gar nicht den Kapitalismus verteidigen, aber das ist kein Problem des Kapitalismus, sondern nur eine völlig degenerierte und pervertierte Gesellschaft. An den Spitzen des Kapitalmarkts herrscht im Übrigen die gleiche durchorganisierte Verantwortungslosigkeit wie an den Spitzen der Staaten.

Zur Verantwortung gezogen werden in beiden Fällen immer nur diejenigen, die die eigentliche Arbeit leisten!

PS: Die Eurokrise ist doch auch ein Gemeinschaftswerk von privaten Kapitalgebern und staatlichen Kapitalnehmern. Betrachtet man nicht ihre Reden, sondern nur das Wirken ihres Handelns, dann sieht man auch sehr schnell, dass sie weiterhin gemeinsam daran arbeiten, die Verantwortung für ihr Handeln auf den Teil der Gesellschaft abzuwälzen, der bei schon den Entscheidungen für die Geldgeschäfte kein Mitspracherecht hatte!

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Charles_007 27.07.2012, 21:41
289.

Zitat von teredonavalis
Ich finde keine sichere Alternative.
An Aktien führt definitiv kein Weg vorbei! Aktien sind Sachwerte. Ich bin seit Jahren ausschließlich in DAX30-Werten investiert, und das behalte ich auch so bei. Aktien sind übrigens Sondervermögen. Sondervermögen muss vom Vermögen der depotführenden Bank getrennt gehalten werden. Im Falle einer Pleite wandert dieses Sondervermögen also nicht in die Konkursmasse. Kein Sondervermögen stellen dagegen z.B. Schuldverschreibungen von Banken dar ( Emittentenrisiko )

Ebenfalls tausche ich seit Oktober letzten Jahres alle paar Wochen ein "paar" Euro in 5, 10 und 20er USD-Scheine um. Euro-Bargeld sammeln macht m.E. keinen Sinn, da er bei einer Währungsreform/Schnitt über Nacht eh durch einen "Neu-Euro" ersetzt werden würde. Zu einem solchen Zeitpunkt habe ich aber auf jeden Fall, versteckt unter meinem Kopfkissen ;-) ,noch den gleichen Bestand an USD. Manche "sammeln" auch Schweizer Franken oder gar Norwegische Kronen. Da würde ich allerdings die Finger von weglassen, weil dies doch relative "kleine" Währungszonen sind. Ganz zu schweigen davon, dass ich in Afrika wohl eher mit einem Dollar weiterkomme ;-)

Klar, die Amis, wie ja auch die Japaner, sind noch schlimmer verschuldet als die Eurozone. Aber die haben zumindest eine eigene Währung und eine eigene Zentralbank! Die Amis würden einer "EZB" einen Husten, die entgegen allen Verträge anordnen kann, dass sie für "notleidende Südländer" gefälligst eine gesamtschuldnerische Haftung zu übernehmen hätten.

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