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OECD-Bericht: Digitalisierung bedroht Jobs Geringqualifizierter
Hauke-Christian Dittrich/DPA

Die OECD hat sich Gedanken darüber gemacht, wie stark Computer die Arbeit in der Zukunft verändern werden. Ergebnis: Arbeitnehmer im produzierenden Gewerbe müssen sich Sorgen machen. Und Bildung wird immer wichtiger.

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spon-facebook-1228080679 25.04.2019, 10:46
1. Falsch

Die Automatisierbarkeit einer Arbeit hat keine Korrelation damit, wie viel Training/Bildung/Ausbuildung ein Mensch braucht, um diese Arbeit zu verrichten. Die Menge der "leicht automatisierbaren Jobs" ist so ziemlich zufällig über alle Qualifikationsgruppen verteilt.

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scbonner 25.04.2019, 10:54
2. Nicht nur im produzierenden Gewerbe

Dadurch das KI und Machine Learning in immer mehr Bereich eindringen, dürfen sich nicht nur geringer qualifizierte Arbeitnehmer im produzierenden Gewerbe Sorgen machen, sondern auch Anwälte, Steuerberater, Arzthelferinnen, selbst Ärzte und Journalisten (ja es gibt wohl heute schon ganze Artikel die vom Computer automatisiert geschrieben werden und sich nicht mehr von einem menschlichen Pendent unterscheiden). Und schon heute gibt es erste Anwaltskanzleien (im Ausland) die einfache Arbeiten wie Mahnbescheide komplett an Computer ausgelagert haben. Das ganze wird in den nächsten 10, vielleicht 15 Jahren massiv in allen Bereichen zunehmen. Zeit für ein bedingungsloses Grundeinkommen? Denn Bildung wird da auch nicht mehr helfen, wenn einfach weniger Arbeitsplätze vorhanden sind und immer mehr Menschen darum konkurrieren.

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fin2010 25.04.2019, 11:02
3. Alles in Butter

in Deutschland. Sogar bei den schlecht bzw. nicht qualifizierten geht die Arbeitslosigkeit massiv zurück trotz weitergehender Automatisierung der Produktionsjobs. Klar, viele Dienstleistungen lassen sich nicht oder nur schlecht automatisieren und wg. Demoskopie gibt es weniger Nachwuchs aber mehr Rentner.
Brauchen wir zukünftig (noch) mehr Zuwanderung von Geringqualifizierten?

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shingles 25.04.2019, 11:13
4. XY wird zu Jobverlusten führen!

Autos/Eisenbahnen werden Jobs der Kutschführer vernichten! Produktionsroboter werden die Jobs der Produktionsmitarbeiter vernichten! Trecker werden die Jobs von landw. Knechten und Arbeitspferden vernichten!
Jetzt ist es halt die Digitalisierung...Produktivitätsfortschritte sind der Hauptgrund für die industrielle Revolution und dafür das Hunger/Armut weltweit zurückgehen, können wir endlich aufhören immer nur das negative zu sehen? Jeder technologische Fortschritt macht gewisse Jobs überflüssig. Mit Abschaffung der Todesstrafe wurde auch der Job des Henkers vernichtet, hab noch niemanden gehört der sich darüber beschwert....

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meinung2013 25.04.2019, 11:18
5. Arbeitnehmer im produzierenden Gewerbe müssen sich Sorgen machen.

und Buchhalter, Sachbearbeiter usw. Einfache immer wiederkehrende Tätigkeiten werden bereits heute von "bots" erledigt. Auftraggeber können den Status ihres Auftrages bereits heute ´selbst online nachverfolgen usw. usw.
In der Pflege sind andere Länder viel weiter und lassen Roboter schwere Arbeiten erledigen. Nur in Deutschland muten wir unter dem Deckmantel der Humanität Menschen zu andere Menschen zu heben, ihnen den Hintern zu putzen. Und auch die Beschäftigung von alten Leuten übernehmen Roboter mit freundlichem Gesicht und sehr efolgreich. In Deutschland dagegen ist häufig überlastetes und mürrisches Personal abgestellt.
Nur der öffentliche Dienst hinkt da gewaltig hinterher. Hier brauchts noch viel Papier und Briefe und Formulare und und und und ... und das viele Papier muss verwaltet, archiviert werden. Es ist eine Frage der Zeit, wie lange wir uns diesen Luxus der Beschäftigungstherapie im öffentlichen Dienst noch leisten können.
Die Digitalisierung in Deutschland versucht die Regierung mittels der Frequenzauktion zu bremsen. Aufhalten kann sie diese nicht.
Wie hieß es doch so schön zum Wirtschaftswachstum in Deutschland: "das Einzige was noch wächst ist der Staat"

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marinero7 25.04.2019, 11:23
6. Prozess

Ich kann ehrlich gesagt als jemand, der seit 40 Jahren in der IT arbeitet, mit dem Begriff "Digitalisierung" nichts anfangen. Arbeit wird schon seit den 70er-Jahren "digitalisiert". Manuelle Buchhaltung wurde auf teure Computer übertragen. Da wurden Belege ausgefüllt, die von Datentypistinnen auf Lochkarten übertragen wurden. Danach kamen Bildschirme in die Fachabteilungen, da mussten die Fachabteilungen ihre Daten selber direkt eingeben, die Datentypistinnen verschwanden. Ähnlich lief es in der Fertigung, Maschinenbediener gaben ihre Daten in Betriebsdatenerfassungsgeräte ein. Alles ein normaler, kontinuierlicher Prozess. Der Unterschied zu heute ist nur, dass einige Berufsgruppen, die dies nicht erwartet haben es heute bemerken. Auch die Automatisierung läuft kontinuierlich ab. Man muss nur mal nicht nur zu den Automobilherstellern sondern in mittelständische Unternehmen gehen, dort findet man häufig selbstentwickelte "Roboter", die spezielle Tätigkeiten verrichten. Die Ablösung von Arbeitsplätzen, ob gering oder besser qualifiziert, ist nicht neu.

