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Öldebakel: BP zahlt acht Milliarden Dollar an Fischer vom Golf
REUTERS/ U.S. Coast Guard

In letzter Minute hat sich der Energiekonzern BP mit Tausenden Klägern auf Entschädigung wegen der Ölpest im Golf von Mexiko geeinigt. Das Unternehmen zahlt 7,8 Milliarden Dollar - und erspart sich damit einen aufwändigen Gerichtsprozess.

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artikel.5 03.03.2012, 09:19
1. WIR zahlen!

BP zahlt? Von wegen, wir zahlen, und das hat BP genauso wie jeder andere konzern längst eingeplant. Huch, Bohrloch kaputt? Macht nix, stopfen wir den Schreihälsen das Maul mit einer Handvoll Dollar, erhöhen die Spritpreise und machen weiter wie bisher, bis zum nächsten Leck im Bohrloch... Die Welt ist gross und nach uns die Sintflut.

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rigodot 03.03.2012, 09:50
2.

Zitat von artikel.5
BP zahlt? Von wegen, wir zahlen, und das hat BP genauso wie jeder andere konzern längst eingeplant. Huch, Bohrloch kaputt? Macht nix, stopfen wir den Schreihälsen das Maul mit einer Handvoll Dollar, erhöhen die Spritpreise und machen weiter wie bisher, bis zum nächsten Leck im Bohrloch... Die Welt ist gross und nach uns die Sintflut.
Die Frage ist wohl eher wer das Geld bekommt. In der Regel ist es immer so, dass der mit der meisten Kohle den Schadensersatz einklagt und die anderen Geschädigten erhalten nur einen winzigen Bruchteil wie es bei der Mutter von Norman Finkelstein der Fall war.

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prophet46 03.03.2012, 09:59
3. Zweierlei Maß

Zitat von sysop
In letzter Minute hat sich der Energiekonzern BP mit Tausenden Klägern auf Entschädigung wegen der Ölpest im Golf von Mexiko geeinigt. Das Unternehmen zahlt 7,8 Milliarden Dollar - und erspart sich damit einen aufwändigen Gerichtsprozess.
Ich will die Tragik des Ölunfalls nicht verniedlichen, aber es ist schon mehr als erstaunlich wie es den Amerikanern gelingt, diesen Unfall finanziell zu ihren Gunsten auszubeuten.

Wie Ken Feinberg, der beauftrage neutrale Verwalter des 20 Mrd. $ BP-Entschädigungsfonds in Hunderten von Schadensfällen feststellte, wurde z.T. aberwitzige, durch nichts begründbare Forderungen an BP gestellt. Hier scheinen sich einige Geschäftsleute eine goldene Nase verdienen zu wollen. Auch der amerikanische Staat wird noch Strafzahlungen in X-facher Milliardenhöhe einfordern.

Nicht so großzügig verfahren US-Firmen, wenn sie Schäden im Ausland anrichten.

Bei der Katastrophe im indischen Bhopal, die sich 1984 ereignete und die vom US-Chemiekonzerns Union Carbide Corporation ausgelöst wurde, starben zwischen 3.000 und 5.000 Menschen an den unmittelbaren Folgen. Hunderttausende leiden noch heute an den Folgen. An Entschädigung hat man gerade einmal 470 Mio. $ bezahlt, 250 Mio. $ kamen von Versicherungen. Dieses Fall gilt als die größe Umweltkatastrophe.

Im jüngsten Skandal, bei dem es um die Ölverseuchung von Teilen des Regenwaldes in Ecuador durch die US-Ölfirma Chevron geht, wurden von den von der Regierung für die Beseitigung geforderten 18 Mrd. $ bisher noch nichts bezahlt. Die Regulierung wird wohl jahrelang verschleppt werden.

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Stuhlbeinsäger 03.03.2012, 10:14
4. Tanken Sie doch woanders!

Zitat von artikel.5
BP zahlt? Von wegen, wir zahlen, und das hat BP genauso wie jeder andere konzern längst eingeplant. Huch, Bohrloch kaputt? Macht nix, stopfen wir den Schreihälsen das Maul mit einer Handvoll Dollar, erhöhen die Spritpreise und machen weiter wie bisher, bis zum nächsten Leck im Bohrloch... Die Welt ist gross und nach uns die Sintflut.
...oder besser noch: öfter mal gar nicht! Die meisten glauben gar nicht, wie beschwingt und frei es sich ohne spritfressende Rostlaube lebt. Sie blenden völlig aus, wie groß der Teil ihres Einkommens ist, den sie Jahr für Jahr in einen PKW pumpen.

"Angewiesen" - das ist DIE Vokabel Nr. 1, wenn es darum geht, ob es auch mal ohne geht. "Angewiesen" wie auf einen Wäschetrockner, einen Cappuccino-Vollautomaten. Wenn das Gehirn von der Bequemlichkeit gelähmt wird, dann hilft nur noch ein drastisch steigender Benzinpreis, um die Füße wieder auf den Boden zu kriegen.

