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Occupy-Urvater Graeber im Interview: "Wir werden dramatische Umbrüche erleben"
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Draußen trägt die Polizei "Blockupy"-Demonstranten weg, im Luxushotel Frankfurter Hof empfängt David Graeber SPIEGEL ONLINE zum Interview. Der Mitbegründer von Occupy Wall Street spricht über Anarchie, die Piratenpartei - und die linke Lust an der Selbstkasteiung.

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alijak 18.05.2012, 16:27
20. heulsusenalarm

also jedes mal wenn ich nach deutschland komme denke ich, dass es den menschen verdammt gut geht. und die probleme (die es sicherlich auch gibt, keine frage) bewegen sich doch im weltweiten vergleich auf einem niveau, dass man sich eingestehen sollte, dass der überwiegende teil der weltbevölkerung nur davon träumen kann.

diese ganze systemkritik, basiert einzig auf der tatsache, dass die menschen gar nichts anderes mehr kennen. versuch mal ein sit-in in einem entwicklungs- oder schwellenland durchzuführen. (oder als protestführer ein interview zu geben!!)

das niveau an freiheit, welches deutschland bietet (und ich rede nicht mal von politischer freiheit, sondern vielmehr von intelektueller oder persönlicher freiheit) ist so groß, dass die menschen sich gar nicht mehr darüber im klaren sind und dies auch überhaupt nicht mehr zu schätzen wissen.

klar, die banken, die politiker, die konzerne, sind ja alle sooo böse. hallo? deutschland ist eines der wenigen länder der welt (!!) in dem es praktisch unmöglich ist zu verhungern (wenn man nicht grade suchtkrank ist oder psychische probleme hat (und auch da wird einem geholfen)). und das haben wir schließlich irgenwo auch diesem "system" zu verdanken.

also bitte mal halblang, wenn die occupy-fuzies wirklich etwas bewegen wollen, dann fangt lieber mal in regionen an die das dringender nötig haben. achso... da wird man leider zu oft erschossen? das ist zu gefährlich? ... was seid ihr denn für revoluzer? dann doch lieber 20€ an greenpeace spenden (agiert übrigens auch wie ein konzern) und sich am wochenende von wasserwerfern erfrischen lassen, wa?

lieber rumsitzen und blockieren anstatt etwas zu schaffen, etwas aufzubauen...
"sic transit gloria mundi"

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restauradores 18.05.2012, 16:42
21. Ja klar,

Zitat von alijak
also jedes mal wenn ich nach deutschland komme denke ich, dass es den menschen verdammt gut geht. und die probleme (die es sicherlich auch gibt, keine frage) bewegen sich doch im weltweiten vergleich auf einem niveau, dass man sich eingestehen sollte, dass der überwiegende teil der weltbevölkerung nur davon träumen kann. ... also bitte mal halblang, wenn die occupy-fuzies wirklich etwas bewegen wollen, dann fangt lieber mal in regionen an die das dringender nötig haben. achso... da wird man leider zu oft erschossen? das ist zu gefährlich? ... was seid ihr denn für revoluzer? dann doch lieber 20€ an greenpeace spenden (agiert übrigens auch wie ein konzern) und sich am wochenende von wasserwerfern erfrischen lassen, wa? lieber rumsitzen und blockieren anstatt etwas zu schaffen, etwas aufzubauen... "sic transit gloria mundi"
Teile ihrer Aussage stimmen, auch Dank Waffenlieferungen nach Griechenland, Korruption Siemens mit Griechenland und Mercedes Verkäufe nach Nordkorea und Rettungshilfen in Milliardenhöhe für deutsche Banken oder Übernahme ihrer Schrottpapiere durch jeden einzelnen Bürger. Besten dank auch!

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Schizo-Gen 18.05.2012, 16:52
22. Witzig

Zitat von jabusch
wird mir, wenn ich die Meinungen führender Occupy- oder Piraten-Vertreter lese. Da ist die Rede davon, dass Ideale wichtiger sind als einzelne Ansichten, dass der Horizont der Menschen erweitert werden muss und dass Menschen nicht begreifen, was möglich ist. Solche Meinungen sind genau der Nährboden, auf dem Unfreiheit und Unterdrückung wachsen. Ich empfehle die Lektüre von Orwells "Farm der Tiere". Er beschreibt wunderbar, wozu Weltverbesserer nach einer Machtübernahme in der Lage sind.
Es gab noch nie was anderes als "Farm der Tiere". Mal sind die einen "gleicher", mal die anderen. Das wird so lang bleiben wie die Zivilisation hierarchisch geordnet ist und Macht und Wohlstand nichts anderes als Selbstzweck sind. Gegen Wohlstand ist mal nichts einzuwenden, aber ob die gegenwärtige "Ordnung" der optimale und nachhaltige Weg ist, darf stark bezweifelt werden. Ich denk mal "Anarchie" setzt den "mündigen Bürger" voraus und das muss jeder aus seiner Perspektive einschätzen, wie realistisch das zu bewerkstelligen ist. Aber so oder so werden sehr dramatische Umbrüche passieren, sie sind sogar unabdingbar und daher ist es auch gut mental vorbereitet zu sein.