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wittchen2000 25.04.2019, 11:27
7. Fortschritt ohne Vernunft

Ich habe andauernd das Gefühl, dass der andauernde Ruf nach "Digitalisierung" aus der gleichen Richtung kommt wie die "Globalisierung" - es sind glaube ich ganz bestimmte Lobbygruppen die all das voranbringen wollen. Die Schicksale und das Leben der Einzelbürger und Familien sind dabei wohl nicht im Blick, sondern wie eben im Kapitalismus nur sehr indirekt über den "Markt" und die Wirtschaftlichkeit.

So kommt es eben dazu, dass überall in der unsichtbaren Pampa die Plastikmüllberge wachsen, Leute unter Lebensgefahr über Grenzen in "sichere Länder" fliehen und in Grönland die Eisberge schmelzen - es fehlt leider an einer bewussten Steuerung und Reflexion über das was unsere heiligen Kühe "Wirtschaftswachstum" / "Bruttosozialprodukt" / "Exportindex" / "Steuereinnahmen" so alles an unbeabsichtigen Nebeneffekten auslösen.

Es ist doch jetzt schon abzusehen, was die "Digitalisierung" tatsächlich bringt:
- noch mehr Plastikmüll
- noch mehr schädliche EM-Strahlung (immer mehr Wifi und G5-Netzwerke usw.)
- Ausbeutung der Erde nach seltenen Mineralien für Batterien und Chips
- Müllberge für zahllose Geräte mit "geplanter Obsoleszenz"
- Konzentration von Reichtum in den Händen von immer wenigeren, weil der rest Trashjobs in Online-Versandwarenhäusern oder nicht sozialversicherte "unabhängige Mitarbeiter" der Sharing-Economy werden.
- Psychologische Abhängigkeit von Online-Zugang und sozialen Medien
- Auseinanderdriften der Gesellschaft in personalisierte/polarisierte Argumentblasen
- Immer mehr Macht bei Big-Data Social Media Konzernen wie Facebook und Google, die Werbe-/Manipulationsmechanismen von nie dagewesener Effizienz dem bestzahlenden Abnehmer als Produkt anbieten können
- Die Möglichkeit, Menschen genau wie von Orwell beschrieben 24h am Tag akustisch/optisch/verhaltensmäßig zu überwachen und damit durchsichtig, vorhersehbar und kontrollierbar zu machen

...und das ist alles erst der Anfang.

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GoaSkin 25.04.2019, 11:28
8. einfach mal den Elan zur Weiterbildung haben, statt Sorgen zu machen!

Man wird in Zukunft weniger Fließbandarbeiter und Staplerfahrer brauchen, dafür aber um so mehr Leute, die den automatischen Betriebsablauf überwachen und steuern können. Diese Aufgabe können mit einer entsprechenden Weiterbildung auch Leute übernehmen, die heute am Fließband stehen. Aber dazu müssen nicht nur Arbeitgeber bereit sein, mehr in die Schulung ihres Personals zu investieren, sondern die Angestellten auch einmal ihren Anspruch aufgeben, ohne Veränderung in ihrem gegebenen Job alt werden zu wollen.

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odapiel 25.04.2019, 11:30
9. Immer dasselbe falsche Argument

Ständiges Mantra: Bildung hilft gegen Jobverlust oder Mangel an Jobs. So ein Quark.

Der IQ einer Bevölkerung ist eine Bell Curve, es gibt eine sehr erhebliche Masse an Menschen, die grob gesagt zu dumm fürs Studium sind. Wenn deren Jobs in der Fertigung ersatzlos wegfallen, dann kommt echt Spaß auf, dürfte wenigstens 40-50% betreffen, Und dann nochmal wenigstens 15-20% aus dem nächsten Viertel der normal und leicht höher Intelligenten.

Das wird auch kein demographischer Wandel ausgleichen, vor allem deshalb nicht, weil die Generation, die jetzt 5-15 Jahre vor der Rente steht, nicht arbeitslos in der Rente bleiben kann. Diese Leute werden sowieso arbeiten müssen, weil die Rente zum Leben nicht reichen wird. Und so viel macht auch der demographische Wandel nicht aus, wir verlieren keine 65-70% insgesamt an Arbeitnehmern durch diesen Wandel.

Alle diskutierten Lösungsansätze führen in die Irre. KI und AI muß besteuert werden wie normale Arbeit von menschlichen Arbeitnehmern. Mit diesen und anderen Mitteln muß ein bedingungsloses Grundeinkommen aller finanziert werden. Erst dann können wir wieder von stabilen gesellschaftlichen Verhältnissen reden. Machen wir das nicht, stehen wir dort, wo die Welt schon ein paarmal stand: zum Beispiel 1524, 1789, 1917 oder 1933.

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