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Offene Rechnungen: Air-Berlin-Maschine strandet in Keflvik
DPA

Viele Gläubiger von Air Berlin könnten auf ihren Forderungen sitzen bleiben. Dem schlechten Geld wollte die Flughafengesellschaft von Island jetzt nicht noch mehr gutes hinterherwerfen.

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mwroer 20.10.2017, 17:39
30.

Zitat von Peter Meyer01
Jetzt kommen Sie mal aus der deutschen Vollkasko-Denkweise heraus. Das ist echt ein merkwürdiger Vergleich mit einem Hotel. Und ja, die armen Passagiere! Aber soll der isländische Flughafen jetzt einfach mal die Karitas spielen? Die Leute arbeiten dort und betreiben einen Flughafen, um Geld zu verdienen. Dazu muss bezahlt werden, wenn einer startet und landet. Das betrifft zwar am Ende Passagiere, ist aber erstmal nur ein Vorgang zwischen der Airline und dem Flughafen. Das Druckmittel sind auch gar nicht die Passagiere, sondern als letztes Mittel will der Flughafen in der Hand haben, dass sie eben wortwörtlich jetzt den Flieger haben, der ist an sich was wert und den werden sie wahrscheinlich verkaufen. So läuft die ganze Kiste.
Nein der isländische Flughafen hat seine Forderungen und die kann er anmelden. So wie man das nach geltendem Recht nun mal tut im Geschäftsleben.

Es ist keineswegs 'Vollkasko-Denkweise' es einfach mies zu finden wenn man auf Kosten unbeteiligter Dritter - der Passagiere - sowas abzieht statt schlicht und ergreifend einen Anflugstop auszusprechen. Das wäre die korrekte Verhaltensweise gewesen.

Ob die Maschine überhaupt Air Berlin gehört ist noch die Frage. Es kann sich genau so gut um eine Leasingmaschine handeln und die ist in jedem Fall unpfändbar.

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J. Hotzenplotz 20.10.2017, 17:59
31. 66 Jahre und kein bischen .....?

Bislang sieht es eher nach einem netten Gewinn für den Staat aus, also auch für DICH...Liest Du hier, bevor Halbwissen wieder mal die Runde macht: https://www.google.pl/url?q=http://m.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/fluggesellschaft-der-air-berlin-kredit-bringt-dem-staat-einen-millionengewinn-15214487.html&sa=U&ved=0ahUKEwjck56ax__WAhVFPFAKHR JHBUAQFggRMAI&usg=AOvVaw0l3K2bKKLzmy0XVnoR6xvd

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kumi-ori 20.10.2017, 18:09
32.

Zitat von mwroer
Nein der isländische Flughafen hat seine Forderungen und die kann er anmelden. So wie man das nach geltendem Recht nun mal tut im Geschäftsleben. Es ist keineswegs 'Vollkasko-Denkweise' es einfach mies zu finden wenn man auf Kosten unbeteiligter Dritter - der Passagiere - sowas abzieht statt schlicht und ergreifend einen Anflugstop auszusprechen. Das wäre die korrekte Verhaltensweise gewesen. Ob die Maschine überhaupt Air Berlin gehört ist noch die Frage. Es kann sich genau so gut um eine Leasingmaschine handeln und die ist in jedem Fall unpfändbar.
Der Flughafen kann dem Flugzeug das Landerecht nicht verweigern, weil es dann unvermeidlich ins Meer gestürzt wäre. Für die Passagiere gibt es kein ersichtliches Problem. Sie können einen Rückflug bei einer anderen Gesellschaft buchen und die Kosten dann beim Insolvenzgericht geltend machen. Oder sie hätten sich eben von vorn herein nicht dem Seelenverkäufer Air Berlin anvertraut. Ob es sich um eine Leasingmaschine handelt, ist ebenfalls unerheblich, schließlich ist hier von Pfändung des Flugzeugs keine Rede. Air Berlin darf zum Beispiel das Flugzeug abschleppen lassen. Es wird lediglich die Dienstleistung "Erteilen von Startrechten" an die Bedingung einer Begleichung der Rechnung geknüpft.

