Forum: Wirtschaft
Ölpreistief in Russland: Der Rubel wird zur Gummi-Währung
AFP

Keine Währung schwankt so stark wie der russische Rubel: Mal wertet er rapide auf, dann rast er in die Tiefe, immer im Sog des Ölpreises. Für Verbraucher und Firmen ist das schlecht, für Russlands Staatshaushalt ein Segen.

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bill_dauterive 07.11.2015, 17:52
130.

Zitat von Bernhard.R
Vor 18 Monaten war der Euro noch 1,34 US Dollar wert. Heute nur noch 1,07 USD. Unsere Inflationsrate ist hingegen niedrig. Ebenso ist es in Rußland. Nur die Betriebe, die im Ausland kaufen müssen, leiden unter dem gesunkenen Wert. Und natürlich unser Ego. Wer möchte schon eine wertlose Währung haben?
Ich bin leider so ein Betrieb.
Ich verdiene Euros und muss einen grossen Teil meiner Rechnungen in Dollar oder Franken bezahlen. Die Preise in Euro haben sich für mich in den letzten paar Jahren so gut wie verdoppelt.

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willibaldus 07.11.2015, 17:52
131. Der niedrige Ölpreis ist die Hauptursache

des Problems in Russland. 65% der Exporte und damit Devisen kommen von Öl und Gas. 50% der Haushaltseinnahmen des Staates. Diese Einseitigkeit der russischen Wirtschaft lässt sich nicht über Nacht kompensieren.
Russland und alle anderen Länder auch brauchen stabile Rohstoffpreise um langfristig planen zu können.
Wenn der Ölpreis noch einige Jahre so bleibt, wovon ich ausgehe, hat Russland eine lange Durststrecke vor sich. Wenn die Verwaltung in Russland, die Firmen und die Landwirtschaft flexibel genug sind, lässt sich ein Umbau hin zu grösserer Diversifikation und Innovation schaffen. Allein mir fehlt der Glaube. Ich sehe eine weitere Konzentration weg von mittelständischen Unternehmen hin zu Grosskonzernen, die meist noch aus der SU zeit stammen und seither ihre Strukturen nicht geändert haben.

Ein Forist hatte sehr recht mit der Feststellung, dass das Vertrauen ausländischer Unternehmen in Russland kaum noch vorhanden ist. Das Kapital ist wie ein scheues Reh. Ohne Investitionen durch Konzerne von aussen mit neuen Technologien, anderen Strukturen sehe ich eine lange Durststrecke auf Russland zukommen. Ein zementieren des Status als Rohstofflieferant für China und Europa ist fast unausweichlich.

Allerdings, wer weiss? Vielleicht schafft Russland es, sich neu zu erfinden. Etwas, dass man den USA nachsagt, sich flexibel auf neues einstellen zu können.
Vielleicht kommt ein grosser Ölproduzent in Probleme und das Angebot auf dem Weltmarkt nimmt ab, oder die Weltwirtschaft nimmt Schwung auf und die Nachfrage steigt.

Wir leben in interessanten Zeiten.

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Zaunsfeld 07.11.2015, 17:53
132.

Zitat von lamprechtm
Ware mir lieber , als ein Fuhrerbild an der Wand.Herr Forist.--------------
Haben Sie Euch in der russischen Propagandaabteilung immer noch keine deutschen Tastaturen gegeben? Oder ist Eurem Ministerium das Geld für die Arbeitsmittelbeschaffung ausgegangen? ;-)

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Freigeistig 07.11.2015, 17:57
133. @113

Russlands Staatshaushalt ist ab einem Ölpreis von 80 Dollar ausgeglichen, Saudi-Arabiens ab 20 Dollar! Die müssen nur mit einem Stöckchen in der Erde stochern und schon fließt das Öl. Was glauben Sie also, wer länger durchhält! Sie machen sich lächerlich!

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Beat Adler 07.11.2015, 17:59
134. Saudi Arabien investierte und investiert weiterhin in Industrieproduktion.

Zitat von MiniDragon
Richtig aber was hat Saudi- Arabien zu bieten ? Überlegen Sie bitte mal wer wohl länger mit den niedrigen Rohstoffpreisen überleben kann . Die degenerierten Ölscheichs oder die leidgewohnten Russen?
Saudi Arabien investierte und investiert weiterhin in Industrieproduktion: Selbstverstaendlich vorallem in die Petrochemie.

