Forum: Wirtschaft
OECD-Studie: Diese Jobs brechen in Deutschland weg
Getty Images

Facharbeiter in Not: Laut einer OECD-Studie ist der Anteil von Arbeitsplätzen mit mittlerer Qualifikation in den Industrieländern dramatisch gesunken. Die Spaltung des Jobmarkts nimmt auch in Deutschland zu.

Seite 10 von 19
Darwins Affe 13.06.2017, 15:46
90. Die Zukunft ist völlig unwägbar

1) Keiner kann heute sagen wie die (Arbeits)-Welt in 20 bis 30 Jahren aussieht. Die Folgen von Robotisierung, Künstliche Intelligenz (AI), Quantencomputer, 3D-Drucker etc. sind noch gar nicht absehbar.
2) Allein die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz stellt uns vor das Problem, dass Schule und Universität völlig auf den Kopf gestellt werden müssen. In welcher Weise wissen wir aber heute noch nicht genau.
3) Auch das Problem mit gen- und biochemisch veränderten Menschen, Cyborgs etc. wird nirgends angesprochen. Wir stehen aber an der Schwelle dieser Entwicklung.
4) Fazit: Die Welt steht in einem immensen Umbruch. Bisherige Problem-Lösungen dürften völlig daneben liegen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
andneu 13.06.2017, 15:49
91. @HeisseLuft

Zitat von HeisseLuft
Richtig. Und warum fangen Sie dann mit "Gerechtigkeit" an? Das ist doch der Inhalt ihres Posts, oder etwa nicht? Als Antwort auf einen Post, in dem es, richtig, um eine pragmatische Überlegung zum Sinn einer solchen Steuer ging: "Kann es überhaupt so etwas wie eine gerechte Besteuerung geben? Wie besteuert man was wie hoch objektiv gerecht? Müsste man Steuern nicht generell abschaffen, weil es kein objektiv gerechtes Steuerrecht geben kann? Also das ist eine Nebelbombe, die Sie da zünden, weil Sie persönlich so eine Steuer nicht möchten." Welchen Sinn also hat Ihre Antwort dann?
"Gerecht" in Form von angemessen, begründet, neutral, adäquat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
joking_hazard 13.06.2017, 15:50
92. Also irgendwo MUSS produziert werden

Oder wachsen die Gütermassen in unserer Überflussgesellschaft neuerdings auf Bäumen? Nein, produziert wird da wo es am billigsten ist und dann teuer in den Zielmärkten verkauft. Nennt man übrigens - tata - genau: Globalisierung. Im einen Land steigt der Industrialisationsgrad und fällt dafür im anderen. Dafür steigt natürlich wiederum der Dienstleistungssektor, Waren sind ja da und müssen verkauft werden. Verwaltungsjobs in der Industrie verlagern sich also nur, was jedoch nur ein schwacher Trost für uns ist. Klare Gewinner sind die globalen Konzerne, die billigste Produktion und maximale Absatzpreise realisieren können. Plus natürlich die Steuervermeidung. Nationale Unternehmen müssen unter diesen Bedingungen zusammenbrechen und werden weiter zurückgehen. Kapitalismus fördert Monopolbildung und Vernichtungswettbewerb, aber Gier ist nun mal stärker als Vernunft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
derjonny 13.06.2017, 15:50
93.

Zitat von skylarkin
Da ist doch ein Widerspruch. Es findet in den Industrieländern ein Deindustrialisierungsprozess statt aber die aufgegebenen Produktionsprozesse sind angeblich nicht abgewandert. Wo findet denn jetzt die verschwundene Produktion statt, oder wurde sie ganz aufgegeben? Ich glaube hier wird versucht die Globalisierung aus dem Schussfeld zu nehmen, zumal diese Studie ausgerechnet im Auftrag der OECD gelaufen ist. Interessant auch die weichen Formulierungen wie 'keine eindeutigen Hinweise' oder ' keine klaren Belege' für negative Auswirkungen auf die Beschäftigungsstruktur. Wahrscheinlich gibts ne Menge Indizien, selbst in der OECD-Studie, aber das kann man ja so wegformulieren.
Die Deindustrialisierung findet vor allem durch Effizienzsteigerungen statt. Natürlich wandert die Handarbeit, wie z.B. die Textilindustrie in einer globalisierten Welt ab, aber das ist nur ein geringer Teil der Industrie, wie sie im 19.-20.Jahrhundert entstanden ist.

Viel wichtiger ist die Tatsache, dass man heute mit immer weniger Anlagen und bedeutend weniger Personal in Hightecheinrichtungen deutlich höhere Stückzahlen und obendrein mit größerer Präzision fertigen kann. Es werden also immer weniger Industrieanlagen, die im Gegenzug immer Leistungsstärker werden.