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frenchie3 20.10.2017, 18:13
33. Wen interessiert es ob die Maschine geleast ist?

Der Vertragspartner des Flughafens ist Air Berlin und die haben die Schulden gemacht. Wirkt sich die Zurückhaltung auf den Leasingvertrag aus geht das den Flughafen immer noch nichts an. Man frage mal an deutschen Flughäfen nach wie viele Maschinen festgesetzt werden - und da interessiert sich kein Schweif dafür ob ein ostbengalrussischer Tourist zu Fuß gehen muß.

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Hans58 20.10.2017, 19:31
34.

Zitat von Thorkoch
Die Implikationen aufgrund der Beteiligung eines ausländischen Flughafenbetreibers sollen Kundigere beurteilen. Aber nach deutschem Recht - und danach richtet sich das Insolvenzverfahren - ist das Vorgehen wohl illegal, denn gerade eine vor der Insolvenz entstandene Forderung ist eine Insolvenzforderung, die im Verfahren angemeldet werden kann und muss. Man könnte daher zunächst bezahlen und anschließend die erzwungene Zahlung nach §§ 131 ff. der Insolvenzordnung zurückfordern.
Deutsches Insolvenzrecht interessiert die Isländer nicht, selbst wenn sie explizit darauf hin gewiesen werden.

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irgendwas 20.10.2017, 20:23
35. Landeerlaubnis entziehen

An all die Schlaumeier hier, die meinen ein Flughafen könne keine Landerechte entziehen.
Selbstverständlich kann und darf das ein Flughafen, denn die Flughäfen erheben sogar Gebühren für die Landungen. Sonst könnte ja jede (nicht liquide) Airline jeden Flughafen zu jeder Zeit spontan anfliegen.

Ein Entzug der Landeerlaubnis würde natürlich rechtzeitig vor Wirksamwerden kommuniziert.
Natürlich hindert es Niemanden daran trotzdem einen Flughafen anzufliegen. Und wenn die verbleibende Spritmenge nicht zum Weiterflug zu einem anderen geeigneten Ausweichflughafen reicht, dann handelt es sich um eine Luftnotlage - da darf selbstverständlich ausnahmsweise gelandet werden.

Keine Airline würde jedoch eine Luftnotlage vorsätzlich provozieren - mit all den daraus resultierenden Konsequenzen.

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Justitia 20.10.2017, 21:41
36.

Zitat von irgendwas
Es ist schon erstaunlich, dass der Flughafenbetreiber nicht erst die Landerechte entzogen hat - denn dann wäre kein zusätzlicher Schaden entstanden. Ich bin mir recht sicher, dass somit auch Druck hätte aufgebaut werden können, da dann AB die Flüge hätte streichen müssen. Aber so: Verschafft man sich gegenüber anderen Gläubigern (z.B. den Mitarbeitern) einen Vorteil mittels Erpressung. So etwas ist widerlich! Hätte hingegen die Flugzeugbesatzung die Maschine "gekapert", um die Löhne zu erpressen, hätte es (zu Recht) einen Aufschrei gegeben.
Das ist grober Unfug und nur mit einem Horizont möglich, der an der deutschen Grenze endet. Air Berlin hat in Island eine Leistung in Anspruch genommen, der damit verbundene Vertrag unterliegt isländischem Recht. Der Flughafenbetreiber will nun die ihm zustehende Zahlung. Der Flughafenbetreiber muss dabei auch deutsches Insolvenrecht nicht die Bohne interessieren, wie kommen Sie auf den Unfug? Deutsches Insolvenzrecht hat in Island nun mal keine Bedeutung. Eine solche Arrestierung oder Pfändung, wie nun in Island, zur Durchsetzung von unbestrittenen oder rechtskräftig festgestellten Forderungen gibt es in praktisch jedem Rechtssystem und hat auch rein gar nichts mit einer "Erpressung" zu tun.

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Justitia 20.10.2017, 21:53
37.