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vengeance183 18.05.2012, 16:55
23. Niemand hier braucht Occupy...

Zitat von alijak
lieber rumsitzen und blockieren anstatt etwas zu schaffen, etwas aufzubauen...
Ganz genau dieses Bild habe ich von den Occupy-Protestlern auch. Anfangs hat die Occupy Wallstreet-Bewegung wirklich etwas erreicht, nämlich dass vielen Menschen ins Bewusstsein getreten ist, dass sie mit ihren Sorgen nicht alleine sind.

Denn: 99% wissen ja bereits, dass es so nicht weiter gehen kann. Und nun brauchen gerade diese 99% keine "Blockupy-Bewegung", um sie aufzurütteln oder zum Nachdenken zu bringen. Gerade jetzt in dieser Sekunde sitzen Menschen, die wirklich diese Gesellschaft formen (und ich rede nich von Politikern oder der "oberen" Klasse), an der Aufgabe, eben die nötigen Veränderungen vorzubereiten.

Occypy hat die Menschen wissen lassen, dass sie nicht allein sind mit ihren Sorgen. Und das gibt dem einen oder anderem die nötige Kraft, sich an die nötigen Veränderungen zu machen.
Blockupy hingegen blokiert nur und ändert damit nichts. Nichts am System, nichts an der Gesellschaft und nichts in den Köpfen der Leute - außer vielleicht, dass Menschen, die der Occupy-Bewegung sympathisierend gegenüberstanden jetzt nur noch angesäuert sind.

WAS bitteschön ändert es in einer Gesellschaft, wenn Menschen nur noch unter Polizeischutz ihre Arbeit antreten können (siehe Frankfurt)???? Ich rede z.B. von alleinerziehenden Müttern, die einen Sekretärinnen-Job bei einem Geldinstitut haben und Angst haben müssen, wenn sie zur Arbeit kommen. Ich rede von jungen Menschen im Praxissemester, die das erste Mal Kontakt mit der Arbeitswelt bekommen und sich jetzt schon schämen müssen, wegen ihres Jobs. (Dabei wären es gerade diese Leute, die man ermutigen sollte, damit sie mithelfen bei de nötigen Veränderungen.)

WAS bitteschön ändert das????


Veri

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marcuspüschel 18.05.2012, 16:56
24. Ideenlos

Es wundert mich immer wieder, wenn so wenig Ideen von Occupy und Co geäussert werden. Angesichts von Massenarbeitslosigkeit und Überproduktion plus einer Pruduktpalette deren Design immer dreister von geplanter Obsoleszenz bestimmt wird, liegt doch eine Lösung geradezu auf der Hand.
Produkte möglichst langlebig machen, was Ressorcen und Energie und später auch Arbeitszeit spart.
Arbeit umverteilen bei Aufgabe der Vollzeitbeschäftigung.
Da wir ohnehin nie wieder Vollbeschäftigung haben werden, können wir uns gleich von allem überflüssigen Quatsch trennen, den wir nur deshalb veranstalten, weil Arbeitsplätze geschaffen werden müssen. Dabei ist jede Arbeit die wir uns sparen können der eigentliche Fortschritt. Gleichzeitig optimieren wir noch das Gesundheitssystem, und merzen dort die mafiösen Strukturen und organisierte Kriminalität aus. Dann passt es vielleicht auch gleich mit den Lohnnebenkosten, trotz der geringeren Produktivität des Einzelnen. Bei erhöhter Lebensdauer finden unsere Waren auch im Ausland mehr Anklang, woraus sich im besten Fall eine Kettenreaktion ergeben würde. Dankbarerweise liesse sich das alles vom Gesetzgeber starten, und muss nicht einmal von irgendwelchen Bankern abgenickt werden. Ergebnis: Löhne für alle, mehr Freizeit, und Energie gespart.

