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Offener Brief: Forscher und Politiker fordern 30-Stunden-Woche
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Es klingt ein wenig wie ein Aufruf aus den siebziger Jahren. Hundert Wissenschaftler, Gewerkschafter und Politiker fordern eine 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Die Begründung: Ein "Überangebot an den Arbeitsmärkten" führe zu schrumpfenden Gehältern.

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Spiegelkritikus 11.02.2013, 11:17
360. Arbeit und Einkommen müssen endlich gerechter verteilt werden

Zitat von sysop
Es klingt ein wenig wie ein Aufruf aus den siebziger Jahren. Hundert Wissenschaftler, Gewerkschafter und Politiker fordern eine 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Die Begründung: Ein "Überangebot an den Arbeitsmärkten" führe zu schrumpfenden Gehältern.
Ein wichtiger und sinnvoller Vorstoss: Ratioalisierung und Automatisierung steigern ständig die Produktivität, während menschliche Arbeitskraft freigesetzt wird. Als Ergebnis besteht ein steigendes Überangebot von Arbeitskräften, das zusätzlich durch Migration innerhalb und von ausserhalb der EU massiv verstärkt wird.

Diese prekäre Situation ist von den Arbeitgebern natürlich gewollt, weil der scharfe Konkurrenzkampf um reguläre Arbeitsplätze ein Drücken der Lohnkosten und die Ausweitung prekärer Beschäftigungsverhältnisse ermöglicht. Die breite lohnabhängige und arbeitslose Bevölkerung ist der Leidtragende, während die Zahl der Unternehmermillionäre seit Jahren spunghaft ansteigt, sie eignen sich die Produktivitätsgewinne systematisch an und lassen das Volk weitgehend leer ausgehen.

Dieser Zustand ist unhaltbar, ohne dass es über kurz oder lang zu Unruhen und Aufständen kommt. Die enorme Spaltung in reiche Minoritäten und relativ arme Majoritäten zeigt, dass die Klassengegensätze sich gewaltig verschärft haben und darn tragen die Gewerkschaften eine große Mitschuld: Sie vertreten nicht einmal die Interessen der Stammbelegschaften in ausreichendem Mass, ganz zu schweigen von den Interessen prekär Beschäftigter und Arbeitsloser.

So kann und darf es nicht weiter gehen in dieser eigentlich reichen Gesellschaft. Arbeit und Einkommen müssen gerechter verteilt werden, die bisherigen Profiteure: Unternehmer und Vollarbeitsplatzbesitzer müssen zurückstecken - auch in der Verwaltung und vielen anderen Dienstleistunsbereichen.

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mikedd 11.02.2013, 11:17
361. Vielleicht erstmal den einfachen Schritt in diese Richtung

.... wenn man sieht, wie viel Überstunden in einigen Unternehmen gemacht werden "müssen" und dies gut kaschiert wird, wäre eine bessere Kontrolle und Einschränkung von Überstünden erstmal sinnvoll.

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leserin_45 11.02.2013, 11:18
362. Blödsinn

Die Linken und ihre tollen Ideen.... Wer nimmt das noch ernst...
Allerdings: ich bin auch Verfechterin einer kürzeren Arbeitszeit, und zwar aus folgenden Gründen:
1. ich arbeite selbst - und gerne - 30 Std. pro Woche
2. Die Frei- und Erholungszeiten sind deutlich länger und fördern Gesundheit und Leistungsfähigkeit
3. Man hat deutlich mehr vom Leben und kann sonstigen Interessen nach gehen.
Allerdings:
4. Man hat natürlich weniger Gehalt!
Deshalb wäre die Forderung richtiger so formuliert, dass nicht der Arbeitgeber vollen Lohnausgleich zu leisten hat, sondern die Steuerlast für Arbeitgeber und Arbeitnehmer sinkt! Diese wird dann ausgeglichen durch zusätzliche Arbeitnehmer, die neu eingestellt werden können.

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verpiler 11.02.2013, 11:18
363.

Zitat von sysop
Es klingt ein wenig wie ein Aufruf aus den siebziger Jahren. Hundert Wissenschaftler, Gewerkschafter und Politiker fordern eine 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Die Begründung: Ein "Überangebot an den Arbeitsmärkten" führe zu schrumpfenden Gehältern.
So ein Unsinn kann ja nur von der Linken kommen. Warum arbeiten wir nicht alle gleich nur noch eine Stunde pro Tag, und verdienen dann gleich mehrere Millionen, weil wir so wertvoll sind. Und den Rest des Tages haben wir genug Zeit, das Geld auszugeben, oder uns auf die faule Haut zu legen. Dafür! Eindeutig.

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homersimpson75 11.02.2013, 11:18
364.