Zum Ausgleich wandern die in der Industrie nicht mehr benötigten Arbeitskräfte in den wirtschaftlich längst wichtigsten Dienstleistungssektor ab. Und dieser Trend wird (muss) sich fortsetzen. So viel unnützes Spielzeug kann die Industrie sich gar nicht für die Massen ausdenken geschwiege denn Verkaufen, wollte man all die Leute wieder in Fabriken beschäftigen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bartsimpson259 13.06.2017, 15:52
94. an Crom

das man jobs wegautomatisiert dient der Gewinnmaximierung wie kommen sie darauf das dann anschließend genau so viele Jobs entstehen?
Ich würde eher sagen das dann andere Firmen ihre Konkurrenzfähigkeit verlieren
dann werden dadurch sogar noch andere Arbeitsplätze zerstört.
Ist ja nichts neues das Tante-Emma-läden dichtmachen weil sie aus dem Geschäft verdrängt werden

Und selbst das mit dem "dann wird das Geld für andere Dinge ausgeben" mag ich bezweifeln
der Reibbach sammelt sich doch wie jeder weiss derzeit bei einer immer kleiner werdenden Gruppe die drauf hockt wie die Glucke auf den Eiern ab einer gewissen Menge an Geld macht es halt kein Sinn mehr es zu verschleudern man nutzt es eher um Konkurrenz zu vernichten um sich ein Monopol aufzubauen um noch mehr zu horten

Beitrag melden Antworten / Zitieren
liberal.insanity 13.06.2017, 15:52
95. Ein bekannter Israelischer Zukunftsforscher hat das schon vor Jahren vorausgesagt

The Future of Humanity - with Yuval Noah Harari 05:50
https://www.youtube.com/watch?v=XOmQqBX6Dn4&t=153s
'In the 21 century a new industrial revolution will create a new massive class, the useless class.'
Nein das sind keine ABGEHÄNGTEN, sondern deren Jobs wurden durch die Künstliche IQ ersetzt.
Und es werden mehr solcher Jobs abgelöst.
In der ersten industriellen Revolution haben Maschinen die Pferde, Ochsen und Berufe die mit diesen Tieren zusammenhängen (Pferdeschmied) ersetzt.
Nur als Beispiel. In ein paar Jahrzehnten werden Übersetzer nicht mehr benötigt, weil diese Arbeit von der CPU übernommen wird.
Die CPU ist dem Menschen Millionenfach überlegen.
Sie hat ein atemberaubendes Gedächtnis. Sie kann schneller denken.
Sie kann neue Berufe innerhalb von Stunden erlernen.
Wofür Menschen Jahre brauchen.
Solche Programme (Berufe) kann man in Stunden züchten.
Wenn einmal ein Übersetzerprogramm mit gewisser Reife auf dem Markt ist, kann der Mensch nicht mehr mithalten.
Auch Schachspieler oder Go Spieler haben keine Chance gegen die CPU.
http://www.zeit.de/news/2016-03/15/computer-google-software-besiegt-go-spieler-auch-im-fuenften-match-15103403
http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/alphago-besiegt-lee-sedol-mit-4-zu-1-a-1082388.html
Je weiter sich die künstliche Intelligenz fortentwickelt desto weniger Berufe werden bleiben.
In der Automobilindustrie werden in par Jahrzenten nur noch Techniker und Entwickler gebraucht, um die Roboter zu warten.
Und in 100 Jahren werden sich die Roboter selbst warten.
Auch in der Ärztewelt (wofür ich dankbar bin) werden Algorithmen die Diagnose übernehmen.
Die Götter in Weiß werden dann abgelöst.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
HeisseLuft 13.06.2017, 15:56
96.

Zitat von andneu
Neue ja, aber nicht genau so viele, sonst wäre die ganze Automatisierung ja für die Katz. Aber es ist doch interessant, wie hartnäckig sich dieser Denkfehler hält.
Aha.

Also ihr Ansatz ist, dass es durch die Automatisierung weniger Arbeitsplätze gibt, ja? Echt?

Nun, Produktivitätsfortschritte im großen Stil gibt es seit Beginn der Industrialisierung. Das ist so rund 200 Jahre her, je nach Land unterschiedlich.

Demnach müsste es jetzt weniger Arbeitsplätze geben als vor 200 Jahren. Wissen Sie, wie groß die Bevölkerung Europas zu Beginn des 19. Jahrhunderts war?

[...]

Beitrag melden Antworten / Zitieren
KlausMeucht 13.06.2017, 15:56
97. Mythos Bildung

Zitat von andneu
"Die OECD appelliert deshalb an die Industrieländer: Deren Regierungen müssten mehr Anstrengungen für Bildung und Weiterbildung von Arbeitnehmern unternehmen." Wenn es durch Automatisierung und Digitalisierung weniger(!) Arbeitsplätze in Zukunft gibt, dann kann man so viel Fortbilden und für Bildung ausgeben wie man will, dann werden immer mehr Menschen arbeitslos. Die Wirtschaft Automatisiert ja nicht in einem Bereich (wodurch Arbeitskräfte eingespart werden) um in einem anderen Bereich (vor allem IT) genau so viele Arbeitsplätze wieder zu schaffen. Kurz: Das kann für einen Einzelnen(!) eine Lösung sein, aber eben nicht für alle(!), wenn es insgesamt(!) weniger Arbeit gibt. Dieser Denkfehler wird wirklich langsam ärgerlich.
Ich schliesse mich ihrer Argumentation hunderprozentig an und aergere mich masslos.

