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OECD-Bericht: Kluft zwischen Arm und Reich lähmt deutsches Wachstum
DPA

Die Ungleichheit in Deutschland hat sich laut OECD deutlich verschlimmert - und den Aufschwung gebremst. Eine gerechtere Sozialpolitik hätte demnach bis zu sechs Prozentpunkte mehr Wachstum möglich gemacht.

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Bondurant 10.12.2014, 13:18
490.

Zitat von IB_31
Sie meinen vermutlich, dass alle etwas davon haben, da - Quelle nannte ich bereits - die Lebenserwartung in den entwickelten vergleichbaren Ländern umso höher ist, je geringer der Unterschied zwischen arm und reich ;-)
Ich denke, dass es bei "Arm und Reich" weltweit nicht um die "entwickelten vergleichbaren Länder" geht. Das wäre so, als ob man bei der Französischen Revolution den Reichtum innerhalb der Aristokratie gerechter hätte verteilen wollen.

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wladimir.andropowitsch 10.12.2014, 13:21
491. Das neue Nazissyndrom

Neben Ludwig Erhard haben auch Walter Eucken und Alfred Müller-Armack mit ihren Grundsätzen und Prinzipein belegt, dass im Zentrum allen politischen Denkens, Entscheidens und Handelns immer die Formierung der Gesellschaft und die konsensual verfasste, mehrwertschöpfende Produktionswirtschaft stehen muss, wenn eine Antwort auf die leninistisch-stalinistische Kaderfunktionärsplanwirtschaftsdiktatur bzw. die nazistisch-rassistische Herrenmenschenkriegsplanwirtschaftsdiktatur gegeben werden soll.

Hinter der sogen. Neuen Sozialen Marktwirtschaft der Gruppe Merkel, der sogen. Reform- und Modernisierungspolitik der Gruppe Schröder und der geistig-moralischen Wende der Gruppe Kohl, steht nichts anderes als die Restitution der altbekannten ständisch-korporativen Besitzstands- und Erbbesitzfeudalwirtschaft, deren Belange und Geschäfte von den Klientel- und Lobbygruppeninteressenvertretungsparlamentaristen der sogen. bürgerlichen Parteien besorgt werden.

Die Spaltung des wiedervereinigten Deutschland in eine ca. 25% Besitzstands- und Erbbesitzfeudalherrschaftselite, einer ca. 10-15% Handlanger-, Helfershelfer-, Domestiken- und Lakaienelite (Wirtschaftssachverständige, Wirtschaftsprüber, -berater, Controller und Klientel- und Lobbygruppeninteressenvertretungsparlamentaristen einschl. deren Anhang, sowie der restlichen Neuen Untermenschenkaste, die mit dem Begriff "Humankapital" richtig nett aufgewertet wird, ist der zentrale politische Zielpunkt, wenn wir die realwirtschaftlichen, -politischen, -verwaltungstechnischen und juristischen Verhältnisse und Zustände in der Praxis unserer täglichen Leben studieren.

Die Neue Soziale Marktwirtschaft ist in dieser Praxis nichts anderes als eine Geldherrschaftsdiktatur, die zur Einkommensversorgung und Vermögenssteigerung das gesamte Instrumentarium eines kannibalkapitalistischen Zwangsarbeitssystems einsetzt. Dazu gehören Lohndumping, Lohnwucher, Leistungserpressung, Lohndiebstahl/-betrug u.v.a. mehr, was durch die real-existierenden, politisch organisierten Strafverfolgungskapazitätsdefizite und die inzwischen etablierte ständisch-korporative Willkürjustiz faktisch legalisiert und protegiert wird.
Das Primat der Besitzstands- und Erbbesitzfeudalherrschaftsinteressen definiert Deutschland 2014 faktisch als 4. Reich mit einem modernisierten Nazigesellschaftssystem.

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krise0815 10.12.2014, 13:38
492. @ tearix

Lag wohl daran, das argentinisches Rindfleisch beim Export in die EU benachteiligt ist. Für die kleinen krummen Bananen von den Kanarischen Inseln galt das ja auch. Da kommt man halt auf Ideen.

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IB_31 10.12.2014, 13:47
493.

Zitat von Bondurant
Ich denke, dass es bei "Arm und Reich" weltweit nicht um die "entwickelten vergleichbaren Länder" geht. Das wäre so, als ob man bei der Französischen Revolution den Reichtum innerhalb der Aristokratie gerechter hätte verteilen wollen.
Doch, es geht um "entwickelte vergleichbare Länder",
bei denen es eben in's Auge springt, dass z.B. Vergleich
Schweden - England:

Die Gruppe mit der höchsten Sterblichkeitsrate in
Schweden ( also was man in Schweden "arm" nennt...) immer noch länger lebt,als die höchste soziale Schicht in England und Wales.
Nein, das liegt nicht an Fish & Chip's.
Es hat den gleichen Grund, wie:
Japan hat von allen vergleichbaren entwickelten Ländern
die höchste Lebenserwartung.
Und den kleinsten Unterschied zwischen arm und reich.
Immerhin nannte ein deutsches Ministerium die Faktenlage da sehr sehr dicht......

