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Norddeutschland: Arbeitgeber wollen Geld für neuen Feiertag
DPA

Die vier norddeutschen Bundesländer wollen einen neuen Feiertag einführen. Die Arbeitgeber fordern, dass sich die Beschäftigten an den Kosten beteiligen.

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747-LR 10.04.2018, 22:10
60.

Zitat von widower+2
Immerhin hat es dafür gereicht, die Bayern lange Zeit über den Länderfinanzausgleich, den Sie wie eine Monstranz vor sich her tragen, durchzufüttern. Jetzt ist es aufgrund des strukturellen Wandels der Industrie (Kohle und Stahl, Werten, etc.) mal anders rum und schon halten sich die Bayern für die Fleißigsten und die Krone der Schöpfung. Die moralische Überlegenheit beanspruchen wohl im Moment eher die Bayern für sich. Die Wahrheit liegt - wie fast immer - in der Mitte.
Baden/Würtemberg und die Bayern hätten nach Napoleon französisch bleiben sollen. Welch geniale Konstellation ... Ein Citroen-BMW ...

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widower+2 11.04.2018, 00:44
61. Alternative

Zitat von 747-LR
Baden/Würtemberg und die Bayern hätten nach Napoleon französisch bleiben sollen. Welch geniale Konstellation ... Ein Citroen-BMW ...
Ein Borgward-Peugeot. Borgward und BMW standen vor ca. 50 Jahren beide vor der Pleite. Der Bremer Senat hat ein eigentlich gesundes Unternehmen kaputt gehen lassen, das bessere und schönere Autos baute als BMW, während die bayrische Staatsregierung die Weitsicht besaß, BMW zu retten.

Und Frau Klatten wird allen Ernstes von unseren neoliberalen bayrischen Freunden als Leistungsträgerin gefeiert. Aber vielleicht ist sie ja ganz nett.:)

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Pless1 11.04.2018, 13:36
62. Zahlungen an Kirchen

Zitat von carlitom
Sehr richtig. Wir bezahlen ja auch die Gehälter der Pfarrer, die an solchen Feiertagen in den Kirchen vor leeren Bänken predigen. Irgendwas müssen wir ja auch davon haben. Absurd genug, dass es so ist.
Sie kennen aber schon den Hintergrund dieser Zahlungen?

Den Kirchen sind im Rahmen der Säkularisation immense Werte enteignet worden. Güter, deren Renditen seitens der Kirchen zur Alimentierung der Priester etc. genutzt wurden und weiterhin genutzt werden sollten. Das fiel dann alles weg. Bis zu einer ordentlichen Entschädigungslösung hat man damals eine Interimslösung geschaffen: Der Staat übernimmt erst einmal diese Bezüge. Diese Übergangslösung hat jetzt seit 200 Jahren Bestand - letztlich, weil der Staat mit der Übernahme dieser Kosten viel besser fährt als mit einer auch nur ansatzweisen Entschädigung der damaligen kirchlichen Besitzungen.

Ich weiß, dass das sehr lange her ist, das macht es aber nicht besser.

In etwa vergleichbar ist das mit folgendem vereinfachten Beispiel: Sie sind selbstständig und haben mit ihrem über Jahre gesparten Einkommen ein großes Mietshaus gebaut. Die Miete, so ihr Plan, soll ihnen Altersversorgung sein und ihren Kindern ein Grundstock für ein ordentliches Leben. Dann kommt der Staat und nimmt es ihnen weg. Bezahlen will er das Haus, angenommener Wert 3 Mio Euro, aber nicht. Statt dessen macht er ihnen den Vorschlag: Für Sie und Ihre Kinder gibt der Staat Ihnen die Miete von drei der zehn Wohnungen, bis eine abschließende Lösung erzielt wird.

Was würden Sie sagen, wenn nach etlichen Jahren der Staat sagen würde, dass er jetzt aber lang genug gezahlt habe. Es könne ja nicht sein, dass Sie und Ihre Kinder auf Kosten des Staates lebten...

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Pless1 11.04.2018, 13:42
63.

Zitat von g_bec
Und säßen z.B. Allianz und Siemens immer noch mit Hauptsitz in Berlin sowie Audi in Chemnitz und nicht in München bzw. Ingolstadt, sähe es auch in Bayern möglicherweise anders aus.
Wir dürfen uns in dem Zusammenhang allerdings einmal fragen, warum so viele herausragende Unternehmen gerade in Bayern ansässig sind. Irgendwas muss ja dazu geführt haben. Ich bin übrigens kein Bayer (auch kein Franke oder Schwabe).