In einem Land, in dem die Scharlatane, die einen solchen Unsinn fordern, von seriösen Medien ernsthaft als "Wissenschaftler" bezeichnet werden, sollte man sich über die nach wie vor hohe Arbeitslosigkeit nicht wundern.

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Ines L 11.02.2013, 11:19
365. Ist doch eine super Idee!

Das wäre doch mal ein Schritt in die richtige Richtung. Meiner Meinung nach aber vor allem auch, um Frauen eine bessere Möglichkeit zu geben, Vollzeit zu arbeiten. Denn wenn beide Partner jeweils 10 Stunden weniger arbeiten müssten, wäre die Kinderberteuung und Erziehung auch schon mal wesentlich einfacher. Dann noch eine Möglichkeit, Teile davon zu Hause zu arbeiten und alles wird gut :)
Also ich finde, die Idee hat sehr sehr viele positive Aspekte!

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UweZ+ 11.02.2013, 11:20
366. ...:-)))

Zitat von hansi99
...Die 30-Stundenwoche ist ist wohl völlig daneben!
Nun ja - die ausgeprägte soziale Hirnleistungsschwäche der Handvoll homines oeconomici aus unserer Mitte verwandelt unsere wirtschaftliche Mainstream-Elite ja nun augenscheinlich auch nur in eine Herde von kognitiv unterbelichteten Volldeppen...

Denn leicht überprüfbarer Fakt ist in unserer schnuckligen Republik ohne Zweifel, dass nachweislich die einen krank werden, weil sie zuviel arbeiten - und die anderen ebenso nachweislich, weil erstere letzteren keine Arbeit übrig lassen.

Dieser verblüffende Befund kann ja irgendwie nicht das erreichbare Optimum aller gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen darstellen...

Forschungs-Ergebnisse des DIW auf Basis des SOEP besagen, dass die Mehrheit unserer Mitbürger die Schnauze gestrichen voll hat, von der fremdbestimmt totalen Ökonomisierung ihres zeitlich begrenzten Daseins.
Befragt nach Ihrer GEWÜNSCHTEN Arbeitszeit, wünschten die Befragten im Mittel 34-35 Stunden die Woche, wobei klar definiert war, dass die Bezahlung proportional zur Arbeitszeit erfolgt.
Gewünscht wird seitens eines beachtlichen Teils der nicht zu Niedriglohn malochen müssenden Arbeitnehmer also ggf. Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich!
Nach Berechnungen des DIW entspräche das WUNSCHGEMÄSS umzuverteilende Arbeitsvolumen knapp 2,5 Millionen Vollzeitarbeitsplätzen.

Einfach mal die offensichtlich existenten Bedürfnisse der im Schweisse ihres Angesichts wertschöpfenden Lohnsklaven zu berücksichtigen, wäre vermutlich kein schlechter Rat für jene Kapitalisten, die auch morgen gerne noch welche sein wollen...

Zitat von
" ...Die Ergebnisse sind verheerend: 20 Jahre nach dem Fall der Mauer sind die meisten Menschen mit dem Kapitalismus unzufrieden, ergab eine britische Studie, die in 27 Ländern durchgeführt wurde. [...] Laut einer am Montag veröffentlichten Studie im Auftrag der britischen BBC ..."

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jbidsch 11.02.2013, 11:20
367. Offener Brief: Forscher und Politiker fordern 30-Stunden-Woche

Ich höre schon die "Begeisterung" der Arbeitgeberseite .... so logisch die Verknappung der Ware "Arbeitskraft" klingt - mir als Betriebsrat sind 130 Arbeitsplätze bei 37,5 Stunden deutlich mehr Wert als 0 Arbeitsplätze bei 30 Stunden!

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dhanz 11.02.2013, 11:21
368.

Zitat von sverris
Wozu das Populismusargument? Die Idee ist gut und zeigt einfach, welche Politik die Linke vertritt. Ich verweise auf die weitgehend übliche Reduktion der Wochenarbeitszeit zB in den Niederlanden. Dort geben sehr viele Arbeitgeber, die nun gewiss nicht links sind, den Arbeitnehmern die Möglichkeit zu einer Reduktion auf 3 bis 4 Tage pro Woche. Freilich bedeutet das Lohnreduktion, sorgt andererseits aber für mehr Beschäftigungsverhältnisse.
Vor allen Dingen bedeutet das FREIWILLIGKEIT !!!!

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blaudistel 11.02.2013, 11:21
369. Ich glaub ich träume

Zitat von sysop
Es klingt ein wenig wie ein Aufruf aus den siebziger Jahren. Hundert Wissenschaftler, Gewerkschafter und Politiker fordern eine 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Die Begründung: Ein "Überangebot an den Arbeitsmärkten" führe zu schrumpfenden Gehältern.
war nicht jüngst erst von Vollbeschäftigung und ArbeitskräfteMANGEL die Rede?

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