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doofundick 18.05.2012, 17:00
25.

Zitat von sysop
Draußen trägt die Polizei "Blockupy"-Demonstranten weg, im Luxushotel Frankfurter Hof empfängt David Graeber SPIEGEL ONLINE zum Interview. Der Mitbegründer von Occupy Wall Street spricht über Anarchie, die Piratenpartei - und die linke Lust an der Selbstkasteiung.
Diese Bande ist eine bodenlose Unverschämtheit. Ich gehöre sicherlich nicht zu dem einen Prozent der Oberschicht. Aber ich habe für diese Leute, die für sich reklamieren sie würden für das Volk sprechen, ohne jemals gewählt worden zu sein, nicht die geringste Wertschätzung über. Wie kann man es brillant finden, keinen Plan für gar nix zu haben? Und was für eine billige Rechtfertigung, keine Forderungen zu stellen, hat der denn? Wenn er nicht sagt, was er will kann man dem auch nicht helfen und es bleibt halt wie es ist. So wichtig kann dem die Veränderung gar nicht sein. Und sie müssen ihre Forderungen ja nicht mal an das "System" stellen, es reicht doch, wenn sie sich mal selbst klar werden, was sie wollen. Wann kapieren diese Leute endlich, dass es jetzt genug ist und sie nicht mehr gebraucht werden? Wir brauchen keine Anarchisten, Kommunisten, Klassenkämpfer, Sozialisten und Randalierer, sondern konstruktive Leute mit einem Sinn für Realität. Der Typ hat doch keine Ahnung wovon er redet.

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S_Bast 18.05.2012, 17:01
26. Nee, nich der olle Orwell

@jabusch: Ihnen empfehl ich mal kafka zu lesen, um zu erkennen, wie eine welt ist, die keine verbesserer mehr kennt.
Wieso lösen Menschen, die an der Unvermeidlichkeit von Börsencrashs, leergepfändeten Wohnungen und imperialer Kriege zweifeln in ihnen so eine Panik aus, schon wenn sie anfangen über Alternativen laut nachzudenken?

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Dramidoc 18.05.2012, 17:01
27. xxxx

Zitat von Liberalitärer
Die Piratenpartei ist nicht Occupy und schon gar nicht Blockupy und macht da in FFM auch nicht mit.
Das stimmt so nicht. Viele Mitglieder der Piratenpartei unterstützen die Occupy-Bewegung und die aktuellen Proteste in Frankfurt. Es ist zu einfach zu behaupten, dass die Piratenpartei ine liberale Partei mit Internetanschluss sei. Auch wenn es den Libertären und Liberalen nicht gefallen mag.

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algenib 18.05.2012, 17:05
28. Probleme ignorieren?

Zitat von David K.
Sagt doch schon alles....das Interview und diese ganze Inszenierung sind nur PR. Das Interview soll den Verkauf des Buches für diesen Hansel ankurbeln. Mit diesen "Protesten" werden ebenfalls verschiedene Interessen bedient so z.B. die inszenierte Räumung des Occupy-Camps am Mittwoch. Diese Müllhalde ist seit Wochen von keinem Protestler bewohnt, sondern wurde erst ein Tag vor der Räumung belegt, damit man die Personen mit netten Pressefotos räumen konnte - die Auflagen werden es danken. Ist das alles eine widerliche Heuchelei....
Es ist immer dasselbe.Gibt es Leute die sich intensiv mit unserem System auseinandersetzten ,wird nicht dagegen argumentiert sondern gleich die Person diskreditiert. Für mich ein Anzeichen das es offensichtlich keine stichhaltige Argumente dagegen gibt.
Natürlich wirkt es schräg wenn Leute im Starbucks sich über dieses unser System gedanken machen ,aber besser als einfach ohne Interresse in den Tag hinein leben.
Das möchten Sie doch ,ein bischen dem High Society nachwinken und nur keine Probleme hinterfragen.

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kn4llfrosch 18.05.2012, 17:07
29. Wunschtraum

"Direkte Demokratie funktioniert besser, wenn Menschen von Angesicht zu Angesicht miteinander interagieren."

Theoretisch - ja. In der Praxis haben seeehr wenig Leute nach einer 40 Stunden Woche im Sommer Lust, Strassenbau- Fischerei- und Bonboneinfuhrgesetze zu entwickeln.

Wie das dann aussieht, sieht man leicht in einem beliebigen Elternbeirat, bei dem 2-3 weiße Hausfrauen alle Fäden in der Hand haben.

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