Forum: Wirtschaft
Öffentlicher Nahverkehr: Verloren in der Tarif-Todeszone
DPA

Öffentlicher Nahverkehr könnte ja so schön sein - wäre da nicht die Sache mit dem Fahrkartenkauf. Gelten Tickets der Stufe 3 auch im Großbereich B? Oder nur in den Zonen eins bis sieben ohne Hund? Eine Reise ins unendliche Dickicht der deutschen ÖPNV-Tarife.

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Liberalitärer 24.03.2012, 22:41
180. Verbesserungen

Zitat von fahrgast07
... Aber Holland hats kapiert: Da gibts die OV-Chokaart. Beim Einsteigen kurz an ein Gerät halten, beim Aussteigen wieder - fertig. Ich fands klasse.
Kannte ich nicht, besser geht es immer. Dann sollte man das auch machen. Aber warum machen die hier in Uraltsystemen rum?

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antilobby 24.03.2012, 22:44
181.

Zitat von rolandofurioso
Nach jahrelangen Erfahrungen in anderen Großstädten (Berlin, München) kann ich als Frankfurter nur bestätigen, dass es sich beim Rhein-Main- Verkehrsverbund um den mit Abstand teuersten und wohl fahrgastunfreundlichsten Verkehrsverbund der Republik handelt.
Monopolisten haben es eben nicht nötig, kundenfreundlich zu handeln. Die Beförderungsfälle werden ja einem förmlich in die Armen getrieben die abzuzogen gilt.

Die Konkurrenz - das Auto - wird unter den Deckmäntel des Umweltschutzes ausgeschaltet. So können die Monopolisten ungehindert weiter agieren.

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M.Clements 24.03.2012, 22:54
182. .

Zitat von Semonides
... auf den zweiten Blick kenne ich natürlich die Addresse, zu der ich möchte, nicht aber den Namen der nächsten Haltestelle. Jedes Smartphone kann zur Adresse die richtige Haltestelle anbieten, bundesweit. Und die Automatensoftware kann das nicht? Erstaunlich ...
Sorry.Noch mal. Genau daran hapert`s! Nervt mich auch regelmässig in fremden Städten und ist so wenig nachvollziehbar.

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M.Clements 25.03.2012, 23:03
183. .

Zitat von Hesos
Also ich fahr in Berlin ja inzwischen mit Touch&Travel, eine App fürs Smartphone. Vor dem Einsteigen anmelden (Per GPS Erkennung wo man ist, per QR Code der an jeder Station auf dem Fahrplan ist oder auch ganz manueller Eingabe an welcher Station man einsteigt), nach dem Aussteigen abmelden, das System berechnet den günstigsten Preis. Am Ende des Monats wird das Geld dann per Bankeinzug vom Konto abgezogen. Sollte man an einem Tag den Preis einer Tageskarte übersteigen, bezahlt man dann nur maximal Diese. Ich weiß leider nicht, ob das sogar auf eine Monatskarte zutreffen würde, so viel bin ich seit ich das habe nie gefahren. Und es sind keine Ringfahrten erlaubt, also an der Station abmelden, an der man sich angemeldet hat. Zitat von ihrer Homepage: Aktuell können Sie deutschlandweit alle Fernverkehrsverbindungen (ICE, IC/EC, CNL/EN) sowie einzelne ausgewählte Verbindungen ins Ausland nutzen, außerdem im Gebiet des RMV den gesamten Schienenpersonennahverkehr (SPNV). In Berlin (AB), Potsdam (AB) und im Stadtgebiet Frankfurt a. M. (Tarifgebiet 50) können alle Verkehrsmittel genutzt werden.
Klingt sehr interessant.Aber wie funktionieren denn dabei Kontrollen?

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ibramaru 25.03.2012, 23:05
184. And the winner is Istanbul

Alle andere Systeme sind der Horror. Erinnert an die aberwitzigen Telefontarife von 1996 der Deutschen Telekom: Mondscheintarif, Nachttarif,Vormittagstarif,Nachmittagstarif, Freizeittarif bildeten ca. 560 Preisstufen. Schwachsinn der Theoretiker.
Die ÖPNV-Strategen nun, haben die Entwicklung hin zur Flatrate schlicht verschlafen.

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antilobby 25.03.2012, 23:07
185.

Zitat von Liberalitärer
Schafft man inklusive Wertverlist des PKW und Steuern mit dem ÖPNV nie. Schon gar nicht, wenn da der km über 2 Euro kostet und schon gar nicht bei Gasanlage im Auto.
Deswegen versuchen einige politische Parteien, mit Ökosteuer, Feinstaubplakatten, Verkehrsberuhigung und stadtweiten 30er-Zonen die Entscheidung zugunsten von ÖPNV zu verschieben.

