Forum: Wirtschaft
Nord Stream 2: Putins Pipeline belastet deutsche Verbraucher
DPA

Wegen der umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2 muss das Gasnetz in der Bundesrepublik ausgebaut werden. Nach SPIEGEL-Informationen zahlen deutsche Verbraucher dafür 2,7 Milliarden Euro.

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twocent 23.02.2018, 16:01
20. Zuverlässigkeit, nicht billig war Ziel

Die Pipeline durch die Ostsee wurde doch deshalb forciert, weil die bestehenden Pipelines durch Osteuropa immer mal wieder von einzelnen Staaten als Druckmittel oder Selbstbedienungsladen benutzt wurden. Es geht hier um Zuverlässigkeit und Versorgungssicherheit. Und unterm Strich könnten dann die initialen Mehrkosten sogar billiger sein.

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Hamberliner 23.02.2018, 16:07
21. erfolgreicher Klimaschutz bringt Die Grünen in Existenzängste

Zitat von Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer
Nord Stream 2 konterkariert nicht nur die europäische Einheit und unsere Klimaziele, sondern wird für Deutschland sündhaft teuer.
Dann braucht er eine amtliche Merkbefreiung. Die Seeschiffahrt hat angefangen, sich auf LNG umzustellen, nicht nur CMA CGM als erste Container-Großreederei, sondern auch immer mehr RoPax-Linien und Kreuzfahrtschiffe. Sogar an Land verkehren die ersten LNG-LKW, und dass ein LNG-Tankstellennetz für den Güter-Fernverkehr dringend erforderlich ist kann er in der Bezahlversion des SPIEGEL nachlesen.

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Hamberliner 23.02.2018, 16:12
22.

Zitat von hardy_knorrig
Das die Alternative, nämlich der Import von LNG aus den USA, noch deutlich teurer wäre, wird als publizierte Information in Hamburg nicht bezahlt.
Wieso hält sich eigentlich so hartnäckig das Märchen, man könne ausschließlich aus den USA LNG per Tanker importieren?

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pethof 23.02.2018, 16:13
23. Absurde Naivität

Kostenlos gibt es nichts auf dieser Welt. Diese Weisheit sollte Allen bekannt sein, auch dem Verfasser dieses Artikels. Gas muss, wie alle Energieträger, vom Erzeuger bis hin zum letzten Verbraucher über ein spezielles Transportsystem geleitet werden. Beim Strom sind es die Überlandleitungen, die extrem teuer und unbeliebt sind. Beim Erdgas sind es die unterirdisch verlegten Rohrleitungen. Auch Nordstream 1 hat seine Anschlussleitungen: die OPAL von Lubmin nach Süden bis Olbernhau/Brandov (CZ) und die NEL nach Hamburg. Für den Gastransfer über die OPAL und NEL kassieren die Besitzer dieser Leitung, zu denen mehrheitlich deutsche Unternehmen gehören, entsprechende Transitgebühren, die natürlich auf die Endverbraucher umgeleitet werden.
Da die Kapazitäten dieser Leitungen für die aus Nordstream 2 zu erwartenden zusätzlichen Mengen nicht mehr ausreichen, müssen zusätzliche Leitungen verlegt werden. Wer seine Augen offen hält, kann den Transport dieser Rohre über die Straßen Brandenburgs beobachten. Die Vorbereitungsarbeiten laufen also schon.
Wieso das Nordstream-2-Erdgas nun durch den Bau von Anschlussleitungen teurer werden soll, als das bislang verfügbare Gas, entzieht sich einem logischen Verständnis.
Teuer wird das Erdgas für den Endverbraucher erst, wenn Nordstream-2 durch die EU blockiert werden würde. Die Folge wären als erstes Regressionsforderungen in Höhe von ca. 5 Milliarden € an die EU und der Kauf von extrem teurem US-LNG und immense Kosten für die dazugehörigen Spezialtanker und Entlade-Terminale.

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sven2016 23.02.2018, 16:14
24.

Zu den wütenden Kommentaren: Die Ukraine ist auf die Durchleitungsgebühren angewiesen, da der gesamte Osthandel mit der russischen Invasion weggefallen ist und auch die Kohleförderung in der Donezkregion von russischen Terrorgruppen übernommen wurde.

Dass Deutschland die neue Pipelineführung mitmacht, hat nicht zuletzt mit den teuer eingekauften Bemühungen von Schröder und Konsorten zu tun.

Northstream war von Anfang an ein politisches Projekt von Putin. Wenn wir das auch noch bezahlen, hat er was richtig gemacht.

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stadtmusikant123 23.02.2018, 16:19
25. xxx

Zitat von werlesenkann
Und unsere Politiker wundern sich über mangelnde Beliebtheit in der Bevölkerung. Man hätte die Leitung bestimmt auch anders verlegen können, vor allem weil sie ja offensichtlich hochumstritten ist.
Hätte man ja - aber so ist die Leitung sicherer. Keiner kann sie in Notzeiten anzapfen. Soll ja bei der Ukraine-Linie nicht unüblich gewesen sein.

Das die Osteuropäer die Leitung nicht mögen ist klar, gehen ihnen doch die Durchleitungs-Gebühren flöten.

Jeder ist sich selbst der Nächste.

Im Bericht fehlt der Hinweis auf die Versorgungssicherheit und die Gegenrechnung zu anderen Lieferanten.

Ausgehend von Nord-Stream I muss man davon ausgehen, dass dies die günstigere Lösung ist.

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GoaSkin 23.02.2018, 16:23
26. ökologisch sehr sinnvoll

Die Grünen sollten sich keine Sorgen darüber machen, dass ein unökologischer Brennstoff teurer wird. Das würde schließlich regenerative Energien nicht nur ein Stück lukrativer machen, sondern die Leute auch dazu animieren, Heizungen aus der Steinzeit endlich einmal gegen zeitgemäßere und umweltfreundlichere Alternativen zu ersetzen.

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fin2010 23.02.2018, 16:31
27. nicht nur aus den USA

Zitat von Hamberliner
Wieso hält sich eigentlich so hartnäckig das Märchen, man könne ausschließlich aus den USA LNG per Tanker importieren?
sondern auch Kuweit etc. Nur zu, Konkurrenz belebt das Geschäft und erhöht die Versorgungssicherheit. Teurer als Erdgas per Röhre wird das LNG wegen des Mehraufwands Verflüssigung -> Schiff -> Gasifzizierung dennoch werden.

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hlka 23.02.2018, 16:33
28.

Zitat von captflat
Osteuropäische Länder lehnen die Leitung vehement ab? Ich verstehe nicht warum. Es hindert die ja niemand daran zusätzlich LNG - Verladestellen zu errichten. Oder eine eigene Leitung mit Gazprom auszuhandeln.
die lehnen es nicht ab. Die Amis haben dort zu sagen, wo Gas hingeht.

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wiwicantab 23.02.2018, 16:36
29. Erstaunlich kurzsichtig

Man kann es mögen oder nicht, aber die deutsche Versorgungssicherheit nimmt durch Nordstream (1 wie 2) drastisch zu, da wir von politischen Unwägbarkeiten auf dem bisherigen Transportweg (Ukraine, Polen) unabhängig werden. So verwundert es wenig, dass von dort die lauteste Kritik kommt. Da sind die Kosten für den Anschluss gut angelegtes Geld. Im Übrigen müsste man seriöserweise die eingesparten Transitentgelte gegenrechnen, dann wird das auch betriebswirtschaftlich attraktiv.

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