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OECD-Studie: Diese Jobs brechen in Deutschland weg
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Facharbeiter in Not: Laut einer OECD-Studie ist der Anteil von Arbeitsplätzen mit mittlerer Qualifikation in den Industrieländern dramatisch gesunken. Die Spaltung des Jobmarkts nimmt auch in Deutschland zu.

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derjonny 13.06.2017, 15:34
80. Digitale Revolution

Die Entwicklung ist seit Jahren abzusehen. Die industrielle Massenfertigung wird auf lange Sicht in vollautomatisierten Fabrikanlagen efolgen. Anlagen die von einer Handvoll von Mitarbeiter überwacht und gewartet werden können, 24 Stunden am Tag durchrattern und Stückzahlen produzieren von denen Manufakturbetriebe der Vergangenheit nicht einmal zu träumen wagten.

Jobs für den Faktor Mensch bleiben dann eigentlich nur noch im F&E-Bereich, im kreativen Segment und dem Dienstleistungssektor. Das Problem ist, dass der jetzt schon bedeutsamste Wirtschaftssektor (auch Jobtechnisch) sehr stark von der Größe der Absatzmärkte abhängt. Diese wiederum vom verfügbaren Einkommen der Leute. Daher wird die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts auf Dauer weder mit der 40 Stunden Woche als Vollzeitstandard weitermachen, noch auf ein bedingungsloses Grundeinkommen in ausreichender Höhe verzichten können.

Die Menschen werden sich zukünftig wohl auch mehr miteinander beschäftigen und bei der eigenen Berufsgestaltung kreativ werden müssen, anstatt auf eine geregelte Arbeit in der Industrie oder irgendeinem Bürogebäude hoffen zu dürfen und gegeneinander auszuteilen. Denn auch in den Verwaltungsbüros greift längst die digitale Revolution um sich und macht den Mensch für gängige Alltagsprobleme entbehrlich. Es wird denke ich auch mehr Entertainer (vom Musiker bis zum YouTuber), mehr freie Autoren, mehr ITler geben die immer mehr "Unterhaltungscontent" für die Massen erstellen aber das sind auch Tätigkeiten die längst nicht jedem in die Wiege gelegt werden.

Die Bevölkerung immer weiter auf breiter Front verarmen zu lassen (verarmen relativ zum Erwirtschafteten) ist auf lange Sicht allerdings keine gute Idee. Wer soll die Zehntausende an täglich gefertigten Konsumprodukten denn noch kaufen, wenn kaum noch jemand Geld in der Tasche hat? Mit einer solchen Strategie graben sich die geldgierigen Egomanen nur das eigene Wasser ab.

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lies.das 13.06.2017, 15:34
81. Wegbrechende Arbeitsplätze sind unproduktiv

Dieses Jahr schafft die deutsche Wirtschaft 760.000 neue Jobs, schrieb SPON vor einigen Tagen. Ist das nicht ein Widerspruch zur jetzigen Studie? Wegbrechende Arbeitsplätze sind doch unproduktiv, oder etwa nicht?

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Solid 13.06.2017, 15:35
82. Gestern

Gestern erst hieß es ebenhier, dass es 760.000 neue Jobs geben würde [1]. Und heute heißt es, dass stattdessen viele Jobs wegbrechen werden. Ja was denn nun?

[1] http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/deutschland-experten-rechnen-mit-bis-zu-760-000-neuen-jobs-a-1151703.html

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andneu 13.06.2017, 15:37
83. @HeisseLuft

Zitat von HeisseLuft
Das würde ja Umsatz und Gewinn vergrößern!
Von dem immer weniger beim Arbeitnehmer landet.

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christian-h 13.06.2017, 15:39
84. Angabe

Zitat von Crom
Bei der Industrialisierung hat's doch auch geklappt, warum soll das bei der Automatisierung und Digitalisierung anders sein?
Weil das logisch ist.
Bei der Industrialisierung hat derjenige, der die Hacke geschwungen hat angefangen den Traktor zu bauen. Es wurden Arbeitsplätze umgewandelt.
Bei der Automatisierung/Digitalisierung übernehmen Maschinen/Programme einen guten Teil der Arbeit und der Bedarf an menschlicher Arbeitskraft wird reduziert.