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quark@mailinator.com 25.03.2012, 23:53
186. Tourifalle

Es ist in jeder Stadt das Gleiche - Das System ist so aufgebaut, daß nur Ortsansässige eine faire Chance haben, so etwa den optimalen Tarif zu bekommen. Jeder Durchreisende, jeder Besucher wird maximal abgezockt. Das System mag überall etwas anders sein, aber im Grunde kostet die Einzelfahrt viel mehr als irgendeine Art von Sammelkarte. Macht das Sinn ? Etwa so wie wenn man eine Großpackung kauft ? Nö, denn die Unternehmen sind ja lokale Monopole. Man kann nicht zur Konkurenz. OK, wer Sammelkarten voraus bezahlt gibt etwas Kredit ... Das Problem ist - je teurer die Tickets, desto weniger Leute fahren, aber je weniger Leute fahren, desto teurer die Tickets ... Um den Kreis zu durchbrechen bräuchte die Komune Geld ... Ist wie mit dem Wasserpreis :-) ...

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Ein_Steuerzahler 25.03.2012, 04:13
187. Ansatz ÖPNV falsch

Zitat von sysop
Öffentlicher Nahverkehr könnte ja so schön sein - wäre da nicht die Sache mit dem Fahrkartenkauf. Gelten Tickets der Stufe 3 auch im Großbereich B? Oder nur in den Zonen eins bis sieben ohne Hund? Eine Reise ins unendliche Dickicht der deutschen ÖPNV-Tarife.
Dr ganze ansatz mit Verbünden und Übergangstarifen, Wabenmustern, und 3x Gehäkelten Zielrichtungeboden etc ist Falsch.

Verbünde Abschaffen, Linien Linienweise privatisieren, und gezahlt wird immer Bar beim Fahrer oder Schaffner, wenn man die Fahr antritt.
Und man Zahlt nur das was man wirklich Benutzt.

Dann hört diese ganze Quersubwention an Arbeitsscheuhe Gewerksschaftsmitglieder und alte Parteigenossen via Deckmantel ÖPNV auch endlich mal auf. Und die hartz IV Empfänger fahren nicht mehr den ganzen Tag auf unser Kosten via Sozialticket spazieren anstelle Arbeit zu suchen.

mfg

Ralf

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louis-xiv 25.03.2012, 08:13
188. Die kundenfreundlichste Lösung: Nachlöseschalter

Zitat von Liberalitärer
Wissen Sie, das ist berechtigt, aber prinzipiell erwarte ich vom ÖPNV preisgünstig und sicher von A nach B zu befördert zu werden. Ja, Sicherheit kostet, das sehe ich ein. Ich bin vielleicht 4 mal im Jahr in München, ÖPNV nehme ich meistens für Messen, weil es schneller geht als Taxi. Ich erwarte da keine orgiastischen Erlebnisse. Wo das Geld beim Geld bleibt, versteht wohl wirklich niemand, einiges geht sicher in Prestigeprojekte, aber die Verwaltung ist mit Sicherheit suboptimal. Nehmen wir diese neuen Automaten, die Region hätte auch ein RFID System einführen können - mal wieder Pustekuchen. Das geschieht leider immer wieder. Aber, das hat v. Hajek geblickt, man muss nicht so sehr qualitativ vergleichen. In einem Markt übernimmt diese Informationsfunktion für den Kunden der Preis. Leider gibt es den hier nicht.
Richtig kompliziert wird das erst für ausländische Gäste, die kaum eine Chance haben, das Ganze zu verstehen. Da lobe ich mir Tokio: wegen der verschiedenen Betreiber von Bahnlinien, die sich die Tickets nicht anerkennen, auch nicht einfach (wenngleich die meisten Linien zu JR gehören). Aber es gibt Nachlöseschalter: man kauft einfach das billigste Ticket und bezahlt beim Aussteigen nach, was fehlt. Super!

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Jamesteakirk 25.03.2012, 08:23
189. Kommt einfach nach Berlin oder gründet 'ne Occupy-Bewegung

Guckt euch das mal hier in Berlin an und werdet glücklich. Hier gib's drei Zonen. A Innenstadtring, B Stadtgrenze und C außerhalb der Stadtgrenze/Umland.

Ist total einfach. Normalfahrkarte ist AB. Gilt zwei Stunden. Aber auch in Berlin gib's was zu bemängeln. Vor ein paar Jahren hat man formal die Möglichkeit abgeschafft, innerhalb der zwei Stunden auch wieder zum Ausgangsort zurückzufahren.

Da kann man zwar ein bißchen tricksen mit anderer Strecke und leicht abweichendem Zielort, aber naja.

Ich frage mich sowieso, warum noch nicht alle Menschen in Berlin wohnen. Gibt es sonst noch andere Städte in Deutschland?

Ansonsten ist der Vorschlag des Piraten vom Anfang sehr gut. Er hat völlig recht. Aber dann schreien einige: Das ist Sozialismus!

Ja das ist Sozialismus. Genau.

Wir sollten gleich noch die Bundeswehr abschaffen, das dreigliedrige Schulsystem, alle Privatschulen, alle privaten Krankenkassen. Kindergartenpflicht einführen.

Dann sind schon mal viele gesellschaftliche Probleme gelöst.

Nur ein paar Leute verlieren ihren Besonderheitsstatus. Da müßt ihr durch.

In zehn Jahren wird Deutschland von einer großen Koalition regiert. Kanzler stellen die Grünen, Vizekanzler die Piraten.

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