Forum: Wirtschaft
Olaf Scholz: Warum der Vizekanzler die schwarze Null so liebt
AXEL SCHMIDT/ AFP

Auf der Tagung des Internationalen Währungsfonds wird es viel Kritik an Olaf Scholz und seiner Politik der schwarzen Null geben. Doch der Finanzminister folgt einem ganz bestimmten Kalkül.

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kfp 17.10.2019, 18:28
20. Wählbarkeit SPD

Und die SPD wundert sich immer noch, warum sie niemand mehr wählt. Wer aus parteitaktischen Überlegungen und Machterhalt/-ausbau stur an einer Politik festhält, die den Bürgern und langfristig auch der Wirtschaft und Zukunftsfähigkeit des Landes schadet, ist eben nicht wählbar. Und wer bei Investitionen nicht über Autobahnausbau hinausdenkt und nicht einmal auf die Idee kommt, dass es auch Investitionen in Zukunftstechnologien (Stichwort Breitbandausbau), Umweltschutz (Vermeidung von eskalierenden Kosten wegen Dürren, Waldbränden, Unwetten usw.), Nicht-prekäre Arbeitsverhältnisse (öffentliche Arbeitgeber, Forschung) gibt, ist als Vorsitzender einer Regierungspartei fehl am Platz.

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thomas_rettenmund 17.10.2019, 19:10
21. Schon mehrfach erwähnt...

Zitat von KlausMeucht
In einer Welt ohne Schulden hat keiner Vermögen. Ein Geldschein ist nun einmal nichts anderes als ein Schuldschein. Vielleicht sollte man generell das Geldsystem ändern, denn in unserem jetzigen Geldsystem ist es weder linke oder rechte politische Einstellung - sondern nur eine Folge von mathematischer Logik dass ohne Schulden kein Kapitalvermögen möglich ist. Es ist nun einmal eine Illusion zu glauben jeder könne sparen, ohne dass sich jemand verschuldet.
In Deutschland fehlt seit Prof. Karl Schiller seit Jahrzehntnen ein Oekonom an der Spitze. Fachleute wie Heiner Flassbeck werden einfach ignoriert und stillgeschwiegen.
Das Votum des Klaus Meucht ist gar nicht falsch. Aber im Alleingang nicht zu realisieren. Ein Staat kann fast beliebig Schulden machen, solange er den Zinsdienst aus laufenden Einkünften leisten kann. Eine Staatsquote von ca. 60 % ist lächerlich tief. Jeder Hausbesitzer, der eine Hypothek auf seinem Haus hat, ist meistens mit einer Quote von weit über 100 % verschuldet. Ist denn das falsch?
Politisch ist die GroKO total ohne Visionen. Die Regierung ist ein reiner Verwaltungsappart mit unglaublicher Trägheit. So kommt Deutschland nicht vom Fleck.

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staufen 17.10.2019, 19:19
22. Schuldenquote

Ja wenn wir so weitermachen und nichts investieren obwohl das Geld so billig ist wie noch nie dann sind wir eben nur noch Drittklassig. Wenn ich sehe wo es in Deutschland 4G netz gibt muss man doch weinen und da sprechen die schon vom 5G Netz,ich lach mich schlapp. In Kroatien/Slowenien und auch in Österreich,überall 4 G Netz, selbst im hintersten Winkel daran sollten unsere sich mal ein Beispiel nehmen.

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curiosus_ 17.10.2019, 21:11
23. Was soll das..

..mit dem Schuldenmachen weil die Zinsen so niedrig sind? Nach uns die Sintflut?

Das ist doch nur dann ein Argument, wenn die zusätzlichen Schulden wieder abbezahlt sind bevor die Zinsen wieder steigen und umgeschuldet werden muss. Denn dann ist ganz schnell Schicht im Schacht.

Den Braten hat der Wähler gerochen, denn Schulden hochfahren bei niedrigen Zinsen bedeutet im Extremfall nie wieder nennenswerte Zinsen für ihn. Denn das kann die EZB dann nicht mehr zulassen wenn sie keine Staatsinsolvenz riskieren will. Dauerhaft niedrige Zinsen sind dann die Konsequenz von whatever it takes.

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curiosus_ 17.10.2019, 21:30
24. Was soll das..

..mit dem Schuldenmachen weil die Zinsen so niedrig sind? Nach uns die Sintflut?