Die Zeit wo Saudi Arabien "nur" Roh-Erdoel verkaufte, sind lange, lange vorbei.

Da keine Journalisten durch Saudi Arabien schwirren und die Medienkonsumenten mit Geschichten ueber volkswirtschaftliche Zusamemenhanege aus Saudi Arabien zuschuetten, halten sich Mythen.

Selbstverstaendlich sind die Verantwortlichen in Saudi Arabien nicht bloed oder dumm oder sowas, sie kennen ihre Erdoelreserven am besten und wissen genau was sie fuer die Zukunft tun muessen. Sie investieren in Produkte mit Wertschoepfung und machen sich durch das immer unabhaengiger vom Roh-Erdoelpreis.
mfG Beat

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lab61 07.11.2015, 18:02
135.

Zitat von jeze
Verkauft Russland das Öl in Dollar und wenn ja, warum tun sie das?
würde es etwas ändern, wenn Russland das Öl in einer anderen Währung verkaufen würde?
Die Käufer würden den aktuellen Marktpreis von Dollar in die jeweils andere Währung umrechnen. Das würde nichts daran ändern, dass der Ölpreis derzeit sehr niedrig ist...

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lab61 07.11.2015, 18:03
136.

Zitat von goethestrasse
haben wir keine deutschen Themen über die wir diskutieren können ?
Besteht die Welt nur aus Deutschland?
Sie werden zudem nicht gezwungen, hier mit zu diskutieren.

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lab61 07.11.2015, 18:04
137.

Zitat von dd1962
Ein Schächer Rubel und ein wirtschaftlich angeschlagenen Russland muß auch uns Sorgen bereiten. Schließlich benötigen wir seine Rohstoffe und brauchen Russland d auch als starken und verläßlichen Handelspartner für die gesamte EU.
Außerhalb des Rohstoffsektors ist Russland eher ein marginaler Handelspartner für die EU-Staaten.

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lab61 07.11.2015, 18:06
138.

Zitat von gehirngebrauch
tja und russland hat immer noch einen grossen handelsüberschuss beim westen. all das trotz "embargos",
Es gibt kein "Embargo" gegen Russland.

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Zaunsfeld 07.11.2015, 18:06
139.

Zitat von MiniDragon
Richtig aber was hat Saudi- Arabien zu bieten ? Überlegen Sie bitte mal wer wohl länger mit den niedrigen Rohstoffpreisen überleben kann . Die degenerierten Ölscheichs oder die leidgewohnten Russen?
Da haben Sie recht. Die Saudis haben genau das gleiche Problem wie die Russen. Und auch Saudi-Arabien wird sich früher oder später wieder in einen Wüstenstaat verwandeln, in dem die Beduinen von ihren Kamelen leben ... Europa, Nordamerika und andere Industrienationen aber eben nicht. Denn diese entwickeln neue Technologien am laufenden Band, entwickeln sich technologisch und wissenschaftlich weiter, aber breit aufgestellte Volkswirtschaften mit unzähligen international enorm konkurrenzfähigen Unternehmen, die massehaft Produkte auf Weltspitzenniveau herstellen und verkaufen.

Wenn das Öl und Gas alle ist, werden die sich einfach andere Energiequellen erschließen. Regenerative Energien beispielsweise mögen meinetwegen doppelt so teuer sein wie jetzt Öl, Gas und Kohle. Aber sie sind eine Alternative. Und diesen hochindustrialisierten Volkswirtschaften ist es im Grunde egal, woher die Energie kommt, Hauptsache sie ist da. Die Umstellung mag nicht reibungsfrei und ohne Knirschen funktionieren, aber sie wird funktionieren, denn sie ist technisch und wirtschaftlich möglich. Diese Staaten werden wirtschaftlich nach der Umstellung genauso weiter machen wie zuvor, auch wenn die Energiekosten dann eben 5% an jedem Produkt ausmachen statt wie jetzt nur 3% (nur ein qualitatives Beispiel).
Russland, Saudi Arabien und andere Öl exportierende Länder schauen dann aber in die Röhre. Denn sie haben dann ihre einzige große Einnahmequelle verloren.

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