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Offshore-Konten: Zoll entdeckt Container mit Tausenden Bankakten
REUTERS

Der Zoll hat im Hamburger Hafen Container mit Unterlagen zu Konten bei einer Schweizer Privatbank beschlagnahmt. Darunter sollen sich auch Daten mutmaßlicher deutscher Steuersünder befinden - und solche der Bin-Laden-Familie.

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Tante_Frieda 21.06.2014, 10:45
1.

Gratulation!Da kann man nur sagen "Dümmer als die Polizei erlaubt".Köstlich,wie immer mehr Wohlhabende bzw. wohlhabende Kriminelle (das sind Steuerbetrüger nun mal) zittern müssen.Wer heute noch Schwarzgeld in irgendeinem einschlägigen Paradies deponiert,muss irgendwie schon einen an der Waffel haben,pfeifen es doch die Spatzen von den Dächern,dass man nirgendwo mehr sicher ist vor Enttarnung.Aber irgendwie scheinen die Hinterzieher allesamt ein so starkes Ego zu haben,dass sie der Meinung sind,ausgerechnet ihnen könne nichts passieren...

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Dunkelfeld 21.06.2014, 10:55
2. Wir lagen vor den Caymans...

... und hatten die Pest an Bord. Nun geht es also weiter mit den Bankdaten. Dieses Mal sogar in Papierform. Diesen vermeintlichen Offshore-Paradiesen zu vertrauen, das war schon immer mutig. Nun dürfte es eine neue Welle von Selbstanzeigen geben, erzeugt von einem Schiff. Irgendwie irre. Ich würde reinen Tisch machen. Irgendwann fällt auch diese Möglichkeit zur Steuerhinterziehung.

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Sequester 21.06.2014, 11:13
3. Beschlagnahmung auf welcher Basis?

Mich würde mal interessieren auf welcher Basis die Unterlagen beschlagnahmt wurden. Steuerhinterziehung hin oder her - reicht es jetzt schon wenn man einen fehlgeleiteten Container in die Finger bekommt?

Wenn es da keinen konkreten Verdacht gegeben hat ist das mehr als bedenklich. Aber ich gewöhne mich daran, dass man ziemlich einsam ist wenn man den rechtsstaatlichen Weg einfordert.

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henningr 21.06.2014, 11:25
4.

Zitat von Sequester
Mich würde mal interessieren auf welcher Basis die Unterlagen beschlagnahmt wurden. Steuerhinterziehung hin oder her - reicht es jetzt schon wenn man einen fehlgeleiteten Container in die Finger bekommt? Wenn es da keinen konkreten Verdacht gegeben hat ist das mehr als bedenklich. Aber ich gewöhne mich daran, dass man ziemlich einsam ist wenn man den rechtsstaatlichen Weg einfordert.
Der Rechtsstaat ist nachweislich tot. Dafür brauchts auch keinen Container mehr. Stichwort NSA-Affäre

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extremchen 21.06.2014, 11:26
5. Moin!

> Vermutlich landeten die Papiere versehentlich aus dem karibischen Steuerparadies in Hamburg.<

Nun, wenn man Unterlagen im Container nach Europa verschifft bleiben halt nicht viel Möglichkeiten, zumal die Hafeneinfahrt von Zürich versandet ist und größere Schiffe auf hoher See erstmal leichtern müssten bevor sie weiterfahren.

Mal Spaß beiseite:
>Im Rahmen einer Neuordnung "findet derzeit ein Umzug von Unterlagen von den Cayman Islands in unser bestehendes Dateneinlagerungszentrum statt"<

Nun, da wundert es mich nicht wenn Papiere auf Reisen gehen, ein normaler Vorgang in meinen Augen, wenn Akten von einem Land zum nächsten umziehen.
Bloß: Wer hat der Steuerfahndung hier wieder einen Tipp gegeben?
Ich glaube nicht das man einen Container mit Akten einfach mal so durchsieht, zumindest kann ich mir das nicht so recht vorstellen.

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redebrecht 21.06.2014, 11:28
6. Zufallsfund

Rechtliche Basis? Schaue hier.

http://de.wikipedia.org/wiki/Zufallsfund

Wenn Freiheiten zur Verheimlichung von Straftaten benutzt werden, dann sollte, wie immer, das Recht der Freiheit dort enden, wo es die Freiheiten anderer einschränkt oder gar zerstört.

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erlachma 21.06.2014, 11:33
7.

Zitat von Sequester
Mich würde mal interessieren auf welcher Basis die Unterlagen beschlagnahmt wurden. Steuerhinterziehung hin oder her - reicht es jetzt schon wenn man einen fehlgeleiteten Container in die Finger bekommt? Wenn es da keinen konkreten Verdacht gegeben hat ist das mehr als bedenklich.
Ist es das? Vielleicht sollte man sich fragen, wie der Zoll arbeitet: Lieferungen, die an der Grenze auftauchen, werden (ganz rechtsstaatlich übrigens) kontrolliert. So, wie auch Gepäck am Flughafen durchleuchtet wird. Kommt dabei nun etwas zutage, was den Verdacht nährt, dass hier etwas nicht stimmt, dann kann man genauer hinschauen. Auch ganz rechtsstaatlich übrigens. Und wenn beim genaueren Hinschauen die Lieferung aus Steuerakten besteht, dann darf der Zoll die Lieferung selbstverständlich festhalten. Ob er sie wirklich "beschlagnahmt", wie der Artikel sagt, weiß ich nicht. Ich denke nicht. Das ist eher wie bei einer Hausdurchsuchung, da werden auch Akten mitgenommen, und nach Abschluss der Ermittlungen wieder zurückgegeben.

Aber Ihnen wäre es vermutlich lieber, wenn z.B. eine Lieferung erstklassigem Kokains auf dem Weg von Kolumbien nach Holland versehentlich in Deutschland ankommt, dass die Behörden dann sagen: ach so, der ist versehentlich hier, na dann nehmen Sie das doch wieder mit!

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timepiece123 21.06.2014, 11:36
8. Ja, sehr bedenklich.

Zitat von Sequester
Mich würde mal interessieren auf welcher Basis die Unterlagen beschlagnahmt wurden. Steuerhinterziehung hin oder her - reicht es jetzt schon wenn man einen fehlgeleiteten Container in die Finger bekommt? Wenn es da keinen konkreten Verdacht gegeben hat ist das mehr als bedenklich. Aber ich gewöhne mich daran, dass man ziemlich einsam ist wenn man den rechtsstaatlichen Weg einfordert.
Wenn ein Schäden entsteht, sollten die Kunden versuchen, Coutts/RBS in
England zu verklagen.
Daten über ein Land zu versenden, dessen Bundesland NRW bereits
bekanntermaßen eine CD mit Informationen dieser Bank angekauft
hat, ist ja unfassbar und grob fahrlässig.

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joeeoj 21.06.2014, 11:39
9. Der Rechtsstaat gilt nur so lange ...

... wie es gut für den Deutschen & den US-Staat ist. Alles darüber hinaus ist muss als eine Art Kann-Verordnung betrachtete werden, um die Bevölkerung bei Laune zu halten.

Damit will ich nicht sagen das man nicht gegen Steuerhinterzieher vorgehen sollte - mitnichten. Aber die Mittel zeigen wessen Geistes Kind sie sind und was der Bürger von Ihnen erwarten darf.

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