Forum: Wirtschaft
Ölpreis: Hurra, er fällt!

Der Ölpreis sinkt, Scheichs und Oligarchen leiden, Geringverdiener profitieren. Das hilft unserer Konjunktur - wenn auch nur für kurze Zeit.

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weißbrot 15.12.2014, 19:50
20.

Zitat von Sal.Paradies
Botschaft ist angekommen Zitatanfang--"""Wenn jetzt die Gewerkschaften wegen der dank des Ölpreises geringeren Inflation Lohnzurückhaltung üben, dann tragen sie dazu bei, dass die Inflation auch im nächsten Jahr unter den Zielwerten bleiben wird."""----Zitatende-----Wie jetzt? Fordert Münchau nicht immer wieder "höhere" Löhne, damit dieses "mehr" verkonsumiert werden kann? Jetzt also doch Lohnzurückhaltung? Dann können wir ja alle nur hoffen, dass z.B. die GDL ganz genau hingehört hat... ;-)
Der von Ihnen zitierte Satz sagt genau das Gegenteil aus. Münchau fordert eben keine Lohnzurückhaltung.

Man kann den Satz auch so lesen: Wenn jetzt die Gewerkschaften wegen der dank des Ölpreises geringeren Inflation keine Lohnzurückhaltung üben, dann tragen sie dazu bei, dass die Inflation auch im nächsten Jahr wieder den Zielwerte erreichen wird.

Es gibt nun mal leider den Zusammenhang: Lohnerhöhungen -> Inflation
Problem:
Jeder will eine Lohnerhöhung aber keiner Inflation

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tomymind 15.12.2014, 20:04
21.

Zitat von satissa
Weniger Geld in der Kasse der "Ölscheichs" hat direkte Konsequenzen für die deutsche Industrie: Es werden weniger Autos und Maschinen bestellt. Es kommt also zurück. Vielleicht ist das Geld bei den Scheichs doch besser aufgehoben als wenn es für Klamotten von KiK ausgegeben wird.
Welche Maschinen werden denn in den arab. Ölstaaten eingesetzt? Verarbeitende Industrie ist dort = 0 Und die Maschinen für die Ölforderung brauchen die auf jeden Fall. Und für den neuen 600er reicht die Portokasse. bei Russland sieht es anders aus, aber die haben auch noch die Sanktionen

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Silversurfer2000 15.12.2014, 20:06
22. Warum sinken die Gaspreise nicht?

Der Weltmarktpreis ist seit 3 Jahren im Keller (ca. um 60% gesunken aufgrund von Fracking).

Begründung der letzten 3 Jahre für weiterhin hohe Gaspreise: Gas sei an Öl gekoppelt.

Jetzt sinken die Ölpreise, aber nicht die Gaspreise.

Irgendjemand muss sich auf Kosten der Verbraucher gerade dumm und dusselig verdienen.

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tomymind 15.12.2014, 20:07
23.

Zitat von sanhe
Die Argumentation von Herrn Münchau ist sehr deutsch-eigennützig. Dass für die kurzfristigen Vorteile für die deutsche Konjunktur evtl. im Gegenzug ganze Staaten bankrott gehen (Russland, Venezuela, Iran, ...) mit damit verbundenen wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen bis hin zu Turbulenzen im international verflochtenen Finanzsystem, scheint ihm wohl nicht der Rede wert zu sein. Und dann wundern/stören sich weite Teile der Bevölkerung über die hohe Zahl an Wirtschaftsflüchtlingen und demonstrieren mitunter für Asyl- und Einwanderungsrechtsverschärfungen. Passt in einer vernetzten und verzahnten Welt nicht zusammen.
Komisch bei einem Ölpreis von 20US$ sind die auch nicht pleite gegangen und wer mehr konsumiert(!), nicht investiert, als er verdient ist selber schuld. Übrigens erzählt Putiin seit gefühlt 100Jahren wie fortschrittlich Russlands Wirtschaft ist und alles selber produzieren kann. Iran verkauft sein Öl sowieso unter preis wegen den Sanktionen,wobei die geistliche dort sehr gut leben, und Venezuela muss einfach mal die Subventionen für Benzin einstellen. Aber klar, der Westen ist es wieder, übrigens Sie auch.

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bloßich 15.12.2014, 20:20
24. Hä ?

Zitat von derwahredemokrat
Statt und Wirtschaft verdienen sich an der Arbeit der Menschen im Land dumm und dämlich. Und die einzigen, die Zurückhaltung üben sollen, sind die, die von allen Seiten abgezockt werden. Steuern und Abgaben runter, Unternhemensgewinne besteuern, so geht Sozialpolitik. Lasst den Menschen das zum Leben, was sie sich erarbeitet haben.
Er fordert doch gerade keine Lohnzurückhaltung der Gewerkschaften !?!