Das ist doch nur dann ein Argument, wenn die zusätzlichen Schulden wieder abbezahlt sind bevor die Zinsen wieder steigen und umgeschuldet werden muss. Denn dann ist ganz schnell Schicht im Schacht.

Den Braten hat der Wähler gerochen, denn Schulden hochfahren bei niedrigen Zinsen bedeutet im Extremfall nie wieder nennenswerte Zinsen für ihn. Denn das kann die EZB dann nicht mehr zulassen wenn sie keine Staatsinsolvenz riskieren will. Dauerhaft niedrige Zinsen sind dann die Konsequenz von whatever it takes.

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freigeistiger 18.10.2019, 23:20
25. Der Staat gibt immer mehr aus

Der Staat nimmt immer mehr ein, und gibt immer mehr aus. Es wird nichts angespart. Es geht darum, nicht über seine Verhältnisse auf Pump zu leben. Auch zinslose Kredite müssen zurückgezahlt werden. Bei Erhöhung der Zinsen kommen auf den Staat enorme Kosten zu. Die Geldschwemme der EZB seit zehn Jahren hat keine positiven Auswirkungen auf die Realwirtschaft mit der Gemeinökonomie. Es hat zu Verwerfungen in der breiten allgemeinen Ökonomie geführt.

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brasshead 18.10.2019, 02:25
26.

Zitat von curiosus_
Was soll das mit dem Schuldenmachen weil die Zinsen so niedrig sind? Nach uns die Sintflut?
Für Sie sind Investitionen in Infrastruktur, Bildung, Soziales, Energie und Forschung also myopische und ertraglose Geldverschwendungen, die uns als Gesellschaft vor allem zurückwerfen?

Zitat von curiosus_
Das ist doch nur dann ein Argument, wenn die zusätzlichen Schulden wieder abbezahlt sind bevor die Zinsen wieder steigen und umgeschuldet werden muss. Denn dann ist ganz schnell Schicht im Schacht.
Was genau bedeutet "Schicht im Schacht"? Ist das alternativlos?

Zitat von curiosus_
Den Braten hat der Wähler gerochen, denn Schulden hochfahren bei niedrigen Zinsen bedeutet im Extremfall nie wieder nennenswerte Zinsen für ihn.
An die 40% der Wähler haben kein oder ein negatives Vermögen. Sprechen Sie für die?

Zitat von curiosus_
Denn das kann die EZB dann nicht mehr zulassen wenn sie keine Staatsinsolvenz riskieren will. Dauerhaft niedrige Zinsen sind dann die Konsequenz von whatever it takes.
Ja, es geht eben nichts über ein einfaches Weltbild. Whatever it takes war aber nicht Folge von Staatsverschuldung, sondern von Privatverschuldung (die Ursache der Finanzkrise, die wiederum Ursache explodierender Staatsverschuldung war).

Mal wieder ein wissenschaftlicher Qualitätspost, der ausschließlich aus undifferenzierten ideologischen Verblendungen besteht. Chapeau.

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torcedores 18.10.2019, 02:53
27. Ist das wirklich so schwierig .. ??

Schulden anzuhäufen bedeutet, dass der Staat wohlsituierten Menschen eine sichere Rendite beschert. Es ist wirklich bizarr, dass ausgerechnet aus dem linken Lager die Trompete für mehr Schulden geblasen wird. Vor allem aber ist es ein Manifest fehlenden wirtschaftlichen Durchblicks ... dabei muss man nur Karl Marx lesen um zu verstehen: Wir können nur konsumieren, was wir mit unserer Hände Arbeit schaffen. Und wenn der Staat uns das Geld wegnimmt und für vergurkte Projekte, eine aufgeblähte Verwaltung und die Überversorgung von Minderleistern in der Politik verbrät, schafft das nun mal keine Wohlstand. Es ist vielmehr verantwortlich dafür, dass am gern zitierten "unteren Rand" der Gesellschaft die Mittel für ein komfortables Leben fehlen.