Gestern war wieder ein Grund zum Feiern: 1 Barrel über 125 USD! Ich bin gespannt, wann Otto und Elfriede Normalo die Schüssel stehen lassen. Bei 2 EUR / Liter? Bei 2,50 EUR? Irgendwie würde das ins Bild unserer ach-so-modernen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts passen: das Weltklima wurde gerettet von hohen Energiepreisen. Naja, Einsicht wäre besser gewesen, aber so ist es auch OK.

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tubaner 03.03.2012, 10:56
5. Großstädter?

Zitat von Stuhlbeinsäger
Die meisten glauben gar nicht, wie beschwingt und frei es sich ohne spritfressende Rostlaube lebt. Sie blenden völlig aus, wie groß der Teil ihres Einkommens ist, den sie Jahr für Jahr in einen PKW pumpen. "Angewiesen" - das ist DIE Vokabel Nr. 1, wenn es darum geht, ob es auch mal ohne geht.
Lassen Sie mich raten: Sie leben in einer Großstadt oder einem Ballungszentrum. Da lässt es sich natürlich leicht arrogant daher reden.

In München brauch ich auch keinen PKW, da komm ich mit Ubahn und Bus jederzeit überall im Umkreis von 50km hin.
In meiner Heimatstadt sieht es aber etwas aus: die nächste Bushaltestelle ist von meinem Elternhaus 1km entfernt und wird werktags von drei Bussen angefahren (morgens der Schulbus in die Stadt hinein, mittags und nachmittags auf die Dörfer hinaus), an Wochenende und in den Schulferien gar nicht. Und jeden Tag bei jedem Wetter 10 bis 20km mit dem Rad zur Arbeit fahren ist auch utopisch.

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Jonny_C 03.03.2012, 10:59
6. Alles schön und gut...

Zitat von lutz-breunig
Der Zauberlehrling BP der nicht mit der Wasserflut sondern mit der Ölflut kämpfte, die er gerufen hatte, wird endlich zur Kasse gebeten, wie auch immer. Einen Preis für Anlagensicherheit - wie ihn beispielsweise der TÜV gerade ausgeschrieben hat - muss sich die BP noch erarbeiten.
...aber die Bohrinsel wurde von Transocean gebaut und von Halliburton betrieben. Die USA hatten nur 2 Preventer vorgeschrieben, mehr nicht - und die waren da, haben wegen Halliburton billig Dreck aber nicht funktioniert.
Schon vergessen ?
BP gehörte nur der Claim.

Sie wissen gar nicht wie hoch die Sicherheitsstandards bei BP-Europe sind. Gehen Sie mal eine BP-Bürotreppe runter ohne den Handlauf zu nutzen.....
Vor jedem noch so kleinen Meeting > 3 Personen eine Sicherheitsbelehrung über die Fluchtwege.....

Den ganzen Schei** verursacht hat BP USA, (auch wegen dem Brand der Texas-Raffinerie) oder haben Sie schon mal von Problemen mit BP Ölplattformen in der Nordsee etwas gehört ?

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KonsulOtto 03.03.2012, 11:14
7. Und Halliburton

BP zahlt, weil es kein US Konzern ist.
Was ist mit Halliburton? Zahlen die auch?

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Stuhlbeinsäger 03.03.2012, 11:28
8. Arbeit + Wohnen zusammenlegen

Zitat von tubaner
Lassen Sie mich raten: Sie leben in einer Großstadt oder einem Ballungszentrum. Da lässt es sich natürlich leicht arrogant daher reden. In München brauch ich auch keinen PKW, da komm ich mit Ubahn und Bus jederzeit überall im Umkreis von 50km hin. In meiner Heimatstadt sieht es aber etwas aus: die nächste Bushaltestelle ist von meinem Elternhaus 1km entfernt und wird werktags von drei Bussen angefahren (morgens der Schulbus in die Stadt hinein, mittags und nachmittags auf die Dörfer hinaus), an Wochenende und in den Schulferien gar nicht. Und jeden Tag bei jedem Wetter 10 bis 20km mit dem Rad zur Arbeit fahren ist auch utopisch.
Wer sagt denn, dass Sie so weit bis zum Arbeitsplatz fahren müssen? Wer sagt denn, dass man bis zum Sankt Nimmerleinstag Pendlerpauschale abkassieren kann? Wer sagt denn, dass man vor lauter "Individualisierung" beim "Wohngefühl" nicht auf umweltverträgliche Konzeption seines Lebensentwurfs achten sollte? Ziehen Sie in die Nähe des Arbeitsplatzes, suchen Sie sich einen Job in Wohnortnähe. Aber hören Sie auf, die Notwendigkeit eines PKW als gottgegeben anzusehen.

WOLLEN Sie nichts ändern, dann zahlen Sie sicher gern weiter steigende Spritpreise. Dass es mit denen langfristig nur eine Richtung gibt, dürfte jedem klar sein: nach oben.

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Tom1869 03.03.2012, 11:34
9. Spritpreise

... und wer denkt das es nicht auf dem Preis aufgeschlagen wird Irrt ...

Und wenn sie eine neue Irak / Iran Krise anzetteln müssen ...

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