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Pless1 11.04.2018, 13:57
64.

Zitat von widower+2
Ergänzen möchte ich noch, dass Bremen auch in Bezug auf den Länderfinanzausgleich schlagartig wesentlich besser da stünde, wenn Arbeitseinkommen am Arbeitsort und nicht am Wohnort besteuert würde. Gerade viele Besserverdiener arbeiten in Bremen und wohnen im "Speckgürtel", der teilweise nur drei Kilometer Luftlinie von der Bremer Innenstadt entfernt ist; zahlen also ihre Steuern in Niedersachsen. Hinzu kommt, dass Stadtstaaten ganz andere Lasten in Bezug auf Infrastruktur, Kultur, Verwaltung, etc. zu tragen haben als Flächenländer.
Vollkommen korrekt!

Aber genau das ist ein Hauptgrund, die Aufteilung der Bundesländer zu reformieren:

Sinnvoll wäre im ersten Schritt:

- Bremen zu Niedersachsen
- Berlin und Brandenburg fusionieren
- Hamburg und Schleswig-Holstein fusionieren
- Saarland zu Rheinland-Pfalz

Im zweiten Zuge dann Vereinigung von:

- Hamburg/Schleswig-Holstein mit Mecklenburg-Vorpommern
- Thüringen mit Sachsen
- Rheinland-Pfalz mit Hessen

- sowie Aufteilung von Sachsen-Anhalt auf die Nachbarländer gemäß "landsmannschaftlicher Verbundenheit" und Struktureller Sinnhaftigkeit.

Dann hätten wir noch acht Bundesländer und wären schon einen sehr großen Schritt weiter.

Sinnvoll wäre ggf. dann noch die Zusammenführung von

- Berlin/Brandenburg mit Sachsen/Thüringen
- Niedersachsen (inkl. Bremen) mit HH/SH/MV zum bereits lange diskutierten "Nordstaat".

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Pless1 11.04.2018, 14:01
65.

Zitat von meier12
Der Norden hatte mal mehr Feiertage. Der Buß- und Bettag wurde im Rahmen der Wiedervereinigung abgeschafft. Die Arbeitgeber haben seit 1990 also 28 Jahre lang Arbeitsleistungen an diesem Tag abgefordert, für die die die Arbeitnehmer nie durch zusätzliches Entgelt entschädigt worden sind.
Das Entgelt für diesen Arbeitstag ist der AG-Anteil für die damals eingeführte Pflegeversicherung.

Außer in Sachsen, die haben den Buß- und Bettag als Feiertag behalten und zahlen dafür als Arbeitnehmer die Pflegeversicherung komplett.

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widower+2 11.04.2018, 14:23
66. Sinnvoll aber illusorisch

Zitat von Pless1
Vollkommen korrekt! Aber genau das ist ein Hauptgrund, die Aufteilung der Bundesländer zu reformieren:
Eine solche Zusammenlegung wäre zwar sinnvoll, wird aber schon daran scheitern, dass die Parlamentarier in den einzelnen Bundesländern quasi über ihre eigene Abschaffung abstimmen müssten und derartige Vorschläge auch innerhalb der Bevölkerungen der jeweiligen Bundesländer nicht sonderlich populär sind.

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mwroer 12.04.2018, 07:57
67.

Zitat von olaf77
Ich sehe es auch so, dass wenn alle einen Feiertag haben wollen sich auch alle daran beteiligen dürfen. Warum sollen Unternehmen die Kosten je nach Anzahl der Mitarbeiter zwischen 500€ und 50.000€ oder noch mehr dafür bezahlen? Ich glaube keiner hat was zu verschenken!
Nein, Angestellte auch nicht - und im Gegensatz zu Ihnen habe ich keine Initiativen oder Demonstrationen von Bürgern gesehen die diesen Tag als Feiertag wollen. Oder wie anders kommen Sie auf die Phrase 'wenn alle wollen'?

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g_bec 20.04.2018, 12:45
68. Nun

Zitat von Pless1
Wir dürfen uns in dem Zusammenhang allerdings einmal fragen, warum so viele herausragende Unternehmen gerade in Bayern ansässig sind. Irgendwas muss ja dazu geführt haben. Ich bin übrigens kein Bayer (auch kein Franke oder Schwabe).
Zumindest bei den genannten Unternehmen lag es mit Sicherheit nicht an den fleißigen Bayern. Eher an einem größenwahnsinnigen Österreicher.

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