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Bondurant 10.12.2014, 14:05
494.

Zitat von IB_31
Doch, es geht um "entwickelte vergleichbare Länder", bei denen es eben in's Auge springt, dass z.B. Vergleich Schweden - England: ... Japan hat von allen vergleichbaren entwickelten Ländern die höchste Lebenserwartung.
Sind genetische Faktoren zuverlässig ausgeschlossen worden? Im übrigen missverstehen Sie mich: angesichts der weltweiten Ungleichheiten dürfte die Frage, ob ein Schwede 1 1/2 Jahre länger lebt als ein Engländer und woran das liegen könnte, ziemlich bedeutungslos sein.

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sternfalke77 10.12.2014, 14:14
495. Unterschätztes Potential ....

Zitat von Bondurant
die selbe Antwort: Wer sollten in Deutschland "sie" sein? Die Altersarmen, die in Awo-Heimen unzufrieden von der Grundsicherung leben müssen? Kästner schrieb das Gedicht 1930, da gab es Millionen arme unzufriedene junge Männer. Und nicht das Problem "prekärer Existenzen" von Endfünzigern mit akademischer Ausbildung.
... man sollte das Potential jener Älteren, zumeist den Wehrdienst ableleistet habenden nicht unterschätzen.

Selbst ein auf den Rollator angewiesener Rentner, der die Schnauze endgültig voll hat, weiß seine rollende Gehhilfe durchaus sowohl als Transportmittel für Einsätze mit zweckentfermdeten Getränkeflaschen zu bestücken die durchaus für Chaos sorgen können.
Auch kleine Klötzchen von für Esbitkocher vorgesehener
Energiequellen können sehr effektiv zweckentfremdet werden.
Nicht wenige sind auf ebenfalls sehr effektiv zu verwendenden Sauerstofflaschen angewiesen, und führen gleich mehrere beisich.
UND : Ein Rollator suggeriert Hilflosigkeit und schon sind die Alten ein Hauptpfeiler der zu erwartenden Resistance.

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krise0815 10.12.2014, 14:26
496. wg.das neue Nazisyndrom...

"kannibalkapitalistisches Zwangsarbeitsystem"...

Die Italiener machen das ja ganz geschickt. Die haben ihre Modebranche nicht nach China ausgelagert, sondern Chinesen importiert.

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sternfalke77 10.12.2014, 14:46
497. ??

Zitat von krise0815
"kannibalkapitalistisches Zwangsarbeitsystem"... Die Italiener machen das ja ganz geschickt. Die haben ihre Modebranche nicht nach China ausgelagert, sondern Chinesen importiert.
Gibt es denn in Italien nicht auch, so wie in unserer so gut gehenden Schnuckelrepublik für Arbeitslose eine Menschenrechtsentrechtende " Eingliederungsvereinbarung " die den Unternehmen ihre eigenen Landsleute als Niedriglöhner in die Werkstore treibt ?

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IB_31 10.12.2014, 15:01
498.

Zitat von Bondurant
Sind genetische Faktoren zuverlässig ausgeschlossen worden? Im übrigen missverstehen Sie mich: angesichts der weltweiten Ungleichheiten dürfte die Frage, ob ein Schwede 1 1/2 Jahre länger lebt als ein Engländer und woran das liegen könnte, ziemlich bedeutungslos sein.
Ja,genetische Faktoren sind ausgeschlossen worden.
( Es werden beispielsweise auch typische Wohngegenden
in den USA ( soziales Umfeld intakt/ nicht intakt,
Vergleich mit ebensolchen Wohngebiten in Finnland.
usw. durchgeführt.
Das Ergebnis ist immer dasselbe.
Als die These war einigen Jahren aufgestellt wurde von
dem engl. Gesundheitsforscher Wilkinson gab es ja lebhafte Diskussionen. Nur wie gesagt:
Die Faktenlage ist da sehr dicht.
Und weltweite Ungleichheit:
Ist hier nicht Thema ( wäre ein Themenwechsel)
aber da gilt sicherlich dasselbe:
Wilkinson stellt nämlich explizit die Frage:
Warum in den Niederlanden,Österreich und Deutschland
die Lebenserwartung so hoch ist wie in Costa Rica,
obwohl das Pro/Kopf Einkommen dort nur ca. 1/10
der aufgeführten Länder beträgt.
Die Antwort ist ,Sie ahnen es ? : Verteilungsgerechtigkeit.

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sandy123 10.12.2014, 20:24
499.

Der dt. Wähler will es so: Die Reichen sollen noch reicher werden, die Armen noch ärmer.
Die Entwicklung, dass es immer mehr Reiche und immer mehr Arme gibt, war schon vor den vorletzten und vor den letzten Wahlen offenkundig.
Diejenigen, die die CDU und die SPD gewählt haben, wußten, dass sie mit ihrer Stimme die jetzige Koalition wählen und dass diese Koalition nichts dafür tun wird, dass es sozial Schwachen besser geht oder dass die Reichen nicht noch reicher werden.
Diejenigen, die CDU und SPD wählten, haben es so gewollt und keiner, der diese beiden Parteien gewählt hat, darf sich deshalb beschweren.

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