Um Bedürnisse zu befriedigen benötigen Sie keinen Arbeitsplatz sondern nur Geld. Das Problem wird eher sein woher man das Geld bekommt.

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HeisseLuft 13.06.2017, 15:40
85. Eben

Zitat von andneu
Und diese Sinnhaftigkeit in Frage gestellt, weil die Bemessungsgrundlage so schwer zu bestimmen sei. Es geht mir hier nicht um eine Gerechtigkeitsdebatte (also um Moral oder Ethik) sondern um eine ganz pragmatische Frage.
Richtig. Und warum fangen Sie dann mit "Gerechtigkeit" an?

Das ist doch der Inhalt ihres Posts, oder etwa nicht? Als Antwort auf einen Post, in dem es, richtig, um eine pragmatische Überlegung zum Sinn einer solchen Steuer ging:
"Kann es überhaupt so etwas wie eine gerechte Besteuerung geben? Wie besteuert man was wie hoch objektiv gerecht? Müsste man Steuern nicht generell abschaffen, weil es kein objektiv gerechtes Steuerrecht geben kann? Also das ist eine Nebelbombe, die Sie da zünden, weil Sie persönlich so eine Steuer nicht möchten."

Welchen Sinn also hat Ihre Antwort dann?

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andneu 13.06.2017, 15:41
86. @Crom

Zitat von Crom
Das ist auch nicht notwendig, denn das durch die Automatisierung gesparte Geld führt zu günstigeren Produkten. Der Endkunde kann dann sein gespartes Geld anderswo ausgeben und dort entstehen neue Jobs, z.B. in der Freizeitindustrie, welche in Deutschland boomt.
Also so eine wirtschaftliches Perpetuum mobile, das selbststeuernd immer neue Arbeitsplätze schafft und Arbeitslosigkeit für alle Ewigkeit bannen wird ..... ;-)

Wenn Volkswirtschaft wirklich so(!) einfach wäre, müsste Arbeitslosigkeit nach Jahrhunderten des technischen Fortschritts und der Rationalisierung der Arbeit ja heute vollkommen unbekannt sein.

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ich-geb-auf 13.06.2017, 15:45
87. Gestern noch so: Boom am Arbeitsmarkt

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/deutschland-experten-rechnen-mit-bis-zu-760-000-neuen-jobs-a-1151703.html
und heute dann so?


Ach ja.. wenn die ganzen ungelernten und mittleren (was ist ein mittlerer Job eigentlich) wegfallen und alles mit Robotern usw produziert wird:
bleibt ein Problem: wer soll sich die Produkte ohne Einkommen dann noch kaufen und leisten können?

Da sägt die Industrie am eigenen Ast, denn keine Arbeitnehmer = kein Lohn = kein Geld um sich Sachen zu kaufen.

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observerlbg 13.06.2017, 15:45
88. Sie beschreiben genau die Berufe.....

Zitat von post.scriptum
... Studie lesen, wie man will, aber mit guter Qualifikation findet sich grundsätzlich noch immer leichter Arbeit, da die Möglichkeiten sich vergrößern. Ich weiß, jetzt kommen die Soziologen, Politologen, Philosophen, Künstler etc. wo es dennoch mit einem richtigen Job nicht geklappt hat. Okay, aber man hätte auch ein Brotstudium wählen können.
die eben nicht durch KI oder Roboter ersetzt werden können. Die "Brotjobs" hingegen fallen nach und nach weg. Mir wurscht, nach mir die Sintflut ;-)

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andneu 13.06.2017, 15:45
89. @Crom

Zitat von Crom
So lange es noch unerfüllte Bedürfnisse gibt, ist immer noch genug Luft nach oben, so wohl bezüglich Automatisierung (mehr produzieren) als auch neue Märkte (z.B. boomende Freizeitwirtschaft).
Es kann kein ewiges Wachstum geben.

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