Denn es ist so als ob man den Ertunken auf der Titanic anschliessend vorwirft zu langsam zu den Rettungsbooten gerannt zu sein.

Bildung alleine schafft kaum Arbeitsplaetze. Zumindest nicht in der gewuenschten Groessenordnung. Wir werden mit Bildung den einen oder anderen Arbeitsplatz schneller belegen koennen, ein gutes allgemeines Bildungsniveau ist ein guter Standortfaktor, aber wir brauchen lange nicht so viele hochspezialisierte IT Profis und Ingenieure wie es Menschen im Niedriglohnbereich und Arbeitslose gibt.

Wer Bildung als Allheilmittel fuer alles ansieht, ist fuer mich selbst am Rande der bildungsfernen Schicht. Dabei ist Bildung gerade in einer Demokratie extrem wichtig, damit auch "einfache" Menschen sich politisch und gesellschaftlich betaetigen koennen.

Es werden gerade im sozialen Bereich Arbeitskraefte benoetigt werden. Es mangelnd z.B. an Pflegekraefte. Die muessen nicht hoch gebildet sein, sondern viel Geduld und menschliche Waerme ausstrahlen. Mit kuenstlicher Intelligenz koennen wir ggf. ein Physik Nobelpreistraeger ersetzen aber nicht einen Altenpfleger. Fachwissen und genaues logisches Denken koennen Maschinen besser als Menschen. Aber Empathie wird man wohl schwer ersetzen koennen. Trotz des Mangels an Altenpfleger verdienen diese extrem wenig.

Gestern bei Hart oder Fair war eine Frau als Gast die auf Hartz IV fiel weil sie ihre Mutter pflegte. Und weil die Mutter rund um die Uhr Pflege benoetigte und die Frau nicht gleichzeitig erwerbsmaessig arbeiten konnte, wurde der Hartz IV Satz noch sanktioniert. Es fehlt nicht an Bildung sondern an Menschlichkeit und Empathie bzw. den Mut unsinnige Bestimmungen nicht anzwenden.

Sind fuer die Produktion und Verteilung von Waren immer weniger Firmen mit immer weniger Mitarbeiter beteiligt wird es ohne neue Konzepte bzw. mehr Umverteilung nicht gehen. Dann fehlt nicht nur das Geld fuer den Altenpfleger sondern auch fuer den hochqualifizierten Spezial Arzt. Erledigen Maschinen und Roboter ein immer groesserer Teil unserer Waren ist dies kein Grund fuer Armut. Ganz im Gegenteil. Eine hohe Produktivitaet ist Vorraussetzung fuer Wohlstand und ich vermute der Umkehrschluss gilt auch.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Educa15 13.06.2017, 16:00
98. Und wer ist Schuld an dieser Entwicklung !!

Die "sozialistischen" Politiker und die Gewerkschaften.
Und sei es nur weil sie sich nicht dagegen gewehrt haben. Stattdessen haben sie dabie mitgeholfen, die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust zu schüren, und damit den Verzicht auf hohe Löhne zu rechtfertigen.
Zum Glück bin ich nicht der Einzige, der diese Heuchelei und den Verrat an den Arbeitnehmern erkannt hat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
CommonSense2006 13.06.2017, 16:02
99.

Zitat von andneu
Also so eine wirtschaftliches Perpetuum mobile, das selbststeuernd immer neue Arbeitsplätze schafft und Arbeitslosigkeit für alle Ewigkeit bannen wird ..... ;-) Wenn Volkswirtschaft wirklich so(!) einfach wäre, müsste Arbeitslosigkeit nach Jahrhunderten des technischen Fortschritts und der Rationalisierung der Arbeit ja heute vollkommen unbekannt sein.
"Wenn Volkswirtschaft wirklich so(!) einfach wäre, müsste Arbeitslosigkeit nach Jahrhunderten des technischen Fortschritts und der Rationalisierung der Arbeit ja heute vollkommen unbekannt sein."

Natürlich ist es nicht SO einfach, wenn die einen entlassen werden, finden die natürlich nicht zum 1.. des Folgemonats einen neuen Job in einer anderen Branche. Es gibt immer Anpassungsschwierigkeiten, weil ganze Berufszweige, Regionen oder Branchen einen Niedergang haben und Jobs dann woanders entstehen.

Aber grundsätzlich funktionioert das mittelfristig so, da hat der andere Kollege völlig Recht.

Ansonsten müssten ja all die überflüssig gewordenen Landarbeiter von vor hundert Jahren immer noch arbeitslos sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 10 von 19