Zitat von mwroer
Nein der isländische Flughafen hat seine Forderungen und die kann er anmelden. So wie man das nach geltendem Recht nun mal tut im Geschäftsleben. Es ist keineswegs 'Vollkasko-Denkweise' es einfach mies zu finden wenn man auf Kosten unbeteiligter Dritter - der Passagiere - sowas abzieht statt schlicht und ergreifend einen Anflugstop auszusprechen. Das wäre die korrekte Verhaltensweise gewesen. Ob die Maschine überhaupt Air Berlin gehört ist noch die Frage. Es kann sich genau so gut um eine Leasingmaschine handeln und die ist in jedem Fall unpfändbar.
Das ist falsch. Selbst nach deutschem Recht sind Leasinggegenstände pfändbar. Der tatsächliche Eigentümer kann sich, sobald die Zwangsvollstreckung begonnen hat, mittels einer Drittwiderspruchsklage dagegen wehren. Solange nicht zwangsvollstreckt wird, muss ihn die Pfändung aber gar nicht gross interessieren.

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Peter Meyer01 20.10.2017, 22:24
38. --

Zitat von frenchie3
In wie weit muß sich ein ausländisches Unternehmen in seinem Land an das deutsche Insolvenzrecht halten? Gibt es en lokales Pfandrecht? Der Schaden ist ja nicht mal in Deutschland entstanden. Wäre schon mal interessant zu wissen.
Gar nicht. Die Isländer schreiben in die Start und Lande AGBs ihres Flughafens rein: Gerichtsstandort ist Island. Das Flugzeug ist in Island, die 'Beschlagnahme' zwecks Pfand findet in Island statt. Isländische Gesetze sind anzuwenden. Wenn Air Berlin anderer Meinung ist, brauchen sie einen isländischen Anwalt, der vor einem isländischen Gericht auf isländisch mit Verweise auf besagte isländisches Recht eine Verfügung zur Herausgabe beantragt.

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Peter Meyer01 20.10.2017, 22:37
39.

Zitat von mwroer
Nein der isländische Flughafen hat seine Forderungen und die kann er anmelden. So wie man das nach geltendem Recht nun mal tut im Geschäftsleben. Es ist keineswegs 'Vollkasko-Denkweise' es einfach mies zu finden wenn man auf Kosten unbeteiligter Dritter - der Passagiere - sowas abzieht statt schlicht und ergreifend einen Anflugstop auszusprechen. Das wäre die korrekte Verhaltensweise gewesen. Ob die Maschine überhaupt Air Berlin gehört ist noch die Frage. Es kann sich genau so gut um eine Leasingmaschine handeln und die ist in jedem Fall unpfändbar.
Ne, auch Deutsche müssen sich langsam mal wieder angewöhnen, dass man nicht eine coole Backpacker-Tour durch Syrien macht und wenn es schiefgeht die Bundesregierung einen rauspauckt. Oder dass in der Türkei die Hotels gerade soooo schön billig sind, also macht man klever da Urlaub. Man hat bezahlt, also kann einem nichts passieren im Land des Ausnahmezustandes mit Landgrenze zu einem Riesenchaos. Oder man bezahlt sein Ticket bei einer Fluglinie, die schon seit bald JAhr und Tag an der Pleite schrammt im Voraus in der kompletten Erwartung absolut selbstverständlich und auf jeden Fall den Flug zu bekommen. Selbst wenn die Fluggesellschaft dann pleite geht. Dann kommt sicher die Lufthansa oder die Bundesregierung soll es richten. Ihre Denkweise zielt doch gerade nur noch auf den Wunsch ab es hat so zu sein. Nein. Der Island-Flughafen hat Air Berlin schon vor Ewigkeiten seine 'AGBs' zugestellt, Air Berlin hat unterschrieben unter diesen Bedingungen dort landen zu wollen. Ihr 'so wie man es nach geltendem Recht' ist daher untragbar. Erstens kennen Sie mit Sicherheit nicht die Isländischen Gesetze und die deutschen die Sie in Island anwenden wollen sicher auch nicht. Und die diese Gesetze eventuell in der Vertragsfreiheit der Vertragspartner modifizierenden Flughafen AGBs kennen Sie mit Sicherheit schon gar nicht.

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