Im Gegenteil !
Wenn jezt die Gewerkschaften Lohnzuröckhaltung übern würden, dann würde die Inflation noch weiter zurückgehen. Und das will man momentan natürlich nicht.

Zum Rest:
Eine Senkung der Steuern und Abgaben ist gerade keine effektive Sozialpolitik !
Denn diejenigen, die duch eine Sozialpolitik zu unterstützen wären, zahlen ohnehin kaum Steuern und Abgaben. Ein Arbeitsloser oder gerinfügig Beschäftigter profitiert von einer Senkung der Einkommenssteuer ganau Null ! Ähnlich bei den Arbeitnehmerbeiträgen...
Genauso bei der Erbschaftssteuer oder Kapitalertragssteuer u.s.w.
Selbst bei der Mehrwertsteuer, profitieren die Ärmeren nicht so stark, weil diese Steuer keine Progression enthält und in absoluten Zahlen bei den Ärmeren kaum etwas an Ersparnis bringt.

Höhere Steuern auf Unternehmensgewinne und insbesondere Erbschaften wären wünschenswert - der dadurch gewonnene staatliche Spielraum müsste dann aber für eine verbesserte Infrastruktur für Geringverdiener (z.b. Kitaplätze u.s.w.) oder für direkte Umverteilung durch eine Erhöhung des Harz-4 Regelsatzes weitergegeben werden.
Das würde nutzen !

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bloßich 15.12.2014, 20:29
25.

Zitat von sanhe
Die Argumentation von Herrn Münchau ist sehr deutsch-eigennützig. Dass für die kurzfristigen Vorteile für die deutsche Konjunktur evtl. im Gegenzug ganze Staaten bankrott gehen (Russland, Venezuela, Iran, ...) mit damit verbundenen wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen bis hin zu Turbulenzen im international verflochtenen Finanzsystem, scheint ihm wohl nicht der Rede wert zu sein. Und dann wundern/stören sich weite Teile der Bevölkerung über die hohe Zahl an Wirtschaftsflüchtlingen und demonstrieren mitunter für Asyl- und Einwanderungsrechtsverschärfungen. Passt in einer vernetzten und verzahnten Welt nicht zusammen.
Der gegenwärtige Ölpreis ist doch ein fairer Preis.
Denn er ist der unter Wettbewerbsbedingungen zustande gekommene Preis.

Es ist ja nunmal so, dass der jetzige - niedrige - Ölpreis (auch) darum besteht, weil die OPEC beschlossen hat KEINE Kartellabsprache zur Drosselung der Fördermenge zu machen.

Soll man nun etwa eine Absprache der Kartellanten fordern, weil das Russland nützt ?

Das ist ja völlig absurd !

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yunee 15.12.2014, 20:45
26. münch-hausen

"If it was a free market and central banks were not allowed to intervene anymore then we would be very bearish as the global financial system is still extremely fragile and not sustainable."

Deutsche Bank

"This $550 Billion Mania Ends Badly," Energy Companies Are "Shut Out Of The Credit Market"
For other energy borrowers at risk, “the liquidity squeeze” will probably occur in March or April when banks re-calculate hoe much they may borrow under their credit lines based on the value of their oil reserves.
Deutsche Bank analysts predicted in a Dec. 8 report that about a third of companies rated B or CCC may be unable to meet their obligations should oil prices drop to $55 a barrel.


haha...ist das geil, wir tanken billig und den Ölförderfirmen fliegen im Frühjahr die Kredite um die Ohren weil .. nun ja, von 100$ auf 50$ gefallen heißt wohl nur halb so viele Einnahmen..dann werden die Kredite teurer und vielleicht gibts dann ja gar keine 0% Kredite für die Großen auf unsere Kosten..und endlich haben wir dann den schwarzen ölverschmierten Schwan..ist ja nur nen Markt von mehreren Billionen?!!..
Energie Ramsch Anleihen a.k.a. junk bonds machen 16% des globalen Volumens aus.. muahaha
genießt noch mal den billigen Sprit und diesen münchclown..
Ich arbeite bei der Bank, Energiesektor Analayse..

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Newspeak 15.12.2014, 21:01
27. ...

Wenn jetzt die Gewerkschaften wegen der dank des Ölpreises geringeren Inflation Lohnzurückhaltung üben, dann tragen sie dazu bei, dass die Inflation auch im nächsten Jahr unter den Zielwerten bleiben wird.