Mal ehrlich: Noch mehr "Investitionen" wie das BER-Desaster oder die vergurkten Beschaffungsprojekte der Bundeswehr? Wie realitätsfremd muss man sein, um Schulden für ein Mehr an staatlichen Investitionen zu propagieren?
Der Staat nimmt mehr als genug Geld ein, um alle erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen und sonstigen, aus Bürgersicht sinnvollen Aufgaben zu bestreiten. Wenn man nach dem Prinzip des größten Grenznutzens im Durchschnitt geschätzt 20% jener Ausgaben der öffentlichen Haushalte streichen würde, die für uns Bürger am wenigsten Nutzen stiften ... wir würden gar nicht merken, dass uns etwas fehlt, aber hocherfreut über das Mehr an Geld sein, welches uns bleibt.

Mal realistisch: Wo bewirken 1 Mio. EUR mehr im Hinblick auf Arbeitsplätze und sinnvolle Wertschöpfung für die Gesamtbevölkerung? Beim Handwerksmeister, der seinen Betrieb ausbaut und mehr attraktive Ausbildungsplätze schafft? Bei der Inhaberin eines Pflegedienstes, die attraktivere Gehälter bieten kann und ihr Geschäft ausbaut? Bei der Ärztin, die ein kleines Wohn- und Geschäfts errichten lässt und damit der Wohnungsmisere ein wenig Abhilfe verschafft? Oder beim Staat, der damit die Löcher aus Korruption und Ineffizienz stopft, um bspw. ein paar Stunden der Verluste auszugleichen, die die sattsam bekannten Katastrophenprojekte verursachen?

Wir alle müssen endlich verstehen, dass die Hauptursache für Armut in Deutschland die MIsswirtschaft des Staates und - nachgeordnet - die Überversorgung von Politikern, politischer Administration und staatlich finanzierten Instituten, Gesellschaften etc. ohne Nutzen für den Bürger ist.

Insofern: Schwarze Null ... ja bitte! Idealer Weise begleitet von einem Schrumpfen der öffentliche Ausgaben und einer am Grenznutzen für den Bürger orientierten Mittelverwendung.

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flaschengaist 18.10.2019, 21:39
28. Der Chefökonom aus dem letzten Jahrhundert

Das Foto des Artikels ist schön getroffen und verrät die Grundzüge der Existenz von Scholz. Während seine Chefin Merkel weiter verhandelt und die Unionsnull vorgibt grinst der nette SPD Opi ein naiv in die Kamera. Nur unter dem Diktat der Merkelunion und ihrer jahrelang verschleppten technischen Rezession - also durch das Aufrechterhalten eines künstlichen Wachkoma des Wirtschaftswachstums von Zweikommanochwas Prozent wurde Scholz geduldet als Schatzmeister.
Er hat schon in einem Stadtstaat gewaltet und müsste wissen, ohne kräftige Zusatzfinanzierung für Bildungspolitik (Infrastruktur, Verwaltung und Pädagogen) ist ein bundesweiter Lehrermangel entstanden.
Als SPD‘ler müsste er wissen, dass sämtliche Bauprojekte bundesweit meist in Ausschreibungsmanier klein gehalten werden. Gut für die Laune und die Reputation der Politiker aber schlecht für die endgültigen Realkosten und die endgültige Realbaudauer: Ob Autobahnbauprojekte in Ratenzahlung oder bis hin zum Willi-Brandt-Flughafen.
Als SPD‘ler müsste er alles dran setzen den Mindestlohn in Deutschland nicht unter der Hälfte wie in Dänemark zu halten.
Bei der Besteuerung von Sharedeals in der Immobilienbranche wie auch von großen Digitalkonzernen dessen Orte der Leistung müsste er in Berlin einfach die Augen weiter aufmachen als die naiven netten Augen auf dem Foto!

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Hannibal Murkle 19.10.2019, 10:51
29. Man hat uns die Maastrichter Kriterien statt DM versprochen

Zitat von tobias78
Ich bin gegen die Schwarze Null ... ich bin dafür, Schulden zu tilgen!
Man hat uns versprochen, dass EUR ähnlich hart wie die DM sein wird, mit den Maastrichter Kriterien - höchstens 60% des BIP als Staatsschulden. Frankreich hat derzeit fast 100%, Italien über 130%, Griechenland über 180%. Höchste Zeit, dass Euro-Länder zu den Kriterien zurückkehren und von den Niedrigzinsen mit gewaltigen langfristigen Folgen abkehren - die nur den besonders überschuldeten Ländern Italien und Griechenland nutzen. Selbst in Frankreich und Spanien sieht man die letzte Zinssenkung kritischer als welche davor.

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