Ha ha. Man hat es ja fast erwartet, daß wieder ein Ökonom nach "Lohnzurückhaltung" schreit. Schon das Wort sollte verboten werden und jeder, der es nur ausspricht auf der Stelle verhaftet.

Die Aufgabe von Gewerkschaften ist es, höhere Löhne zu fordern. Und zwar grundsätzlich immer. Das ist doch gerade der Sinn von antagonistischen Institutionen. Die Gewerkschaften fordern stellvertretend für die in ihnen organisierten Arbeitnehmer höhere Löhne, die Arbeitgeber wollen niedrigere, durch Verhandlung und Streik ergibt sich ein Kompromiß. So geht ein vernünftiges Regulativ! Checks and Balances. Eine Gewerkschaft, die sich zu Lohnverzicht bereiterklärt, tut nichts anderes, als ihre Mitglieder und das Ideal einer Gewerkschaft zu verraten, sie handelt im Grunde verschwörerisch, ähnlich einem Kartell, zum Schaden der Allgemeinheit.

Ein geringer Ölpreis kann also eine Preisspirale nach unten auslösen - so wie in den Siebzigerjahren, nur in umgekehrter Richtung.

Also eine Preisspirale nach oben? Oder worauf bezieht sich das "so"? Wenn Ökonomen schon keine inhaltlich korrekten Sätze formulieren können, weil die Bezüge beliebig interpretierbar sind, sagt das Alles über dieses Fach.

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localpatriot 15.12.2014, 21:12
28. Des Einen Gewinn ist des Anderen Verlust

Dass fallende Benzin und Heizungskosten für Europa and absolutes Plus sind steht ausser Frage. Der wirtschaftliche Effekt gleicht einer sofortigen Steuersenkung in Bezug auf Benzin und eine etwas verschobene in Bezug auf Heizöl und Gasheizung.
Jedoch muss man sich daran erinnern, dass D 45% seiner Wertschöpfung ausführt und eine Teil davon in die Erdölproduzierenden Staaten und wer für Firmen arbeitet welche im Wesentlichen dorthin liefern, muss sich mittelfristig auf Schwierigkeiten vorbereiten, eben nach der Art der Oel und Mineralkonzerne.

Aber billigeres Benzin ist an der Tankstelle immer gut.

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klaus meucht 15.12.2014, 22:44
29.

Zitat von Newspeak
Ha ha. Man hat es ja fast erwartet, daß wieder ein Ökonom nach "Lohnzurückhaltung" schreit. Schon das Wort sollte verboten werden und jeder, der es nur ausspricht auf der Stelle verhaftet. Die Aufgabe von Gewerkschaften ist es, höhere Löhne zu fordern. Und zwar grundsätzlich immer. Das ist doch gerade der Sinn von antagonistischen Institutionen. Die Gewerkschaften fordern stellvertretend für die in ihnen organisierten Arbeitnehmer höhere Löhne, die Arbeitgeber wollen niedrigere, durch Verhandlung und Streik ergibt sich ein Kompromiß. So geht ein vernünftiges Regulativ! Checks and Balances.
Zunächst spricht sich Münchau gegen Lohnzurückhaltung aus, wobei auch er die Zielinflationsrate nicht als Obergrenze sondern als Ziel ansieht.

Ich war bei den Verhandlungen nicht dabei was ausgemacht wurde, sehe aber nicht wie eine Währungsunion funktionieren kann, wenn die Preise dauerhaft auseinandergehen.

Zu niedrige Löhne halte ich genauso für schädlich wie zu hohe Löhne. Nicht nur die Lohnhöhe auch die Arbeitsplatzsicherheit sollte den Gewerkschaften wichtig sein. In den 70 er Jahren waren diese zu hoch, heute zu niedrig.

Ein Unternehmen hat dann Erfolg wenn es billig produziert und teuer verkauft. Ein niedriges Lohnniveau lässt billig produzieren die Waren müssen aber verramscht werden. Ein hohes Lohnniveaus sorgt für hohe Kosten. Billig produzieren und hoffen dass anderswo die Löhne hoch sind, ist Rosinenpickerei.

Sinnvoll sind Lohnerhöhungen entsprechen dem Verteilungsspielraum. Der Verteilungsspielraum ergibt sich durch den allgemeinen Produktivitätszuwachs. So können Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Kapitalgeber gleichermaßen vom technologischen Fortschritt profitieren

Profitieren nur Kapitalgeber brauchen wir uns über Finanzkrisen nicht zu wundern.

Sowohl extreme Lohnerhöhungen als auch extreme Zurückhaltung, führt zu Arbeitsplatzverlusten.

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